ältester Baum der Welt

Ältester Baum der Welt

Ältester Baum der Welt: Ein immer wieder interessantes Thema ist es, sich mit Bäumen und anderen Pflanzen zu beschäftigen, und deren Alter zu ermitteln. Besonders bei Bäumen wird oft über deren Lebenszeit spekuliert, und heute ist es auch möglich, das Alter eines solchen Baum-Großvaters zu ermitteln, ohne diesen zu fällen. Daraus folgt ein regelrechter „Streit“, wo der älteste Baum der Welt derzeit zu bestaunen ist.

Wir zeigen in diesem Artikel viel Wissenswertes über die ältesten Bäume, deren Arten und wo sie zu finden sind. Nicht nur Hobby-Biologen und Naturforscher können Interessantes lesen, und so manchen „Aha-Effekt“ finden.

Darum wird es gehen:

  • Welche Bäume gelten derzeit als die Ältesten?
  • Von welchen Baumarten sprechen wir dabei?
  • Wo sind sie zu finden?

Klonal vs. nicht klonal

Der Begriff „klonal“ wird in der Botanik verwendet, wenn es gilt aufzuzeigen, dass sich Pflanzen unter der Erde vermehrt haben oder eine Gruppe dieser Pflanzen verbunden sind. So entsteht ein „Klon“, also ein gleichartiges Wesen, welches oberhalb der Erde eigenständig zu sein scheint.

Demzufolge sind nicht klonale Bäume nicht miteinander verbunden und stammen auch nicht voneinander ab. Sie scheinen nicht nur oberhalb der Erde eigenständig, sondern sind dies auch im eigentlichen Sinne.

Tipp: Mehr über diese Zusammenhänge finden Interessierte beispielsweise bei der Erforschung von Pilzen oder auch Blumen, die sich über Rhizome oder Tochterzwiebeln vermehren.

Prometheus

„Prometheus“ wurde ein Baum getauft, der auf der Liste der ältesten bekannten Bäume der Welt steht. Sein Standort war die Waldgrenze vom Wheeler Peak in Nevada. Sein geschätztes Alter lag bei 5.000 Jahren, als er 1964 gefällt wurde.

Es handelte sich um eine sogenannte „Langlebige Kiefer“, die im heutigen Nationalpark „Great-Basin“ stand. Fast alle als älteste Bäume erkannten Pflanzen gehören dieser Gattung an. Der Standort von Prometheus lag ca. 3.200 Meter über dem Meeresspiegel. Er erreichte eine Wuchshöhe von etwas mehr als 5 Metern. Eine der Besonderheiten war, dass der Stammumfang in ca. einem halben Meter Höhe rund 6,40 Meter betrug. Eine Weitere, dass der Stamm so gut wie keine Rinde besaß, sondern nur einen rund 50 cm breiten Streifen Borke an der Nordseite hatte.

Bis 2012 galt der Baum als ältester nicht kolonial wachsender Organismus der Welt. Die Teile des Baumes werden heute in mehreren Forschungsinstituten aufbewahrt, unter anderem im Institut für Waldgenetik („Institute of Forest Genetics“) in Kalifornien. Ein Teil kann von den Besuchern des Nationalparks bewundert werden.

  • Langlebige Kiefer
  • Standort gehört heute zu einem Nationalpark
  • Geschätztes Alter bei Fällung: 5.000 Jahre

Trivia: Das Alter von Prometheus und seine große Bedeutung konnten erst erkannt werden, als der Baum 1964 von einem für den Forst arbeitenden Studenten gefällt worden war.

Methuselah

Den Namen Methuselah bekam eine ebenfalls „langlebige Kiefer“, die im „Inyo National Forest“ in den White Mountains wächst. Ihr Standort liegt auf etwa 3.000 Metern Höhe zwischen Nevada und dem Death Valley. Ein Wissenschaftler der Universität Arizonas legte sein Alter 1958 auf 4723 Jahre fest. Bis 2012 galt er als ältester Baum der Welt und dient bis heute zum Kalibrieren der Radiokohlenstoffdatierung.

Am Methuselah-Walk, einem Rundweg, stehen mehrere über 4.000 Jahre alte Bäume, wobei der Methuselah an sich nicht markiert worden ist, um ihn nicht zu gefährden.

  • Langlebige Kiefer
  • Standort ist in einen Rundweg integriert
  • Wird nicht genau markiert
  • Ist seit 2012 nicht mehr der Rekordhalter als ältester Baum der Welt

Trivia: Zum Schutz des Baumes werden nur die Koordinaten des Waldgebietes, nicht aber des Baumes bekanntgegeben.

Die geheimgehaltene, langlebige Kiefer

Seit 2013 gilt eine „Langlebige Kiefer“ mit 5062 Jahren als ältester, lebender Baum der Welt. Doch die genaue Identität und der Standort werden geheim gehalten.

King Clone

Unter dem Namen „King Clone“ findet man einen Kreosotbusch-Ring, der sich in der Mojave-Wüste befindet. Ein Kreosotbusch gehört zu den Jochblattgewächsen und blüht gelb. Er ist immergrün und dornenlos. Besonders große Exemplare werden bis zu vier Metern hoch, die meisten aber zwischen ein und zwei Metern.

Die Mojave-Wüste ist im Westen Nordamerikas zu finden. Sie gehört zu Nevada und Kalifornien. Der genannte Ring befindet sich in der Nähe von Lucerne Valley und Landers. Zum Schutz ist das Gebiet, auf dem sich der Ring der Büsche befindet, umzäunt.

Der King Clone hat einen Durchmesser von über 20 Metern und wird auf ein Alter von rund 11.700 Jahren geschätzt. Damit hat es King Clone in die Liste der ältesten Baumexemplare geschafft.

Trivia: Indianer nutzten das Kraut des Busches für verschiedene Zwecke, wie unter anderem als Kräutertee bei verschiedenen Krankheitsbildern, wie Magenbeschwerden, Bluthochdruck oder zur Kräftigung der Gebärmutter.

  • Geschützter Standort
  • Ring von Kreosot-Büschen
  • Geschätzt auf 11.700 Jahre
Hier findet man den King Clone, der auch in der Kategorie
Mojave Desert, California. Hier findet man den King Clone, der auch in der Kategorie „ältester Baum der Welt“ anzutreffen ist.

Lomatia tasmanica

Lomatia tasmanica ist ein Strauch, von dem es nur einen einzigen Genet gibt, welcher in Tasmanien steht. Das Exemplar besteht aus ca. 500 Schösslingen und erreicht dadurch eine Länge von rund 1.200 Metern. Das Alter schätzen Experten auf rund 43.600 Jahre. Der Bestand dieser Pflanzenart gilt als gefährdet, weswegen das Exemplar im Southwest-Nationalpark besonders geschützt wird. Der genaue Standort wird geheimgehalten. Das Gebiet, welches von den Ausläufern bedeckt wird, umfasst insgesamt 2-3 Hektar.

Die Experten gehen davon aus, dass der heutige, als groß zu bezeichnende Bestand an diesem Ort nur der Rest eines wesentlich größeren Bestandes ist. Wegen der gelegentlichen Buschfeuer in Tasmanien gilt es als sicher, dass die Pflanze, wie viele andere dort wachsende Arten auch, nach einem Feuer in der Lage ist, neu auszuschlagen. Allerdings wird der Lomatia tasmanica von anderer Seite bedroht: der Eipilz, der aus Südostasien eingeschleppt wird, kann bei verschiedenen Silberbaumgewächsen, wie auch dem Lomatia tasmanica, Wurzelfäule auslösen. Aus diesem Grund gibt es einen Quarantänebereich, der nicht betreten werden darf.

Leider ist die Pflanze schwer zu kultivieren, weshalb schon zahlreiche Versuche fehlgeschlagen sind, den Erhalt der Art auf diese Weise zu sichern.

  • Lomatia tasmanica – letztes Exemplar seiner Art in der Natur aus 500 Schösslingen
  • Soll bewahrt werden, daher durch Quarantänebereich geschützt
  • Unmittelbares Gebiet der Pflanze kann nicht betreten werden.

Interessantes: Ein Erhalt in Kultur wurde zwar versucht, schlug aber bislang immer fehlt. Auch In-vitro-Kulturen konnten keinen Erfolg bringen. Pfropfen auf Lomatia tinctoria gelten als möglich.

Pando

Als „Pando“ wird eine Klonkolonie aus Amerikanischen Zitterpappeln bezeichnet. Sie ist im Fishlake National Forest in Utah /USA zu finden. Die Baumstämme sind über Rhizome miteinander verbunden bilden daher einen Organismus, der als ältester der Welt gilt. Die Kolonie ist über eine Fläche von über 43 Hektar verteilt und besteht aus über 47.000 Stämmen. Zwar werden die einzelnen Stämme „nur“ zwischen 100 und 130 Jahren alt, doch das Genet als solches wird auf ein Alter von rund 80.000 Jahren geschätzt.

Als natürlicher Feind des Gewächses gilt der Maultierhirsch, der eine ansteigende Population aufweist und die Gesundheit von Pando bedroht. Durch Luftaufnahmen musste festgestellt werden, dass Pando seit etwa 40 Jahren nicht weiterwächst und dadurch akut gefährdet ist.

  • Gilt als ältestes Lebewesen
  • Wird auf ein Gesamtgewicht von über 6.000 Tonnen geschätzt
  • Ist bedroht und muss durch Eindämmen der genannten Hirschpopulation gerettet werden
  • Teile des Waldes wurden zum Schutz eingezäunt

Interessantes: Durch Überweidung sehen Experten eine akute Bedrohung, aber auch durch Dürre und das Unterdrücken von Oberflächenfeuern. Die Hirsche seien deshalb unkontrolliert vermehrt, aufgetreten, weil deren natürliche Feinde, wie Wölfe, Bären und Pumas, drastisch dezimiert worden sind.

Old Tjikko

„Old Tjikko“ ist eine alte „Gemeine Fichte“, die auf 9550 Jahre geschätzt wird. Sie steht im Nationalpark Fulufjället in Schweden. Old Tjikko gilt als der älteste lebende individuelle Klonbaum. Der Stamm als solcher weißt kein so hohes Alter auf, sondern wird „nur“ auf rund 600 Jahre geschätzt. Aber das Alter des Baumes wird nicht am Stamm festgemacht, sondern am Wurzelsystem, welches durch Ausschlagen sehr viel länger überlebt hat. Auch kann es vorkommen, dass die Schneelast Äste nach unten drückt, wo sie am Boden neue Wurzeln bilden. So kommt es zu einem System, welches als Ganzes noch viel länger als ein Baumstamm überleben kann.

Der Baum ist derzeit rund 5 Meter hoch. Die Ermittlung des Alters eines solchen Wurzelsystems erfolgt mit Radiokohlenstoffdatierung, die jedoch kein genaues Jahr hervorbringen kann. In der Nähe der Fichte gibt es eine Reihe von weiteren Fichten dieser Art, die alle über 8.000 Jahre alt sind.

  • Wurzelsystem ist extrem alt
  • Es werden immer wieder neue Stämme ausgebildet – so ist der jetzig Sichtbare „nur“ 600 Jahre alt
  • Schweden war Forschungen zufolge bis vor etwa 11.000 Jahren durch eine Eiszeit blockiert, sodass Bäume, die wesentlich älter als Old Tjikko sind, kaum zu finden sein dürften.

Trivia: Wegen drohenden Vandalismus und Trophäenjägern ist derzeit im Gespräch, um den Baum einen Zaun zu errichten.

Fazit

  1. Verschiedene, von Forschern untersuchte Exemplare alter Bäume und Büsche sind bekannt
  2. Sie haben Namen bekommen und sollen vor dem Aussterben bzw. Absterben bewahrt werden
  3. Teilweise müssen die Standorte zum Schutz geheim gehalten werden
  4. Aus Angst vor Vandalismus wird zum Teil ein Schutzzaun errichtet

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