Apfelbaum Krankheiten

Apfelbaum Krankheiten

Der Apfelbaum ist wohl das verbreitetste Obstgehölz in unseren Breiten. Äpfel werden vorwiegend als Nahrungsmittel angebaut, aber es gibt auch einige Ziervarianten. Selbst das Holz ist begehrt, denn es zählt zu den heimischen Edelhölzern und ist rötlich mit rotbraunem Kern, was es sehr beliebt macht.

Doch es gibt auch einige Krankheiten, die den Apfelbäumen schwer zu schaffen machen und nicht nur für Ernteausfälle sorgen, sondern sogar den Baum an sich massiv schädigen können. Wir wollen mit diesem Beitrag zeigen, welche Krankheiten es gibt und wie diese bekämpft werden können, was vorbeugend möglich ist und welche Sorten besonders anfällig sind.

  • Welche Krankheiten gibt es an Apfelbäumen?
  • Wie äußern sich Diese?
  • Was kann man vorbeugend tun?
  • Wie kann man die Krankheiten bekämpfen?
  • Ist der Baum zu retten?

Der Apfel als Nutzpflanze

Von den fast unzählbar vielen Sorten (man geht weltweit von rund 20.000 aus) der Äpfel sind heute üblicherweise rund 50 hierzulande bedeutend und werden vermarktet. Dazu zählen Boskoop oder Cox Orange, Gala und Delicius. Sie werden als Frucht angeboten, als Apfelmus– und Apfelsaft, um nur die wichtigsten Verarbeitungen zu nennen. Eine andere Unterscheidung, die üblich ist, ist die Apfelreifeklasse; hier gibt es Sommer-, Herbst- und Winteräpfel.

Die heute in den Supermärkten vorwiegend erhältlichen Tafeläpfel sollen saftig und knackig sein, sowie gut zu lagern und zu transportieren. Allein in Deutschland werden von rund 450 Firmen rund eine Milliarde Liter Apfelsaft pro Jahr produziert.

Der Pro-Kopf-Verbrauch im Land beträgt rund 12 Liter im Jahr und lässt sogar den Orangensaft hinter sich. Rund 70% der Äpfel, die in Deutschland angeboten bzw. verarbeitet werden, entfallen auf die Sorten Red Delicius, Jonagold und Golden Delicius.

Immer mehr an Bedeutung, wenn auch eher bei den Liebhabern des Apfels, gewinnen die sogenannten „Alten Apfelsorten“, die wieder vermehrt angebaut werden. Dazu zählen alle, die vor 1940 entstanden sind und heute leider oft nur noch in Obstbauversuchsanlagen zu finden sind.

Daneben tauchte der Apfel in früheren Zeiten immer wieder als Heilpflanze auf, und ist heute noch als sehr gesund bekannt.

Die Krankheiten der Apfelbäume

Doch natürlich gibt es auch zahlreiche Krankheiten, die den Apfelbäumen und ihren Früchten zu schaffen machen. Die derzeit folgenschwerste Bedrohung allgemein im Obstanbau Mitteleuropas ist der Feuerbrand. Dazu kommen die Rote Spinne, Blattläuse, Apfelschorf, die Larven des Apfelblütenstechers oder Obstbaumkrebs.

Beim Apfelbaum können, ebenso wie bei anderen Obstbäumen, die Früchte genauso befallen werden wie die Blätter. Manche Schädlinge oder Krankheiten sind sogar bei Beidem zu befürchten. Wer die Krankheit aber frühzeitig erkennt, kann das Schlimmste oft noch verhindern.

Apfelschorf
Apfelschorf

Der sogenannte Apfelschorf sorgt für braune Flecken auf den Früchten. Diese werden durch einen Pilz verursacht, der aber schon auf der Blüte zu sehen ist, als kleiner, olivfarbener Fleck. Die Blätter sind dann wellig und sehen deformiert aus. Die Früchte bleiben zwar essbar, sind aber nicht einzulagern. Häufig ist diese Krankheit in nassen Jahren anzutreffen.

Ebenfalls ein Pilz verursacht die Monilia-Fruchtfäule. Fruchtfäule und Spitzendürre sind die Folge dieser Krankheit. Die Fruchtfäule zeigt sich am Fallobst durch gelblich-braune Schimmelpolster, die auch an noch hängendem Obst vorkommen. Der Apfel vertrocknet in der Folge zu einer Fruchtmumie.

Weniger häufig ist der sogenannte Feuerbrand. Der Baum ist dabei kaum mehr zu retten. Man kann die Zweige bis tief ins gesunde Holz zurückschneiden, aber meist kommt der Erreger zurück. Grund sind Bakterien, die durch die Blüte in den Baum eindringen und die Leitungsbahnen verstopfen. Dann sehen Blätter und Triebe schwarz und wie verbrannt aus. Die Triebspitzen rollen sich ein. Ein Befall muss dem Pflanzenschutzamt gemeldet werden.

Apfelmehltau
Apfelmehltau

Verbreitet ist der Apfelmehltau. Die Blätter bekommen einen mehligen Belag und trocknen ein. Leider überwintert der Mehltau an den Knospen und taucht an den gesunden Blättern wieder auf.

Sehr häufig anzutreffen sind die Blattflecken, die wie kleine rostige Punkte auf den Blättern aussehen. Auch hier ist ein Pilz der Verursacher. Vor allem nach langem Regen kommt dies vor.

Tipp: Am besten holt man sich Rat beim Fachmann, wenn ein Befall erkannt wird, aber nicht sicher ist, um welche Krankheit es sich handelt.

Das kann man tun

Gegen den Apfelschorf kann man schon vor der Blüte Fungizide spritzen. Bei feuchter Witterung ist dies ganz wichtig, und sollte wöchentlich erfolgen. Damit der Pilz nicht resistent wird, sollte häufig der Wirkstoff geändert werden.

Gegen die Monilia-Fruchtfäule hilft es, die Mumien abzusammeln und Fallobst schnell zu entsorgen. Kein Mittel, welches gegen die Fruchtfäule hilft, ist in unseren Gärten zugelassen. Aber vorbeugende Spritzungen können den Erreger mit bekämpfen.

Eine Rettung bei Feuerbrand ist in der Regel nicht möglich. Hier muss der Baum gefällt werden und eine Schere, mit der man Äste abgeschnitten hat, sollte mit Alkohol desinfiziert werden.

Beim Apfelmehltau müssen im Frühjahr befallene Triebe sofort abgeschnitten werden. Spritzungen sind von Ende April bis Juli möglich.

Leider lässt sich gegen die Blattflecken, die häufig bei Apfelbäumen sind, wenig ausrichten. Doch spritzt man gegen Apfelschorf, hilft das in der Regel gleich mit.

Tipp: Das richtige Gegenmittel zur richtigen Zeit ist wichtig. Da sollte man auf den Rat eines Fachmannes vertrauen.

Schädlinge für die Apfelbäume

Auch Schädlinge machen es sich an den Apfelbäumen gemütlich. Allen voran der sogenannte Apfelwickler. Dabei handelt es sich um einen kleinen Falter, der seine Eier im Juni an den jungen Äpfeln ablegt. Dann schlüpfen die Raupen, und fressen sich in den Apfel hinein. Anschließend seilen sie sich an Spinnfäden ab und suchen sich ein Versteck unter der Rinde, wo sie sich weiter vermehren.

Als Bekämpfung kann man zwischen Mai und August Pheromonfallen in den Baum hängen; damit fängt man die Männchen. Wer Wellpappestreifen an den Stamm des Baumes bindet, kann somit künstliche Verstecke anbieten, die dann mitsamt den Tieren entsorgt werden können.

Weiterhin häufig vorkommend: die Grüne Apfelblattlaus. Diese sowie ihre Larven saugen an den Triebspitzen und Knospen und sorgen dafür, dass diese verkrüppeln. Der klebrige Saft, der dabei ausgeschieden wird, sorgt für Rußtaupilze und behindert die Photosynthese. Da die Läuse auf dem Baum überwintern, können sie sich im Frühling neu vermehren. Darüber hinaus gibt es noch die Mehlige Blattlaus, die ebenfalls einkrümmte, eingerolltes Laub verursacht.

Als Bekämpfung kommt ein Spritzmittel in Frage, welches auf Basis von Rapsöl funktioniert. Das ist für die Bienen ungefährlich. Außerdem gibt es im Sommer etliche Fressfeinde von den Läusen, wie etwa Vögel, die ebenfalls helfen.

Die Rote Obstbaumspinnmilbe befällt die Blätter, die sich dann einrollen und schließlich abfallen. Da die Schädlinge als Eier überwintern, kann man sie nur mit Spritzen bekämpfen. Dafür muss auf das sogenannte Mausohrstadium gewartet werden.

Kleine, grünliche Raupen, die an den Blättern sichtbar werden, sind der Frostspanner. Sie fressen an den Blättern und Knospen sowie Blüten. Sie kriechen im Oktober am Stamm nach oben, sodass ein enganliegender Leimring eine gute Abschreckung ist.

Ein Rüsselkäfer ist der Apfelblütenstecher. Die betroffenen Blüten können sich nicht öffnen und vertrocknen in der Folge. Die Blütenknospen, die aussehen, als ob sie sich gleich öffnen wollen, sind von dem Tier leergefressen. Bekämpfen kann man dies, indem man vor dem Blattaustrieb einen 20 cm breiten Ring aus Wellpappe um den Stamm legt. Dort verstecken sich die Käfer über Nacht und können am Morgen abgesammelt werden.

Hinweis: Für die richtigen Gegenmaßnahmen muss erst einmal eingegrenzt werden, um welchen Schädling es sich handelt. Hierbei können Gartenexperten helfen.

Vorbeugen gegen Schädlinge und Krankheiten

Da sich die Krone eines Apfelbaumes nur schwer spritzen lässt, sind die entsprechenden Spritzmittel oft unpraktikabel. Daher ist eine Vorbeugung sehr wichtig, damit sich die Schädlinge und Krankheiten nicht ausbreiten können. Voraussetzung dafür ist eine ausgewogene Düngung. Der Vorteil ist, dass man Apfelbäume nicht so leicht überdüngen kann.

Auch der Schutz natürlicher Fressfeinde ist eine Maßnahme für mehr Apfelbaumgesundheit. Insekten und Vögel, die im Garten viele Beeren finden, machen sich als Nebeneffekt auch über Raupen und Blattläuse her.

Wichtig ist außerdem eine gut beschnittene Krone, damit nach einem Regen das Blattwerk wieder schnell trocknet, da sich viele Probleme hauptsächlich auf nassen Blättern ausbreiten.

Tipp: Bei neuen Bäumen sollte auf resistente Sorten gesetzt werden. Dies sind beispielsweise Alkmene und Retina.

Fazit

Äpfel sind hierzulande eine übliche Obstart, die es in fast allen Gärten sowie auf vielen Plantagen bzw. Streuobstwiesen gibt. Auch wenn es inzwischen einige resistente Sorten gibt, so muss man doch immer wieder mit Schädlings-und Krankheitsbefall rechnen und möglichst sofort reagieren, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Um welche Krankheit oder welche Schädlinge es sich handelt, sollte man mit Hilfe von Experten oder Fotos im Internet herausfinden, um gezielt Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

FAQ

Gibt es Schädlinge, die Apfelbäume befallen?

Ja, und zwar eine ganze Menge. Sie verhalten sich unterschiedlich, breiten sich in den Blüten oder auf den Blättern aus und/oder verstecken sich in der Rinde. Auch die Jahreszeit ist verschieden, in der sie ihr Unwesen treiben. Ideal ist es, wenn man dafür sorgt, dass im Garten viele Fressfeinde wohnen, wie Käfer und Vögel, die die Blattläuse und Co gern als Mahlzeit haben.

Wie kann man Schädlinge und Krankheiten bekämpfen?

Dafür gibt es kein Allheilmittel. Was man überhaupt tun oder auch im Speziellen spritzen kann, kommt auf die Art des Befalls an. Hier sollte sich jeder genau informieren; zuallererst muss herausgefunden werden, unter was der Apfelbaum leidet. Es gibt wirksame Gegenmittel, aber diese müssen auch zur richtigen Zeit ausgebracht werden.

Sind alle Krankheiten gleichermaßen bedrohlich für die Apfelbäume?

Nein. Manche Krankheiten sorgen für unschöne, fleckige Früchte, die aber dennoch genießbar sind. Andere haben einen Ernteausfall im betreffenden Jahr zu Folge. Nur wenige bewirken das Absterben des ganzen Baumes, wenngleich es das aber auch gibt. Besonders auf gewerblichen Plantagen ist dies natürlich eine Katastrophe, weshalb alles darangesetzt werden muss, durch vorbeugende Maßnahmen einen solchen Befall zu verhindern.

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