Baumspinat

Baumspinat, der kein Baum ist

Manchmal fragt man sich wirklich, wer dem Gemüse seinen Namen gibt. Denn selbstverständlich ist der Baumspinat kein echter Baum und er klettert auch nicht an ihnen empor. Doch hat es diesen Namen erhalten, weil es sehr hochwächst und für einen langen Zeitraum zur Ernte zur Verfügung steht.

Unter den ganzen Gemüsen, mal von den Rankgewächsen abgesehen, kann man es tatsächlich als Baum bezeichnen. Denn es ist tatsächlich recht stark und lässt sich von der Witterung nicht einfach beiseite fegen. Der Baumspinat ist nicht nur für die Freunde von Blattgemüse eine Bereicherung. Warum versuchst du es nicht einfach einmal aus?

Was ist das – Baumspinat?

Mit lateinischem Namen heißt der Baumspinat „Chenopodium giganteum“. Damit hat man den ersten Hinweis darauf erhalten, dass es sich hierbei um eine recht große Pflanze handelt. Tatsächlich kann sich seine Wuchshöhe auf rund 3 Meter belaufen. Bedenkt man, dass der normale Spinat gerade einmal eine Höhe von vielleicht 50 Zentimetern beläuft, haben wir es wahrlich mit einer Riesenpflanze zu tun.

Sucht man nach anderen Namen für den Baumspinat, wird man unter Spinatbaum und Riesengänsefuß fündig. Gänsefuß? Ja, richtig gehört. Denn diese Pflanze gehört der Gattung der Gänsefüße, auch Chenopodium genannt, an. Auch der Quinoa gehört dieser Gattung an und heißt auf Latein „Chenopodium quinoa“. Damit sind diese beiden Pflanzen miteinander verwandt.

Auch einige entfernte Verwandte sind uns nicht unbekannt. Es handelt sich um die Pflanzen, die wir in der Familie der Fuchsschwanzgewächse finden, auf Latein „Amaranthaceae“. So ist er auch mit dem Amaranth, der Roten Beete und dem Mangold verwandt.

Die Herkunft des Baumspinats

Machen wir uns auf die Spuren der Herkunft des Baumspinats, werden wir diese im Himalayagebiet finden. Indien, Nepal und auch Tibet sind als seine ursprüngliche Heimat bekannt. Nach wie vor finden wir sie dort, wo sie Verwendung als Blattgemüse findet. Sie ist in diesen Regionen sehr weit verbreitet.

Eine kurze Skizze des Baumspinats

Die Pflanze ist einjährig und recht krautig. Um tatsächlich auf eine Höhe von gut 3 Metern wachsen zu können, benötigt sie einerseits ausreichend Wasser, andererseits aber auch ausreichend Nährstoffe. Sie gehört damit nicht zu den Schwachzehrern. Bei guter Versorgung bildet sich also eine starke Sprossachse. Diese verzweigt sich recht stark im oberen Bereich. Der Stengel kann einen Durchmesser von bis zu 5cm erreichen. Im Herbst verfärbt sich dieser und zeigt sich entweder purpur-rötlich gestreift oder aber grün-rötlich gefärbt.

Direkt nach dem Austreiben finden wir rote Blätter vor. Im Laufe der Wachstumsphase verfärben sich diese immer mehr zu einem Blatt mit hellgrüner Oberseite und dunkelgrüner Unterseite. Die Blattansätze jedoch sind und bleiben während der gesamten Zeit rot / rötlich. Bis zu 20cm kann ein einzelnes Blatt groß werden.

Die Blüten, die wir zwischen Juli und September zu sehen bekommen, sind dagegen etwas unscheinbar und zeigen sich in schüchternem Weiß. Sie besitzen die Form einer Rispe. Es handelt sich um eine windgesteuerte Bestäubung. Danach bilden sich kleine Samen, die die Größe einer Linse besitzen und eine dunkelrote bis schwarze Färbung aufweisen. 

Züchterisch wurde der Baumspinat noch nicht wirklich bearbeitet. So findet man im Angebot Saatgut, das der Wildform entspricht. Die wunderschöne Färbung der Blätter lässt viele Menschen den Baumspinat als Zierpflanze aussäen. Sie wissen gar nicht, was ihnen dabei entgeht. Insbesondere die Sorte „Magentaspreen“ hat sich bei den Ziergärtnern bewährt. Denn sie wächst recht ausladend und besitzt eine leuchtende Magentafärbung, die natürlich im Beet fantastisch zur Geltung kommt.

Wie wird der Baumspinat ausgesät und kultiviert?

Im Großen und Ganzen ist der Baumspinat eine sehr unkomplizierte Pflanze. Er kann an allen Standort problemlos wachsen. Allerdings bevorzugt er einen Boden, der nährstoffreich und locker ist. Dabei liebt er die Sonne ebenso wie den Halbschatten. Möchtest Du diese Pflanze aussäen oder vorgezogen ins Beet aussetzen, solltest Du den Boden pro Pflanze für circa 2m² auflockern.

Die Baumspinat im Kübel zu kultivieren, ist überhaupt kein Problem. Achte allerdings darauf, dass der Kübel tief genug ist. Es wird ein Durchmesser von mindestens 40cm empfohlen. Verwende eine Pflanzerde, die hochwertig und nährstoffreich ist.

Selbstverständlich kannst du den Spinatbaum auch vorkultivieren, wenn du dies möchtest. Zwingend notwendig ist dies allerdings nicht, da er problemlos im Freibeet ausgesät werden kann. Spätestens im April solltest du mit der Voranzucht beginnen. Als Lichtkeimer wird die Saat auf der Aussaaterde nur ausgebracht und leicht angedrückt. Es wird eine möglichst konstante Zimmertemperatur von 18°C – 22°C benötigt. Innerhalb von 2 – 3 Wochen wirst du einen Topf voller Setzlinge vor dir haben. Ist der Topf gut durchgewurzelt, können sie bereits in Freilandbeet gesetzt werden.

Genau genommen handelt es sich beim Spinatbaum um eine Solitärpflanze. Das bedeutet, dass er einen Mindestabstand von 1,5m bis 2m benötigt, um gut gedeihen zu können. Dies gilt nicht nur für andere Spinatbäume, sondern auch für alle anderen Pflanzen. Darauf besteht diese sonst so genügsame Pflanze. Allerdings brauchst du dir nicht viel Umstände machen. Denn bereits 2 bis 3 Pflanzen sind absolut ausreichend, um eine ganze Familie zu versorgen.

Solltest den Platz zwischen den Spinatbäumen dennoch nutzen wollen, solltest du dich für Möhren oder Radieschen entscheiden. Sie füllen den Platz problemlos aus, ohne in Konkurrenz um die Nährstoffe zu treten.

Wie pflege ich meinen Spinatbaum richtig?

Solange er ausreichend Nährstoffe und Wasser erhält, ist der Spinatbaum extrem anspruchslos. Sicherlich kommt er auch mit Trockenheit zurecht. Allerdings ist es für ihn nicht wichtig, wie viel Wasser er erhält. Es ist vielmehr die Tatsache, dass er überhaupt Wasser bekommt. Allerdings kann er nur dann seine maximale Höhe erreichen, wenn er mit allem, was er für ein gutes Wachstum benötigt, auch optimal versorgt wird. Allerdings solltest du möglichst zu natürlichen Düngermitteln greifen, um den Boden nicht zu schädigen.

ACHTUNG – befindet sich dein Garten in einer windreichen Region, ist es sinnvoll, dem Spinatbaum eine Stütze zu gewähren, damit der nächste Windstoß ihn nicht aus Versehen umweht. In allen Regionen, die nur normale Winde im Sommer zu verzeichnen haben, kann auf die Stütze verzichtet werden.

Vermehrung

Der Baumspinat vermehrt sich über seine rispenähnlichen Blüten. Hier solltest du allerdings ein Augenmerk drauf haben. Denn sehr leicht kann es in windigen Zeiten passieren, dass er sich selbst aussät. Dies kannst du verhindern, indem du die Rispen rechtzeitig entfernst. Schaffst du es, den optimalen Zeitraum zwischen „fast reif“ und „ganz reif“ zu treffen, kannst du dir das Saatgut für das nächste Jahr auch ganz alleine sichern.

Nach der Blüte dauert es circa 4 Wochen, bis du die ersten Samen entdecken kannst. Um sie für das nächste Jahr zu sammeln, müssen sie aber unbedingt ausreifen. Dies kann durchaus bis Anfang November dauern. Achte darauf, dass es gut durchgetrocknet ist, bevor du es in fest verschließbaren Gläsern für den Winter kühl und natürlich trocken einlagerst. Wie jede Saat sollte auch diese nicht unter 5°C und nicht über 25°C gelagert werden. Auf diese Weise können sie bis zu 5 Jahre keimfähig bleiben.

Wundere dich aber nicht, wenn im kommenden Jahr auch ohne konkretes Aussäen auftauchen. Sie haben sich in diesem Fall selbst ausgesät. Möchtest du sie im Beet behalten, musst du ihnen ausreichend Platz zur Verfügung stellen. Dies darfst du nicht vergessen.

Winterhart oder nicht?

Bedenke, dass der Baumspinat eine einjährige Pflanze ist. Er muss also jedes Jahr aufs Neue ausgesät werden. Dennoch kann er die Kälte bis circa -10°C vertragen. Du kannst also noch lange bis in den Herbst ernten.

Und wie wird er verarbeitet?

Ähnlich dem Spinat kann er gekocht, gedünstet, gegart und auch als Salat genossen werden. Beginne mit der Ernte nicht zu früh, denn es dürfen niemals alle Blätter entfernt werden. Das bedeutet für dich, dass dein Baumspinat schon eine gewisse Größe erreicht haben muss.  

Mit der Ernte der ersten Blätter kann knapp 6 Wochen nach der Aussaat gerechnet werden. Ja, die ersten Blätter sind sehr zart und schmecken entsprechend lecker. Doch brauchst du dich nicht scheuen, auch die größeren Blätter zu verwenden. Bedenke, sie werden wie Spinat zubereitet und werden somit auf vielfältige Weise verwendet werden können. Gerne kannst du die Rezepte, die für Spinat oder Mangold ausgelegt sind, hierfür nutzen.

ACHTUNG – der Rohverzehr des Baumspinats ist nur ab und an zu empfehlen. Der Grund hierfür ist die recht hohe Menge an Oxalsäure und Saponinen. Insbesondere die älteren, größeren Blätter sind hiervon betroffen. Sie sollten daher warm zubereitet werden. Die jüngeren, zarten Blätter hingegen sind im Salat sehr schmackhaft. Doch auch sie enthalten bereits viel Oxalsäure und Saponine. Solltest du sie im Salat öfters einsetzen wollen, kannst du die Blätter alternativ blanchieren und nach dem Abkühlen dem Salat hinzufügen. Auch im warmen Salat können sie einen besonderen Geschmack hinzufügen.

Sollte dein Spinatbaum dich mit vielen Samen bescheren, kannst du diese wie Quinoa nutzen.

Wie kann der Baumspinat haltbar gemacht werden?

Gerne kannst du den Baumspinat einfrieren. Hierzu solltest du ihn allerdings noch nicht garkochen, sondern nur blanchieren. Auf diese Weise haltbar gemacht, kannst du ihn auch in der Winterzeit genießen.

… noch etwas

Es gibt neben dem einjährigen Baumspinat auch noch den sogenannten „Ausdauernden Baumspinat“, Fagopyrum cymosum. Er steht in direkter Verwandtschaft mit dem Buchweizen und gehört damit zu den Knöterichgewächsen. Auch er ist in den Hochebenen Asiens heimisch. In der traditionell chinesischen Medizin ist er eine Pflanze, die bereits seit Jahrhunderten, wenn nicht gar seit Jahrtausenden zur Heilung eingesetzt wird.

Äußerlich unterscheidet er sich nur in wenigen Punkten vom einjährigen Baumspinat. Allerdings ist er bis -20°C winterhart. Somit treibt er im nächsten Frühjahr wieder aus. Dadurch können die ersten Blätter früher geerntet werden als vom einjährigen Baumspinat.

Im Gegensatz zu anderen „ausländischen“ Pflanzen mögen auch die Bienen und Insekten unserer Region. Allerdings muss man wissen, dass der damit gesammelte Honig sehr gewöhnungsbedürftig ist.

Die Samen müssen für den Verzehr geschält werden.

FAQ

Kann man Baumspinat auch roh essen?

Grundsätzlich ist es durchaus möglich ihn roh zu verzehren. Insbesondere die jungen Blätter sind zart und lassen sich in den Salat integrieren. Jedoch sollte man dies aufgrund der hohen Werte von Oxalsäure und Saponine nur als Ausnahme machen. Es ist besser, ihn warm zu zubereiten.

Ist Baumspinat mehrjährig?

Der Baumspinat (Chenopodium giganteum) ist eine einjährige Pflanze, die jährlich erneut ausgebracht werden muss. Der ausdauernde Baumspinat hingegen ( Fagopyrum cymosum) ist eine mehrjährige Pflanze. Sie sind sich in sehr ähnlich, sollten aber dennoch nicht miteinander verwechselt werden.

Wie schmeckt Baumspinat?

Der Geschmack ist dem des normalen Spinats ähnlich. Je „älter“ die Blätter werden, desto mehr ist ein säuerlicher Geschmack zu verzeichnen.

Was gesund ist Baumspinat?

Wird der Baumspinat warm zubereitet, handelt es sich um ein gesundes Blattgemüse, das ähnlich zubereitet wird wie Spinat oder Mangold. Roh sollte man nur zu den jungen Blättern und Trieben greifen. Je älter sie werden, desto höher wird der Anteil von Saponinen und Oxalsäure. Durch das Garen wird dieser Anteil reduziert bzw. vollkommen eliminiert. Somit erhält man eine gesunde Abwechslung zum Spinat und Mangold.

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