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Borretsch

Borretsch: Das einjährige Kraut gehört zur Pflanzenfamilie der Raublattgewächse (Boraginaceae). Gerne wird diese Pflanze auch als Gurkenkraut bezeichnet. Da die Blätter des Borretschs den Geschmack als auch das Aussehen von Gurken besitzen.

Wird der lateinische Name Borago officinalis übersetzt, dann bedeutet das raues Gewebe. Diesen Namen hat der Borretsch seinen haarigen und rauen  Blättern zu verdanken.

Volkstümlicher NameGurkenkraut oder Himmelsstern
Botanischer NameBorago officinalis
PflanzenfamilieRaublattgewächse (Boraginaceae)
Blütenfarbejunge hellrosa Blüten, die sich blau färben
BlütenformEinzelblüte
Blattfarbesattes Grün
Blattformoval
Aussaatzeit / PflanzzeitApril bis Juni
BlütezeitMai bis September
Erntezeitdas ganze Jahr über
Wuchseigenschaftenaufrecht, horstbildend
Winterhärtenicht winterhart
Standortsonnig und windgeschützt
Lichtgute Lichtverhältnisse
Bodenartsandig bis tonig
Bodenfeuchtefeucht halten
ph-Wertalkalisch bis sauer
Kalkverträglichkeitmäßiger Kalkbedarf
Nährstoffbedarfmäßiger Nährstoffbedarf, mulchen mit Grasschnitt ist empfehlenswert
Gute NachbarnSalbei, Frauenmantel, Malve, Sonnenhut, Zitronenmelisse, Pfefferminz
Quick Pflege Tippsbei der Topfkultivierung ist darauf zu achten, dass die Töpfe eine ausreichende Größe besitzen
Wichtigste InhaltsstoffeSaponin, Harz, Gerbstoffe, ätherische Öle, Kieselsäure, Kaliumnitrat, Vitamin C
AnwendungsgebieteKüchen- und Heilkraut
Verwendung als HeilkrautHusten, Hautunreinheiten, Hautjucken
Verwendung als GewürzkrautSalate, Saucen, Aufstriche, Kräuterbutter, Quarzgerichte, Fisch

Die Herkunft des  Borretschs und seine Geschichte

Diese Pflanze hat ihren Ursprung  im Mittelmeerraum gefunden. Dort wurde es im achten Jahrhundert nach Spanien und auf das europäische Festland gebracht. Es waren die Araber, die diese Pflanze mitgebracht haben. Auch heute wird der Borretsch noch gerne verwendet und findet sich in Natur- und Bauerngarten wieder. Auf nährstoffreichen Wiesen ist er in seiner wilden Form noch zu finden.

Die Ernährungswerte des Borretschs und seine positive Auswirkungen auf die Gesundheit

Borretsch beinhaltet viele wertvolle Inhaltsstoffe, dazu zählen: Saponin, Harz, Gerbstoffe, ätherische Öle, Kieselsäure, Kaliumnitrat und Vitamin C. So verfehlt er bei diversen Haut- und  Lungenerkrankungen seine Wirkung nicht.

Erscheinungsbild und Merkmale des Borretschs

Wuchs: Die einjährige Pflanze kann eine Höhe von 60 bis 100 cm erreichen. Sie wächst aufrecht und macht durch ihren breiten Horst auf sich aufmerksam. Im Laufe ihrer kurzen Lebenszeit bilden diese Pflanzen fleischige und stark verzweigte Wurzeln, die eine hell bis mittelbraune Farbe aufweisen. Innen haben diese Wurzeln eine weiße Färbung.

Der Stängel des Borretschs wächst aufrecht und im Stängel ist Wasser enthalten. Der Stängel sowie die Blätter weisen kleine steife Haare auf. Da diese Pflanze zu den Raublattgewächsen gehört und diese durch ihre haarigen und rauen Blätter bekannt sind.

Blätter: Die Blätter dieser Pflanzen sind wechselständig angeordnet. Sie sind haarig und rau. Bei einer Pflanze im ausgewachsenen Zustand sind die Blätter leicht stachelig. Bei den Blättern handelt es sich um fleischige Blätter, die eine ovale Formgebung besitzen. Die Farbe der Blätter ist im satten Grün gehalten. Der leichte Geruch und Geschmack nach Gurken haben die Blätter ihren ätherischen Ölen zu verdanken. Daher der Beiname Gurkenkraut.

Blüten: In der Blütezeit von Mai bis September sind die Blüten sehr gut zu erkennen. Es sind strahlend blaue Blüten. Die Blütenfarbe reicht von Blau bis ins Violette. Von der Form erinnern die Blüten an Sterne. Daher der Name Himmelsstern. Der Borretsch tut es dem Chamäleon gleich, er kann seine Blütenfarbe verändern. Junge Blüten besitzen eine rosafarbene Färbung.

Erst wenn die Blüte des Borretschs ausgewachsen ist, erstrahlt sie in einem intensiven Blau. Das ist aus folgendem Grund möglich, die pH-Werte ändern sich während der Entwicklung der Blüten. Je nach pH- Wert des Zellsaftes ändert sich der Blütenfarbstoff.

Eine Blüte setzt sich aus fünf grün gefärbten Kelchblättern, fünf violetten Staubblättern und fünf blauen Kornblättern zusammen. Die Staubgefäße zeigen sich in dunkelblau. Da der Borretsch den Geruch von Gurken aufweist, werden dadurch in der Blütezeit von Mai bis September ausreichend Insekten angelockt. Gerade Bienen können diesem Duft nicht widerstehen.

Borretsch
Borretsch

Das ist beim Anbau zu beachten

Sobald kein Nachtfrost mehr vorherrscht, kann der Borretsch ins Freie gepflanzt werden. Wird diese Pflanze kultiviert, sollte der Topf hierfür einen größeren Durchmesser aufweisen. Da sie einen sehr buschigen Wuchs aufweist. 

Auch beim Auspflanzen in den Garten muss das buschige Wachstum berücksichtigt werden und ein Abstand zwischen den Pflanzen, der bei 30 bis 35 cm liegt, sollte berücksichtigt werden.

Welcher Standort ist der richtige für den Borretsch?

Damit das Gedeihen des  Borretschs vorangetrieben wird, ist ein sonniger Standort in milder Lage genau der richtige. Ein warmer Platz an der Sonne lässt diese Pflanze sprießen, vorausgesetzt der Standort ist windgeschützt. Auf das regelmäßige Gießen darf dabei nicht vergessen werden, schließlich darf die Erde bei dieser Pflanze nie trocken sein. Dennoch sollte ein guter Wasserabzug sichergestellt sein.

Der richtige Boden für den Borretsch?

Der Boden für den Borretsch darf locker, kalkhaltig und feucht beschaffen sein. Der pH-Wert des Bodens darf zwischen 6,5 und 7,5 liegen. Ein sandiger und lehmiger Boden ist für dieses Kraut bestens geeignet. Ist der Boden nur gering durchlässig, sollte er mit Quarzsand gemischt werden. Zeigt sich der Boden zu nährstoffreich oder zu überdüngt, so ist er für den Borretsch nicht geeignet.

Borretsch aussäen und pflanzen

Die Aussaat im Freiland

Die Vermehrung erfolgt vorrangig über die Aussaat und kann grundsätzlich das ganze Jahr über durchgeführt werden. Wer direkt im Freiland säen möchte, dafür sind die Monate April bis Juni bestimmt.

Der Borretsch darf sich zu den Dunkelkeimern zählen, das heißt, die Saat muss mit ausreichend Erde bedeckt werden. Zudem darf der Abstand beim Aussäen berücksichtigt werden, er sollte bei  45 cm liegen. Denn die Luftzirkulation zwischen den Pflanzen muss sichergestellt sein. Steht der Borretsch zu eng, ist die Gefahr gegeben, dass er an Mehltau erkrankt.

Auch die Gefahr des Wucherns ist bei dieser Pflanze gegeben. Wer lange die jungen Blätter des Borretschs ernten möchte, der sollte in den Sommermonaten nach säen. Es gilt beim Borretsch zu sagen, dass er leicht samt. Das heißt, ist diese Pflanze im Garten bereits heimisch, so kommt sie in der Regel von alleine wieder.

Die Topfkultivierung

Bei der Topfkultivierung ist es wichtig darauf zu achten, dass die Töpfe eine ordentliche Größe und Tiefe besitzen. Da der Borretsch starke Wurzeln entwickelt. Es handelt sich dabei um Pfahlwurzeln, die  stark ausgeprägte Ausläufer besitzen.

Geeignet für die Topfkultivierung sind kleine Gewächshäuser. Sie finden ihren Platz auf der Fensterbank und so wird der Borretsch zum Keimen gebracht. Diese Pflanze ist nicht frostbeständig und daher nicht winterhart.

Die Pflege des Borretschs

Das Gießen

Diese Pflanze ist für seinen vermehrten Wasserbedarf bekannt. Stehen dem Borretsch größere und längere Trockenphasen bevor, reagiert er empfindlich darauf. Darum sollte das Erdreich, indem er steht, nie vollständig ausgetrocknet sein. An heißen Sommertagen darf der Borretsch mehrmals gegossen werden.

Das Düngen

Ist das Erdreich von guter Qualität, so reicht es aus, wenn der Boden im Frühling gedüngt wird. Das sollte vor der Kultivierung geschehen.

Der Borretsch im Topf sollte unter dem Jahr mehrmals eine kleine Dünger Abgabe erfahren. Dafür werden Kräuterdünger verwendet, die auf organomineralischer Basis aufgebaut sind. Es ist empfehlenswert, die Pflanze mit Grasschnitt zu mulchen.

Krankheiten und Schädlinge beim Borretsch

Es sind die grünen und schwarzen Blattläuse, die als Schädlinge dieser Pflanze gelten. In der Regel befallen diese Läuse den Borretsch in großer Zahl. Bei den Krankheiten ist es der Mehltau, von dem dieses Kraut befallen werden kann, meist liegt das daran, dass der Pflanzabstand nicht eingehalten wird.

Hat der Borretsch kleine braune Flecken auf seinen Blättern, dann ist das ein Anzeichen auf Rostpilz.

Ist der Borretsch kompatibel mit anderen Pflanzen?

Durchaus! Daher ist er ein gern gesehener Gast im Obst- und Gemüsegärten. Der Boretsch und die Stachelbeere stehen für die gegenseitige Stimulierung ein. Wird dieses Kraut im Gartenbeet gepflanzt, eignen sich Gurken, Erdbeeren, Kohl und Zucchini dafür sehr gut.

Im Blumenbeet zeigt sich der Borretsch mit Salbei, Frauenmantel, Malve, Sonnenhut, Zitronenmelisse und Pfefferminz kompatibel.

Wann darf der Borretsch  abgeerntet werden?

Der Borretsch kann eigentlich das ganze Jahr über geerntet werden. Aber in den Sommermonaten sind die Blätter dieses Strauches wohl am aromatischsten. Dieses Kraut kann frisch geerntet werden, aber auch eine Trocknung ist gut möglich.

Ab Mai sind die fleischigen Blätter, die eine Behaarung aufweisen, für die Ernte bereit. Die Würzkraft ist das ganze Jahr über gegeben. Die jungen Blätter dieser Pflanze sind dabei die besten.

Von Ende Mai bis Anfang September ist es an der Zeit, die Blüten zu ernten, denn in diesem Zeitraum erstrahlen sie in ihrer vollen Pracht. Anfangs im zarten Rosa, im Lauf der Blütezeit verfärben sich die Blüten in ein  strahlendes Blau.

Auf die richtige Aufbewahrung und Konservierung  ist zu achten

Der Borretsch frisch

Dafür eignen sich die jungen Blätter besonders gut, sie tragen das Aroma der Gurkenpflanze in sich.

Der Borretsch zum Trocknen

Bei dieser Methode werden die Triebe abgeschnitten und kopfüber gebündelt an einem trockenen und luftigen Platz gehängt. Sobald das Kraut getrocknet ist, werden die Blätter als auch die Blüten entfernt und in eine verschließbare Dose gegeben. Im getrockneten Zustand verliert der Borretsch aber schnell sein Aroma.

Der Borretsch zum Einlegen

Dafür werden einzelne Stängel mit Blättern verwendet. Sie werden in eine verschließbare Flasche gegeben. Die Flasche wird in Folge mit Speiseöl und Essig aufgefüllt, sodass die einzelnen Stängel mit der Flüssigkeit bedeckt sind und ihr Aroma entfalten können. Die Blüten verlieren dabei ihre Farbe.

Das Borretschöl

Die aromatisch säuerliche Note von diesem Öl ist sehr begehrt. Dabei werden die Samen der Borretsch Pflanze kalt gepresst. Das Borretsch Samenöl ist meist schwer zu erhalten und hat seinen Preis.

Borretsch-Öl
Borretschöl

Der Borretsch und seine Verwendung

Der Borretsch in der Küche

Der Borretsch ist das ideale Würzmittel. Die jungen Blätter verfeinern Salate, Soßen sowie Fischgerichte. Die legendäre Frankfurter Grüne Soße kommt nicht ohne dieses Kraut aus. Dass das Gurkenkraut zum Gurkensalat passt, ist kein Geheimnis.

Der Borretsch verleiht dem Gurkensalat eine feine Frische und der intensive Geschmack der Gurke kann sich somit noch besser entfalten. Gerne kommt der Borretsch dabei mit dem Gartenkraut Dill zum Einsatz. Auch in Quark- und Frischkäsespeisen machen sich diese zwei Kräuter immer gut.

Gekocht sollte der Borretsch nicht werden, da er dadurch sein Aroma verliert. Wer dieses Kraut dennoch für Saucen verwenden möchte, sollte darauf achten, dass die Saucen nur dahin köcheln.

Der Borretsch und seine Wirkung als Heilkraut

Borretsch spielte in der Naturheilkunde immer eine sehr wichtige Rolle. Da diese Pflanze juckreizmindernd, entzündungshemmend und immunstärkend ist. Sie hat sich seit jeher als Hustenmittel bewährt, da sie auch als schleimlösend gilt.

Für folgende Heilzwecke kommt das Kraut noch immer gerne zur Anwendung: Hautbeschwerden jeglicher Art, insbesondere bei Neurodermitis. Die trockene und schuppende Haut erfährt dadurch Abhilfe.

Der Borretsch und seine Nutzung als Schädlingsabwehr

Borretsch wird gerne als Gründünger verwendet. Da dieses Kraut mit keiner anderen Pflanze im Gemüsegarten in Verbindung steht und daher keine Krankheiten übertragen kann. In den Samen des Borretschs sind nahrhafte kleine Eiweißkugeln untergebracht. Diese Kugeln werden von den Ameisen gesammelt.

Die Gefahren des Borretschs

Wird zu viel von diesem Kraut konsumiert, kann sich das toxisch auf die Leber auswirken. Die giftigen Alkaloide tragen daran die Schuld. Laut Angaben des Bundesinstituts ist daher ein regelmäßiger Konsum des Krautes nicht empfehlenswert. Gegen einen gelegentlichen Verzehr gibt es nichts einzuwenden, dieser ist unbedenklich.

Borretsch kaufen /bestellen – Aber wo?

In Pflanzencentern und Fachmärkten, die sich auf Kräuter spezialisiert haben, gibt  es den Borretsch als frische Pflanze zu kaufen. Auf Pflanzenmärkten kann man ihn auch erstehen. Kräftige Sproßachsen sowie  saftig grüne Blätter deuten auf eine gesunde Pflanze hin. Wird an den Blättern gerieben, entfaltet sich das intensive Gurkenaroma.

Saatguthersteller bieten die Samen des Borretschs zum Kauf an. Spezielle Online Shops haben auch Samen zum Verkauf vorrätig. Das Saatgut vom Borretsch ist aber durchaus selten erhältlich.

Passende Produkte

Passende Produkte rund um diese Pflanze gibt es viele. Legendär ist dabei das kaltgepresste Borretschöl (in diesem Artikel zeigen wir, wie man Kräuteröl selbst macht). Aber auch Borretschöl Kapseln sind sehr beliebt. Gefolgt vom Borago Officinalis Tee.

Wichtige Fragen zum  Borretsch

Wo gedeiht der Borretsch besonders gut?

Wenn er den richtigen Platz an der Sonne hat und der Boden eine ausreichende Wasserversorgung bietet.

Ist die Kultivierung in Töpfen möglich?

Durchaus! Es sollte nur darauf geachtet werden, dass dafür Töpfe verwendet werden, die eine ausreichende Größe und Tiefe besitzen, da diese Pflanze im Stande ist starke Wurzeln zu bilden.

Gibt es beim Kauf etwas zu beachten?

Beim Kauf der Pflanze ist die richtige botanische Bezeichnung von Bedeutung. Da der Borago officinalis dem Borago laxiflora vom Aussehen sehr ähnlich ist. Auch die Blätter des Borago laxiflora weisen ein Aroma auf, aber dieses ist nicht so stark wie beim Borago officinalis – Dem klassischen Borretsch.

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