Brennholz richtig lagern

Brennholz richtig lagern

Der eigene Kamin oder Ofen – was früher eine Selbstverständlichkeit gewesen ist, und dann von der bequemen Lösung der Heizung weitestgehend vertrieben worden war, kehrt heute als Luxus zurück. Und kaum jemand, der ein eigenes Haus besitzt, verzichtet freiwillig auf die Möglichkeit, sich behagliche und besonders angenehme Wärme zu schaffen, indem er neben der Heizung auch noch einen Ofen für Holz betreibt. Dazu kommt die Möglichkeit, manche Heizungen mit Holz zu befeuern, ohne auf die Bequemlichkeit von Gas oder Öl ganz zu verzichten.

Wir wollen uns heute hier mit dem Problem des Einlagerns von Brennholz beschäftigen. Denn nur, wenn dieses perfekt gelagert und getrocknet ist, kann man die behagliche Wärme voll und ganz genießen.

  • Welches Holz sollte man einlagern?
  • Wie lange muss es liegen?
  • Was ist bei der Lagerung von Holz zu beachten?
  • Was sind die Nachteile von feuchtem Holz?

Das Brennholz liefern lassen

Das Brennholz kann ganz verschieden gekauft werden. Zum einen können fertige Scheite angeliefert werden, die – je nach Sorte – allerdings recht teuer sind, da sie bereits geschnitten und gespalten wurden. Die zweite Möglichkeit ist, sich Stammholz liefern zu lassen, und es selbst zu schneiden und zu spalten (siehe dazu Spaltaxt Test und Sägebock). Dies ist natürlich nur möglich, wenn der Platz entsprechend da ist und man ausgerüstet ist, diese Arbeiten durchzuführen.

Hinweis: Der Kauf von fertigem Kaminholz ist im Frühling oder Frühsommer am preiswertesten, Stammholz kauft man am besten mit direkter Lieferung vom Wald aus im Winter.

Die perfekte Lagerung

Wie auch immer das Kaminholz nun zu Scheiten verarbeitet worden ist – ob selbst oder gleich entsprechend geliefert – nun geht es an die Lagerung. Und für diese ist es vor allem entscheidend, dass der Standort stimmt.

Am besten trocknet das Holz, wenn es gut durchlüftet wird. Das ist ideal gewährleistet, wenn die Holzstücke einfach geschüttet auf einen Haufen liegen, da es so die wenigsten Berührungspunkte gibt. Allerdings hat nicht jeder dazu den Platz.

Daher wird platzsparendes Stapeln meist vorgezogen. Dafür suchst du dir am besten eine Wand, an der der Holzstapel geschützt liegen kann. Allerdings sollte zur Wand an sich ein Spalt bleiben, um auch hier die Hinterlüftung zu gewährleisten.

Eine andere Variante ist das Bauen eines Meilers, auch bekannt als Holzmiete. Wie man dies macht, findest du weiter unten in unserem Artikel.

Tipp: Um das Holz geschüttet lagern zu können, eignen sich Gitterboxen, die aber viel Platz wegnehmen. Daher ist es eine gute Variante, wenn diese gleich als Hecke/Zaun zum Nachbarn verwendet werden können, und somit zwei Zwecken dienlich sind.

Ein ungefährlicher Holzstapel

Wird das Holz an einer Wand aufgestapelt, sollte dies so geschehen, dass hinter der Holzmauer noch Luft zirkulieren kann. Außerdem liegt der Stapel am besten so, dass die Sonne dorthin scheinen kann, aber das Wetter, besonders die Niederschläge, wenig Angriffsfläche haben. Ein Dachvorsprung ist daher ideal.

Beim Stapeln solltest du darauf achten, dass die Holzwand stabil ist bzw. gesichert wird, da ein Umstürzen des Holzes sehr gefährlich werden kann. Auch sollten möglichst viele Spälte bleiben, durch die der Wind für eine bessere Trocknung gleiten kann.

Hast du kein überstehendes Dach, welches für die Trocknung fungieren kann, dann solltest du einen kleinen Schutz in Form eines Daches bauen. Dazu reicht ein kleines Blech- oder Kunststoffdach, welches keine großen Anforderungen erfüllen muss, sondern lediglich die Niederschläge vom Holz abhalten soll.

Außerdem solltest du ab und an nachschauen, dass sich kein Ungeziefer im Holz heimisch fühlt. In einem solchen Fall muss es unbedingt so schnell wie möglich verbrannt werden. Denn es ist nicht nur unangenehm, wenn man sich die Tierchen mit dem Holz ins Haus holt, es sorgt auch dafür, dass das Holz verdirbt und verfault.

Tipp: Jede zweite Schichte beim Aufstapeln sollten am Ende die Scheite andersherum, also quer zum Haufen, aufgelegt werden. Das bringt Stabilität und verhindert, dass das Holz vom Stapel seitlich herunterrutscht.

Einen Holzmeiler bauen

Einen Holzmeiler, auch Holzmiete genannt, kann man sich sehr gut auf einer freien Fläche bauen, um die Brennholzscheite gut unterzubringen und bis zur Heizsaison einzulagern. Dazu sieht es noch schön aus, wenn es denn perfekt gemacht ist, und ist noch dazu sicherer als eine Holzwand, die unter Umständen kippen kann.

Prinzipiell gilt: je größer die Holzmiete, umso sicherer steht sie. Experten raten zu einem Durchmesser von drei Metern. In der Höhe solltest du sie so errichten, dass du alles gut erreichen kannst. Die Mitte wird mit losem Holz vollgeworfen, was dazu führt, dass dieses gut durchlüftet liegt und einfach trocknet.

Grundlage ist eine gerade Fläche. Um mit einer Art Zirkel eine kreisrunde Linie zu ziehen, kannst du einen Schraubenzieher in die Mitte stechen, an der ein radiuslanger Strick befestigt ist. Mit diesem „zeichnest“ du dir an, wo die Wand des Meilers entlanggehen soll.

Wenn du möchtest, kannst du als Unterlage eine Folie benutzen. Diese muss jedoch durchlöchert werden, damit sich kein Wasser sammelt. Dann werden die Holzscheite vom gezeichneten Ring aus Richtung Mitte im Kreis gelegt, und zwar zwei Kreise ineinander. Mit längeren Holzscheiten werden ab und an die beiden Kreise verbunden, denn das bringt Stabilität. Die Wände, die so kreisrund entstehen, sollen sich dabei etwas nach innen neigen.

Während des Stapelns wird die Mitte des Meilers mit Scheiten vollgeworfen. Wenn die Miete hoch genug geworden ist, kannst du aus Holzscheiten ein Dach konstruieren, indem du Scheite auf die äußere Wand so auflegst, dass sie etwas nach außen überstehen, und dann immer weiter ein Kreis nach innen aufgeschichtet wird, der in Art einer Schindeldeckung aufgelegt wird. So kann das Wasser gut ablaufen.

Tipp: Einen Versuch ist es allemal wert, zumal solch eine Holzmiete wunderschön aussieht, wenn sie gekonnt gestapelt ist. Vielleicht wird sie beim ersten Mal nicht so schön gleichmäßig werden, aber das ist eine Übungssache.

Welches Holz eignet sich am besten und wie lange muss es liegen?

Prinzipiell kann man natürlich jedes Holz als Brennholz verwenden. Wichtigstes Kriterium ist aber, dass es gut trocken ist, da feuchtes Holz nicht nur einen schlechten Brennwert hat, sondern sogar gefährlich werden kann, da es zum sogenannten Glanzruß und zu Rußbrand führen kann. Wie lange Holz lagert, bis es gut trocken ist, hängt von vielen Faktoren ab, auch von der Sorte. Weiterhin natürlich vom Standort der Lagerung und der Dicke der Scheite.

Frisch geschlagenes Holz hat üblicherweise einen Feuchtigkeitsanteil von rund 50%. Zum Verbrennen sollte es möglichst einen Feuchtigkeitsanteil von unter 20% haben.

Das Holz muss zum Trocknen immer gespalten sein, da es sonst von innen her zu faulen beginnt. Weichhölzer, wie wir sie hierzulande reichlich in den Wäldern finden, wie Tanne, Fichte oder Kiefer, trocknen sehr schnell. Ebenso die Birke. Diese Hölzer müssen meist nur eine Saison liegen, also im Winter geschlagen, können sie schon im kommenden Winter verfeuert werden. Anders sieht es mit Obstgehölzen und Harthölzern wie Buche oder Eiche aus. Sie müssen meist mindestens zwei Jahre trocknen.

Ein Feuchtigkeitsmesser, wie er im Baumarkt für rund 20 Euro erhältlich ist, zeigt dir, wie es um die Feuchtigkeit des Holzes bestellt ist. Zwar braucht Hartholz länger, aber dafür hat es auch einen wesentlich höheren Heizwert, weshalb es aber auch teurer verkauft wird.

Tipp: Es ist übrigens ein Irrglaube, dass das Holz immer besser wird, je länger es liegt. Experten gehen davon aus, dass eine Lagerung über sieben Jahre den Heizwert wieder verschlechtert.

Fazit

Brennholz einzulagern ist eine tolle Sache, und hilft, mit heimischen Hölzern eine behagliche Wärme zu schaffen. Zudem sehen die aufgestapelten Scheite im Sommer schön aus. Allerdings muss einiges beachtet werden: so die Stabilität der Holzhaufen, die Länge der Lagerung je nach Holzart, und dass sich kein Ungeziefer im Holz ansiedelt.

FAQ

Welches Holz kann als Brennholz eingelagert werden?

Prinzipiell ist jedes Holz als Brennholz geeignet. Allerdings ist Hartholz besser vom Heizwert her, muss aber länger trocknen und ist teurer.

Wie kann man Brennholz trocknen?

Das Holz wird immer gespalten getrocknet, wobei es meist zuvor schon auf Länge geschnitten wird (ca. 30 cm zum für einen üblichen Ofen ideal). Dann kann es als Haufen aufgeschüttet liegen bleiben, oder als Wand aufgestapelt werden bzw. man baut eine Holzmiete. Hauptsache bleibt, dass durch gute Durchlüftung die Trocknung begünstigt wird und auch der Standort muss passen. Die Sonne sollte ungehindert auf das Holz scheinen können, und Niederschläge müssen abgehalten werden.

Wie lange muss das Brennholz trocknen?

Viel wichtiger als die Zeit ist das Ergebnis: mit einem Feuchtigkeitsmesser kannst du prüfen, wie weit die Feuchtigkeit schon entwichen ist. Sie sollte nicht mehr als 20% betragen, damit das Holz verfeuert werden kann. In der Regel dauert das bei Weichholz ca. ein Jahr, bei Hartholz etwa die doppelte Zeit.

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