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Brennnesseln – so werdet ihr die lästigen Pflanzen los

Die Brennnessel ist sicher die ungeliebteste Pflanze  in deutschen Gärten. Schon eine flüchtige Berührung reicht und die feinen Nesselhaare an den Blättern brechen und bohren sich in die Haut, in die sie ähnlich einer Injektionsnadel ihr ameisensäurehaltiges Gift hinein spritzen.

Jeder kennt die schmerzenden, juckenden Quaddeln, die sich sofort danach auf der Haut bilden. Eigentlich will sich die Brennnessel damit vor Fressfeinden schützen, doch allzu oft erwischt es auch spielende Kinder, Spaziergänger oder Hobbygärtner.

Die Brennnessel ist allerdings nicht nur eine besonders wehrhafte Pflanze, sie ist auch ein sehr hartnäckiges Gewächs, das sich sehr schnell ausbreitet.

Mit diesen Mitteln könnt ihr die Brennnesseln bekämpfen

Am besten handelt ihr sofort, wenn ihr eine Brennnessel in eurem Garten seht. Reisst die Pflanze aus und entfernt sie mitsamt der Wurzel. Bei einzelnen Pflanzen leistet ein Löwenzahnstecher hier gute Dienste.

Wichtig ist, dass ihr die ganze Wurzel entfernt, denn die Brennnesseln vermehren sich unterirdisch und können in kürzester Zeit große Flächen bewachsen und dort alle anderen Pflanzen verdrängen. Ist das bereits der Fall, solltet ihr die Brennnesseln mit einer Motorsense abmähen und danach das gesamte Wurzelwerk ausgraben.

Alternativ könnt ihr die Nesseln auch regelmäßig abmähen und sehr kurz halten, irgendwann sterben die Pflanzen dadurch ab, aber das kann bis zu zwei Jahre dauern. Allerdings spart ihr euch so bei wirklich großen Flächen das sehr anstrengende Ausgraben des Wurzelwerks, das sehr weit verzweigt und teilweise auch sehr tief im Boden ist. Entscheidet ihr euch dennoch für das Ausgraben, solltet ihr einen feuchten und nicht zu heißen Tag wählen. Der Boden ist dann meist etwas lockerer und das Graben geht leichter von der Hand.

Ganz wichtig ist die richtige Arbeitskleidung. Ihr solltet auf jeden Fall lange Hosen und ein langärmeliges Oberteil tragen, beides sollte aus festem, dicken Stoff sein, da die Brennhaare auch dünne Stoffe durchdringen können. Das gilt auch für die Wahl der unbedingt erforderlichen Gartenhandschuhe: durch einfache dünne Handschuhe dringen die Brennnesseln problemlos durch und eure Hände werden in kurzer Zeit mit schmerzenden Blasen übersät sein.

Brennnesseln bekämpfen auf einen Blick:

  • Einzelne Pflanzen ausreißen und Wurzeln entfernen
  • Größere Flächen abmähen und Wurzelwerk ausgraben
  • Alternativ größere Flächen kontinuierlich mulchen oder mähen und sehr kurz halten. Mit der Zeit sterben die Pflanzen ab

Geht es nicht auch einfacher mit Gift?

Im Handel gibt es einige Unkrautvernichter, die auch gegen Brennnesseln wirken. Dabei solltet ihr aber immer darauf achten, dass das Gift nicht auf benachbarte Zier-oder gar Nutzpflanzen verteilt wird. Für die Umwelt, die die Brennnessel im Gegensatz zu uns nicht als schädliches Unkraut ansieht, ist die manuelle Entfernung auf jeden Fall wesentlich schonender und wer Kinder oder Haustiere hat, die sich im Garten aufhalten, sollte sowieso auf den Einsatz von Giften verzichten.

Achtung: In einem Nutzgarten sind Brennnesseln sehr ärgerlich. Vor allem, wenn du Obst, Gemüse und Kräuter im Garten anbaust, solltest du jedoch auf den Einsatz von Gift verzichten, da es schnell auf die Nahrungsmittel übergehen kann.

Die Brennnessel hat auch gute Seiten

Auch wenn die Brennnessel unbestrittenerweise durch ihre schnelle und hartnäckige Verbreitung und die lästigen und schmerzhaften Brennhaare eher negativ auffällt, so hat sie doch auch viele gute Seiten. Junge Brennnesselblätter, die noch kein Nesselgift enthalten, sind ein sehr gesundes Gemüse, das zu einem schmackhaften Salat zubereitet werden kann.

Brennessel in der Küche
Brennessel in der Küche? Durchaus!

Auch Brennnesseltee, der ebenfalls aus jungen Blättern hergestellt wird, ist sehr gesund und enthält viele Vitamine.

Außerdem könnt ihr aus Brennnesseln einen hochwertigen Dünger herstellen und Brennnesseljauche ist ein wirksames, biologisches Pflanzenschutzmittel.

Nicht zuletzt hat die Brennnessel eine durchaus große und wichtige Bedeutung im Ökosystem, mehr als 100 heimische Tierarten, darunter die Raupen vieler Schmetterlinge, brauchen die Brennnessel zum Überleben. Wenn ihr ein Eckchen im Garten habt, wo ihr die Brennnesseln wachsen lassen könnt, tut ihr der Umwelt und eurer Gesundheit also durchaus einen Gefallen, allerdings müsst ihr aufpassen, dass sie sich nicht zu sehr vermehren.

Brennnesseljauche als Dünger und biologisches Pflanzenschutzmittel

Brennesseljauche ist ein hervorragender und hochwirksamer Biodünger, der viel Kalium und Stickstoff enthält. Die Herstellung des Biodüngers aus Brennnesseln ist denkbar einfach und nur mit wenig Arbeitsaufwand verbunden.

Du benötigst folgende Utensilien:

  • Ein wasserdichtes Gefäß mit einem Fassungsvermögen von etwa 15 Litern
  • 1 Kilogramm frische Brennnesseln oder etwa 200 Gramm getrocknete Brennnesseln. Die Nesseln müssen kleingeschnitten sein und sollten noch keine Blüten oder Samen tragen
  • 10 Liter Wasser, am besten abgestandenes Leitungswasser oder Regenwasser
  • Feste Handschuhe
  • Holzstab zum Umrühren

So einfach setzt du die Brennnesseljauche an:

  • Stelle das Gefäß an einen warmen, sonnigen Ort. Die Wärme beschleunigt die Gärung
  • Gebe die Brennesseln in den Eimer
  • Gieße die Pflanzenteile mit dem Wasser auf
  • Rühre die Mischung möglichst einmal täglich gut um, um die Sauerstoffzufuhr zu erhöhen

Der Gärungsprozess dauert etwa 2 bis 3 Wochen an. Während die Mischung gärt, bildet sich Schaum auf der Oberfläche. Ist kein Schaum mehr vorhanden, ist die Gärung abgeschlossen und die Brennnesseljauche ist fertig.

Brennnesseljauche ist alles andere als wohlriechend. Bei der Gärung entstehen starke Fäulnisgerüche, sodass du das Behältnis mit der Jauche möglichste weit vom Haus und der Terrasse entfernt aufstellen solltest. Eine Handvoll Steinmehl, die du beim Ansatz der Mischung hinzugibst, kann helfen, den Fäulnisgeruch in Grenzen zu halten.

Du wendest du die Brennsesseljauche an

Ist der Gärungsprozess beendet, musst du die festen Pflanzenteile aus der Brennesseljauche aussieben. Die fertige Jauche kannst du gut in Flaschen oder ähnlichen Behältnissen aufbewahren. Vor der Anwendung musst du die sehr wirksame Mischung im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnen. Bei jungen und empfindlichen Pflanzen musst du um das Doppelte verdünnen im Verhältnis 1:20. Zum Düngen von Rasen solltest du ein Verhältnis von 1:50 wählen

Achtung! Die Brennnesseljauche ist weniger gut geeignet zur Düngung von Knoblauch, Zwiebeln, Erdbeeren, Möhren, Erbsen und anderen Schwachzehrern

Mit der Brennesseljauche kannst du Pflanzen auch gegen Blattläuse und andere Schädlinge schützen. Dazu verdünnt du die Jauche im Verhältnis 1:10 mit Wasser und füllst sie in eine Sprühflasche. Mit dem Gemisch besprühst du die befallenen Pflanzen. Wiederhole die Prozedur einige Male, um alle Schädlinge zu erwischen.

Über eine Düngung mit Brennesseljauche freuen sich unter anderem

  • Rosen
  • Ziergehölze
  • Kartoffeln
  • Gurken
  • Kürbisse
  • Tomaten und Paprika
  • Viele Blumen wie Sonnenblumen und Geranien

Tipp: Achte darauf, dass das richtige Mischungsverhältnis einhältst und überdünge die Pflanzen nicht. Eine Überdüngung kann zu Verbrennungen der Pflanzen führen.

Was hilft wirklich gegen Brennnesseln?

Brennnesseln sind sehr hartnäckig und sie vermehren sich schnell über ihr unterirdisches und stark verzweigtes Wurzelsystem. Das macht es so schwierig, größere Flächen an Brennnesseln wirksam zu bekämpfen. Hast du Brennnesseln im Garten solltest du daher frühzeitig eingreifen und schon einzelne Pflanzen radikal bekämpfen. Dazu reicht es nicht, die Brennnesseln einfach nur abzumähen, sondern du musst vor allem die Wurzeln bekämpfen, denn sonst werden die Brennnesseln an anderer Stelle wieder sprießen.

Verbleiben Wurzelteile im Boden, wird die Brennnessel immer wieder austreiben. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass du bei Brennnesseln im Garten frühzeitig reagierst und die Pflanzen wirklich gründlich entfernst, fertig zu einer wuchernden Plage werden.

Bei einer einzelnen Pflanze kannst du dazu einen Löwenzahnstecher oder einen Spaten nutzen und die Brennnessel mitsamt aller Wurzelteile ausgraben. Bei größeren Flächen ist diese Arbeit jedoch sehr anstrengend und schweißtreibend. Hier solltest du zunächst mit einer Motorsense gründlichen mähen und danach den gesamten Boden umgraben und alle Wurzeln entfernen.

Vorsicht! Die Versuchung ist groß, sich die schweißtreibende Arbeit von einer Maschine abnehmen zu lassen. Nutzt du jedoch eine Bodenfräse oder ähnliches, um den Boden bei einem Brennessel-Befall umzupflügen, verschlimmert sich das Problem eher. Die langen Wurzelstränge werden durch die Fräse zerkleinert und im Boden verteilt, doch sie sterben nicht ab. Die lästigen und widerstandsfähigen Pflanzen werden nach der Prozedur wieder austreiben.

Tipps zur langfristigen Bekämpfung der Brennnesseln

Nicht immer ist es möglich, größere Flächen von Brennnesseln wirklich wirksam von allen Wurzeln zu befreien. Die Arbeit ist sehr anstrengend und bringt einiges an Verwüstung mit sich, da der gesamte Boden umgepflügt werden muss. Zum Glück stehen dir noch zwei Tricks zur Verfügung, für die du jedoch einen langen Atem mitbringen musst.

Du kannst die Brennnesseln entweder regelmäßig und in kurzen Abständen immer wieder abmähen und sehr kurz halten oder nach einmaligem Mähen mit einer dunklen Mulchfolie abdecken. In beiden Fällen werden die Pflanzen über kurz oder lang absterben. Es kann jedoch gut und gerne 1 bis 2 Jahre dauern, bis sich ein Erfolg zeigt. Diese Lösung ist langwierig und im Fall des regelmäßigen Abmähens arbeitsintensiv.

Nutzt du eine Mulchfolie, kommt es stark darauf an, wo sich der Brennnessel-Befall befindet, denn nicht überall im Garten möchte man für 1 bis 2 Jahre eine mit Mulchfolie abgedeckte Stelle haben. Für abgelegene Ecken im Garten ist diese Methode jedoch gut geeignet.

Alternativ könntest du die Brennnesseln dort stehen lassen, da sie im ökologischen Gleichgewicht durchaus eine große Rolle spielen. Du kannst die Pflanzen außerdem regelmäßig abmähen, um eine wirksame Brennnesseljauche zum Düngen und zur Schädlingsbekämpfung herzustellen.

Achtung! Gestehst Du der aus ökologischen Aspekten durchaus nützlichen Brennnessel ein Eckchen in deinem Garten zu, musst du sehr gründlich aufpassen, dass sie sich nicht in andere Teile des Gartens ausbreitet. Brennnesseln, die sich außerhalb des gewünschten Areals ansiedeln, musst du sofort und radikal bekämpfen. Außerdem solltest du die Brennnesseln immer vor der Blüte abmähen.

Brennessel im Garten
Brennessel im Garten: für manche ein Fluch, für viele ein Segen.

Brennnesseln mit Gift bekämpfen

Erst wenn gar nichts anderes mehr geht, solltest du ein Gift zur Bekämpfung der Brennesseln in Erwägung ziehen. Beim Einsatz eines Unkrautvernichtungsmittels achte unbedingt darauf, dass es biologisch abbaubar ist und dass es nicht bienenschädlich ist. Hast du Haustiere, solltest du außerdem darauf achten, dass den Tieren keinen Schaden zufügen kann.

Profi-Tipp: Wenn du die Brennnesseln abgemäht hast oder Wurzeln entfernt hast, darfst du die Teile nicht einfach auf den Kompost werfen. Die widerstandsfähigen Brennnesseln können sich dort wieder ansiedeln und in der Folge ausbreiten. Entsorge die Nesseln daher entweder im Biomüll, bringe sie zu einer öffentlichen Kompostieranlage oder trockne sie zunächst in der Sonne, bevor du sie entsorgst. Alternativ kannst du abgemähte Brennnesseln nutzen, um eine Brennesseljauche damit anzusetzen.

Verschiedene Methoden zur Bekämpfung von Brennnesseln

  • Zur Bekämpfung von Brennnesseln stehen dir die folgenden Methoden zur Verfügung:
  • Radikales Entfernen der Pflanzen und aller Wurzelteile
  • Regelmäßiges Abmähen, was die Pflanzen langfristig zum Absterben bringt
  • Abdecken mit einem dunklen Mulchvlies, um den Brennnesseln Licht und Luft zu entziehen. Bei dieser Methode kann es ein Jahr oder länger dauern bis die Pflanzen absterben
  • Unkrautvernichter einsetzen. In einigen Fällen lässt sich der Einsatz von Gift nicht vermeiden und die Brennnesseln ein für allemal loszuwerden. Achte immer auf ein biologisch abbaubares und bienenfreundliches Gift und schließe Gefahren für spielende Kinder und Haustiere aus
  • Mit einem Unkrautbrenner kann man die Wurzelteile komplett vernichten

FAQ – Fragen und Antworten rund um die Brennnesseln

Welche Pflanzen verdrängen Brennnesseln

Polsterbildende Bodendecker wie Storchenschnabel oder Efeu sind gut geeignet um Brennnesseln zu verdrängen. Vorbeugend kannst du sie sehr gut gegen Brennnesseln einsetzen. Hat die Brennnessel jedoch einmal Fuß gefasst, lässt sie sich nicht mehr wirklich verdrängen.

Welchen Nutzen haben Brennnesseln?

Im ökologischen Gleichgewicht spielen Brennnesseln durchaus eine große Rolle. Sie sind wichtig für einige Schmetterlingsarten wie zum Beispiel das Tagpfauenauge, deren Raupen sich nicht nur von den Blättern ernähren, sondern sich auch an der Unterseite der Brennnesselblätter verpuppen. Die Brennhaare der Nesseln stellen dabei einen natürlichen Schutz gegen Fressfeinde dar.

Sind Brennnesseln gesundheitsschädlich?

Brennnesseln sind alles andere als gesundheitsschädlich. Zwar ruft der Kontakt mit den Brennhaaren schmerzende und juckende Quaddeln auf der Haut hervor, doch auf der anderen Seite gilt die Brennnessel auch als Heilpflanze. Die ungeliebte Brennnessel enthält viel Vitamin C sowie entzündungshemmende und antibakterielle Wirkstoffe.

Wann sollten Brennesseln entfernt werden?

Brennnesseln vermehren sich zum einen unterirdisch durch ihre Rhizome und zum anderen durch Selbstaussaat. Brennnesseln solltest Du daher immer vor der Blütezeit im Frühjahr entfernen. Die Blütezeit dauert je nach Art von April bis in den Oktober hinein und über die Samen kann sich die Brennnessel auch in entlegenen Ecken des Gartens ansiedeln und dort über ihre Wurzelausläufer vermehren.

Was hilft gegen Brennnessel-Stiche?

Im Umgang mit Brennnesseln kommst du sehr schnell in Kontakt mit den unangenehmen Brennhaaren, die schmerzende und juckende Quaddeln auf der Haut hervorrufen. Am besten schützt du dich davor durch angemessene Kleidung wie lange Hosen, lange Ärmel sowie Handschuhe mit langen Stulpen und Gummistiefeln. Handschuhe sollten aus Leder, Gummi oder Latex bestehen, da herkömmliche Gartenhandschuhe die Brennhaare oftmals nicht abhalten.

Tipp: Auf länger vernachlässigten Grundstücken wachsen Brennnesseln teilweise mannshoch. Die Pflanzen können sogar eine Höhe von bis zu 3 Metern erreichen. Bei so großen Pflanzen schützt du dich am besten mit einem stabilen Einweg-Overall aus Kunststoff mit Kapuze. Die Augen schützt du mit einer Schutzbrille.

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