Clematis überwintern

Clematis überwintern

Die Clematis, auch unter dem Namen Waldrebe bekannt, ist eine kletternde, blühende Pflanze, die in vielen Gärten anzutreffen ist und zu den Hahnenfußgewächsen gehört. Hierzulande sind etwa 300 Arten bekannt, die auch in öffentlichen Gärten und Parks angepflanzt werden. Doch wer die blühenden Pflanzen im heimischen Garten hat, bekommt es im Winter mit dem Frostproblem zu tun.

Wir zeigen, was man tun kann, damit die Clematis die kalte Zeit unbeschadet übersteht, und auch im nächsten Jahr wieder schön blühen kann.

  • Ist eine Clematis winterhart?
  • Wie kann ich sie überwintern?
  • Wann ist die richtige Zeit für den Rückschnitt?
  • Kann ich die Pflanze ins Haus holen?

Sind Clematis winterhart?

Es gibt viele verschiedene Arten – einige davon sind für den Winter recht gut gerüstet. Wer sich die Pflanze neu kauft kann darauf achten, dass er ein frostresistentes Exemplar erwirbt. Doch das heißt nicht, dass es in unseren Regionen keines Winterschutzes bedarf.

Hilfreich ist schon der richtige Standort. Denn ein windgeschützter Platz, beispielsweise vor einer Mauer, hat viele Vorteile.

Andere Arten müssen in ein Winterquartier geholt werden. Dort sollten zwischen 0 und 12 Grad herrschen. Da die Clematis über den Winter die Blätter und Blüten abwirft, braucht sie kein Sonnenlicht.

Hinweis: Ob eine Clematis winterhart ist oder nicht, kann man wahrscheinlich nur herausfinden, wenn man anhand von Blättern und Blüten die Sorte bestimmt bzw. bestimmen lässt. Dazu ist das Internet hilfreich.

Die Clematis im Winterquartier

Wer die Clematis als Kübelpflanze hält, kann sie problemlos im Winter ins Haus holen. Dazu sollten bei mäßen Temperaturen Keller oder Garage herhalten.

Auf keinen Fall sollte im Winterhalbjahr gedüngt werden. Allerdings darf die Erde im Kübel nicht komplett austrocknen. Etwas Feuchtigkeit wird benötigt. Staunässe muss aber auf alle Fälle vermieden werden.

Nach den kalten Nächten kann die Pflanze wieder ins Freie. Dabei sollte man warten, bis es zuverlässig keine Fröste mehr gibt, oder sie noch ein paarmal über Nacht zurückholen. Erst nachdem die Pflanze wieder am Tageslicht steht, wird sie beschnitten. Dann kann sie neu durchtreiben und wird auch in der neuen Saison wieder ihre zahlreichen Blüten bilden. Für den Schnitt ist die richtige Zeit gekommen, wenn sich erste zarte Triebe zeigen.

Keinesfalls sollte die Clematis in der Wohnung überwintern. Denn die Pflanze braucht ihre Winterruhe, für die es im Haus viel zu warm ist.

Die meisten Clematis werfen in der kalten Jahreszeit ihr Laub ab. Aber es gibt einige wintergrüne Arten. Diese brauchen dann auch im Winterquartier ausreichend Licht.

Tipp: Eine Garage oder ein Schuppen, in denen die Temperaturen nicht unter den Gefrierpunkt fallen, sind ideale Winterquartiere. Auch ein nicht beheiztes Treppenhaus ist eine Möglichkeit.

Die Clematis im Freien

Handelt es sich um eine frostharte Clematis, kann sie draußen bleiben. Vor allem die Pflanzen, die nicht im Kübel, sondern im Freiland gehalten werden, müssen sich mit der frostigen Zeit arrangieren. Dabei ist es wichtig, dass die Pflanze einen entsprechenden Standort hat, wo sie windgeschützt steht. Dort wird sie mit Fichten-, oder anderem Nadelreisig abgedeckt, wobei der Wurzelballen gut geschützt werden sollte. Ähnliches ist auch mit einer Schilfrohrmatte möglich. Das Gleiche gilt auch, wenn eine Kübelpflanze im Freien überwintert wird. Eine gute Schicht Laub verhindert ebenfalls Frostschäden bis zu einem gewissen Grad.

So bildet sich eine schützende Schneeschicht, die starke Minustemperaturen abschirmt. Außerdem gelangt durch das Reisig weniger Wasser ins Erdreich, sodass die etwas fäulnisempfindlichen Wurzeln nicht zu viel Feuchtigkeit abbekommen.

Gegen frostigen Wind kann außerdem eine Strohmatte am Spalier befestigt werden. Sie ersetzt aber nicht den Wurzelschutz. Das gleiche gilt für das Umwickeln mit Jute oder Gartenvlies. Vermeiden sollte man einen Winterschutz aus Folie, weil die Pflanzen darunter schwitzen und faulen.

Ist die Pflanze nicht stark winterhart und steht aber in einer Region, in der das Thermometer stark unter Null fällt, sollte sie lieber im Herbst ausgegraben und wie eine Kübelpflanze überwintert werden. Im Frühjahr kommt sie dann wieder in die Erde, oder wird auf dauerhaften Kübelbetrieb umgestellt.

Tipp: Frosthart bedeutet nicht gleich frosthart. Ein Blick auf das Etikett zeigt, bis wie viel Grad Minus die Pflanze geeignet ist.

Eine Clematis im Kübel im Freien überwintern

Wer eine Kübelclematis hat und diese aber dennoch im Freien überwintern möchte, braucht ein paar spezielle Schutzmaßnahmen. Dazu zählt das Einpacken des Gefäßes mit Luftpolsterfolie. Es geht auch mit Jute oder Gartenvlies. Die Ranken müssen dabei jedoch auch geschützt werden, etwa mit atmungsaktivem Gartenvlies oder Stoff. Am besten steht der Topf an der Südwand eines Gebäudes, damit die Sonne die Wand aufwärmt und diese dann die Wärme wieder abgibt. Perfekter Weise steht der Topf dann auf einem Holzklotz oder weiterer Folie.

Gibt es im Laufe des Winters strengen Frost ohne Schnee, muss die Clematis an einem frostfreien Tag unbedingt gegossen werden, da sie sonst vertrocknet.

Der Rückschnitt der Clematis

Während üblicherweise immer davon gesprochen wurde, dass die Clematis geschnitten werden muss nach der Winterpause, wird das Thema inzwischen kontrovers diskutiert.

So sollten die zweimal bzw. dauerhaft blühenden Sorten nach der ersten Blüte leicht zurückgeschnitten werden, wobei nur die dürren Blütenstände und das darunter befindliche Blattpaar abgeschnitten wird.

Spätblühende Sorten sollten im Herbst geschnitten werden. Über den Winter darf die Pflanze nur noch etwa 30 cm hoch sein.

Wenn man auf den Rückschnitt verzichtet, wird die Pflanze mit der Zeit vergreisen. Sie bildet dann zwar lange Triebe, die aber dürre bleiben und weder Blätter noch Blüten hervorbringen. Das ist kein schöner Anblick und tut der Pflanze nicht gut.

Bei frisch gepflanzten Clematis muss der sogenannte Aufbauschnitt im Winter erfolgen. Dazu werden alle Ranken bis auf ca. 30 cm zurückgeschnitten. Erst dann kann sich die neue Pflanze im nächsten Jahr entsprechend verzweigen.

Tipp: Es gilt bei allen Sorten – Totholz muss an der Basis abgeschnitten werden.

Fazit

Beim Kauf einer Clematis (Waldrebe) sollte unbedingt auf die Frostbeständigkeit geachtet werden. Dabei heißt frosthart nicht, dass sie in allen Regionen ohne Frostschutz im Freien überlebt. Vielmehr muss im Freiland der entsprechende Schutz gewährleistet, oder die Pflanze sogar ins Haus geholt werden. Als Kübelpflanze kann die Clematis am besten überwintert werden, wobei nur ein frostfreier, kühler Raum zur Verfügung stehen muss.

FAQ

Sind alle Clematis winterhart?

Nein, es gibt Sorten, die gar nicht für die Freilandüberwinterung gedacht sind, und solche, die als frosthart gelten. Allerdings sind diese in der Regel auch nur für wenige Minusgrade geeignet, und sollten in rauen Gegenden dennoch im Haus überwintern.

Brauchen die Clematis einen Winterschutz?

Ja, die Clematis, die draußen überwintern, benötigen einen entsprechenden Winterschutz. Das kann Laub oder Reisig sein, oder auch Bast- bzw. Strohmatten. Wichtig ist, dass der Wurzelballen gut abgedeckt ist, und auch die Pflanze an sich geschützt wird, beispielsweise mit einer Vliesmatte, die am Kletterspalier angebracht wird.

Kann eine Clematis in der Wohnung überwintern?

Nein, das ist definitiv zu warm. Das richtige Winterquartier braucht nicht hell zu sein, da die Pflanze ihre Blätter und Blüten im Winter ohnehin verliert. Aber es sollten Temperaturen zwischen 0 und 12 Grad herrschen, also kühl und ohne Frost.

Wann ist die richtige Zeit für den Rückschnitt – vor oder nach der Winterruhe?

Abgesehen von einigen bestimmten Sorten, die für einen Herbstrückschnitt prädestiniert sind, sollte die Clematis dann geschnitten werden, wenn sie neu austreibt, also nach der Winterruhe.

Kann die Clematis auch im Kübel im Freien überwintern?

Ja, wenngleich dann ein paar wichtige Maßnahmen zu treffen sind. Unter anderem sollte der Topf an eine Wand geschützt gestellt werden. Zudem muss er auf einer frostsicheren Unterlage stehen, wie einem Holzstück beispielsweise, und sollte dick in Folie verpackt werden. Ganz wichtig: Fällt wenig Schnee, muss an frostfreien Tagen ab und zu gegossen werden.

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