Darum solltest du deine Tomatenpflanzen schütteln

Darum solltest du deine Tomatenpflanzen schütteln

Heute soll es uns um eine der beliebtesten Gemüsepflanzen der heimischen Gärten gehen: die Tomate. Die roten Früchte sind extrem vielseitig bei der Verwendung, und können beim Kochen ebenso wie roh leckere Mahlzeiten ergänzen. Daher wird die Pflanze gern angebaut, wobei sie wenig Platz benötigt.

Tomaten anbauen

In den letzten Jahren ist es mehr und mehr üblich geworden, auch auf Balkonen kleine Gemüsepflanzen zu ziehen, wofür sich die Tomate hervorragend eignet, da sie in Kübeln sehr gut gedeiht und nicht viel Platz in Anspruch nimmt. Schließlich wächst sie in die Höhe, und ein Strick oder ein Tomatenstab können auch auf dem Balkon angebracht werden.

Selbst auf Terrassen sind Tomaten beliebte Kübelpflanzen, die sogar noch mit ihren tiefgrünen Blättern und roten Früchten sehr dekorativ sind. Im Zusammenspiel mit Blumen und anderen Ziergewächsen ist die Tomatenpflanze ein Hingucker an Eingängen, auf Terrassen oder in anderen Bereichen, die mit Kübelpflanzen dekoriert sind.

Die Tomaten bestäuben

Die Tomatenpflanze wächst am Anfang des Sommers recht schnell. Die gelben Blüten werden in ganzen Büscheln an der Pflanze auftauchen, wenn sie einen sonnigen, aber nicht von oben nassen Standort bekommt.

Sie bestäuben sich von ganz allen, du brauchst dafür nichts weiter tun, als deiner Pflanze einen geeigneten Standort zu geben. Hummeln, Bienen und sogar der Wind erledigen das für dich. Doch all das ist in Gewächshäusern, Wintergärten oder auch an geschützten Stellen weniger bzw. gar nicht möglich. Durch das immer größer werdende Problem des Insektensterbens wird die Bestäubung überdies nicht mehr so umfangreich klappen, wie das noch vor wenigen Jahren der Fall war.

Hier kannst du aber mit einem ganz einfachen Trick nachhelfen: du schüttelst deine Tomatenpflanze. Bekannt ist, dass man manuell eine Bestäubung mit einem Pinsel erledigen kann, um den Blütenstaub zu verteilen. Aber so schwierig musst du es dir bei den Tomaten gar nicht machen. Wenn du die Pflanze kurz schüttelst, imitiert dies die Vibrationen, die durch den Besuch der Hummeln oder die Luftbewegungen des Windes entstehen.

Dafür brauchst du nur den Stängel der blühenden Tomatenpflanze mit den Fingern anfassen und ganz leicht hin und herrütteln. So lösen sich die Pollen von den Blütenspitzen und verteilen sich. Auf diesem Weg gelangen sie auf die Narbe – und die Blüte wird bestäubt.

Wenn du diesen Vorgang aller paar Tage wiederholst, wirst du einen spürbar höheren Ertrag haben. Übrigens: Die Luftfeuchtigkeit liegt dafür idealerweise zwischen 50 und 80%. Vielleicht kannst du dies im Gewächshaus entsprechend herbeiführen oder im Freien einen entsprechenden Tag abpassen. Denn liegt sie darunter, ist die Keimfähigkeit der Pollen herabgesetzt, liegt sie darüber, verklumpen die Pollen und können sich nicht verteilen. Zwar hat nicht jeder zu Hause eine Wetterstation, die die Luftfeuchtigkeit angibt, aber wenn du einen nicht zu heißen, aber auch nicht übermäßig nassen Tag wählst, wird es funktionieren.

Damit das Bestäuben mit den Insekten besser klappt, kannst du außerdem einiges tun: beispielsweise im Gewächshaus regelmäßig die Fenster und Türen öffnen, damit die Insekten einfliegen können, oder auch im Freien entsprechende Beipflanzen setzen, die die Bienen anlocken. Das sind beispielsweise Lavendel oder Basilikum, Katzenminze oder auch Duftnesseln. Wie bei allen anderen Pflanzen auch ist es ratsam, einen bunten Mix aus Pflanzen für eine große Artenvielfalt zu setzen. Das zieht die nützlichen Insekten in den Garten und sorgt für eine hohe natürliche Bestäubung.

Der richtige Zeitpunkt für das „künstliche“ Bestäuben

Wenn du die ersten Blüten an deiner Tomatenstaude entdeckst, ist die richtige Zeit gekommen, um beim Bestäuben nachzuhelfen. Das kannst du so lange machen, wie noch neue Blüten an der Tomate zu sehen sind. Von der Tageszeit her ist die beste Zeit in den späten Morgenstunden, weil die Pollen in den früheren Stunden noch verklebt sind, später am Tag aber die Narbe immer trockener wird und die Pollen nicht so gut daran kleben. Ideal ist die Zeit bis etwa zwei Tage nach dem Öffnen der Blüte.

Weitere Varianten der Bestäubung

Neben dem Bestäuben durch das Rütteln der Pflanze gibt es noch weitere Methoden, der Natur unter die Arme zu greifen. Da wäre zum Beispiel die Möglichkeit, mittels einer elektrischen Zahnbürste, die du knapp oberhalb der Blüte an den Stängel anlegst und kurz einschaltest, die Pollen dazu zu bewegen, dass sie auf die Narbe fallen. Bis sich Früchte gebildet haben, musst du diese Prozedur am besten täglich wiederholen, sodass sich dies nur eignet, wenn ein oder zwei Pflanzen zu bestäuben sind.

Auch Ventilatoren sind eine Möglichkeit, da sie den Wind imitieren. Ventilatoren gibt es viele verschiedene Arten, von Kleinraumventilatoren über hängende Ventilatoren bis hin zu Bodenventilatoren. Sie alle können für diese Maßnahme herangezogen werden.

Auch mit einem Pinsel, der möglichst aus natürlichen Borsten bestehen sollte, oder alternativ einem Wattestäbchen, können die Pollen abgesammelt werden, da sie sich in den Haaren festsetzen, wenn man darüber streicht. Dann fährst du damit über die Narbe und bringst die Pollen so dorthin, wo sie gebraucht werden.

Bestäubung einer Tomatenpflanze mit einem Pinsel
Bestäubung einer Tomatenpflanze mit einem Pinsel

FAQ

Warum sollte man die Tomatenpflanzen schütteln?

Durch das Rütteln der Pflanze wird die Bestäubung angekurbelt, wenn dies auf natürlichem Weg, beispielsweise durch mangelnde Insekten, nicht so umfangreich geschieht, wie dies für die Fruchtbildung nötig wäre.

Ist es schwierig, die Bestäubung „künstlich“ herbeizuführen?

Nein, allein schon durch das vorsichtige Schütteln der Pflanze mit zwei Fingern kann das erledigt werden. Auch gibt es weitere Varianten, wie das Aufstellen eines Ventilators oder das Übertragen der Pollen mit einem Pinsel. Welche Möglichkeit sich anbietet, kommt auf die Standortverhältnisse und die Menge der Pflanzen an.

Kann man die natürliche Bestäubung fördern?

Ja! Zum einen dadurch, dass du eine möglichst bunte Vielfalt in deinem Garten anpflanzt, sodass sich Insekten und andere Nützlinge wohl fühlen. Zum anderen musst du den geeigneten Standort für deine Tomatenstauden finden und so dafür sorgen, dass sie zahlreich blühen.

Gibt es neben dem Schütteln weitere Möglichkeiten der Bestäubung?

Klappt es mit der natürlichen Bestäubung nicht, kann man zum Nachhelfen nicht nur das Schütteln der Tomatenpflanzen forcieren, sondern daneben auch noch weitere Maßnahmen ergreifen. So beispielsweise das Aufstellen eines Ventilators, was sich beispielsweise in einem Gewächshaus anbietet, oder das Benutzen einer elektrischen Zahnbürste, um die Pflanze in Schwingungen zu versetzen.

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