Ein Schwimmteich im Garten

Was gibt es schöneres als eine frische Abkühlung im eigenen Garten, wenn die Temperaturen in den kommenden Wochen den Höchstwert des Jahres erreichen? Wer seinen Gartenteich nicht nur zur Zierde haben möchte, kann sich mit ein wenig mehr Aufwand einen schönen Schwimmteich anlegen. Wir zeigen euch gerne, wie es geht!

116242_web_R_by_Bredehorn.J_pixelio.deSchwimmen oder doch nur planschen?

Eine gewisse Größe und dementsprechend viel Platz im Garten ist dabei so ziemlich die einzige Voraussetzung, denn schließlich möchte man in einem Schwimmteich auch ein paar Schwimmzüge machen können. Olympische Ausmaße muss der Teich natürlich nicht haben.
Für einen Schwimmteich sollte man mindestens 100 Quadratmeter Wasserfläche einplanen, größere Schwimmteiche haben idealerweise eine Wasserfläche von 300 bis 500 Quadratmetern. Zum Abkühlen und Planschen reicht natürlich auch schon eine kleinere Wasserfläche, sogar mit weniger als  50 Quadratmeter Wasserfläche lässt sich ein kleiner Badeteich bauen. Die Tiefe eines Schwimmteichs sollte zwischen 1,50 und 1,80m liegen. Üblicherweise wird ein Schwimmteich mit Hilfe von Teichfolie angelegt, eine Alternative ist der sogenannte Naturpool, bei dem ein in den Boden eingelassener Swimmingpool von einer Uferzone mit Pflanzen zur Reinigung des Wassers umgeben wird. Diese Art Swimmingpool wird immer beliebter, da immer mehr Menschen gern auf Chlor und andere Chemikalien im Badewasser verzichten möchten. Wer gerade und symetrische Formen bevorzugt, kann den Teich auch mauern oder aus Beton gießen.
Bei allen Varianten muss man auf flachere Uferzonen mit entsprechender Bepflanzung zur Reinigung des Wassers achten. Mit diesem sogenannten Ein-Kammersystem kommen die meisten Schwimmteiche gut aus und es bedarf keiner weiteren Technik. Aufwändigere Systeme haben einen seperaten Klärteich und eine Pumpe für die notwendige Wasserzirkulation. Wir wollen uns hier jedoch auf den einfachen Ein-Kammerteich mit Teichfolie konzentrieren.

Planung und Kosten

Wenn ihr plant, einen Schwimmteich in eurem Garten anzulegen, solltet ihr euch zu allererst bei eurem zuständigen Ordnungsamt nach einer Genehmigung erkundigen. In manchen Gemeinden ist ein Teich ab einer gewissen Größe genehmigungspflichtig und bedarf einer Baugenehmigung. Die Größe richtet sich nach dem Fassungsvermögen in Litern oder Kubikmetern, nicht nach der reinen Fläche, so dass also auch die gewünschte Tiefe des Teichs eine Rolle spielt. Diese Vorschriften solltet ihr auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen, denn einen genehmigungspflichtigen Teich ohne Baugenehmigung anzulegen, kommt einem Schwarzbau gleich, so dass im schlimmsten Fall eine Geldstrafe droht und der Teich wieder zugeschüttet werden muss. Ist die Genehmigung -sofern notwendig- erteilt, geht es an die konkrete Planung. Zunächst sollte ein passender Platz im Garten gewählt werden, der möglichst nicht zu sehr von Bäumen, Sträuchern und Hecken umstanden ist, da ins Wasser gelangendes Laub zu viele Nährstoffe mitbringt und zu vermehrtem Algenwachstum und trübem Wasser führt. Der Standort sollte hell und mit genügend Sonnenlicht gewählt werden, direkte Mittagssonne sollte dabei allerdings vermieden werden. Am besten ist es, wenn morgens oder abends einige Stunden Sonnenlicht auf den Teich fällt.
Wie groß der Teich wird, hängt letztendlich von euren Vorstellungen und Wünschen ab, doch damit der Garten weiterhin harmonisch wirkt, sollte der Teich nicht mehr als etwa ein Drittel der gesamten Gartenfläche einnehmen. Die Form des Teichs lässt sich bei Verwendung von Teichfolie völlig frei gestalten.
469682_web_R_by_Anne Bermüller_pixelio.deDie nächste Frage lautet: Selbst bauen oder bauen lassen?
Viele Firmen bieten den kompletten Service rund um den Bau von Schwimmteichen an, vom Ausheben der Erde über die Gestaltung und Bepflanzung sowie Filtertechnik, Stege, Einstiegsleitern und vieles mehr. Damit habt ihr nicht viel mehr Arbeit, als eine Firma zu beauftragen und euch auf euren fertigen Teich zu freuen. Die einfachste Lösung ist allerdings wie so oft auch bei weitem die teuerste, zwischen 200,- und 400,- Euro pro Quadratmeter Wasserfläche müsst ihr rechnen.
Da ist Selbermachen schon die günstigere Variante. Der Handel bietet komplette Do-it-yourself Bausätze in verschiedenen Größen an, die alles beinhalten, was man für das Anlegen eines Teiches braucht. Alternativ kann man sich die nötigen Materialien auch selbst besorgen.
Wer keine Zeit und Lust hat, lange herumzusuchen und Preise zu vergleichen, wird mit einem DIY Komplettset wahrscheinlich besser beraten sein, wer von euch seine Zeit dagegen gern im Baumarkt oder im Gartencenter verbringt, hat vielleicht eher seinen Spaß daran, sich seine Utensilien selbst zusammenzusuchen.
So lässt sich der Preis pro Quadratmeter Wasserfläche auf 100 bis 200 Euro senken.

Der Aushub

Wenn ihr die Materialien selbst kauft, braucht ihr Teichfolie, ein Vlies zum Unterlegen, Sand, Befestigungspfähle, Wasserpflanzen, einige große Steine oder Findlinge für die Ufergestaltung, Abgrenzungselemente für die verschiedenen Wasserzonen und eine Leiter, Treppe oder sonstigen Einstieg. Auch wenn ihr euch für ein DIY Komplettset entscheidet, eines braucht ihr auf jeden Fall – einen Bagger!
Einen Teich dieser Größe, selbst wenn es nur ein kleiner Schwimmteich werden soll, hebt man nicht mal eben am Samstag Nachmittag mit der Schaufel aus, es sei denn ihr habt sehr viele arbeitswillige Freunde, die für eine Kiste Bier und ein paar Würstchen mit Hand anlegen. Aber das wird wahrscheinlich auch nur bei einem kleinen Teich funktionieren, für alles Größere muss dann doch ein Bagger her.
Wer damit umgehen kann, kann sich für einen Nachmittag oder ein Wochenende einen Minibagger ausleihen, ansonsten kann man auch eine Firma beauftragen, die den Teich ausbaggert.
Wer selbst baggern möchte, sollte sichergehen, dass er weiß, was er tut oder einen fachkundigen Freund um Hilfe bitten, ihr wärt sonst nicht die ersten, die beim Baggern mit dem Minibaggern kopfüber oder rückwärts in der Grube landen.
Wenn ihr genügend Platz habt, solltet ihr für die weitere Gestaltung des Gartens überlegen, den bei der Ausbaggerung anfallenden kostbaren Mutterboden zu behalten. Vom Unterboden wird nur ein sehr kleiner Teil für die spätere Bepflanzung des Teichs benötigt. Der Rest muss abgefahren und entsorgt werden, am besten informiert ihr euch hier auch bei der Gemeinde und der zuständigen Abfallwirtschaft.
Beim Ausbaggern des Teichs muss auf die verschiedenen Pflanztiefen geachtet werden, der eigentliche, tiefere Schwimmbereich wird immer von einer flacheren Ruhezone umgeben, die mit Wasserpflanzen bepflanzt wird, die für die Reinigung des Wassers sorgen. Die verschiedenen Bereiche bestehen aus einer 20 bis 30 cm tiefen und 50 bis 80 cm breiten Sumpfzone, einer 60 bis 100 cm tiefen Flachwasserzone und dem eigentlichen Schwimmbereich in der Mitte.
Die verschiedenen Bereiche werden durch Abgrenzungselemente von eineinandergetrennt. In den Ruhezonen kann und soll nicht geschwommen oder geplanscht werden, da man sonst die Pflanzen beschädigen würde, die wichtig sind, um die Wasserqualität zu erhalten. Der direkte Schwimmbereich wird nicht bepflanzt und auch Fische haben in einem Schwimmteich nichts verloren.
An einer Stelle des Teichs wird ein Steg über den Flachwasserzonen angelegt, über den man mittels einer Treppe oder Leiter ins Wasser gelangt.
Wer Kinder oder badebegeisterte Hunde hat, kann auch einen flachen Sandeinstieg anlegen, der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt und man kann den Teich komplett nach den eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen gestalten.
Wie bei allen Teichen ist natürlich auch bei einem Schwimmteich die Sicherheit von Kindern sehr wichtig. Vor allem wenn kleine Kinder das Baden und Planschen im Teich kennen, ist die Gefahr groß, dass sie vielleicht auch einmal unbeaufsichtigt ins Wasser gehen. Schwimm- und Badeteiche -wie Gartenteiche generell- sollten daher unbedingt mit einem Zaun gesichert werden, wenn kleine Kinder Zugang zum Garten haben.

540723_web_R_by_Anne Bermüller_pixelio.deTeichfolie und Untergrund

Nach dem Aushub wird zunächst eine Sandschicht auf den Boden aufgebracht, auf der ein Vlies ausgelegt wird, um die Teichfolie vor Beschädigungen durch spitze Steine und ähnliches zu schützen. Auf dem so vorbereiteten Untergrund könnt ihr nun eure Teichfolie ausbreiten. Dazu solltet ihr noch mal eure Freunde einladen, denn es sind viele Hände erforderlich, die an den jeweiligen Ecken ziehen und schieben, um die schwere und oftmals störrische Folie an Ort und Stelle zu bekommen. Die Folie sollte möglichst glatt und ohne Falten aufliegen und an den Rändern genügend weit überstehen.
Alternativ zu Folie und dem eingangs bereits erwähnten Naturpool, der vom Fachmann eingebaut werden sollte, gibt es auch Fertig-Elemente aus Ton oder Wannen aus glasfaserverstärkten Kunststoffmatten, die allerdings keine so frei gestaltete Form möglich machen wie die Teichfolie.
Beim Bepflanzen des Teichs müsst ihr vor allem darauf achten, nährstoffarme Erde zu verwenden. Dazu eignet sich die unterste Schicht des Aushubs in Kombination mit einem speziellen Pflanzensubstrat. Ist die Erde zu nährstoffreich, bilden sich schnell Algen und das Wasser ist nicht klar.

Wasser marsch

Habt ihr die Folie ausgelegt und die Pflanzzonen vorbereitet, fehlt nur noch eins: das Wasser!
Generell kann man den Teich entweder mit einem Schlauch direkt aus der Trinkwasserleitung befüllen oder, falls vorhanden, auf Brunnenwasser oder Regenwasser zurückgreifen. Wer stehende oder fliessende Gewässer direkt an der Grundstücksgrenze hat, kann auch bei der Gemeinde anfragen, ob man von dort Wasser entnehmen darf. Bei dem Gebrauch von Leitungwasser solltet ihr ebenfalls eine Anfrage an die Gemeinde stellen, denn es kann zu Engpässen in der Trinkwasserversorgung kommen, wenn viele Teichbesitzer gleichzeitig ihre Teiche auffüllen.
Nutzt man kein Leitungswasser, ist darauf zu achten, dass das Wasser nährstoffarm und nicht verunreinigt ist. So kann zum Beispiel die Düngung umliegender Felder die Phosphatwerte ansteigen lassen.
Die weitere Pflege des Teichs ist nicht weiter aufwändig, meist genügt es über die Sommermonate, wenn ihr das Wasser regelmäßig von Laub und anderen Pflanzenresten reinigt. Im Herbst kann ein schützendes Netz über den Teich gelegt werden, um zu verhindern, dass allzuviel Laub in den Teich gelangt.
Wir wünschen euch viel Spaß und viele schöne Stunden mit eurem Schwimmteich!

 

Bewerten Sie diesen Artikel

1 Kommentar zu „Ein Schwimmteich im Garten“

  1. Pingback: Unkrautbrenner – so geht es dem Unkraut an den Kragen |   Land & Wasser

Kommentarfunktion geschlossen.