Gartennelke

Gartennelke: Entdecke die bezaubernde Vielfalt der Farbenpracht, Pflege und Bedeutung

Sehen wir in einem Garten prächtige Nelken blühen, sprechen wir umgangssprachlich nur als „Nelke“ von diesen schönen Zierpflanzen. Doch muss man sie unterscheiden. Denn wir haben es einerseits mit der „Landnelke“ und andererseits mit der „Gartennelke“ zu tun. Bei der Landnelke handelt es sich um die ursprüngliche Nelke, die ihren Weg aus ihrer Heimat Griechenland bzw. Italien zu uns gefunden hat.

Sie fällt unter die Pflanzenart „Dianthus caryophyllus“, aus der Gattung der Nelken, „Dianthus“. Wenn man so möchte, kann man sie als „Wildnelke“ bezeichnen. Die Gartennelke hingegen ist immer eine Kreuzung der „Wildnelke“ mit anderen Komponenten. Die Fachwelt bezeichnet sie deshalb auch gerne als „Hybrid-Pflanze“.

Die Gartennelke ist wohl überwiegend in den hiesigen Gärten zu finden. Kein Wunder, denn ihre vielen farblichen Aspekte bilden viele Akzente im Ziergarten und können die Komposition der verschiedenen Pflanzen auf ein höheres Niveau heben. Zudem lassen sie sich nicht nur im Freilandbeet, sondern auch in Kübeln, Balkonkästen oder auch in Blumenampeln sehr gut ziehen. Und wer möchte, kann sie als Schnittblume verwenden.

Ein weiterer Grund, eine Ecke des Gartens mit diesen schönen Pflanzen zu versehen, ist die Vielfalt, die aus der ursprünglichen Art hervorgegangen ist. Die Gartennelke ist nicht nur in vielen Farben, sondern auch Größen und Formen entstanden, sodass die schönsten Akzente gesetzt werden können, um Herz und Auge eines jeden Gartenbesitzers zu erfreuen.

Wie sieht sie eigentlich aus, die Gartennelke?

Für gewöhnlich haben wir es mit einem kugelig-buschigen Wuchs zu tun. Je nach Sorte wird sie eine Höhe von 20 bis 40 Zentimetern erreichen. Die Gartennelken, die wir in unseren Breitengraden ziehen, sind im Normalfall einjährig.

Ihre Blätter werden als gegenständig, lineal-lanzettig sowie ganzrandig beschrieben. Sie überzeugen mit einer blaugrünen Farbe, die in einem schönen Kontrast zur Blütenfarbe stehen.  

Die Blüten der ursprünglich gehaltenen Sorten sind einfach aufgebaut. Allerdings muss man ganz klar sagen, dass unter den Hybridsorten viele gefüllte Blüten aufweisen. Dies ist ganz klar ein Ergebnis, das der Nachfrage gezollt wird. Denn die gefüllten Blüten sind ganz einfach sehr schön anzusehen. Der Durchmesser der Blüten liegt bei maximal 5cm.

Eine Nahaufnahme von einer großen, wunderschönen gelben Gartennelke.
Die gelbe Gartennelke verzaubert mit ihrer leuchtenden Farbe und ihrem zarten Duft die Sinne und bereichert jeden Garten mit ihrer außergewöhnlichen Schönheit.

Bodendecker oder hochstängelige Nelke

Wer sich tatsächlich für Nelken interessiert, hat zunächst die Qual der Wahl. Warum? Nun, er steht einer recht großen Auswahl an unterschiedlichen Nelken, ursprüngliche wie auch Hybriden, gegenüber und soll sich entscheiden. Das kann schon eine schwierige Angelegenheit werden, denn viele Nelken sind einfach wunderschön. So ist es oft die Kombination der unterschiedlichen Sorten, die letztlich zu einem eindrucksvollen Nelkenbeet führen.

Bodendecker

In diesem Bereich hat sich die Sorte „Liliput F1-Hybride“ durchgesetzt. Sie erreicht maximal eine Höhe von 20 Zentimeter und weist dabei einen recht kompakten Wuchs auf. Diese Sorte umfasst eine recht große Farbpalette, auf der jeder seine Lieblingsfarbe finden wird.

Chabaud-Nelken

Sie besitzen gefüllte Blüten, die zudem durch ihre Größe auffallen. Der Stängel der Chabaud-Nelke ist entsprechend kräftig. Sie können bis zu 50cm lang sein und sind dadurch besonders gut als Schnittblume geeignet. Die Chabaud-Nelken werden in drei Sorten unterteilt. „Aurora“ überzeugt in Lachsrosa und trägt schwer gefüllte Blüten. „Carmen“ leuchtet in einem strahlenden Rot. „Jeanne Dionis“ brilliert mit rein weißen Blüten.

Die Regina-Nelke

Auch diese Sorte kann bis zu 50cm Wuchshöhe erreichen. Auch bei ihr ist die Stärke des Stiels sehr kräftig. Sie eignet sich sehr gut zum Binden von Blumensträußen. Da sie in vielen Farben auftritt, ergibt sich ein schönes Farbbild. Folgende Sorten finden wir bei den Regina-Nelken vor. „Viktoria“, mit leuchtend roten Blüten. „Luise“, die mit rein weißen Blüten überzeugt. „Maria Stuart“, die purpurrote Blüten trägt und an das tragische Schicksal von Maria Stuart von England erinnern soll.

Enfant-de-Nice-Nelken

Von der Wuchshöhe befinden sie sich zwischen den hochstieligen Nelken und den bodendeckenden Sorten. Zwar sind die Blüten für gewöhnlich kleiner als bei den hochstieligen Edelnelken. Mit einem Trick aber kann man die Größe positiv beeinflussen – brich einfach die überzähligen Seitenknospen heraus. Du wirst sehen, dass die Blüten dadurch an Größe gewinnen.

Hängenelken

Sie erreichen ungefähr eine Höhe von 30cm. Haben sie diese erreicht, bilden sich bogig überhängende Stängel aus, die dann dekorativ herunterhängen. Diese Sorte sollte nicht in Regionen gepflanzt werden, die sie über 800m ü. N.N. befinden. Das dortige Klima bekommt ihnen nicht. Folgende Hängenelken haben sich in unseren Breitengraden bewährt – „Romeo“, die mit roten Blüten auftritt. „Julia“, die rosa Blüten ihr Eigen nennt. „Balkanfeuer“, der rot weithin leuchtet.

Die Gebirgshängenelke

Sie ist bestens für alle Regionen geeignet, auch über 800m ü. N.N. . Allerdings muss darauf aufmerksam gemacht werden, dass sie in geringeren Höhen auch tatsächlich kleiner ausfällt und anfälliger gegenüber Krankheiten ist. Sie ist eben eine echte Gebirgspflanze. So ist es nicht verwunderlich, dass man sie eher in Gebirgsregionen in den Gärten findet. Die Sorten der Gebirgshängenelken heißen – „Gruß vom Chiemgau“, mit hell-roten Blüten. „Feuerkönig“, mit leuchtend roten Blüten. „Tiroler Gebirgshängenelke“, mit karminroten Blüten.

Wie wird die Gartennelke angebaut?

Man merkt der Nelke an, dass ihre Heimat in Griechenland und Italien liegt. Denn sie liebt die Sonne und braucht unbedingt einen entsprechenden Standort. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um ein Freilandbeet, einen Kübel oder eine Hängeampel handelt. Sie will in der Sonne stehen, sonst mückert sie vor sich hin

Die Hänge- und Gebirgshängenelken hingegen bevorzugen den Halbschatten. Sicherlich können sie auch an sonnigen Plätzen aufgehängt werden. Allerdings müssen sie in diesem Fall vor der heißen Mittagssonne geschützt werden. Vor allem aber möchten sie windgeschützt aufgehängt werden.

Es wird ein humusreicher, mittelschwerer Boden empfohlen. Auch wenn man es ihr nicht ansieht, ist sie definitiv ein Starkzehrer. Dabei sind hohe Stickstoffgaben zu vermeiden, weil sie auf Stickstoff extrem empfindlich reagiert.

Hinsichtlich des Wassers ist die Nelke recht anspruchslos. Sie kann relativ trocken gehalten werden. Sollte sich allerdings ein heißer Sommer ergeben, ist regelmäßig in kleinen Mengen zu gießen.

Wer Nelken anpflanzen möchte, tut gut daran zunächst zu überprüfen, ob der Boden von Drahtwürmern oder Schnakenlarven befallen ist. Sollte dies der Fall sein, ist es notwendig, den Boden mit einem Granulat zu behandeln, dass auch für die private Anwendung zugelassen ist. Frage diesbezüglich im Gartenfachhandel nach, um das richtige Produkt zu erhalten.

Setzt du die Pflanzen in den Boden ein, sollte das Pflanzloch nicht zu tief gefasst werden. Der Stängel sollte mit der Bodenoberfläche bündig abschließen. Damit die unteren Blätter frei liegen, sollte der Boden leicht angedrückt werden. Bei Pflanzen, die als Schnittblumen verwendet werden sollen, sollte ein Stab zum Anbinden von Begin an verwendet werden. Das optimale Wachstum wird auf diese Weise gefördert. Nach dem Einsetzen in das Pflanzloch sollte die Nelke angegossen werden. Bitte beachte, dass die Nelke es nicht so nass mag.

Die Jungpflanzen sollten einen Abstand von rund 30cm erhalten, damit sich jede einzelne gut entfalten kann. Je größer die Endhöhe sein wird, desto größer sollte der Abstand sein. Es lässt sich nicht leugnen, dass es letztlich, wenn die Pflanzen in Blüte stehen, im Ziergarten viel besser aussieht, wenn man mehrere Pflanzen als Tuffs zusammensetzt. 5 bis 7 Pflanzen sollten für einen Tuff verwendet werden.

Viele rosane Gartennelken in einem schönen Garten.
Die Gartennelke ist eine vielseitige und beliebte Blume, die durch ihre anmutigen Blüten und ihre lange Blütezeit sowohl in Gärten als auch in Blumensträußen eine faszinierende Erscheinung ist.

Wie pflegebedürftig sind die Gartennelken?

Für gewöhnlich ist die Gartennelke selber in der Lage, sich ausreichend Wasser aus dem Boden zu ziehen. Daher ist es nur in wirklich trockenen Zeiten notwendig, sie sparsam zu gießen. Man geht dann von 10l pro Quadrameter aus. Nicht mehr und nicht viel weniger. Anders ist es bei den Hänge- und Gebirgshängenelken. Sie brauchen eine höhere Luftfeuchtigkeit als die herkömmliche Gartennelke. Das bedeutet für den Gärtner, dass er sie öfter mit Wasser versorgen muss.

Wer seine Gartennelke gerne auch einmal in einen Strauß einbinden möchte, benötigt einen Rankstab und entsprechende Ringe, mit denen der Stängel daran befestigt werden kann.

Wer große Blüten an seiner Nelke sehen möchte, entfernt die Seitentriebe. Die Kraft der Pflanze wird dadurch auf die vorhandenen Blüten konzentriert, die daraufhin größer werden.

Da Nelke Starkzehrer sind, sollte man das Beet vor dem Bepflanzen gut mit Kompost düngen. Alternativ kann beim Bepflanzen ein Langzeitdünger eingebracht werden. Doch natürlich ist es auch möglich, dass man alle 6 Wochen mit Kräuterjauche düngt. Dies ist natürlich und gibt der Nelke die Nährstoffe, die sie benötigt. ACHTUNG – der Dünger, den du verwendest, egal ob synthetisch oder natürlich, muss stickstoffarm sein!

Wie kann man die Nelken vermehren?

Eigentlich kann die Nelke sich durch das Ausfallen der Saat selbst vermehren. Dies ist die einfachste Methode. Alternativ kann sie durch Absenker vermehrt werden. Die Hänge- und Gebirgshängenelken hingegen lassen sich durch Stecklinge leicht vermehren.

  • Die Aussaat: Wer die Nelke selber anziehen möchte, beginnt im März damit unter Glas. Es wird eine Keimtemperatur von 15°C benötigt. Mitte bis Ende März sollten die Keimlinge groß genug sein, dass sie pikiert und vereinzelt werden können. Erst nach den Eisheiligen sollten sie ins Freilandbeet gesetzt werden.
  • Vermehren durch Absenker: Es handelt sich hierbei um Seitentriebe, die stark und bodennah sind. Die unteren Laubblätter werden abgestriffen. Lass nur im oberen Teil des Triebes vier bis fünf Blattpaare stehen. Quetsche den Stängel nun mit einer Flachzange und schneide den oberen Teil mit dem gequetschten Ende ab. Drücke diesen Teil nun in das Anzuchtsubstrat, 3cm tief. Nach rund 6 Wochen erhältst du einen bewurzeln Nelkenableger, den du in einen neuen Topf oder ins Freiland setzen kannst.
  • Vermehren der Hängenelken: Sie werden mittels Kopfstecklingen und Stutztrieben vermehrt. Dabei werden die Kopfstecklingen zwischen September und November abgenommen, die Stutztriebe hingegen erst zwischen Januar und Februar. Die Kopfstecklinge überwintern bei 5° bis 6°C. Im frühen Frühfrühling werden sie dann in einem 12° – 14°C warmen in die Anzuchterde gesteckt. Haben sie Wurzeln gebildet, können sie in einen Topf gepflanzt werden. Zur weiteren Kultur reichen zunächst Temperaturen zwischen 12° und 14°.

Sind Nelken mehrjährig?

Ja, man kann Nelken tatsächlich überwintern. Allerdings sollte man sie hierzu warm und schützend einfach ein Vlies oder eine Noppenfolie zu ihren Schutz darüber ziehen. Einerseits sind sie nun vor kalter Witterung, andererseits vor Mäusen und anderen Nagern geschützt.

Sind Nelken anfällig für Krankheiten?

Verschiedene Krankheiten und Schädigungen können die Nelken ereilen.

  • Die Umfallkrankheit: Eine zu hohe Dichte der Setzlinge, eine zu hohe Temperatur beim Keimen und zu hohe Luftfeuchtigkeit führen zu einem zu schnellen Wachstum, sodass die Stängel dünn und kraftlos bleiben. Die Pflanzen kippen, was zu einer Schwarzfärbung des Stängels an der Bruchstelle führt.
  • Die Nelkenschwärze: Runde Flecken, die zunächst hell und dann braun mit rotem Rand sind, ziehen sich über die Blätter. Auch Stängel und Blüten können befallen sein. In diesen Flecken bilden sich nun schwarze Pilzsporen, die wie ein „Rasen“ auf dem Blatt aussehen.
  • Rote Spinnen: Es handelt sich hierbei um Spinnmilben, die die Unterseite des Blattes mit einem feinen Gespinst überziehen. Das Blatt vergilbt, bevor es letztlich abstirbt.
  • Blattläuse: Insbesondere junge Blätter und Triebe werden von ihnen befallen. Aus den Honigtautropfen, die Blattläuse hinterlassen, kann Nelkenrost entstehen.
  • Thrips-Befall: Silbrig weiße bzw. hasenussbraune Flecken sind an neuen Blättern und Blüten zu sehen, kurz bevor diese sich endgültig öffnen. Die Blätter wie auch Blüten verkrüppeln.
  • Nelkenfliegen: Die Nelkenlarven legen ihre Eier in die Stängel und Blätter. Dort fressen diese das Pflanzengewebe. Es kommt zum Vergilben und Absterben der befallenen Pflanzenteile bzw. der gesamten Pflanze.

Befallene Pflanzenteile sollten zeitnah entfernt und in der RESTMÜLLTONNE entsorgt werden. Lediglich den Blattläusen kann man mit einer milden Seifenlauge beikommen bzw. sie mit den Fingern von den Blättern abstreifen.

FAQ

Ist eine Gartennelke winterhart?

Ja, die Gartennelke kann überwintern. Sie sollte allerdings mit einem Vlies oder einer Noppenfolie vor starkem Frost geschützt werden. Dieser Schutz bewahrt sie auch vor Mäusen.

Können Nelken volle Sonne vertragen?

Die herkömmliche Gartennelke ist ein wahrer Sonnenliebhaber. Hat man sich für eine Hänge- oder Gebirgshängenelke entschieden, sollte diese entweder vor der heißen Mittagssonne geschützt werden oder von vornherein einen Platz im Halbschatten erhalten.

Wie pflege ich die Gartennelke?

Es ist darauf zu achten, dass die Nelke eher trocken steht. Lediglich die Hängenelken bedürfen einer erhöhten Luftfeuchtigkeit und somit auch vermehrten Wassergaben. Sie benötigt ausreichend Dünger, der allerdings stickstoffarm sein muss, denn sie ist ein Starkzehrer.

Wie lange blüht die Gartennelke?

Die Gartennelke blüht von Juni bis September.

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