Gartenschere zum Schneiden von Sträuchern

Gehölz richtig schneiden – Hilfsmittel und Tipps zum Rückschnitt

Mit dem Begriff Gehölze sind ausdauernde Pflanzen wie Sträucher, Baumfarne und Bäume gemeint. Durch einen korrekten Schnitt lassen sich Blütenpracht und eine schöne Wuchsform fördern. Folgende Tipps können dir bei den Schnittarbeiten helfen und typischen Fehlern vorbeugen.

Diese Gehölze solltest du nicht bearbeiten

Während viele Gehölze in Frühjahr oder Herbst geschnitten werden, gibt es einige Ausnahmen, die du besser in Ruhe lässt. Darunter die Magnolie. Das Magnoliengewächs benötigt keinen regelmäßigen Rückschnitt zum Gedeihen und reagiert stattdessen empfindlich auf grobe Schnittarbeiten. Falls beispielsweise die Wuchsrichtung oder das Ausmaß der Pflanze eingedämmt werden muss, sollte dies nach dem Spätsommer und entsprechend vorsichtig erfolgen. Ein ähnliches Sensibelchen ist der Blumen-Hartriegel. Während der Weiße Hartriegel (Cornus alba) dank verjüngenden Rückschnitten besonders schöne rote Triebe hervorbringt, wächst der Blumen-Hartriegel (Cornus florida) besser ohne Schnittarbeiten, weil er nur schlecht regeneriert. Auch beim Fächerahorn kannst du dich zurücklehnen, denn er will ungestört bleiben. Ein Schnitt kann dem Gehölz schaden, weil es anfällig für Pilze ist und teilweise nicht mehr nachwächst.

Verzichte außerdem bei diesen Gehölzen auf einen Schnitt:

  • Scheinhasel
  • Hortensien
  • Zaubernuss
  • Zwerghehölze

Wichtiges Zubehör für den Rückschnitt

Für saubere Schnittstellen und gesunde Pflanzen braucht es in erster Linie eines: Scharfe Gartenscheren! Sind sie stumpf, werden Äste gequetscht, verletzt und wachsen unschön nach. Zudem steigt das Risiko für Infektionskrankheiten. Doch Schere ist nicht gleich Schere. Welche Konstruktionen sinnvoll sind, hängt von den Pflanzen und dem Einsatzort ab.

Bypass-Gartenscheren und Amboss-Astscheren

Sogenannte Bypass-Scheren sind für dünnere Äste und weiches Holz wie bei Rosen empfehlenswert. Bei dieser Gartenschere sind zwei Klingen verbaut, welche beim Schneiden durch die Äste und aneinander vorbei gleiten. Das Ergebnis sind besonders präzise Schnittkanten ohne Quetschungen. Der größte Nachteil ist die weniger gute Kraftübertragung. Weil mit Bypass-Scheren die Hände schneller ermüden, braucht es für manche Schnittvorhaben Alternativen. Das gilt unter anderem für die dickeren Äste an Sträuchern und Bäumen.

Bei der Amboss-Schere ist nur eine Schneide verbaut, die nach dem Schneidvorgang auf eine stumpfe Metalloberfläche trifft – auch Amboss genannt. Wie die Redaktion des Berliner Verbraucherservices VGL Verlagsgesellschaft im Rahmen eines Produktvergleichs erläutert, lassen sich Äste mit einer Astschere schonend kürzen, wenn diese über die Amboss-Bauweise verfügt: „Eine geschliffene Klinge wird durch den Halt des Ambosses angezogen und führt einen ziehenden Schnitt durch, der dem Nutzer weniger Kraft abfordert.“ Darüber hinaus verweist das Verbraucherportal auf Amboss-Getriebe-Astscheren, welche die Kraftübertragung durch ein integriertes Getriebe zusätzlich verbessern. Ähnlich funktionieren Ratschen-Astscheren – hier rastet ein Mechanismus beim Schneiden ein und entlastet die Muskulatur. Insbesondere bei Ästen ab fünf Millimeter Durchmesser sind derartige Scheren vorteilhaft. Bei Amboss-Scheren ist es allerdings besonders wichtig, dass die Schneide immer scharf gehalten wird. Ansonsten sind Quetschungen vorprogrammiert. Äste, die eigentlich eine Leiter erfordern würden, sind mit Teleskop-Astscheren komfortabel erreichbar. Achte allerdings auf qualitative Produkte, da der Feststellmechanismus bei vielen Angeboten nicht zuverlässig funktioniert!

Übrigens: Heckenscheren (auch Teleskop-Heckenscheren) sind für den Baum- und Strauchschnitt völlig ungeeignet.

Zugsägen

Für größere Äste sind Zugsägen ratsam. Diese sind sehr scharf und handlich. Für eine gute Handhabung in Astgabeln gibt es besonders dünne Zugsägen. Diese sind zum Beispiel für das Schneiden von Obstbäumen ideal. Teilweise machen auch Bügelsägen für den Baumschnitt Sinn. Oft lässt sich der Winkel des Sägeblatts individuell einstellen, um sich die Arbeit zu erleichtern.

Tipp: Reinige sämtliche Scheren und Sägen nach den Schnittarbeiten mit heißem Wasser und Seife. Die gründliche Reinigung stellt sicher, dass du mit dem nächsten Schnitt keine Krankheiten auf andere Pflanzen überträgst.

Informatives für Schnittarbeiten an Blütensträuchern

Deutzie schneiden
Deutzie schneiden

Blütensträucher werden vielerorts dem Hausmeisterschnitt unterzogen – einem unprofessionellen und meist rundlichen Rückschnitt von Gehölzen auf die gewünschte Höhe. Das Problem: Die Gehölze büßen ihre charakteristische Optik ein und in der Regel auch die komplette Blüte. Zudem verholzen die Pflanzen zunehmend von unten und für Insekten bleibt keine Nahrung. Bei vielen Blütensträuchern, die im Mai und Juni ihre Blüten tragen wie die Deutzie, genügt es völlig, wenn du diese alle drei Jahre verjüngst. Verjüngen heißt, rund ein Drittel der alten Äste direkt am Boden an der Basis abschneiden. Junge Triebe lediglich kürzen. Außerdem solltest du sich kreuzende Zweige sowie kranke und beschädigte Äste entfernen. Das spendet den Pflanzen neue Kraft.

Wichtig: Zweige stets am Astansatz abschneiden und keine Ansätze stehen lassen! Derartige Teilstücke erhöhen ansonsten das Risiko für das Eindringen von Krankheitserregern.

Bei Gehölzen wie Sommerflieder, die später blühen, darfst du zwischen Ende Februar und Anfang März beherzter schneiden. Der Strauch kann etwa auf Kniehöhe gestutzt werden. Das hat den Vorteil, dass die Sträucher mehr Blüten bilden und voller wirken. Eher radikale Rückschnitte sind außerdem bei sommergrünen Gräsern erlaubt.

Schmetterlingsflieder
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Zierkirschen und Schneebälle

Bei Zierkirschen werden beim Auslichten Äste komplett entfernt. Beispielsweise wenn sich einzelne Äste um andere legen oder diese kreuzen. Jedoch werden Zweige nicht bloß eingekürzt, sondern vollständig am Stamm abgeschnitten.

Schneebälle werden im Herbst nicht geschnitten. Hierbei würdest du ansonsten viele Knospen entfernen, sodass der Strauch in der nächsten Saison weniger Blüten trägt. Schneide diese Pflanzen erst im Frühjahr nach der Blüte! Alte Äste kannst du dann in Bodennähe abschneiden. Sollten über den Winter einige Triebe erfroren sein, nimmst du diese im Frühjahr ebenfalls ab.

Grundsätzlich sollten Gehölze nur dann geschnitten werden, wenn es nicht kälter als -5 °C ist.

Tipps zur Schnittführung

  • Wichtig bei Bäumen: Äste werden auf Astringen leicht schräg geschnitten und nicht dahinter. Bei Astringen handelt es sich um gerundete Verdickungen mit Wundgewebe. Diese müssen stehen bleiben, damit die Schnittwunde kleiner ausfällt und gut verheilt. Werden Äste inklusive Astring entfernt, fehlt dem Baum das Wundgewebe, was die Heilung schmälert.
  • Wundheilung: Wunden an Ästen zwischen drei und zehn Zentimeter kannst du mit einem Wundverschlussmittel behandeln.
  • Sträucher: Bei Schnittmaßnahmen wird generell zwischen Sträuchern unterschieden, die auf dem Holz blühen, das dieses Jahr oder bereits im Vorjahr gewachsen ist. Bei Pflanzen, die am diesjährigen Holz blühen, wird „auf Auge geschnitten“. Das heißt, dass die Gartenschere etwa 0,5 Zentimeter über einer Knospe angesetzt wird. Der Schnitt erfolgt leicht schräg. Diese Schnittführung gewährleistet, dass die Knospen für die Blüte im kommenden Jahr erhalten bleiben.

Der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) erklärt online, worauf es beim korrekten Schnitt von Obstbäumen ankommt. Dabei wird ein zügiger Aufbau eines Kronengerüsts gleichermaßen thematisiert wie sogenannte Schlitzäste, die entfernt werden müssen.

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