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Igel im Garten – Was tun?

Ein Igel im Garten? Igel sind ausgesprochene nützliche Tiere, die zum Beispiel die bei jedem Hobbygärtner absolut unbeliebten Nacktschnecken verputzen…bevor die die gesamte Salaternte in einer Nacht wegfressen.

In den letzten Jahren ist die Igelpopulation jedoch überall zurückgegangen, aus Großbritannien gibt es sogar Zahlen, die belegen, dass die Igelpopulation dort in den letzten 15 Jahren um 30 Prozent zurückgegangen ist.

Um auch hier in Deutschland Zahlen zu erheben und einen Überblick über die Igelpopulation zu bekommen, hat zum Beispiel der bayrische Landesbund für Vogelschutz eine Aktion ins Leben gerufen, mit der Bürger Igelsichtungen per App melden können. 34.000 Igel wurden so bisher gemeldet, ein Drittel von ihnen allerdings tot.

Die meisten der toten Igel waren dem Straßenverkehr zum Opfer gefallen, doch auch im Winter sterben unzählige Igel, weil sie einfach kein passendes Winterquartier finden, in dem sie ungestört Ihren Winterschlaf halten können.

Grund dafür sind in erster Linie unsere oftmals sterilen Gärten, in denen jeder Laubhaufen entsorgt wird. Und das oft leider mit Laubsaugern mit eingebautem Häcksler, natürlich mit fatalen Folgen für jeden Igel, der sich dort bereits niedergelassen hat.

Die gute Nachricht ist jedoch, jeder von euch, der einen Garten hat und sei er noch so klein, kann mit den simpelsten Mitteln, die nicht einmal Geld kosten, viel dafür tun, um den Igeln zu helfen.

Recht zum Beispiel im Herbst euer Laub zusammen und schichtet es einfach in einer windgeschützten Ecke des Gartens zu einem Haufen auf, am besten mit ein paar Zweigen vom Heckenrückschnitt als Basis. Dort findet der Igel einen idealen Unterschlupf, in dem er bis zum Frühling entspannt durchschlafen kann.

Wer noch ein bisschen aktiver werden möchte, der bekommt im Handel sogar spezielle Überwinterungs-Häuschen für Igel, die auch gern angenommen werden.

Igel im Garten
Ein Igel im Garten: für viele ein Grund zur Freude!

Diesen Nutzen haben Igel im Garten

Igel sind Insektenfresser und als solche auch im heimischen Garten sehr nützlich. Ganz gleich, ob Nutzgarten oder Ziergarten, kein Hobbygärtner sieht es gern, wenn seine Blumen oder Gemüsepflanzen von Schädlingen angefressen und schlimmstenfalls sogar zerstört werden.

Zahlreiche Gartenbewohner haben es jedoch genau darauf abgesehen, wie beispielsweise die Nacktschnecke oder die Raupen des Eulenfalters. Igel im Garten halten diese und andere Schädlinge in Schach und fressen Nacht für Nacht zahlreiche Insekten, Spinnen und Schnecken.

Damit leisten die kleinen Stacheltiere einen großen Beitrag zur Gesundheit der Pflanzen und helfen, das natürliche Gleichgewicht aufrechtzuerhalten. Grund genug also, den Igel im heimischen Garten willkommen zu heißen und den Garten igelfreundlich zu gestalten.

Igelfutter – was fressen Igel?

Igel ernähren sich hauptsächlich von Insekten, Schnecken und Spinnentieren. Sie vertilgen damit zahlreiche ungeliebte Gäste im Garten, verschonen aber gleichzeitig einige Nützlinge. So machen sie sich zum Beispiel mit Vorliebe über die bei allen Gartenbesitzen ungeliebten Nacktschnecken her, doch die nützlichen Marienkäfer stehen nicht auf ihrer Speisekarte.

Igel sind reine Fleischfresser und neben Insekten, Schnecken und Spinnen vertilgen größere Exemplare durchaus auch einmal einen Frosch, eine kleine Schlange oder Echse oder eine Maus.

Auch Würmer, Laufkäfer, Tausendfüßler und Larven werden nicht verschmäht. Obst und Gemüse lassen die Stacheltiere hingegen links liegen, sie ernähren sich höchstens von Insekten, die sich am Fallobst gütlich tun.

Igel füttern – So geht es richtig

In einem igelfreundlichen Garten kann es durchaus passieren, dass dir ein hungriger Igel über den Weg läuft. Im Regelfall finden die Tiere genügend Nahrung in der Natur, doch gerade im Frühling und im Herbst kann es zu Engpässen kommen.

Im Vergleich zum nahrungsreichen Sommer finden die Tiere gerade im Frühjahr, wenn sie aus dem Winterschlaf aufgewacht sind, oft noch nicht genügend Nahrung. Im Herbst haben vor allem spätgeborene Igelkinder und Igelmütter nach der Aufzucht mitunter Probleme, das für den Winterschlaf notwendige Gewicht zu erreichen.

Igel sind nachtaktiv, doch hungrige Tiere streifen auch tagsüber auf der Suche nach Futter durch den Garten. Untergewichtige Igel sind zu erkennen an einer birnenförmigen Statur, eingefallenen Augen und deutlichen Einbuchtungen hinter dem Kopf. Hier kannst du unterstützend eingreifen, indem du den Igeln im Garten passendes Futter zur Verfügung stellst. Geeignet zur Igelfütterung sind:

  • Nassfutter für Katzen
  • Hartgekochte, zerkleinerte Eier oder Rührei
  • Gekochtes, zerkleinertes Geflügelfleisch
  • Angebratenes Hackfleisch

Als Ballaststoffe sind Haferflocken, Igeltrockenfutter oder Weizenkleie geeignet. Auf 150 Gramm Fleisch, Dosenfutter oder Ei kommen 2 Esslöffel Igeltrockenfutter oder Haferflocken beziehungsweise ein Esslöffel Weizenkleie.

Wichtig bei der Zufütterung ist, die Igel nicht einseitig zu füttern. Daher eignen sich weder Katzenfutter noch Igelfutter zur dauerhaften Fütterung. Igel haben in der Natur einen sehr abwechslungsreichen Speiseplan, der auch bei der Zufütterung beachtet werden sollte.

Dosenfutter, Eier und gegartes Fleisch können dabei nach Belieben gemischt werden. Bei Bedarf kann der Mischung etwas Wasser zugefügt werden und bei trockener Witterung sollte ein flaches Schälchen mit Trinkwasser nicht fehlen. Gebe das Futter ebenfalls in ein flaches Schälchen und stelle es an einem geschützten und möglichst ungestörten Platz im Garten auf.

Was man den Igeln nicht geben sollte

Nicht auf den Speiseplan eines Igels gehören:

  • Insekten aus dem Futterhandel
  • Milch und Milchprodukte wie Quark, Joghurt und Käse
  • Rohes Fleisch
  • Rohe Eier
  • Speisereste
  • Gewürzte oder gesüßte Speisen
  • Obst und Gemüse
  • Nüsse

Fehler bei der Igelfütterung

  • Vorbeugend und ohne Anzeichen von hilfsbedürftigen Igeln ist es eher kontraproduktiv, Igeln im Garten Futter zur Verfügung stellen. Der natürliche Instinkt der Igel, sich in den Winterschlaf zu begeben, wenn die Nahrung knapper wird und die Temperaturen fallen, kann durch eine unnötige Zufütterung gestört werden. Jungtiere müssen darüber hinaus ausreichende Motivation und Gelegenheit haben, die Futtersuche zu erlernen, damit Sie langfristig überleben können. Offenkundig kranke Tiere, die verletzt sind, einen torkelnden Gang aufweisen oder sich bei Kontakt nicht zusammenrollen, solltest du ebenfalls nicht füttern, sondern bei einer Wildtierstation oder Igelhilfe abgeben.
  • Eine falsche Fütterung kann für einen Igel schnell zur Todesfalle werden. Das Tier kann an Durchfall, Infektionen und Darmentzündungen erkranken, die tödlich enden können.
  • Eine Zufütterung im Herbst sollte spätestens Mitte Oktober beendet werden, bei einem Kälteeinbruch auch schon früher. Sind um diese Jahreszeit noch deutlich untergewichtige Igel im Garten unterwegs, bringe sie in eine Igelstation, wo sie fachkundig durch den Winter gebracht werden.
  • Futterstellen müssen täglich gründlich gereinigt werden, um Erkrankungen zu vermeiden

Igelkot im Garten

Was vorn herein geht, muss hinten wieder herauskommen und so lässt sich in einem igelfreundlichen Garten auch Igelkot nicht vermeiden. Tatsächlich sind die Hinterlassenschaften der nachtaktiven Tiere oftmals der erste und einzige deutliche Hinweis darauf, dass sich Igel im Garten niedergelassen haben.

Igelkot hat eine Länge von etwa 2 bis 6 Zentimetern und die kleinen Würstchen haben ungefähr die Dicke eines Bleistifts. Bei einem gesunden Tier variiert die Farbe zwischen schwarz und hellbraun bis gelblich.

So sehr die meisten Gartenbesitzer die Anwesenheit des Igels schätzen, ist der Igelkot eher ein Ärgernis auf dem Rasen oder der Terrasse. Da es sich bei dem Igel um ein Wildtier handelt, das durchaus von Parasiten und Krankheiten befallen sein kann, solltest du den Igelkot entsorgen und vor allem vermeiden, dass spielende Kinder und Haustiere damit in Kontakt kommen.

Trage am besten Einmalhandschuhe und nutze eine kleine Schaufel, um den Kot aufzuheben und in die Restmülltonne zu befördern.

Hundebesitzer, die regelmäßig die Hinterlassenschaften ihrer Tiere beseitigen, können dazu auch einen entsprechenden Kotbeutel nutzen. Der Handel bietet außerdem Kotzangen an, mit denen sich die festen, kleinen Hinterlassenschaften gut beseitigen lassen.

Tipp: Igelkot kann einen durchaus intensiven Geruch ausströmen. Auf festen Untergründen wie der Terrasse oder auf Gehwegplatten lässt sich dieser Geruch mit etwas Essigwasser gut neutralisieren.

So unterscheidet sich Igelkot von den Hinterlassenschaften anderer Tiere

Igelkot lässt sich recht einfach von den Exkrementen anderer Tiere unterscheiden. Ein gutes Unterscheidungsmerkmal bildet dabei die Angewohnheit des Igels, während des Laufens zu koten, sodass sich keine Häufchen bilden, sondern die Exkremente flächig verteilt werden. Anhand der folgenden Informationen lässt sich leicht eine Bestimmung der Hinterlassenschaften im Garten vornehmen:

  • Katzenkot ist in der Regel vergraben, da Katzen ihre Hinterlassenschaften zuscharren
  • Dachse und Waschbären graben eine kleine Grube, in der sie sich erleichtern
  • Marderkot ist mit einer Länge von 8 bis 10 Zentimetern und einer Dicke von 1 bis 2 Zentimetern deutlich größer. Er ist zudem oft mit Haaren durchsetzt
  • Fuchskot ist etwa daumendick und damit ebenfalls eher dicker als Igelkot
  • Rattenkot ist kleiner und oval. Ratten erleichtern sich zudem oft im Schutz einer Mauer oder Wand und hinterlassen ihren Kot nicht mitten auf der Terrasse oder dem Rasen

Igel sind nützliche und gern gesehene Gäste in den meisten Gärten, Igelkot hingegen ist weniger willkommen. Er lässt sich in einem naturnahen Garten, in dem Igel leben, jedoch nicht vermeiden und der Igel lässt seine Exkremente buchstäblich dort fallen, wo er geht und steht. So kann es durchaus vorkommen, dass du morgens Igelkot auf der Terrasse findest.

Doch keine Angst, Igel sind Einzelgänger und es werden sich keine Horden von Stacheltieren in deinem Garten niederlassen, die alles mit ihren Exkrementen überziehen. Ein gelegentliches Häufchen lässt sich schnell entfernen und der Nutzen des Igels im Garten übersteigt diesen kleinen Nachteil allemal.

So wird der Garten igelfreundlich – Allgemeine Tipps und Tricks

Igel leben an Waldrändern, in Hecken und Gebüschen und sind auch im städtischen Umfeld zu finden. In Parks und Gärten finden sie oft einen Lebensraum und als Insektenfresser sind sie bei vielen Gartenbesitzern gern gesehen.

Doch nicht in jedem Garten fühlen sich Igel wohl. Je naturnaher der Garten gestaltet ist, desto eher wird sich ein Igel dort ansiedeln. Sterile Steingärten hingegen sind nichts für die stacheligen, kleinen Säugetiere, denn dort finden sie weder Nahrung noch Unterschlupf.

So finden die Igel im Garten Unterschlupf

Da Hecken und Gebüsche zu den natürlichen Lebensräumen des Igels zählen, wissen sie diese Gewächse auch im Garten sehr zu schätzen. Vor allem eine dichte Hecke bietet dem Igel ein willkommenes Versteck, in dem er sich häuslich einrichten und seine Jungen aufziehen kann.

Ebenfalls hoch im Kurs stehen Laubhaufen, Totholzstapel oder Steinhaufen mit Hohlräumen, in denen der Igel ein Quartier beziehen kann.

Diese Lebensräume lassen sich auch in einem sehr gepflegten Garten umsetzen, denn in fast jedem Garten gibt es eine weniger gut einsehbare Ecke, in der u auch einmal Fünfe gerade sein lassen kannst, um einheimischen Wildtieren wie dem Igel einen Lebensraum zu bieten.

Je abgelegener der Lebensraum für den Igel ist, desto lieber wird er ihn annehmen, denn Publikumsverkehr schätzen die nachtaktiven Tiere nicht.

Igelfreundliche Hecken sind Flieder, Haselnuss, schwarzer Holunder, Wildrose oder Eberesche. Eine undurchdringliche Hecke bietet dem Igel auch Schutz vor Raubtieren und neugierigen Haustieren.

Hast du gar keine Gelegenheit, einem Igel einen Lebensraum in Form einer Hecke, eines großen Laubhaufens, eines Totholzstapels oder eines Steinhaufens anzubieten, bleibt die Alternative, ein gekauftes oder selbstgebautes Igelhäuschen aufzustellen.

Als Aufstellort eignen sich zum Beispiel ruhige und geschützte Winkel unter einem immergrünen Nadelbaum. Zum Auspolstern ihrer Schlafplätze bevorzugen Igel weiche Materialien wie Moos oder getrocknetes Gras. Auch Stroh wird gern angenommen.

Zwei Fliegen mit einer Klappe: Der Komposthaufen
Ein Komposthaufen kann dem Igel einen geeigneten Unterschlupf bieten. Auch Nahrung ist dort in der Regel für die Igel vorhanden. Eine kleine Öffnung ermöglicht dem Igel den Eingang in einen Komposter.

So finden die Igel im Garten Nahrung

Damit sich ein Igel im Garten wohlfühlt, braucht er neben einem Unterschlupf ein ausreichendes Nahrungsangebot. Je artenreicher der Garten bepflanzt ist, desto zahlreicher sind auch Insekten, Larven, Spinnen, Schnecken und Würmer vorhanden. Staudenbeete, Blumenwiesen und blühende Hecken ziehen viele Insekten an und bieten dem Igel dadurch ein reiches Nahrungsangebot.

Im hohen Gras findet er ebenfalls Insekten und auf kurzem Rasen sucht er im Boden nach Würmern und Larven. Auch Insekten-Hotels tragen zur Vielfalt im Garten bei.

Doch der Igel geht nicht nur im eigenen Garten auf Nahrungssuche. Igel haben ein sehr großes Revier und können pro Nacht mehrere Kilometer bei der Suche nach Futter zurücklegen. Auch wenn die Tiere Einzelgänger sind und nicht in Gemeinschaftsverbänden leben, verteidigen sie ihre Reviere nicht, sondern leben stattdessen friedlich aneinander vorbei.

Damit die Igel ihre die nächtlichen Streifzüge unternehmen können, benötigen sie Durchlässe in Zäunen und Mauern. Kleine Durchschlupfe mit einem Durchmesser von etwa 15 bis 20 Zentimetern sind in der Regel ausreichend, um einen Igel durchzulassen, halten jedoch Katzen und Hunde fern. Die intelligenten Stacheltiere merken sich übrigens ganz genau, wo sie Zäune und andere Hindernisse überwinden können und nutzen die Durchgänge immer wieder.

Achtung! Durchschlupfe für Igel dürfen keine Verletzungsgefahr für die Tiere darstellen. Achte darauf, dass keine Drahtenden aus dem Zaun herausstehen und dass sich die Tiere nicht an spitzen Steinen oder ähnlichem verletzen können .

Igel benötigen Trinkwasser

Auch Wasser darf im Garten nicht fehlen, wenn sich ein Igel niederlassen soll. Eine flache und kippsichere Wasserschale, die täglich gründlich gereinigt und neu aufgefüllt wird, bietet nicht nur Igeln, sondern auch vielen anderen Tieren vor allem in den trockenen Monaten eine Versorgung mit lebenswichtigem Wasser.

Tipp: Die technischen Möglichkeiten machen es heute sehr leicht, eine Wildkamera an einer Wasserstelle im Garten zu befestigen. Die Tiere zu beobachten, die zum Trinken zur Wasserstelle kommen, ist ein faszinierendes Erlebnis, das Kindern und Erwachsenen die heimische Natur näher bringt.

Wasser im Garten kann für Igel jedoch auch große Gefahren darstellen. Igel können zwar schwimmen, sind jedoch keine ausdauernden Schwimmer und können sich aus vielen Wassergefäßen nicht mehr retten.

Ein Igel im Garten benötigt Wasser, dennoch ist hier auch Vorsicht geboten!

Teichschalen, Regenauffangbehälter und andere Gefäße sollten daher für Igel nicht erreichbar sein. Gartenteiche mit flachen Böschungen sind ideal für die Tiere, denn dort können sie trinken und laufen nicht Gefahr, ins Wasser zu fallen. Bei steileren Böschungen hilft ein schräg aufgestelltes Brett den Igeln, das Wasser wieder zu verlassen, wenn sie hineingefallen sind.

Igelfreundlicher Garten im Sommer

Im Sommer benötigen Igel ein Schlafquartier und ein ausreichendes Nahrungsangebot. Weibliche Tiere ziehen in ihrem Nest auch ihre Jungen groß. Damit sie das Nest ausreichend auspolstern können, sollte der Garten zumindest stellenweise nicht zu aufgeräumt sein, damit der Igel Polstermaterial wie Moos oder trockenes Gras findet.

Ist der Garten grundsätzlich naturnah und artenreich gestaltet, bietet er einem Igel in der Regel genügend Nahrung. Ist dann auch noch ein Unterschlupf vorhanden, spricht nichts dagegen, dass sich Igel im Garten niederlassen und es ist meist nur eine Frage der Zeit. Wichtig ist, die nachtaktiven Tiere, die den Tag verschlafen und erst in der Dämmerung herauskommen, zufriedenzulassen und sie tagsüber nicht beim Schlafen zu stören.

Da Igel sich auch gern im Komposter niederlassen, ist beim Umsetzen des Komposts große Vorsicht geboten, um die Tiere nicht zu verletzen. Hat sich dort gar eine Igelfamilie niedergelassen, ist es am besten, mit dem Umsetzen noch einige Wochen zu warten. Die Igelkinder verlassen im Alter von etwa acht Wochen das Nest und suchen sich einen eigenen Unterschlupf.

Als Tagschläfer ziehen sich die Igel tagsüber in ihr Versteck zurück. Sie bevorzugen abgelegene und geschützte Stellen im Garten, doch bei den Gartenarbeiten kann es immer wieder zu einem Zusammentreffen zwischen Mensch und Igel kommen.

Die Igel können dabei nicht nur im Schlaf gestört, sondern auch versehentlich schwer verletzt oder getötet werden. Wichtig ist es daher, vor dem Mähen oder anderen Gartenrbeiten im Sommer die geschützten und abgelegenen Ecken des Gartens zu kontrollieren und sicherzustellen, dass sich dort keine Igel aufhalten.

Vor allem in den trockenen Monaten ist Wasser sehr wichtig für die Tiere. Auf der Suche nach etwas zu trinken können Igel in ungesicherte Wasserbehälter fallen und dort ertrinken. Wasserbehälter ohne geeigneten Ausstieg sollten daher so gesichert sein, dass Igel nicht hineinfallen können. Flache Wasserschalen an ungestörten Stellen im Garten ermöglichen es den Tieren, ihren Durst zu stillen.

Igelfreundlicher Garten im Winter

Igel halten Winterschlaf und benötigen daher im Winter vor allen Dingen ein trockenes und sicheres Winterquartier. Besonders gern nehmen sie einen Laubhaufen an einem windgeschützten Standort an. Um das Winterquartier regenfest zu machen, kann der Haufen mit Reisig abgedeckt und locker mit einer Plane bedeckt werden.

Auch Hohlräume in Steinhaufen, Holzhaufen oder Trockenmauern bieten den Tieren ein Winterquartier. Um es den Igeln etwas bequemer und einfacher zu machen, kannst du mögliche Verstecke für den Winterschlaf mit etwas Stroh auspolstern.

Ein gepflegter und ordentlicher Garten ist für jeden Gartenbesitzer eine Freude, doch der Igel freut sich über eine kleine naturbelassene Fläche, die vom menschlichen Auge oft als unordentlich und ungepflegt wahrgenommen wird. Hier gilt es, als Gartenbesitzer über seinen Schatten zu springen, wenn du einem Igel ein geeignetes Winterquartier anbieten möchtest.

Je naturnaher zumindest ein Teil des Gartens gestaltet ist, desto eher findet der Igel einen geeigneten Unterschlupf für den Winter. Stauden und Gräser sollten über den Winter stehen gelassen werden, denn sie bieten Insekten ein Winterquartier, sodass der Igel im Frühjahr nach dem Winterschlaf genügend Nahrung finden kann.

Auch bei den Frühjahrsarbeiten im Garten ist Vorsicht angesagt, wenn Igel überwintern. Alle potentiellen Igel-Verstecke sollten bis Anfang Mai möglichst zufrieden gelassen werden, um die Tiere nicht vorzeitig aus dem Winterschlaf zu wecken. Je nach Witterung schlafen die Igel bis Mitte April.

Herumwandernde Igel im Winter

Igel, die im Winter im Garten herumstreifen und nach Nahrung suchen, brauchen auf jeden Fall Hilfe. Das Überwintern eines Igels ist arbeitsintensiv und für unerfahrene Tierfreunde nicht ganz einfach.

Oft benötigen die Tiere eine medizinische Versorgung und sie müssen immer von Parasiten befreit werden, da sich Flöhe und Zecken ansonsten in der Wohnung ausbreiten können.

Ein Besuch beim Tierarzt ist also unumgänglich und mitunter mit Kosten verbunden, wenn du das Tier selbst überwintern möchtest.

So gern du selbst helfen möchtest, ist es daher in der Regel sinnvoller, sich an eine Igelhilfe oder eine Wildtierstation zu wenden und den Igel in professionelle Hände zu geben. Als Erste-Hilfe-Maßnahme kannst du einem geschwächten Igel im Winter Wasser und etwas geeignetes Futter anbieten, bevor du ihn an die Igelhilfe übergibst.

Diese Gefahren lauern im Garten für Igel

Igel finden in unseren Gärten wertvolle Lebensräume, doch das räumlich enge Zusammenleben mit dem Menschen birgt für den Igel auch viele Gefahren. Vor allem moderne Gartengeräte stellen eine große Gefahr für Igel dar.

Igel und Mähroboter

Mähroboter sind sehr praktisch, denn sie nehmen dem Gartenbesitzer viel Arbeit ab und sie sind noch dazu gut für den Rasen, der immer nur millimeterweise gemäht wird. Für Igel und andere Tiere im Garten werden die Mähroboter jedoch schnell zur tödlichen Falle.

Die kleinen Tiere werden von den Robotern oft nicht als Hindernis wahrgenommen und sie werden von den scharfen Messern verletzt oder getötet. Die Igel haben keine Chance zu entkommen, denn sie sind keine Fluchttiere und laufen bei Gefahr nicht weg, sondern rollen sich ein, was gegen einen Mähroboter mit seinen scharfen Messern keinerlei Schutz bietet.

Igel sind jedoch nachtaktiv und verlassen in der Regel erst in der Dämmerung ihren Schlafplatz. Eine Möglichkeit, Igel vor schweren Verletzungen durch einen Mähroboter zu schützen, liegt daher darin, die Geräte nur tagsüber einzusetzen. Die aktiven Zeiten von Igel und Mähroboter überschneiden sich so nicht und es besteht keine Gefahr für die stacheligen Säugetiere.

Eine weitere Möglichkeit, Igel weitgehend vor Verletzungen durch Mähroboter zu schützen, ist die sogenannte Apfelschürze. Sie ist eigentlich zum Schutz der Mähroboter gedacht, um das Mähwerk vor Beschädigungen durch Fallobst zu schützen.

Die Apfelschürze besteht aus einem schmalen, flexiblen Streifen und wird vorn am Mähroboter angebracht. Kleine Hindernisse, die nicht groß genug sind, um den Mähroboter zu einem Richtungswechsel zu bringen, werden durch die Apfelschürze davor bewahrt, übergemäht zu werden und werden stattdessen zumindest in der Theorie vor dem Mähroboter hergeschoben. Einen sicheren Schutz vor Verletzungen stellt diese Methode jedoch nicht dar.

Auch die Empfehlung, einen lauteren Mähroboter zu nutzen, schließt schwere Verletzungen beim Mähen in der Dämmerung oder Dunkelheit nicht aus, da Igel wie erwähnt keine Fluchttiere sind.

Igel und Laubsauger beziehungsweise Laubbläser

Laubsauger und Laubbläser stellen für Igel gleich mehrere Gefahren dar. Manche Laubsauger sind mit einem Häckselwerk ausgestattet und können mit ihren hohen Saug-Geschwindigkeiten von mehr als 150 Stundenkilometern auch Säugetiere wie kleine Igel einsaugen und töten.

Der große Lärm der Geräte schreckt außerdem Igel aus dem Winterschlaf auf oder sie verlieren in ihrem Quartier im Laubhaufen buchstäblich das Dach über dem Kopf. Doch das ist noch nicht alles, die Laubsauger und Laubbläser berauben den Igel auch einer wichtigen Nahrungsquelle, denn im Laub leben zahlreiche Käfer, Würmer und kleine Insekten, die dem Igel als wichtige Nahrung dienen.

Laub schützt im Winter den Boden vor Frost und vor dem Austrocknen. Ist es im Frühjahr verrottet, bildet es einen wertvollen Dünger und es kann zum Mulchen oder zum Auflockern des Komposts verwendet werden. Hier zeigt sich wieder einmal, wie eng in der Natur alle Lebenskreisläufe zusammenhängen.

Weitere Gefahren für Igel im Garten

  • In ungesicherten Wasserbehältern oder Gartenteichen mit steiler Böschung können Igel ertrinken. Eine Abdeckung oder eine Ausstiegshilfe verhindern, dass das Wasser zur Todesfalle wird
  • Igel suchen gern in Holzstapeln Unterschlupf. Ein aufgeschichteter Reisighaufen für ein Osterfeuer kann daher für sie zur tödlichen Falle werden. Vor dem Anzünden muss das Holz unbedingt umgeschichtet werden
  • Rattengift, Schneckenkorn, chemischer Dünger und andere Gifte im Garten entziehen dem Igel seine Nahrungsgrundlage und können auch das Tier selbst schädigen
  • Schächte und Kelleraufgänge können für Igel zur Falle werden, aus der sie nicht wieder herauskommen. Gefährliche Stellen können durch eine Abdeckung oder eine Ausstiegshilfe entschärft werden
  • Igel können sich in Netzen verfangen, die Obst und Gemüse vor Vögeln schützen sollen. Ein Abstand zum Boden von etwa 30 Zentimetern stellt sicher, dass die Netze für Igel nicht zu einer Gefahr werden

Keine Igel erwünscht?

Igel sind nützliche Gartenbewohner, aber dennoch möchte nicht jeder Gartenbesitzer die Tiere im Garten haben. Die Vertreibung von Igeln aus dem Garten ist jedoch gar nicht so einfach und auch nicht ohne weiteres erlaubt.

Igel gelten nach dem Bundesnaturschutzgesetz als besonders geschützte Tiere und es ist verboten, sie zu fangen, zu verletzen oder gar zu töten.

Einen Igel, der sich im Garten eingenistet hat, einfach einzufangen und woanders auszusetzen, ist daher keine Möglichkeit, da dieses Verhalten gesetzlich verboten ist. Ebenso verboten ist natürlich das Vergiften oder eine andere Bekämpfung des Igels. Es bleibt in diesem Fall nur, den Aufenthalt im Garten so unattraktiv wie möglich zu machen, indem ihm die Suche nach einem Schlafplatz erschwert wird.

Sollen sich gar nicht erst Igel im Garten ansiedeln, ist vor allem ein fester und undurchdringlicher Zaun hilfreich, damit die Igel nicht in den Garten kommen. Stehen dem Igel weder Unterschlupf noch Nahrung im Garten zur Verfügung, wird er sich ebenfalls nicht ansiedeln.

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