Ingwerpflanze aus der Knolle heranziehen

Ingwerpflanze aus der Knolle heranziehen

Die Ingwerknollen werden im Handel angeboten, und von vielen als Gewürz und Nahrungsergänzung bzw. Heilmittel geschätzt. Doch wer sich gern aus einer solchen Knolle eine Pflanze heranziehen möchte, kann dies mit den folgenden Hinweisen versuchen.

Da die Knolle eigentlich die Wurzel der Pflanze ist, kann sie als Grundlage der Anzucht benutzt werden. Wir zeigen im Folgenden, wie dies möglich ist und wie man die herangewachsene Pflanze pflegt, um selbst Ingwerknollen ernten zu können.

  • Wozu wird Ingwer verwendet?
  • Wie kann man die Ingwerpflanze vermehren?
  • Wann wird geerntet?
  • Kann die Pflanze als Dekoration genutzt werden?

Das ist Ingwer

Ingwer, wie wir ihn kennen, ist lediglich das Rhizom, also die verdickte Wurzel der Pflanze. Diese Ingwerknolle wird als Gewürz bzw. Lebensmittel verwendet. Aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung ist sie als Heilmittel beliebt. Ingwer soll vor Erbrechen schützen und ist als Aphrodisiakum sehr begehrt.

Als Gewürz wird Ingwer frisch oder auch gemahlen benutzt, er kann getrocknet werden oder wird fertig verarbeitet als Gewürz angeboten. Zu Fisch und Meeresfrüchten wird der Geschmack empfohlen, zu Geflügel oder Lamm, aber auch an Marmeladen, Chutneys und Soßen gilt er als schmackhaftes Gewürz.

Ganz besonders bekannt ist Ingwer in Getränken, vor allem im Ginger-Ale. Die Limonade schmeckt stark nach Ingwer, und ist neben Ingwer-Tee das am häufigsten hierzulande gebräuchliche Getränk mit Ingwer.

Des Weiteren ist Ingwer eingelegt üblich. In Sirup eingelegte Stücke des frischen Ingwers werden auch als Ingwer-Nüsse bezeichnet. Die Stücke können auch kandiert oder mit Schokolade überzogen angeboten werden. Der aus Japan stammende, in Essig eingelegte Ingwer, ist unter dem Namen Gari bekannt und wird in Sushi-Restaurants angeboten.

Als Heilmittel ist Ingwer besonders im asiatischen Raum bekannt. Der zähflüssige Balsam aus der Wurzel besteht aus ätherischen Ölen und einem Anteil von Scharfstoffen, der häufig zu Heilmitteln weiterverarbeitet wird.

Hinweis: Ingwer wird hierzulande zur Behandlung von Rheuma, Muskelschmerzen und Erkältungen verwendet.

Das Vorkommen und die Verbreitung

Ingwer wächst vor allem in tropischen und subtropischen Regionen, und wird in Plantagen angebaut. Nach ca. 8 Monaten kann der Ingwer geerntet werden, und das noch junge Rhizom weiterverarbeitet. Erst nach weiteren ca. 8 Monaten erfolgt jedoch die Haupternte, die getrocknet und pulverisiert wird. Hauptanbauländer sind Indien, Nigeria und die VR China.

Die Ingwerpflanze selbst ziehen

Die Verwendung von Ingwer erlebt derzeit einen regelrechten Hype, weshalb es nicht verwundert, dass die Pflanze auch selbst angebaut werden soll. Diese könnte man kaufen, aber viel mehr Spaß hat man, wenn selbst versucht wird, aus einer Knolle eine Pflanze zu ziehen, und dann die eigene Ernte zu genießen.

Zunächst wird dafür nur der Rest einer Knolle benötigt. Wer dies vorhat, sollte zu einer Bio-Ingwerknolle greifen. Von dieser wird ein etwa 5 cm langes Stück abgeschnitten. Dieses legt man für ca. 12 Stunden in laufwarmes Wasser, und füllt einen Blumentopf zu etwa zwei Drittel mit nährstoffreicher Erde. Der Ingwer wird nach dem Bad im Wasser mit der Schnittfläche nach unten in die Erde gesetzt und leicht mit dem Substrat bedeckt. Die Erde über der Knolle sollte ca. 2 cm dick sein.

Anschließend wird der Topf an einen hellen, warmen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung gestellt. Dort sollte er nur mäßig gegossen werden; gerade so, dass die Erde feucht bleibt, aber nicht nass.

Eine Folie über dem Topf sorgt für das richtige Klima wie im Gewächshaus. Nach einigen Wochen sollte sich ein kleiner, grüner Trieb zeigen. Dann ist es Zeit, dass die Pflanze in einen größeren Topf umzieht.

Tipp: Für das Feuchthalten der Erde eignet sich eine Sprühflasche. So kann es nicht so leicht zu viel werden beim Gießen.

So kultiviert man die Pflanze weiter

Hat sich die Pflanze ausgebildet und ist in einen größeren Topf umgezogen, wird sie an einen sonnigen Ort gestellt und täglich gegossen. Eine Düngergabe ist nicht nötig.

Nach etwa 8 Monaten färben sich die Blätter gelb und die Knolle kann geerntet werden. Am besten eignet sich für die Neuanlage einer solchen Pflanze der Frühling.

Die Pflanze ist bis dahin eine dekorative Grünpflanze auf dem Balkon oder der Terrasse. Sie wird bis zu 1,20 Meter hoch. Natürlich kann auch eine direkte Pflanzung in den Garten erfolgen. Das Grün der Ingwerpflanze erinnert an Bambus und ist entsprechend schilfartig. Und sogar Blüten treibt die Pflanze aus: Sie leuchten in kräftigem Violett/pink. Dazu verströmen sie einen feinen Geruch.

Tipp: Erntet man die Knollen, können diese sehr gut für eine neue Pflanze verwendet werden. Denn diese ist garantiert Bio.

Die Ernte

Für die Ernte ist es Zeit, wenn sich die Blätter gelb verfärben. Dann gräbt man die Knolle aus. Für den Verzehr sollten vorwiegend die junge Teile verwendet werden. Diese erkennt man an der hellen Färbung, zumal die jungen Knollen außen glatter aussehen.

Die Reste können im Topf verbleiben und man kann versuchen, diesen zu überwintern. Hell und kühl kann das gelingen, und die Pflanze treibt im Frühling neu aus. Gegossen wird sie im Winter nicht – dafür bekommt sie im nächsten Jahr frische Erde und einen neuen Topf. Dabei kann man die Pflanze auch teilen.

Weitere Vermehrungsmethode: Regrowing

Ingwer lässt sich auch über das sogenannte Regrowing vermehren. Dabei handelt es sich um eine Methode, bei der Küchenabfälle pflanzlicher Natur wieder zu neuen Pflanzen werden. Aus vielen Resten, die beim Zubereiten von Gemüse entstehen, lassen sich neue Pflanzen ziehen. Prinzipiell geht das bei all Jenen, die aus einer sogenannten Sprossachse ausgebildet werden.

Möglich ist das beispielsweise bei Ananas, Basilikum oder Kartoffeln, oder eben auch bei Ingwer. Es handelt sich um die Stecklingsvermehrung, die hierzu herangezogen wird.

Beim Ingwer geht man dazu wie folgt vor: Der Rest Ingwer, der beim Kochen übrig geblieben ist, wird an einen hellen Ort gelegt. Dort zeigen sich über Kurz oder Lang neue Triebspitzen. Ebenfalls möglich: das Rhizom in kleine Stücke schneiden und mit den Augen nach oben in Wasser legen. So bilden sich ausreichend Triebe und Wurzeln, um die Pflanze einzusetzen.

Tipp: Das Regrowing lässt sich auch gut mit anderen Pflanzen ausprobieren. Üblich und immer von Erfolg gekrönt ist die Kartoffel, aber auch mit Ananas lohnt ein Versuch, über den Strunk eine neue Pflanze auszubilden.

Fazit

Wer gern experimentiert oder sich gern den eigenen Ingwer heranziehen möchte, kann dies über die Vermehrung der Knolle versuchen. Der Erfolg ist recht vielversprechend und fast immer bildet sich eine neue Pflanze aus. Allerdings braucht es bis zur Ernte eine ganze Weile.

Wer mag, kann deshalb mehrere Pflanzen in einigem Abstand ziehen, sodass er immer mal wieder ernten kann. Dann sollte es allerdings eine Kübelpflanze sein, weil im Garten ausgepflanzt der Winter dazwischenkäme, den der Ingwer nicht verträgt. Falls du dich dafür interessierst, kannst du gern unseren Beitrag „Pflanzenkübel – die wichtigsten Aspekte in der Übersicht“ lesen.

FAQ

Wie lässt sich Ingwer aus der Knolle vermehren?

Ein Stück Ingwerknolle kann entweder mit der entsprechenden Vorbehandlung direkt in Erde gesetzt werden, oder man bedient sich des Regrowings. Beides ist bei Ingwer sehr erfolgversprechend.

Wie lange dauert es, bis man die neue Knolle ernten kann?

Dafür muss man etwa mit einem dreiviertel Jahr rechnen. Es ist gut sichtbar, wann die Knolle reif ist, da sich dann die Blätter gelb färben.

Wo kann man die Pflanze aufstellen?

Die Ingwer-Pflanze wird recht hoch – man muss bis zu einem Meter zwanzig rechnen. Aus diesem Grund ist sie meist in der Wohnung im Weg. Sie macht sich aber sehr gut als Kübelpflanze auf dem Balkon, auf der Terrasse, oder direkt in die Erde gepflanzt im Garten.

Ist die Ingwer-Pflanze dekorativ?

Die grüne Pflanze ähnelt einem Bambus und kann durchaus als Dekoration auf der Terrasse dienen. Blüht die Pflanze sogar, ist dies ein sehr hübscher Hingucker, denn sie blüht pink-violett, und riecht dazu noch auffallend gut.

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