Eine Kiribaum-Plantage

Kiribaum: Ein majestätischer Baum mit faszinierender Geschichte und vielfältiger Bedeutung

Der Kiribaum ist unter vielen Namen bekannt. Blauglockenbaum, Paulownia oder Kaiserbaum sind ebenfalls gängige Namen für diesen Baum. Er wird sowohl als Zierbaum als auch als Forstbaum zur späteren Ernte als Bauholz, aber zur Anfertigung von Möbeln und Innenausstattungen. Wer sich für den Kiribaum ernsthaft interessiert, sollte sich zunächst fragen, ob in seinem Garten ausreichend Platz zur Verfügung steht.

Schnell wird im privaten Bereich sein schnelles Wachstum unterschätzt und dann ist er mit einem Mal so groß. Andererseits ist der Kiribaum so majestätisch, dass man sich irgendwie auch nicht gegen ihn entscheiden. Eines aber ist sicher: Mit all seinen tollen Eigenschaft wird er oftmals unterschätzt.

Der Ursprung des Kiribaums

Auch wenn der Kiribaum heute in vielen Ländern der Welt heimisch geworden ist, stammt er doch ursprünglich aus dem mittleren wie auch dem westlichen China. Dort wachsen sie in Regionen, die eine Höhe zwischen 500m und 1.800m ü. N.N. aufzeigen. Auch heute noch wird dieser Baum in China in folgenden Regionen mit anderen Baumarten als Wirtschaftsbaum angepflanzt: Sichuan, Shanxi, Shaanxi, Gansu, Henan, Hubei, Liaoning, Jiangxi.

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts hat dieser Baum immer mehr in Europa und Nordamerika sowohl Parkanlagen, Straßen und auch private Gärten verschönert. Heute finden wir ihn weltweit in fast allen Regionen. Ob im Gebirge oder in der gemäßigten Klimazone, dieser Baum scheint sich einfach überall wohlzufühlen. So finden wir ihn in

  • Mitteleuropa
  • Südosteuropa
  • Zentralamerika
  • Nordamerika
  • Mittlerer Osten
  • Afrika
  • Und selbstverständlich in Asien

Je nach Region kann dieser Baum bis zu 25m hoch werden. Dabei kann er einen Durchmesser von 35cm bis zu 2m erreichen.

Welcher Standort passt am besten zum Kiribaum?

Der Kiribaum braucht viel Licht. Dies ist aber auch schon der einzige „besondere“ Anspruch, den er stellt. Er kommt mit kargen oder degradierten Böden ebenso zurecht wie mit einem nährstoffreichen. Eines aber muss Voraussetzung sein – durchlässig sollte er sein, gerne auch sandig oder leicht lehmig. Der Kiribaum ist ein Tiefwurzler, sodass auch die tiefere Bodenstruktur dementsprechend gefertigt sein sollte. Auf Felsen also kann er nicht zurechtkommen.

Der Kiribaum kann übrigens zwischen 60 und 80 Jahre alt werden. Für jeden privaten Gartenbesitzer ist dies eine Information, die man unbedingt haben sollte. Schließlich wird dieser Baum irgendwann viel Platz im Garten einnehmen.

Sei achtsam mit dem Wasser, denn dieser Baum verabscheut Staunässe. Sollte sich der Boden verdichtet haben, ist es wichtig, Drainagematerial einzubringen. Bewässert werden muss er nur in Zeit langer Trockenheit. Doch selbst dann ist er sehr genügsam. Er kann nämlich in Regionen mit bis zu 50°C problemlos gut wachsen. Auch Kälte macht dem erwachsenen Baum nichts aus. Bis zu -24°C sind für ihn kein Problem.

Regionen allerdings, in denen der Wind regelmäßig und mit großer Stärke weht, sollten für den Anbau gemieden werden. Diese Angaben gelten für den „erwachsenen“ Baum. In der Anfangsphase, wenn der Baum sein Wurzelwerk noch ausbreiten muss, ist es gerade in trockenen Regionen notwendig, ausreichend Wasser zur Verfügung zu stellen, allerdings ohne Staunässe zu produzieren. Ist das Wurzelwerk derart ausgebildet, dass die Wurzeln das Grundwasser erreichen, kann man die zusätzlichen Wassergaben einstellen.

Die Blätter des Kiribaums
Die Blätter des Kiribaums

Der beste Pflanztermin

Im Gegensatz zu den meisten Baumarten sollte der Kiribaum erst ab Ende April bis Anfang Juni gepflanzt werden. Der Grund ist in der Kälteempfindlichkeit der Jungpflanzen zu finden. Da sich bis zu den Eisheiligen immer wieder Nachtfröste anmelden können, sollten die Jungpflanzen auf jeden Fall vor den Frösten geschützt werden. Sollte es doch zu Erfrierungen kommen, brauchst du dir aber keine Gedanken machen. Denn für gewöhnlich treibt der Kiribaum aus den Wurzeln noch einmal neu aus.

Auch wenn der Kiribaum als schnell wachsender Baum gilt, wirst du dich in den ersten Wochen gedulden müssen. Denn in dieser Zeitspanne ist das Wachstum eher langsam. Das liegt daran, dass sich zunächst ein umfangreiches Wurzelwerk bilden muss. Erst wenn dies vorhanden ist, klappt es auch mit dem schnelleren Höhenwachstum. Nur wenn die Wurzeln stark und gut verzweigt sind, kann die Pflanze ausreichend Nährstoffe aus dem Boden ziehen und ins das Höhenwachstum stecken.

Wie wird der Boden für den Kiribaum vorbereitet?

Grundsätzlich ist die Oberfläche des Bodens aufzulockern. Ein tiefes Umgraben wird empfohlen. Sollten sich im Boden Sperrschichten befinden, die den Wasserabfluss stören könnten, sind diese unbedingt zu durchbrechen. Denke daran, dass er keine Staunässe mag. Eine Tiefenlockerung aber ist nicht zwingend notwendig. Diesbezüglich kannst du dich gerne an die Empfehlung „nur handeln, wenn absolut notwendig“ halten und dir unnötige Arbeiten ersparen.

Unterstützung der Jungpflanzen

So schnell der erwachsene Baum seine Artgenossen in Bezug auf die Höhe abhängen mag, so sehr bedarf die Jungpflanze die Unterstützung des Gärtners. Rund zwei Jahre dauert es, bis der Kiribaum sich gegen die konkurrierende Vegetation durchsetzen kann. Dies gilt auch für unerwünschte Kräuter oder Wildwuchs aus dem Rasen. Mindestens ein Radius von 0,5m um die Jungpflanze herum, sollte die gesamte Vegetation entfernt werden. Eine Mulchplatte, Unkrautvlies oder ähnliches, das das Unkraut zurückhält, sollte in einem 1m-Radius ausgelegt werden. Prüfe regelmäßig, ob sich nicht doch Unkraut hindurch mogelt. Wenn ja, entferne es, um dem Baum nicht die Kraft zu rauben.

Muss der Kiribaum gedüngt werden?

Besonders in den ersten zwei Jahren kann der Kiribaum Unterstützung durch Düngung vertragen. Hierzu sollte Volldünger genutzt werden. Diesen kann er am besten umsetzen. Hierfür eignet sich der Monat Mai am besten. Selbstverständlich kann auch gut abgelagerter Kompost eingesetzt werden.

Die Pflege des Kiribaumes

Im zweiten Jahre ist ein Rückschnitt des Jungbaumes notwendig, um ihn in der richtigen Form wachsen zu lassen. Da der Baum sich im ersten Jahr überwiegend auf die Entwicklung des Wurzelwerkes konzentriert, ist der Trieb des ersten Jahres nicht so stark, wie man es sich wünscht. Nach dem Rückschnitt im zweiten Jahr kann er stärker als vorher wachsen und somit einen stabilen Stamm hervorbringen. Vielleicht ist dies im privaten nicht ganz so ein wichtiger Punkt.

Wer sich den Kiribaum als Rohstoffreserve pflanzen möchte, tut gut daran, für einen stabilen Stamm zu sorgen, der später entsprechend Rohholz hervorbringt. Der Rückschnitt erfolgt bis zum Erdboden. Dies geschieht direkt zu Beginn des zweiten Wachstumsjahres. Beginnt die Vegetationsphase, so treiben die Wurzeln erneut aus und zwar mit einem Trieb, der den vorherigen um Längen an Kraft, Stärke und Durchmesser übertrumpft. Aufgrund des größeren Durchmessers können größere Mengen an Nährstoffen und natürlich Wasser transportiert werden, was wiederum das Wachstum vorantreibt. Es erfolgt schneller und effektiver. Du wirst es erleben, wenn du dich an diesen Tipp hältst.

Es kann durchaus passieren, dass bei einem Trieb die oberen 10 – 15 Zentimeter im Winter zurückfrieren. Dies liegt daran, dass die Pflanze innerhalb des ersten Jahres nicht in der Lage gewesen ist, den Stamm ausreichend zu verholzen. Sie hat sich zu sehr mit dem Wurzelwerk beschäftigt. Erfriert der Trieb, erfriert auch die so genannte Terminalknospe, die den Stamm weiter nach oben bringen sollte.

Treibt der Kiribaum nun neu aus, wird das Höhenwachstum von den Seitentrieben, die sich neu bilden übernommen. Du erhältst also ein dipodiales Wachstum der Seitentriebe, die nun anstelle des Haupttriebes in die Höhe wachsen. Für den privaten Garten ist dies ein nettes Bild. Soll das Holz gewerblich verwertet werden, ist diese Entwicklung zu vermeiden.

Die Blüte des Kiribaums
Die Blüten des Kiribaums bilden auffällige, duftende und hängende Kätzchen, die im Frühling eine beeindruckende Pracht entfalten.

Gibt es Schädlinge, die dem Kiribaum schaden können?

Die erwachsenen Kiribäume sind sehr widerstandfähig. Nicht einmal der Asisatische Laubbockkäfer (Anoplophora glabripennis) kann ihr Schaden zufügen. Und dieser Bockkäfer macht sich sonst tatsächlich an jeden Baum heran.

Allerdings gilt es auch in diesem Punkt, auf die Jungpflanzen zu achten. Leimlings- und Wurzelfäulen können auftreten.

In seltenen Fällen kann es zu der so genannten Verzweigungshypertrophie kommen, die gerne auch Hexenbesenkrankheit genannt wird. Sie wird durch Mykoplasmen ausgelöst, die von pflanzensaftsaugenden Insekten übertragen wird. Wird die Jungpflanze davon befallen, kann es zum Tod dieses Baumes kommen.

Wer Angst vor Wildverbiss hat, kann sich beruhigt zurücklehnen. Denn irgendwie scheint der Kiribaum dem Wild nicht zu schmecken. Sie lassen ihn weitestgehend in Ruhe. Richtig – die Blätter sind für das Wild sogar sehr schmackhaft. Die Rinde aber lassen sie links liegen, was den Erhalt des Baumes mit sich bringt. Aufgrund ihres fantastischen Regenerationsvermögens ist es dem Kiribaum möglich, diesen Schaden auszugleichen.

Achtung – Frostrisse

In Regionen, in denen es tagsüber noch recht warm ist, die Temperatur aber zur Nacht sehr schnell absinkt, kann es aufgrund der Oberflächenspannung des Baumes, die sich nicht so schnell anpassen kann, zu den gefürchteten Frostrissen kommen. Die jungen Bäume sind davon mehr betroffen als die älteren. Wie wir aber wissen, hilft der Weißanstrich, der auch andere Baumarten bei diesem Problem unterstützt. Richte dich nach der Gebrauchsanweisung des Herstellers.

Was ist verfrühter Wassereinschuss?

Der Safteinschuss bezeichnet den Beginn der neuen Blatttriebe. Ausschließlich laubabwerfende Bäume sind also von diesem Problem betroffen. Der Safteinschuss wird von den auslösenden Ereignissen der Natur bestimmt. Jedoch kann es diesbezüglich zu Problemen kommen, wenn es beispielsweise bereits Anfang März so warm ist, dass der Saft einschießt, sich aber nach kurzer Zeit doch erneut stärkere Fröste anmelden.

Jungpflanzen sind diesbezüglich noch nicht so widerstandsfähig wie die älteren Bäume, deren Stämme bereits verholzt sind. So kann es dem Jungbaum passieren, dass der Frost auch die saftführenden Schichten erreicht und er, wortwörtlich, erfriert. Die befallenen Stellen werden später im Wachstum von gesundem Gewebe umgeben.

Trotzdem kann es aufgrund der unterschiedlichen Oberflächenspannung zu Rissen in der Rinde kommen, ganz so wie wir es bereits bei den Frostrissen kennen.

Ein Baum, der einen Sonnenbrand bekommen kann

Richtig, Bäume besitzen für gewöhnlich eine Art Selbstschutz, wenn es um die tägliche Sonneneinstrahlung geht. Einerseits sind es die eigenen Blätter, die einen Schutz gewähren. Andererseits sind es die Bäume in der direkten Umgebung, die ebenfalls für Sonnenschutz sorgen. Gibt es allerdings keine Bäume in der direkten Umgebung, kann es dem Kiribaum passieren, dass er tatsächlich einen Sonnenbrand bekommen.

Die Rinde kann durch die Sonne derart stark erhitzt werden, dass die Schicht zwischen Rinde und dem Holz, die Kambium genannt wird, sogar austrocknen kann. Dies würde den Transport von Wasser und Nährstoffen an dieser Stelle des Baumes unterbinden. Es käme zu einer sich fortsetzenden Austrocknung der Rinde, einem Aufreißen und Abblättern. Theoretisch ist es möglich, dass neues Gewebe sich über dieser Stelle ausbreitet.

Wahrscheinlicher ist aber, dass zuvor Insekten und schädliche Erreger eindringen und den Baum schädigen. Insbesondere Pilzerkrankungen verschaffen sich auf diese Weise Zugang zu dem eigentlich resistenten Baum. Da es wieder die Jungbäume sind, die eine besonders dünne Rinde aufweisen, sollte man sie auch im Sommer durch den Weißanstrich schützen. Denke daran, wenn du diesen Baum einzeln stehen hast.

Die besonderen Eigenschaften, die den Kiribaum so beliebt machen

Nun hast du schon viel über den Kiribaum erfahren. Aber die wichtigsten Eigenschaften kennst du noch gar nicht.

  • Bienenfreund: Ja, die blauen Blüten dieses Baumes, die im April und Mai blühen, wenn das Nahrungsangebot für die blütenliebenden Insekten noch relativ gering ist, werden von den Insekten begeistert angenommen.
  • Humusanreicherung: Wo der Kiribaum gepflanzt ist, steigt der Stickstoffgehalt, der für eine schnelle Zersetzung von Blättern und anderen organischen Abfällen zuständig ist. Der erhöhte Gehalt an Nährstoffen im Boden, der auf diese Weise entsteht, fördert das eigene Wachstum wie auch das anderer Pflanzen.
  • DER Schattenspender: Okay, es dauert eine Weile bis der Kiribaum so groß ist, dass er seiner Umgebung Schatten spenden kann. Hat er diese Größe aber erreicht, ist es einfach toll, unter ihm Platz nehmen und den Sommer genießen zu können.
  • Filter für Schadstoffe: Der Kiribaum besitzt die tolle Eigenschaft, viele Giftstoffe aus der Luft binden zu können. Damit wird die Luft in ihrer direkten Umgebung stark verbessert. Kein Wunder also, dass sich immer mehr Stadtplaner zu einem vermehrten Pflanzen des Kiribaumes entschließen.
  • CO²-bindender Baum: Auch das Binden von CO² macht ihn zu einem wertvollen Verbündeten. So kann dieser Baum in einer Lebenszeit von 20 Jahren rund 46 Mal so viel CO² binden wie die Deutsche Eiche. Somit ist er in Zeiten des CO²-Überschusses in der Atmosphäre immer eine gute Wahl.

FAQ

Wie groß wird der Kiribaum?

Der Kiribaum kann pro Jahr bis zu einem Meter wachsen. Damit ist er im Alter von 15 Jahren 15 Meter hoch. Seine maximale Höhe liegt bei circa 25 Metern.

Ist ein Kiribaum winterhart?

Ja, der Kiribaum ist winterhart. Lediglich die Jungbäume sollten vor Frost geschützt werden.

Wie schnell wächst Kiribaum?

Der Kiribaum gehört zu den am schnellsten wachsenden Bäumen der Erde. Bis zu einem Meter Höhe kann er pro Jahr gewinnen.

Ist der Kiribaum giftig?

Ja, alle Teile des Baumes enthalten Toxine, die sowohl für den Menschen als auch für Tiere leicht giftig sind. Die Toxine sind auch der Grund für die Ungenießbarkeit aller Teile des Baumes.

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