Kräuter düngen

Kräuter düngen

Kräuter düngen: Einige Kräuter brauchen nicht gedüngt werden, während andere auf zusätzliche Nährstoffe angewiesen sind. Nicht immer muss der Dünger gekauft werden. Er kann auch aus Hausmitteln oder biologisch aus Gartenabfällen hergestellt werden.

Welche Kräuter sollten gedüngt werden?

Die Ansprüche der Kräuter sind sehr unterschiedlich, manche benötigen sehr wenige Nährstoffe, während andere oft gedüngt werden müssen. Unterschieden wird nicht nur nach Kräutern, sondern auch darin, welchen Standort sie haben.

  • Kräuter im Topf oder auf dem Balkon brauchen mehr zusätzliche Nährstoffe, als die im Garten.
  • Mediterrane Kräuter sollten generell wenig oder gar nicht gedüngt werden, da diese einen geringen Nährstoffbedarf haben.
  • Als Faustregel gilt: Kräuter mit kleinen Blättern werden nicht gedüngt.
  • Andere Kräuter, wie Zitronenverbe, Schnittlauch und Liebstöckel sind auf einen zusätzliche Nährstoffzufuhr angewiesen.

Wann sollten Kräuter gedüngt werden?

Wann und wie oft Kräuter gedüngt werden sollten, hängt zum einen vom Nährstoffbedarf ab und zum anderen, ob sie sich im Garten befinden oder in einem Topf oder auf dem Balkon wachsen.

Kräuter Garten Topf
Bärlauch Im Frühjahr düngen Einmal im Monat düngen
Basilikum Im Frühjahr düngen Einmal im Monat düngen
Bohnenkraut Nicht düngen Nicht düngen
Borretsch Im Frühjahr düngen Einmal im Monat
Dill Im Frühjahr düngen Alle drei Monate düngen
Estragon Im Frühjahr düngen Einmal im Monat düngen
Kresse Nicht düngen Nicht düngen
Lavendel Nicht düngen Nicht düngen
Liebstöckel Im Frühjahr düngen Einmal im Monat düngen
Majoran Nicht düngen Nicht düngen
Minze Im Frühjahr düngen Einmal im Monat düngen
Oregano Im Frühjahr düngen Alle drei Monate düngen
Petersilie Im Frühjahr düngen Einmal im Monat düngen
Rosmarin Nicht düngen Nicht düngen
Salbei Im Frühjahr düngen Alle drei Monate düngen
Schnittlauch Im Frühjahr düngen Einmal im Monat düngen
Thymian Nicht düngen Nicht düngen
Zitronenmelisse Im Frühjahr düngen Alle drei Monate düngen
Zitronenverbe Im Frühjahr düngen Einmal im Monat düngen

Welcher Dünger für Kräuter?

Für die Kräuter gibt es verschiedene Dünger zu Auswahl, die im Beet oder auf dem Balkon angewendet werden:

  • Organische Dünger stammt aus der Natur oder dem eigenen Garten. Dazu gehören zum Beispiel Kompost, Hornspäne, Pferdemist, Kaffeesatz und Eierschalen. Für gewöhnlich werden diese Dünger von den Pflanzen nur langsam aufgenommen, weshalb sie als Langzeitdünger im Einsatz sind.
  • Flüssige Mineraldünger werden von den Pflanzen schnell aufgenommen. Sie sind besonders gut geeignet, um kränkelnde Kräuter schnell aufzupeppen. Außerdem sollten Hydrokulturen mit flüssigem Dünger versorgt werden.

Für die Versorgung der Kräuter sind unterschiedliche Bestandteile wichtig:

  • Zur Unterstützung der Blattbildung hilft Stickstoff.
  • Das Wachstum wird von Kalium gefördert.
  • Für die meisten Kräuter sind Magnesium und Eisen wichtige Nährstoffe.
  • Kräuter, bei denen du die Blüten ernten möchtest, sollten mit phosphorhaltigem Dünger versorgt werden.
  • Einige Kräuter, wie Borretsch und Lavendel, benötigen zusätzlich etwas Kalk.

Mit Kompost düngen

Kompost ist ein idealer Dünger für Kräuterpflanzen, die einen mittleren Nährstoffbedarf haben und im Garten stehen. Dazu gehören zum Beispiel Estragon, Liebstöckel und Kerbel.

Der Kompost sollte eine gute Qualität haben, dunkel sein und nicht stinken. Mit dem Kressetest findest du leicht heraus, ob der Kompost reif ist. Dafür einfach etwas Kresse aussähen. Wenn dieser schnell keimt, kann der Kompost als Dünger verwendet werden.

Wichtig ist, dass der Kompost in Erde eingearbeitet wird, damit die Nährstoffe freigesetzt werden können.

Wer keinen eigenen Komposter besitzt, kann auch die abgestorbenen Blätter und Pflanzenteile der Kräuter in die Erde einarbeiten. Auch so werden sie mit wichtigen Nährstoffen versorgt.

Hornspäne als Dünger für Kräuter

Hornspäne, die man in Deutschland kaufen kann, stammen zum größten Teil aus Südamerika. Das liegt daran, dass die meisten Rinder in Deutschland bereits als Kälber enthornt werden, damit sie sich im Stall nicht gegenseitig verletzen.

In Hornspänen ist Sulfat und Phosphat enthalten, sowie 12 bis 15 Prozent Stickstoff. Die frischen Hornspäne sollten nicht muffig riechen, sondern eher, wie frisch geraspelte Hufe.

Ideal ist es, die Hornspäne im Herbst oder im Frühjahr in die Erde einzuarbeiten. Der Stickstoff wird über das Jahr verteilt langsam und kontinuierlich freigesetzt.

Wenn du eine schnellere Wirkung wünschst, solltest du Horngries oder Hornmehl in die Erde einarbeiten. Auch das Vermischen der Hornspäne mit Kompost beschleunigt die Freigabe des Stickstoffs.

Pferdemist als Kräuterdünger

Auch Pferdemist ist ein guter Langzeitdünger für Kräuter. Er sollte jedoch niemals frisch auf die Erde gegeben werden, da er die Wurzeln zerstören kann. Am besten ist es, wenn der Pferdemist 12 Monate lang kompostiert oder abgedeckt über den Winter gelagert wird.

  • Der Pferdedung sollte von gesunden Tieren stammen.
  • Im Frühjahr wird der Mist auf die Erde gegeben und locker eingearbeitet.
  • Der Dung darf nicht faulen.

Ein Nachteil von Pferdemist kann sein, dass auch unverdaute Haferkörner auf das Beet gelangen und zu keimen beginnen.

Brennnesseljauche als Kräuterdünger

Die Brennnesseljauche ist ein hervorragender Kräuterdünger, da er viele Nährstoffe enthält. Das Gute ist, dass die Jauche selbst hergestellt werden kann und eine Überdüngung der Pflanzen nicht möglich ist:

  1. Sammle etwa ein Kilo Brennnesseln. Wenn du magst, kannst du noch einige Schachtelhalme hinzufügen. Diese enthalten viel Kieselsäure, machen die Kräuter widerstandsfähiger und hemmen das Wachstum von Pilzsporen.
  2. Die Brennnesseln werden zerkleinert in einen Eimer gegeben und mit 10 Litern Regenwasser übergossen.
  3. Stelle den Eimer an einen sonnigen und warmen Ort.
  4. Eine Handvoll Steinmehl in der Brühe verringert den unangenehmen Geruch.
  5. Ein Tuch über dem Eimer verhindert, dass Mückenlarven darin ansiedeln können.
  6. Jeden Tag wird die Jauche umgerührt.
  7. Nach etwa zwei Wochen ist der Gärprozess abgeschlossen. Du erkennst es daran, dass sich keine Blasen mehr in der Flüssigkeit bilden.
  8. Gieße die Flüssigkeit durch ein Sieb. Die Pflanzenteile können kompostiert werden.
  9. Die Jauche verdünnst du in einem Verhältnis von 1:10 mit Wasser und gießt sie auf das Beet. Die Blätter der Kräuter sollten, wenn möglich nicht mit der Brennnesseljauche benetzt werden.

Kräuter düngen mit Hausmitteln

Auch verschieden Hausmittel können als Dünger für Kräuter verwendet werden. Meistens fallen sie als Abfall an, müssen jedoch nicht weggeworfen werden:

  • Der Kaffeesatz muss nicht entsorgt werden, weil er ein guter Dünger für viele Pflanzen ist.
  • Auch Teereste können nach dem Aufgießen auf der Erde verteilt werden.
  • Gemüsewasser von Kartoffeln, Blumenkohl, Brokkoli und Spargel braucht nicht weggekippt werden, sondern kann verdünnt als Kräuterdünger dienen.
  • Wer sein abgestandenes Mineralwasser nicht mehr trinken möchte, kann es einfach in die Kräutertöpfe gießen. So werden die Pflanzen mit wichtigen Mineralien versorgt.
  • Abgestandenes Bier enthält natürliche Nährstoffe und kann mit in das Gießwasser gegeben werden. Allerdings sollte nicht mehr als zweimal pro Woche mit Bier gedüngt werden.
  • Besonders viel Kalk enthalten Eierschalen. Diese sollten jedoch nur bei Kräutern verwendet werden, die einen hohen Kalkbedarf haben.

Kaffeesatz als Kräuterdünger

Viele Kräuter lassen sich mit Kaffeesatz düngen. Er enthält Nährstoffe, wie Kalium, Phosphor und Stickstoff. Dieser Dünger ist zwar sehr schwach, dennoch sollte dieser nur sparsam angewendet werden. Vor allem in Blumentöpfen, kann der Kaffeesatz, der Pflanze schaden, da dieser sehr sauer ist und den pH-Wert senkt.

Manche Kräuter, wie Oregano, Salbei und Borretsch, sollten komplett vom Kaffedünger verschont bleiben.

  1. Breite den frischen Kaffeesatz auf einem Teller oder einer anderen Unterlage aus. Wichtig ist, dass er gut trocknet, damit er nicht schimmelt.
  2. Wird der Kaffeesatz nicht sofort gebraucht, sollte er in einem Schraubglas aufbewahrt werden.
  3. Das Pulver wird zum Düngen einfach auf das Beet gestreut. Im Blumentopf ist es besser, den Kaffeesatz unter die Erde zu mischen.
Kräuter düngen mit Kaffeesatz
Kräuter düngen mit Kaffeesatz: einfach toll!

Mit Tee düngen

Tee ist ein sehr vielseitiger Dünger. Je nach Sorte hat er verschiedene Effekte:

  • Grundsätzlich hat das Tein eine desinfizierende Wirkung und kann Pflanzenschädlinge vertreiben.
  • Schimmelbefall lässt sich mit Kamillentee bekämpfen.
  • Kräutertee stärkt die Kräuter.
  • Mit Brennnesseltee lassen sich Blattläuse bekämpfen.

Als Dünger kann sowohl der Tee, als auch der Teesatz verwendet werden. Der Teesatz wird auf dem Beet verteilt und mit einer Hacke untergehoben. Auf keinen Fall sollte der Satz oben belassen werden, da dieser sonst Ungeziefer anlocken kann.

Der Tee selbst dient als Flüssigdünger und entfaltet seine Wirkung schneller, als der Teesatz. Außerdem kann er für Hydrokulturen verwendet werden.

Kräuterdünger Kalk

Einige Kräuter benötigen viel Kalk, um gut gedeihen zu können. Dazu gehören Borretsch, Lavendel, Petersilie und Schnittlauch.

Im Garten werden diese Kräuter mit Gartenkalk versorgt. Um nicht zu viel zu düngen, lässt sich mit einem Teststreifen der pH-Wert im Boden überprüfen.

Kräuter, die im Topf oder auf dem Balkon wachsen sollten mit Vorsicht gedüngt werden. Je nachdem, wie kalkhaltig das Leitungswasser ist, kann es leicht zu einer Überversorgung kommen.

Mit Eierschalen Kräuter düngen

Eierschalen sind sehr kalkhaltig und können daher als Kalkdünger verwendet werden.

  1. Da die Eierschalen nicht direkt auf das Beet gegeben werden dürfen, sollten sie zuerst zerkleinert werden.
  2. Lege die Eierschalen auf ein Brett und darüber ein Tuch.
  3. Mit einem Fleischklopfer werden die Schalen nun kleingeklopft.
  4. Die kleinen Schalenstücke gibst du in das Gießwasser. Dabei gilt etwa zwei bis drei Eier auf ein Liter Wasser.
  5. Nach einigen Tagen kannst du mit dem Sud deine Kräuter gießen. Achte darauf, dass du nicht auf die Pflanze, sondern nur auf die Erde gießt.

Kräuter aus Hydrokulturen richtig düngen

Da Hydrokulturen keine Nährstoffe aus der Erde ziehen können, ist das Düngen für diese Kräuter besonders wichtig.

Hydrokulturen müssen mit Flüssigdünger versorgt werden. Dieses wird in das Gießwasser gegeben. Wichtig ist, dass beim Gießen die Blätter nicht benetzt werden. Flüssigdünger können entweder fertig gekauft oder selbst hergestellt werden:

  • Kompost enthält besonders viele Nährstoffe und ist auch für Hydrokulturen gut. Um einen Flüssigdünger daraus zu produzieren werden 250 Gramm Kompost in eine 2 Liter Flasche gegeben und mit Wasser aufgefüllt. Nach zwei Tagen in der Sonne können mit dem Sud die Kräuter gegossen werden.
  • Auch Tee ist ein guter Flüssigdünger. Je nach Sorte enthält er unterschiedliche Wirkstoffe.
  • Ähnlich verhält es sich bei Gemüsewasser, das beim Kochen von Kartoffeln und anderen Gemüse anfällt.
  • Aus Stallmist kann eine Jauche hergestellt werden, in dem der Mist in Stoff gehüllt und in einen Eimer mit Wasser für einige Wochen gelegt wird. Die Jauche ist sehr Nährstoffreich, hat jedoch den Nachteil, dass sie unangenehm riecht.

Da die Hydrokulturen vor allem von den Düngern leben, ist es wichtig, die Düngung abwechslungsreich zu gestalten, damit die verschiedenen Nährstoffe zur Verfügung stehen. Am besten man nutzt hauptsächlich Fertigdünger, die alles Nährstoffe enthalten. Zusätzlich kann hin und wieder mit dem selbst hergestelltem Dünger gegossen werden.

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