Kräuter trocknen

Kräuter trocknen

Kräuter trocknen: Wenn man zu viele Kräuter geerntet hat, ist es sinnvoll, diese auf Dauer haltbar zu machen. Eine Variante ist, die Kräuter zu trocknen. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, die du je nach Platz und Verwendung ausprobieren kannst.

Welche Kräuter eignen sich zum Trocknen?

Im Prinzip können alle Kräuter getrocknet werden. Doch einige Kräuter verlieren beim Trockenvorgang an Aroma, während andere sogar durch das Trocknen ein intensiveres Aroma entwickeln.

Besonders gut geeignet sind mediterrane Kräuter, wie Oregano, Lavendel, Basilikum, Salbei, Thymian und Rosmarin. Außerdem eignen sich Kamille, Waldmeister, Dill, Petersilie, Schnittlauch, (Berg-)Bohnenkraut und Minze.

Liebstöckel, Sauerampfer und Kresse verlieren Aroma und lassen sich deshalb nicht gut trocknen.

Kräuter fürs Trocknen ernten

Bei der Ernte gibt es einiges zu beachten, damit das spätere Trocknen gelingt:

  • Am besten ist ein sonniger Tag nach mindestens zwei regenfreien Tagen.
  • Ideal ist der Morgen, nachdem der Tau verdunstet ist.
  • Für die Ernte werden entweder ganze Triebe weniger Zentimeter über den Boden abgeschnitten oder einzelne Blätter oder Blüten gezupft.

Ernte und Trocknung nach dem Mondkalender

Viele achten bei der Ernte zusätzlich auf den Mond. Dieser soll einen Einfluss darauf haben, wie gut die Ernte und Verarbeitung gelingt.

Es wird empfohlen, Kräuter, die getrocknet werden sollen, bei abnehmenden Mond zu ernten. Zu dieser Zeit sind die Kräuter nicht so saftig und neigen dadurch nicht so schnell dazu, zu schimmeln.

Kräuter an der frischen Luft trocknen

Die energiesparendste Möglichkeit, Kräuter zu trocknen, ist sie an der Luft trocknen zu lassen:

  1. Für das Lufttrocknen sind ganze Triebe am besten geeignet. Diese werden zu kleinen Sträußen zusammengebunden. Je dicker ein Strauß, desto länger dauert es, bis sie getrocknet sind.
  2. Die Sträuße werden an einem schattigen und zugleich trockenem Ort kopfüber aufgehangen. Die ideale Temperatur liegt bei 20 bis 30°C. Das Trocknen in der direkten Sonne ist weniger gut geeignet, weil dadurch viele Aromen verloren gehen.
  3. Nach maximal 48 Stunden können die Zweige abgenommen werden. Sollten sie dann noch nicht trocken sein, sind sie leider unbrauchbar geworden, weil dann Enzyme bereits chemische Bestandteile im Gewebe abbauen und die Qualität damit verschlechtern.
  4. Nach dem Auseinandernehmen der Sträuße werden die Kräuter zerkleinert werden. Bei holzigen Kräutern, wie Thymian können die kleinen Blätter einfach abgestreift werden.
Kräuter kann man an der frischen Luft trocknen.
Kräuter kann man an der frischen Luft trocknen.

Kräuter im Backofen haltbar machen

Im Backofen sind die Kräuter bereits in wenigen Stunden getrocknet. Deshalb eignet sich diese Methode gut, wenn man schnell getrocknete Kräuter benötigt:

  1. Lege ein Backblech mit Backpapier aus.
  2. Die Kräuter werden auf dem Backblech so verteilt, dass sie genügend Raum dazwischen haben. Hartholzige Kräuter, wie Thymian und Rosmarin werden in ganzen Trieben verteilt. Bei großblättrigen Pflanzen, wie zum Beispiel Minze sollten die einzelnen Blätter vorher abgezupft werden. Manche Kräuter bieten besonders viele Inhaltstoffe in der Blüte. Hierzu gehört die Kamille, bei der es ausreicht, die Köpfe zu trocknen.
  3. Idealerweise wird die Trockentemperatur auf 30° C eingestellt. Lässt sich solch eine niedrige Temperatur nicht einrichten, kann sie auch etwas höher liegen, sollte jedoch nicht 60°C übersteigen. Ansonsten können wichtige Inhalts- und Aromastoffe verloren gehen.
  4. Die Ofentür wird einen Spalt offen gelassen. Damit sie nicht versehentlich zufällt, kannst du einen Kochlöffel oder einen Korken dazwischen stecken.
  5. Nach etwa zwei bis drei Stunden sollten die Kräuter trocken sein. Dies kannst du überprüfen, indem du die zwischen deinen Fingern reibst. Rascheln sie, sind sie trocken genug.
  6. Anschließend die Kräuter abkühlen lassen, bevor sie zerkleinert und verpackt werden.

In der Mikrowelle Kräuter trocknen

Zum Trocknen in der Mikrowelle sind nur wenige Kräuter geeignet. Dazu gehören Majoran, Oregano und Thymian. Bei den meisten anderen gehen in der Mikrowelle viele Aromastoffe verloren. Außerdem eignet sich das Mikrowellentrocknen eher, wenn man nur eine geringe Anzahl an Kräutern trocknen möchte:

  1. Lege auf einen Teller ein Küchentuch und darauf die Kräuter. Sie sollten nicht zu dicht liegen, damit sie gut trocknen können.
  2. Stelle die Mikrowelle auf eine niedrige Wattzahl und lasse sie für etwa 30 Sekunden laufen.
  3. Anschließend die Kräuter wenden und den Vorgang wiederholen.
  4. Nach etwa zwei bis drei Minuten sollten die Kräuter trocken sein.

Mit dem Dörrgerät Kräuter trocknen

Auch mit dem Dörrautomat lassen sich Kräuter haltbar machen. Hier werden die Kräuter mit warmer Luft umströmt, was sie schonend trocknet:

  1. Verteile die Kräuter auf die einzelnen Etagen. Achte auch hier darauf, dass die Kräuter nicht zu dicht liegen.
  2. Den Automaten, wenn möglich auf 30 bis maximal 50° C einstellen.
  3. Je nach Kraut dauert das Trocknen etwa zwei bis vier Stunden.

Kräuter auf der Heizung trocknen

Auch auf der Heizung lassen sich Kräuter ohne weiteren Energieaufwand trocknen. Am besten man legt die Kräuter nicht direkt auf den Heizkörper, sondern auf das Fensterbrett oder einer anderen Ablage darüber:

  1. Lege auf das Fensterbrett eine Schale, die mit Küchenpapier ausgelegt ist.
  2. In die Schale kommen entweder Zweige, Blätter oder Blüten.
  3. Wie lange die Kräuter trocknen müssen, hängt von der Temperatur und von der Festigkeit der Kräuter ab. Du kannst überprüfen, ob die Kräuter gut sind, in dem du sie zwischen den Fingern zerreibst. Rascheln die Kräuter, dann sind sie trocken.

Kräuter mit Salz trocknen

Eine weitere Variante Kräuter zu trocknen, ist sie in Salz einzulegen. Prinzipiell sind alle Kräuter dazu geeignet, doch sollte man sich vorher überlegen, wofür man das Kräutersalz später verwenden möchte:

  1. Je nach späterer Verwendung werden die Kräuter vorher zerkleinert.
  2. Zerkleinerte Kräuter werden mit dem Salz vermischt. Ganze Kräuter legst du abwechselnd mit einer Schicht Salz in ein Glas. Das Verhältnis von Kräutern und Salz hängt stark vom Geschmack und von der Verwendung ab. Es kann von 1:7 bis 7:1 reichen.
  3. Werden mehr Kräuter als Salz verwendet, entsteht eine Paste, die im Kühlschrank aufbewahrt werden muss. Für das trockene Salz reicht ein dunkler, trockener Ort.

Trocknen im Buch

Für die Verwendung als Lebensmittel eignet es sich nicht, die Kräuter in einem Buch zu trocknen. Jedoch ist diese Variante für Herbarien ideal:

  1. Die gesammelten Kräuter werden zwischen zwei Blättern Papier oder Zeitungspapier gelegt. Es ist ratsam, auf das Papier den Namen des Krautes zu schreiben, um es später von den anderen Kräutern unterscheiden zu können.
  2. Mit dem Papier zusammen werden die Pflanzen in ein Buch gelegt und zum besseren Druck weitere Bücher darauf gestapelt.
  3. Nach spätestens drei Tagen wird überprüft, ob das Papier feucht ist. In diesem Fall wechselst du es aus.
  4. Die Kräuter sind trocken genug, wenn sie sich nicht mehr biegen lassen.

Nicht zu empfehlende Möglichkeiten des Trocknens

Einige Trockenvarianten sind zwar immer wieder gefragt, eignen sich jedoch nicht für Kräuter:

  • Der Dampfgarer ist für das Trocknen der Kräuter ungeeignet, da er mit viel Feuchtigkeit arbeitet und dies verhindert, dass die Kräuter trocknen.
  • Für gewöhnlich ist eine Heißluftfriteuse zu heiß und die Kräuter würden darin verbrennen. Auch der Airfryer, der niedrige Temperaturen zur Auswahl hat, sollte laut Empfehlung von Philips nicht zum Kräuter trocknen verwendet werden, da durch die Luftbewegung die Kräuter immer wieder aufgewirbelt werden und der feine Staub sich in der Lüftung festsetzen könnte.
  • Wer Kräuter auf der Heizung oder einem anderen warmen Ort liegend trocknet, sollte kein Zeitungspapier als Unterlage verwenden, wenn man die Kräuter noch verzehren möchte. Die Druckerschwärze kann den Geschmack verändern und ist zudem ungesund.

Getrocknete Kräuter richtig aufbewahren

Damit die Kräuter nicht an Aroma verlieren oder gar schimmeln, ist es wichtig sie richtig aufzubewahren:

  • Die Kräuter sollten sich in einem geschlossenem Behältnis befinden. Am besten eignet sich ein dunkles Schraubglas.
  • Der Lagerort sollte kühl und dunkel sein. Etwa ein Schrank oder wenn vorhanden eine Speisekammer. Auch der Keller ist zum Lagern der Kräuter geeignet.
  • Achte darauf, dass keine Feuchtigkeit an die Kräuter gelangen kann.
Trockene Kräuter muss man richtig aufbewahren!
Trockene Kräuter muss man richtig aufbewahren!

Probleme, die mit getrockneten Kräutern auftreten können

Kleiner und größere Probleme können bei getrockneten Kräutern auftreten:

  • Die größte Gefahr für Kräuter ist Schimmel. Dieser entsteht häufig dann, wenn die Kräuter nicht richtig getrocknet sind oder zu feucht gelagert worden. Verschimmelte Kräuter können nicht mehr für die Zubereitung von Speisen verwendet werden.
  • Manche Kräuter können von Lebensmittelmotten befallen werden, während andere diese sogar abschrecken. Zu diesen gehören Lavendel, Waldmeister, Thymian, Rosmarin und Minze. Sind deine Kräuter von Motten befallen, solltest du sie schnellstens entsorgen.
  • Beim Trocknen kann es sein, dass die Kräuter eine braune Verfärbung annehmen. Diese sind jedoch unbedenklich und sagen nichts darüber aus, wie viele Inhaltsstoffe und Aromen erhalten geblieben sind.

Kräutertee selber machen

Einige getrocknete Kräuter eignen sich besonders gut für verschiedene Teesorten. Dazu gehören Pfefferminze, Brennessel, Hopfen, Baldrianblüten, Kamillenblüten und Salbei.

Für den Tee gibst du einen Teelöffel der Kräuter entweder in ein Teeei oder in ein Teebeutel. Danach wird der Tee mit heißem Wasser übergossen und für fünf Minuten ziehen gelassen. Anschließend müssen die Kräuter nur noch aus dem Wasser genommen und der Tee genossen werden.

Räuchern mit Kräutern

Um einen angenehmen Duft in den Wohnraum zu zaubern, können Kräuter geräuchert werden. Ideal sind Wacholder, Beifuß, Rainfarn, Lavendel, Schafgarbe und Salbei.

  1. Dafür wird eine feuerfeste Schale mit Sand befüllt und auf einen feuerfesten Untergrund gestellt.
  2. Die getrockneten Kräuter zerstampfst du mit einem Mörser.
  3. Mit einer Räucherzange wird die Räucherkohle gehalten und diese dann mit einem Feuerzeug seitlich angezündet.
  4. Wenn sich weiße Stellen bilden, wird die Kohle in den Sand gelegt.
  5. Glüht die Kohle komplett, legst du die Kräuter darauf.
  6. Nach maximal 20 Minuten ist das Räuchern vorbei.

Achtung: Bleibe immer in der Nähe der Räucherstelle und lasse diese nicht allein, da sonst Brandgefahr besteht!

Getrocknete Kräuter für Haustiere

Wenn im Winter die Tiere keine Kräuter mehr auf den Wiesen finden, ist es ideal, ihnen getrocknete Kräuter anzubieten. Diese sorgen für Abwechslung und versorgen deine Lieblinge mit wichtigen Nährstoffen:

  • Getrocknete Kräuter können für Kaninchen mit unter das Heu gemischt werden. Besonders lecker für sie sind: Beifuß, Brennesselblätter, Breitwegerich, Melisse, Petersilie, Pfefferminze, Salbei und der Löwenzahn sogar von der Wurzel bis zur Blüte.
  • Auch für Meerschweinchen sind Kräuter wichtige Nahrung. Sie sollten jedoch nicht mehr als 20 Gramm in der Woche zu sich nehmen. Beliebt bei den kleinen Nagern sind: Basilikum, Bohnenkraut, Brennessel, Brombeerblätter, Gänseblümchen, Hirtentäschel, Klee, Majoran, Oregano, Pfefferminze, Petersilie und auch hier der Löwenzahn in seinen ganzen Bestandteilen.
  • Getrocknete Kräuter sind auch für Hühner ein gesunder Futterzusatz. Diese werden entweder unter das Futter gemischt oder in das Nest gestreut. Ideal sind Basilikum, Beifuß, Brennessel, Dill, Estragon, Hopfen, Kamille, Kresse, Lavendel, Löwenzahnblätter und Blüten, Petersilie und Pfefferminze.

Duftsäckchen aus getrockneten Kräutern

Kräuter, deren Duft du besonders gerne magst, kannst du als Duftsäckchen verwenden:

  1. Das Säckchen zum Befüllen sollte aus Stoff und luftdurchlässig sein. Ideal sind Säckchen, die eine Kordel zum zuziehen haben.
  2. Befülle den kleinen Stoffbeutel mit deinen Lieblingskräutern. Sehr stark duftende Kräuter, wie zum Beispiel Lavendel, sollten nur sparsam verwendet werden. Beliebte Kräuter für einen guten Duft sind Ringelblume, Kamille, Hopfen, Lavendel und Rosmarin.
  3. Zum Schluss wird das Duftsäckchen mit einer Kordel verschlossen. Wer sicher gehen möchte, dass keine Kräuter herausfallen, kann das Säckchen auch zunähen.
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