Kräuter umtopfen

Kräuter umtopfen

Kräuter umtopfen: Gerade mehrjährige Kräuter sollten regelmäßig umgetopft werden, für gewöhnlich alle zwei Jahre. Dabei ist einiges zu beachten, damit die Pflanze sich in ihrem neuen Topf wohlfühlt.

Warum sollte man Kräuter umtopfen?

Es gibt verschiedene Gründe, warum Kräuter umgetopft werden sollten:

  • Meistens ist der Topf für die Wurzeln zu klein geworden. Durch diesen Platzmangel kann das Kraut sich nicht genügend entfalten. Schlimmstenfalls geht es sogar ein.
  • Mehrere Kräuter in einem Beet oder Blumenkasten kommen sich zu nah und rauben sich gegenseitig den Platz oder das Licht. Dies sollte man eigentlich bereits beim Bepflanzen berücksichtigen. Merkst du jedoch erst später, dass Kräuter sich gegenseitig stören, dann solltest du sie umsetzen.
  • Frostempfindliche Kräuter, die im Beet nicht überwintern können, sollten im Herbst in einen Topf gesetzt werden. So können sie im Haus oder im Wintergarten untergestellt werden.

Welche Kräuter kann man umsetzen?

Generell macht es nur Sinn, mehrjährige Kräuter umzutopfen, da das Risiko sehr groß ist, dass die ein- oder zweijährigen Pflanzen eingehen. Trotzdem sollte nicht jedes mehrjähriges Kraut umgetopft werden:

  • Kräuter aus dem Beet sollten nur dann in einen Topf umgesetzt werden, wenn es wirklich nötig ist. Je länger das Kraut seinen festen Standort hat, umso schwieriger wird das Umsetzen. Die Wurzeln haben sich nach mehreren Jahren gut verfestigt und ausgebreitet, sodass das Ausgraben die Wurzeln beschädigen kann.
  • Befinden sich die Kräuter bereits in einem Topf oder in einem anderen Pflanzgefäß, ist das Umtopfen kein Problem, da die Ausbreitung der Wurzeln begrenzt ist.

Der beste Zeitpunkt zum Umtopfen

Egal, ob die Kräuter im Beet oder im Topf wachsen, sie können nur zu bestimmten Zeiten umgesetzt werden:

  • Die besten Zeiten, Kräuter aus einem Beet in einen Topf oder an eine andere Stelle zu setzen, sind der Frühling und der Herbst. Im Sommer ist es oft zu warm und trocken, was das Umsetzen erschwert.
  • Kräuter, die sich bereits in einem Topf befinden, sind beim Umtopfen weniger empfindlich, jedoch sollten sie gerade nicht in der Blüte stehen. Achte anschließend darauf, dass die Kräuter genug Wasser erhalten, damit sie nicht vertrocknen.

Kräuter umtopfen nach dem Mondkalender

Manch einer richtet sich beim Gärtner nicht nur nach den Jahreszeiten und dem Wetter, sondern auch nach dem Mond:

  • Möchtest du deine Kräuter im Frühjahr umtopfen, solltest du darauf achten, dass gerade zunehmender Mond vorherrscht.
  • Im Herbst ist es besser, wenn der Mond gerade abnimmt.
  • Generell ist die beste Zeit zum Umtopfen, wenn der Mond im Stier steht. Die ganze Kraft zieht zu dieser Zeit in die Wurzeln und alles wächst mühelos an.

Die richtige Erde für Kräuter

Gute Erde ist für das Wachstum sehr wichtige. Jedoch hängt die Beschaffenheit stark von den Bedürfnissen der Kräuter ab:

  • Mediterrane Kräuter benötigen oft weniger Wasser und Nährstoffe. Für sie ist es wichtig, dass der Boden nicht zu fest ist und das Wasser sich darin stauen kann. Am besten du mischst etwa 30 % Quarz- oder Lavasand hinzu.
  • Kräuter, die einen hohen Nährstoffbedarf haben, sollten Erde mit mineralischem Dünger enthalten. Dazu gehören zum Beispiel Brunnenkresse und Petersilie. Hier kannst du auch auf spezielle Kräutererde zurückgreifen.
  • Manche Kräuter, wie Bärlauch und Brunnenkresse, haben einen hohen Wasserbedarf. Um den Wasserspeicher zu erhöhen, solltest du Substrat oder Tongranulat unter die Erde mischen.
Kräuter umtopfen, hier im Bild: Rosmarin
Kräuter umtopfen, hier im Bild: Rosmarin

Wichtig beim Kräuter-Umtopfen: die richtigen Gefäße

Die Kräuter können in alle gewöhnlichen Töpfe, Blumenkästen und Pflanzkübeln gesetzt werden. Wichtig ist, dass unten Löcher sind, damit sich das Wasser nicht staut. Entscheidend ist auch, dass der Topf zum Kraut passt:

  • Wer mehrere Kräuter in einen Blumenkasten setzt, sollte darauf achten, dass sich die Kräuter untereinander vertragen und die gleichen Ansprüche an den Boden und an die Lichtverhältnisse haben. Bei der richtigen Kombination können die Kräuter sogar voneinander profitieren.
  • Die meisten Kräuter lassen sich auch einzeln in Töpfe pflanzen. Auch, wenn Tontöpfe besser für die Umwelt sind, lassen sich die Kräuter in Plastiktöpfen leichter pflegen, da der Ton Wasser speichert und die Wurzeln durch die Verdunstungskälte auskühlen können. Zudem fühlen sich die Wurzeln zum Wasser hingezogen, was dazu führen kann, dass sich feine Wurzeln an den Tonwänden bilden können, die der Kälte gegenüber besonders empfindlich sind.
  • Besonders die Einzelgänger, wie Lavendel, Liebstöckel und Zitronengras benötigen viel Platz und sind deshalb in Kübeln gut aufgehoben. Dort können sie sich ungestört ausbreiten, ohne ständig umgetopft werden zu müssen.

Kräuter richtig umtopfen

Wenn du die Kräuter richtig umtopfst, werden deine Pflanzen gut gedeihen:

  1. Lege unten über das Loch einige Tonscherben. Diese verhindern, dass das Loch durch Erde verstopft wird.
  2. Etwas Blähton oder Kies auf den Tonscherben, erweitert die Drainage und verhindert Staunässe. Wenn du ein Stück Stoff darüber legst, verhinderst du, dass die Drainage verstopfen kann.
  3. Nun gibst du ein wenig Erde darauf, die die Grundlage für die Kräuter bildet.
  4. Die Kräuter werden mit dem ganzen Wurzelballen in den Topf gesetzt.
  5. Fülle die Freiräume an den Seiten mit Erde aus, sodass die Pflanzen einen guten Stand haben.
  6. Anschließend ist das Gießen wichtig, damit die Kräuter gut anwachsen können. Die nächsten Tage sollte regelmäßig gegossen werden. Dabei ist jedoch darauf zu achten, dass die Pflanze nicht im Wasser ertrinkt, sondern der Boden nur mäßig feucht ist.

Wie topft man Setzlinge ein?

Kräuter, wie Thymian, Rosmarin und Lavendel lassen sich dadurch vermehren, indem die Triebspitzen von der Pflanze abgeschnitten und in einen Topf gesetzt werden. Der Topf braucht anfangs nicht sonderlich groß zu sein.

  • Wie beim Umtopfen werden zuerst Tonscherben auf die Löcher gelegt, dann Blähton und eventuell ein Stück Stoff darauf gelegt.
  • Anschließend wird der Topf bis obenhin mit Erde gefüllt.
  • Mit einem Stift wird in die Mitte ein Loch gestochen und der Steckling hineingesetzt.
  • Anschließend das Loch wieder schließen und die Pflanze gießen. Achte beim Gießen darauf, dass der Wasserstrahl nicht zu hart ist, da sonst der Keimling weggeschwemmt werden kann.

Was beim Umtopfen von gekauften Kräutern zu beachten ist

Es ist sehr praktisch, dass man sich verschiedene Kräutertöpfe in einem Supermarkt kaufen kann. Jedoch haben viele Kräuterfreunde die Erfahrung gemacht, dass diese schnell eingehen. Denn eigentlich sind diese Kräuter dafür gedacht, schnell verbraucht zu werden. Eine Weiterkultivierung ist jedoch nicht ausgeschlossen:

  • Wichtig ist, die Kräuter so schnell es geht, umzutopfen. Sie befinden sich für gewöhnlich in einem viel zu kleinen Topf und haben nur wenig Erde.
  • Ernte die Kräuter zuerst nicht ab. Im neuen Topf brauchen sie noch etwas Zeit, um sich richtig zu entfalten. Das dauert in etwa zwölf Wochen. Erst dann können die Kräuter wie gewohnt geerntet werden.
  • Die Kräuter sollten im Zimmer am besten an einem hellen Fenster stehen, damit sie gut gedeihen.

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