Kräuterhochbeet

Kräuterhochbeet

Der wohl größte Vorteil eines Kräuterhochbeets ist, dass die Pflege der Pflanzen den Rücken schont, da man sich nicht bücken braucht. Außerdem können die Kräuter in einem Hochbeet wegen der vorherrschenden Wärme besser gedeihen.

Welche Kräuter eignen sich für ein Hochbeet?

Im Prinzip können alle Kräuter in einem Hochbeet wachsen, jedoch sollten nicht miteinander kombiniert werden.

  • Vorher solltest du dich entscheiden, ob du einjährige oder mehrjährige Kräuter pflanzt. Alle zusammen vertragen sich nämlich nicht.
  • Prinzipiell vertragen sich alle einjährigen Kräuter.
  • Bei den mehrjährigen kann es vorkommen, dass sie sich entweder gegenseitig die Nährstoffe oder den Platz rauben.
  • Befüllst du das Hochbeet wie einen Komposter, solltest du nur einjährige Kräuter pflanzen.

Der richtige Standort für das Kräuterhochbeet

Der Standort für ein Kräuterhochbeet hängt davon ab, welche Kräuter gepflanzt werden. Mediterrane Pflanzen bevorzugen einen sonnigen Standort. Hier solltest du jedoch besonders darauf achten, dass der Boden nicht austrocknet.

Kräuter, wie Minze, Oregano, Petersilie, Schnittlauch und Kerbel sollten nicht den ganzen Tag in der Sonne stehen. Sie bevorzugen einen halbschattigen Standort. Das bedeutet, dass sie durchaus vormittags oder nachmittags von der Sonne erwärmt werden dürfen, jedoch auch den Schatten benötigen, um sich zu erholen.

Materialien für ein Kräuterhochbeet

Die Materialien für das Hochbeet sollten vor allem hochwertig sein, wenn das Beet lange bestehen bleiben soll. Sie können aus Holz, Stein, Metall oder Kunststoff bestehen.

Ein Kräuterhochbeet kann in den verschiedenen Materialien gekauft werden. Doch wer handwerklich geschickt ist, baut sein Hochbeet selbst. Dadurch spart man viel Geld und kann zudem das Beet auf seine Bedürfnisse anpassen.

Ein Hochbeet aus Holz bauen

Im Prinzip lässt sich ein Hochbeet leicht bauen. Dabei kann fast jedes Holz verwendet werden. Je hochwertiger jedoch das Holz ist, umso länger wird es den Witterungen stand halten. Besonders bewährt hat sich Fichtenholz, das auch nicht extra behandelt werden braucht.

  1. Überlege dir vorher die Größe und stecke sie an dem zukünftigen Standort ab.
  2. Sollte sich der Standort auf einer Wiese befinden, entferne die Grasnarbe etwa zehn Zentimeter tief.
  3. In jede der vier Ecken werden Einschlagbodenhülsen geschlagen. Bei einem kleinen Hochbeet reicht das aus. Ein größeres Beet benötigt zusätzliche Bodenhülsen an den Rändern. Eine Wasserwaage zur Unterstützung sorgt dafür, dass später alles schön gerade ist.
  4. In die Bodenhülsen werden die Eckpfeiler gesetzt. Achte auch hier noch einmal darauf, dass alles gerade ist.
  5. Die Bretter werden an den Seiten mit Edelstahlschrauben befestigt. Diese rosten nicht und lassen sich später leichter lösen.
  6. Auf dem Boden wird ein engmaschiges Gitter gelegt und an den Seiten befestigt. Dies dient dazu, Wühlmäuse und Maulwürfe fernzuhalten. Achte beim Befestigen darauf, dass keine Schlupflöcher entstehen.
  7. Die Seiten werden außerdem noch mit Teich- oder Noppenfolie verkleidet. Diese wird am oberen Rand festgetackert und sollte ein Stück weit auf den Boden reichen. Die Folie verhindert, dass das Holz durch die Feuchtigkeit morsch wird.
Garten mit Kräuterbeeten aus Holz
Garten mit Kräuterbeeten aus Holz

Kräuterhochbeet aus Europapaletten bauen

Noch einfacher geht das Bauen eines Kräuterhochbeets aus Europapaletten:

  1. Grabe eine Schneise, die so dick wie die Paletten sind in den Boden, damit diese später einen sicheren Stand haben.
  2. Die Paletten werden Teil für Teil aufgestellt und miteinander verschraubt.
  3. Anschließend wird unten ein Gitter gegen Wühlmäuse auf den Boden gelegt und an den Seiten befestigt.
  4. An den Seiten bringst du Folie zum Schutz des Holzes an.
  5. Nun kann das Kräuterhochbeet befüllt und bepflanzt werden.

Steinhochbeet für Kräuter

Ein Hochbeet aus Stein ist aufwendig zu bauen, jedoch wesentlich langlebiger, als Holz:

  1. Zuerst sollte die gebrauchte Fläche abgemessen und etwa 60 Zentimeter tief ausgegraben werden.
  2. Fülle circa 50 Zentimeter Schotter in den Graben und verdichte ihn.
  3. Darauf kommt eine Ausgleichsschicht mit Sand von etwa 10 Zentimetern, die anschließen planiert wird.
  4. Nun ist die Grundlage für das Mauerwerk gegeben. Es können Ziegel mit Mörtel vermauert werden oder Trockenmauersteine verwendet werden, die ohne Mörtel auskommen. Wichtig ist, dass die erste Schicht besonders gerade ist und mit der Wasserwaage überprüft wird. Unsaubere Arbeit kann dazu führen, dass das ganze Hochbeet schief wird.
  5. Die nächsten Schichten werden versetzt gemauert, sodass keine Kreuzfugen entstehen.
  6. Ist das Hochbeet fertig, wird unten ein Gitter gegen Wühlmäuse eingelegt.
  7. Eine Teichfolie kann angebracht werden, ist jedoch nicht zwingend erforderlich.

Das Hochbeet richtig befüllen

Das Hochbeet kann man wie einen Komposter befüllen. Durch die darin stattfindende Verrottung entstehen viele Nährstoffe und zugleich Wärme, die die Kräuter besonders gut sprießen lassen. Zum Befüllen schichtest du am besten die verschiedenen Gartenabfälle:

  1. Die unterste Schicht besteht aus Ästen und Heckenschnitt.
  2. Darüber kommen gehäckselte Zweige und kleine Pflanzenteile.
  3. Die nächste Schicht besteht aus Laub, das bereits etwas angerottet ist.
  4. Darüber gibst du eine Schicht Kompost, der zwar angerottet, aber noch nicht fertig ist.
  5. Als letztes kommt reichlich Gartenerde darüber.

Achtung: Diese Variante eignet sich nur für einjährige Kräuter, da das Hochbeet im Laufe des Jahres zusammensackt und im neuen Jahr aufgefüllt oder neu befüllt werden muss.

Willst du mehrjährige Kräuter anpflanzen, solltest du das Hochbeet komplett mit Gartenerde befüllen.

Drainage im Kräuterhochbeet

Ein Kräuter-Hochbeet, das wie ein Komposter befüllt wird, hat durch die unterste Schicht aus Ästen eine Drainage, die die Staunässe bei Starkregen vermeidet. Befüllst du jedoch das Beet nur mit Erde, solltest du zusätzlich eine Drainageschicht einbauen. Diese kann aus unterschiedlichen Materialien bestehen:

  • Äste und Zweige als Drainage eignen sich nur für ein- bis zweijährige Kräuter, da das Holz verrottet und in sich zusammensackt. Nach spätestens zwei Jahren sollte diese Schicht neu befüllt werden.
  • Kies ist dauerhaft für Kräuterhochbeete im Garten geeignet.
  • Kleine Hochbeete, die zum Beispiel auf dem Balkon stehen, können mit Blähton befüllt werden.
  • Auch kleine Drainagerohre sind möglich. Diese führen das Wasser nach außen ab, was besonders für unten geschlossene Hochbeete sinnvoll ist.

Kräuterhochbeet auf dem Balkon

Auch auf dem Balkon kann ein kleines Kräuterhochbeet gestellt werden. Hier gilt es einiges zu beachten:

  • Das Hochbeet sollte unten geschlossen und nicht zu groß sein, da es mit samt der Befüllung ziemlich schwer werden kann.
  • Ideal für den Balkon ist ein Hochbeet aus Holz.
  • Hat es Rollen, kann es sogar hin und her bewegt werden.
  • Eine andere Möglichkeit ist ein Kräuterhochbeet auf Stelzen. Die Befüllung von 30 Zentimetern ist ausreichend.
  • Eine Schichtung mit Gartenabfällen eignet sich für ein Balkonhochbeet nicht, deshalb sollte diese nur mit Erde befüllt werden. Du kannst handelsübliche Erde oder spezielle Kräutererde verwenden.
  • Wichtig ist eine Drainage, damit keine Staunässe entsteht.

Kräuter im Hochbeet düngen

Mediterrane Kräuter brauchen nicht gedüngt zu werden, bei anderen Kräutern ist das Düngen unter gewissen Umständen nötig.

  • Kräuter, die in einem Hochbeet mit Schichtfüllung stehen, brauchen nicht zusätzlich gedüngt werden, da sie genügend Nährstoffe aus dem Boden erhalten.
  • Vor allem Kräuter, die sich in einem kleinen Hochbeet mit geringer Erdschicht befinden, sollten etwa einmal im Monat gedüngt werden.
  • Verwendet werden kann spezieller Kräuterdünger.
  • Je nach Bedürfnisse der Kräuter können auch natürliche Dünger, wie Eierschalen, Kaffeesatz oder eine Brennnesseljauche dienen.

Ameisen aus dem Hochbeet verbannen

Häufig kommt es vor, dass sich Ameisen im Hochbeet ausbreiten. Diese sind zwar keine Schädlinge, können jedoch ziemlich lästig werden. Bei einem Kräuterhochbeet lassen sich Ameisen mit Leichtigkeit fernhalten:

  • Einige Kräuter duften so stark, dass Ameisen sich in deren Nähe nicht wohlfühlen. Dazu gehören Thymian, Majoran und Lavendel.
  • Möchtest du diese Kräuter nicht in dein Beet setzen, kannst du auch Zimt ausstreuen. Diesen Geruch mögen die Ameisen gar nicht.
  • Außerdem mögen die kleinen Krabbler die Gerüche von Nelken, Chili und Zitronenschalen nicht.
  • Ein Ameisenvolk kann auch umgesiedelt werden. Dazu wird Holzwolle in einen Blumentopf gegeben und dieser umgekehrt auf das Hochbeet gesetzt. Nach etwa zwei Tagen sind die Ameisen in den Topf eingezogen. Mit einer kleinen Schaufel wird der Topf zusammen mit etwas Erde herausgehoben und an einem Platz gesetzt, wo die Ameisen nicht stören.

Das Kräuterhochbeet im Winter schützen

Mehrjährige Kräuter im Hochbeet brauchen im Winter einen besonderen Schutz, da die Kälte von den Seiten an die Wurzeln herankommen und sie beschädigen kann.

  • Ein guter Schutz ist Luftpolsterfolie und Vlies, die beide um das Hochbeet gewickelt werden.
  • Für frostempfindliche Kräuter kann es außerdem hilfreich sein, einen lichtdurchlässigen Deckel aus Kunststoff oder Folie darüberzulegen. So entsteht ein kleines Gewächshaus. Wichtig dabei ist, dass die Kräuter die Folie nicht berühren, da sie sonst Schimmeln könnten.

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