Hecke schneiden – So geht’s

Ab Oktober ist es wieder so weit, die Hecken dürfen geschnitten werden. Dürfen geschnitten werden? Ja, denn Paragraph 39 des Bundesnaturschutzgesetzes verbietet einen Radikalschnitt von Hecken in den Monaten März bis Oktober, um die Lebensräume der vielen Tiere, die in den Gehölzen leben, nisten und brüten, nicht zu gefährden. Lediglich Pflege- und Formschnitte wie beispielsweise das Zurückschneiden neuer Triebe sind in dieser Schonzeit erlaubt. Wer sich nicht daran hält, riskiert hohe Bußgelder.
Ein leichter Formschnitt ist allerdings ab Ende August zu empfehlen und auch erlaubt. So haben die neuen Triebe bis zum Winter noch die Chance, kräftig zu wachsen und die Spitzen laufen nicht Gefahr abzufrieren, aber wenn ihr radikalere Maßnahmen vorhabt, müsst ihr damit bis zum 1. Oktober warten. Dann kann es losgehen und wenn ihr einige Dinge beachtet, geht auch ein radikaler Rückschnitt ganz einfach.

Wetterbedingungen beachten

Bei einem starken Rückschnitt solltet ihr immer das Wetter im Auge behalten. Ideal ist ein bedeckter, aber trockener Tag mit Temperaturen über dem Gefrierpunkt. Am besten schneidet ihr die Hecke am späten Nachmittag, denn dann haben sich die Pflanzensäfte schon von den Zweigen in den Stamm zurückgezogen und die Hecke trocknet nicht aus.
Der beste Zeitpunkt liegt etwa zwischen Mitte Oktober und Anfang November, denn zu dieser zeit ist es noch warm genug, aber die Pflanze befindet sich bereits in der Winterruhe und treibt nicht mehr aus. Ein Nachteil dabei ist allerdings, dass die Hecke nach einem radikalen Rückschnitt oft etwas zerrupft aussieht, schneidet ihr also im Herbst zurück, müsst ihr bis zum Austrieb im Frühjahr mit dem zerrupften Aussehen leben. Da empfiehlt es sich durchaus, mit dem Rückschnitt bis zum Frühjahr zu warten, aber denkt daran, ab dem 1. März ist wieder Schonzeit angesagt.
Eine Ausnahme bilden die frühjahrs-blühenden Hecken, wenn ihr hier im Frühjahr Hand anlegt, entfernt ihr die Blüten, die mit dem Austrieb angelegt werden. Zu diesen Hecken gehören Deutzien, Forsythien, Flieder, Jasmin, Holunder, Ginster, Spieren und alle anderen Hecken, die bis Ende Juni blühen. Diese Hecken müssen daher im Herbst zurückgeschnitten werden.

Der Heckenschnitt

Achtet beim Schneiden der Hecke vor allem auf scharfes Werkzeug. Stumpfe Klingen quetschen und beschädigen die Zweige, anstatt sie sauber abzuschneiden. Schneidet die Hecke etwas trapezförmig, also unten breiter als oben, damit auch die unteren Regionen genügend Sonnenlicht erhalten.
Laubhecken wie Flieder oder Forsythien könnt ihr ruhig kräftig zurückschneiden, da sie zuverlässig aus dem alten Holz wieder austreiben. Schneidet langsam von oben nach unten und spannt euch zur Orientierung eine Schnur, die euch hilft, gerade zu schneiden. Leichte Schnittfehler fallen bei Laubhecken allerdings kaum auf und wachsen schnell wieder zu.
Nadelhecken wie Thuja und Lebensbäume sind da etwas anspruchsvoller und man sieht es eher, wenn ein Loch hereingeschnitten wurde. Ihr müsst hier auch ganz besonders auf den Trapezschnitt achten, da die Pflanzen sonst unten verkahlen, was sehr unschön aussieht. Sowohl Löcher als auch kahle Stellen brauchen sehr lange, um wieder zu zu wachsen, bei vielen Nadelhecken bleiben die Schäden sogar dauerhaft bestehen. Nehmt euch also viel Zeit und schneidet besser erstmal weniger als zu viel ab. Immergrüne Hecken wie Glanzmispeln, Kirschlorbeer oder Buchsbäume schneidet ihr besser mit der guten alten Gartenschere als mit der elektrischen Heckenschere. Damit vermeidet ihr, die empfindlichen Blätter zu beschädigen.
Denkt daran, beim Heckeschneiden feste Schuhe und geeignete Kleidung zu tragen. Eine lange Hose und ein langärmeliges Oberteil sowie Garten- oder Arbeitshandschuhe gehören dazu, schon allein weil einige Heckenpflanzen wie Ginster oder Lebensbäume giftig sind und die Haut reizen können.

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