Skalare – Anmutige Segelflosser im Aquarium

Die majestätisch anmutigen Skalare sind schillernde Lieblinge im Süßwasseraquarium. Wegen ihrer hohen Rücken- und Afterflossen sowie den lang ausgezogenen Bauchflossen werden sie auch Segelflosser genannt. Die Skalare (Pterophyllum) mit seitlich flachem Körper sind eine Gattung der Buntbarsche und im Amazonasgebiet beheimatet. Wir zeigen euch, was ihr bei der Haltung dieser schönen Tiere beachten solltet.

Roxana  / pixelio.de
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Zuhause im Amazonas

Die Wildform, den Pterophyllum scalare mit einer Größe bis zu 15 cm, findet man überall entlang des Amazonas und seinen Nebenflüssen bis nach Ost-Ecuador und Peru.
Den Pterophyllum altum, den hohen Segelflosser mit bis zu 18 cm Größe und 35 cm Höhe, kennt man dagegen nur aus dem Gebiet des Orionco mit Nebenflüssen.
Den kleinsten Vertreter, den Pterophyllum leopoldi, mit bis zu 15 cm Größe und 25 cm Höhe tummelt sich am Oberlauf des Amazonas.
Will man sich an der bunten Ursprünglichkeit im heimischen Aquarium erfreuen, sollte man sich konsequent an die erforderlichen Lebensbedingungen halten, dann ist der elegante Segelflosser auch einfach zu pflegen. Bei der Größe des Beckens muss man nicht nur die zu erwartende Endgröße berücksichtigen, sondern auch, dass die revierbildenden Skalare außerhalb der Laichzeit in Schwärmen leben. Beispielhaft bilden Skalare bei ausgeprägter Partnertreue Familienbande, die mit dem Revier konsequent verteidigt werden. Deswegen und wegen seiner charakteristischen Eigenschaften als Räuber, die er als Buntbarsch besitzt, eignet er sich nicht unbedingt für Gesellschaftsaquarien. In einem gut versorgten Becken haben die Skalare eine durchschnittliche Lebenserwartung von zehn bis zwölf Jahren.

Andreas Hermsdorf  / pixelio.de
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Die Qual der Wahl

Einfarbig schillernd, glänzend gestreift oder schimmernd marmoriert, die Zuchtformen der Skalare reichen von farbenfroh bis edel einfarbig und man möchte sie am liebsten alle haben.
Wie kleine Kostbarkeiten in einer Schatzkiste schweben Zuchtarten wie der Goldskalar, der Kupferskalar oder der Platinskalar durch das Aquarium.
Typisch gestreift wie die Wildform sind Zuchtarten wie der halbschwarze Skalar mit schwarzer Pupille und rotschwarzer Iris und der Platin Blue Skalar mit schwarzer Pupille und gelber Iris. Mit intensivem Rot und unterschiedlichen schwarzen Zeichnungen unterstreicht der Red Devil Skalar seine urwilde Herkunft und Gattung, seine Augen sind passend mit roter Iris und schwarzer Pupille.
In Farbmuster, die kein Designer besser hätte kreieren können, fasziniert der Gelbkopf Perlen Skalar dessen ganzer Körper mit glänzenden Schuppen bedeckt ist, an der Stirn glänzen die Schuppen ab dem Maul in sattem Gelb, passend dazu mit gelber Iris rund um die schwarzen Pupillen. Die Rückenflosse ist zart mit gelbweißen Streifen durchwoben als Kontrast dazu ist die Bauchflosse meist himmelblau.
Ästhetisch wie im Schleiertanz, bei denen man ihre Raubfischgene komplett vergessen kann, bewegen sich schwarze Skalare durch das Aquarium. Bereichernd ist auch der fesselnde Anblick mit dem Hauch von Mystik durch den grauen Geister Skalar mit unterschiedlichen Zeichnungen und dazu kontrastierender roter Iris.

Die Haltung setzt ein großes Becken voraus

Um diese prächtigen Wasserbewohner aus dem Amazonas artgerecht zu halten, muss allem voran die Größe des Beckens stimmen. Je größer, umso besser!
Dafür gilt die Faustregel der zehnfachen Körperlänge als Beckenlänge, der vierfachen Körperlänge als Beckentiefe und der zweifachen Körperhöhe als Freiwasserraum, natürlich gemessen an der Endgröße des erwachsenen Skalars. Mit anderen Worten: Ihr solltet ein sehr großes Aquarium zur Verfügung haben, um den Anforderungen der Tiere gerecht zu werden, denn die oben genannten Werte sind nur die Mindestgröße.
!Besonders auf die Höhe ist hierbei zu achten. Unter 60 cm Beckenhöhe sollte kein Skalar gehalten werden!
Die Strukturierung der Beckeneinrichtung sollte das Sozialverhalten als Einzeltier und in der Gruppe unbedingt berücksichtigen. Für ausreichend Rückzugsmöglichkeiten und als Versteck bietet sich die Bepflanzung mit Vallisnerien oder Amazonas-Pflanzen, die am besten auf einem feinkörnigen Sandboden eingesetzt werden.
Können die Skalare im Becken Reviere bilden, werden sie sich bald als Paare zusammenfinden. Während des Nestbaus, also dem Putzen des Laichplatzes, beginnt bereits ein deutlich aggressiveres und angriffslustigeres Verhalten gegenüber den Artgenossen.
Gibt man den Skalaren keine Möglichkeit Reviere zu bilden, unterbindet man natürliches Verhalten und als artgerecht kann eine solche Haltung wirklich nicht genannt werden. Ausnahme ist natürlich die Zeit der Aufzucht im Zuchtbecken, bei der man ein geordnetes Familiengerangel beobachten kann, oder die kurze Verweildauer im Händlerbecken.
Fazit: Ein Becken für Skalare ist eher größer als mindestens empfohlen.

Andreas Hermsdorf  / pixelio.de
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Gesellschaftsbecken

Besonders gesellig zeigen sich die Skalare nicht allen Artgenossen im gemeinsamen Aquarium als Lebensraum.
Vor allem kleinere Fischarten werden von Skalaren schnell als Beutetiere gesehen. Im mittelhartem bis weichen und alkalischen Wasser (Wasserhärte bis ca. sechs, Karbonathärte von etwa vier und einem pH-Wert unter sieben) fühlt sich der Skalar pudelwohl, sofern die Wassertemperatur bei mindestens 24 Grad liegt.
Beim Futter ist der Segelflosser recht pflegeleicht, er bevorzugt zum Beispiel schwarze und weiße Mückenlarven oder Bachflohkrebse und Artemia, am liebsten lebendig oder als Frostfutter, wobei er auch Granulat oder Flocken nicht verweigert.

Heimisch im Amazonazbecken

Um die wunderschönen Skalaren unter bestmöglichen heimischen Bedingungen zu halten, legen erfahrene Aquarianer, aber auch Neu-Aquarianer vorzugsweise ein Amazonasbecken an. Das biotope Süßwasseraquarium hat zwar spezifische Anforderungen an Einrichtung und Wasserqualität, die aber auch für Anfänger ohne große Mühe zu erfüllen sind.
In den natürlichen Skalarbiotopen im Amazonas wachsen kaum Pflanzen, darum eignen sich für die Skalare, die sich an senkrechten Strukturen orientieren, Wurzeln und Lehmboden. Eine Bepflanzung mit Arten der Amazonas-Schwertpflanze ist den Skalaren dennoch sehr willkommen. Im Hintergrund als Versteck und Rückzugsmöglichkeit sind die Pflanzen der Gattung Vallisneria die beste Wahl. Für das optimale Heimatgefühl der bunten Urwaldfische ist es vor allem wichtig, dass die Einrichtung und Bepflanzung des Süßwasserbiotops ihrem Ursprung nach aus dem brasilianischen Urstrom stammen.

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