So macht ihr euren Garten igel-freundlich

Igel sind ausgesprochene nützliche Tiere, die zum Beispiel die bei jedem Hobbygärtner absolut unbeliebten Nacktschnecken verputzen…bevor die die gesamte Salaternte in einer Nacht wegfressen.
In den letzten Jahren ist die Igelpopulation jedoch überall zurückgegangen, aus Großbritannien gibt es sogar Zahlen, die belegen, dass die Igelpopulation dort in den letzten 15 Jahren um 30 Prozent zurückgegangen ist. Um auch hier in Deutschland Zahlen zu erheben und einen Überblick über die Igelpopulation zu bekommen, hat zum Beispiel der bayrische Landesbund für Vogelschutz eine Aktion ins Leben gerufen, mit der Bürger Igelsichtungen per App melden können. 34.000 Igel wurden so bisher gemeldet, ein Drittel von ihnen allerdings tot.

Igel brauchen Winterquartiere

Die meisten der toten Igel waren dem Straßenverkehr zum Opfer gefallen, doch auch im Winter sterben unzählige Igel, weil sie einfach kein passendes Winterquartier finden, in dem sie ungestört Ihren Winterschlaf halten können.
Grund dafür sind in erster Linie unsere oftmals sterilen Gärten, in denen jeder Laubhaufen entsorgt wird. Und das oft leider mit Laubsaugern mit eingebautem Häcksler, natürlich mit fatalen Folgen für jeden Igel, der sich dort bereits niedergelassen hat.
Die gute Nachricht ist jedoch, jeder von euch, der einen Garten hat und sei er noch so klein, kann mit den simpelsten Mitteln, die nicht einmal Geld kosten, viel dafür tun, um den Igeln zu helfen.
Recht zum Beispiel im Herbst euer Laub zusammen und schichtet es einfach in einer windgeschützten Ecke des Gartens zu einem Haufen auf, am besten mit ein paar Zweigen vom Heckenrückschnitt als Basis. Dort findet der Igel einen idealen Unterschlupf, in dem er bis zum Frühling entspannt durchschlafen kann.
Wer noch ein bisschen aktiver werden möchte, der bekommt im Handel sogar spezielle Überwinterungs-Häuschen für Igel, die auch gern angenommen werden.

Der Igel braucht nicht nur im Winter einen (Über)Lebensraum

Auch in den warmen Monaten könnt ihr einiges tun, um den nützlichen Igeln den Aufenthalt in eurem Garten angenehm zu machen und ihnen damit einen dringend benötigten Lebensraum zur Verfügung zu stellen.
Habt ihr ein wenig mehr Platz im Garten, so könnt ihr beispielsweise eine kleine Fläche beim Mähen aussparen und dort am besten noch eine Wildkräuter- und Blumenwiese anlegen. Das zieht viele Insekten an, die wiederum den Igeln als Nahrungsquelle dienen. Auch ein Komposthaufen, an dem sich die Igel an den dort lebenden Würmern und Käfern gütlich tun können, zieht Igel an und beschert euch gleichzeitig wertvolle und gesunde Gartenerde.
Da Igel ein recht großes Territorium bewohnen, müssen sie sich frei bewegen können. Ist euer Garten eingezäunt, baut hier und da ein paar kleine Schlupflöcher ein, damit der Igel auch in die Nachbargärten gelangen kann. Ein Spalt von etwa 10 Zentimetern zwischen Zaun und Boden reicht dazu völlig aus.
In den trockenen Monaten nehmen Igel und andere Tiere gern eine flache Wasserschale an, aus denen sie bei Regenmangel trinken können. Am besten eignet sich etwas in der Form eines Tellers, es darf auf jeden Fall kein tiefes Gefäß sein, da Igel oder andere Tiere auf der Suche nach Wasser hineinfallen und ertrinken können.
Schon mit diesen einfachen Tipps könnt ihr euren Garten igelfreundlich gestalten und den possierlichen kleinen Stacheltieren einen Lebensraum bieten. Was ihr tun könnt, wenn ihr einen kranken oder verletzten Igel findet, verraten wir euch übrigens hier.

So macht ihr euren Garten igel-freundlich
5 (100%) 1 vote