Pappe im Garten einsetzen

Pappe im Garten einsetzen – mögliche Anwendungen

Heute geht es um ein allgemeines Thema für den Garten: die Nutzung von Pappe. Wir alle haben mehr oder weniger häufig Pappe als Abfallprodukt zu beklagen, denn vieles wird mit Pappe geschützt verkauft, von manchen Lebensmitteln bis hin zu Möbeln. Wer viel im Internet bestellt oder die eigenen Einkäufe in Pappkartons transportiert, weiß wie schnell die kleinen Helfer die Papiermülltonne oder das Wohnzimmer füllen.

Doch diese Pappe muss nicht zwangsläufig komplett in den Papiercontainer wandern, sie kann auch sinnvoll im Garten eingesetzt werden. Und wer „nur“ einen Balkon hat, und dort vielleicht eine sogenannte Wurmkiste, um Dünger für seine Balkon- und Zimmerpflanzen naturnah herstellen zu lassen, kann auch hier die Pappe einsetzen.

Pappe lässt sich grundsätzlich für Hochbeete und auch für Beete, die nicht lange in Benutzung sein werden, verwenden. Dabei gibt diese guten Halt und sorgt außerdem dafür, dass die Pflanzen von unten geschützt werden. Bevor die Pappe in die Erde wandert, sollten übrigens jegliche Reste an anderem Verpackungsmaterial entfernt werden. Klebeband oder andere Aufkleber sollten abgerissen und entsorgt werden, weil diese im Normalfall nicht vollständig abgebaut werden können. Zudem kann der Kleber dem Boden rund um die Pflanzen herum schaden.

Zellulose für den Garten

Pappe ist ein Naturprodukt, denn sie wird aus Zellulosefasern hergestellt, und diese wiederum aus dem Holz der Bäume. Kritiker sagen, dass Pappe sehr unterschiedlich hergestellt sein kann und viele verschiedene Inhaltsstoffe hat, die beispielsweise verhindern, dass sich Pappe bei Feuchtigkeit zu schnell auflöst.

Wenn du die Auswahl hast, kann solltest du natürlich die Pappe im Garten verwenden, die am wenigsten bedruckt ist und daher weniger Schadstoffe aufweist, als dick und bunt bedruckte Kartonagen. Doch viele Hobbygärtner schwören auf die Pappe als hilfreiches Mittel für verschiedene Arbeiten im Garten.

Außerdem sparst du dir so bares Geld! Anstatt zu teuren Produkten zu greifen, die meistens nicht bedeutend besser sind, kannst du deinen Papiermüll verwerten. Grundsätzlich solltest du darauf achten, dass die Pappe geruchslos und natürlich möglichst Schadstoff frei ist. Du kannst bei vielen Herstellern nachsehen, wo und wie die Verpackungsmaterialien für deren Produkte hergestellt werden. Bei Paketen von Amazon oder anderen Versandhäusern solltest du, die Klebereste an der Pappe, entfernen und, nach Möglichkeit, nicht die bedruckten Stellen des Kartons verwenden. Diese enthalten logischerweise Farbe, die sich schlecht auflöst und nicht besonders nahrhaft für den Boden ist.

Natürliches Unkrautvlies

Nun solltest du natürlich auch wissen, was du mit der Pappe anfangen kannst! So ist die Pappe ein prima Unkrautvernichtungsmittel- und vlies. Sie kann als Schutzschicht gegen den Wildwuchs wahre Wunder vollbringen. Sie ist dann sozusagen ein Mulchmaterial, das besser für die Natur ist als ein Kunststoffvlies.

Dazu legst du die Pappe auf die betroffenen Areale, die von Unkraut befreit wurden, und bedeckst sie anschließend ca. drei Zentimeter hoch mit Laub und Erde. Dann kann ausgesät werden, was auf dem Beet geplant war. So unterdrückst du den Wuchs unerwünschter Wildkräuter. Diese bekommen dann nämlich kein Sonnenlicht mehr ab und die Nährstoffe, die aus dem Laub und der Erde kommen, bleiben oberhalb der Pappe. Du beseitigst also nicht nur Unkraut, sondern züchtest im gleichen Zug auch deine eigenen Pflanzen heran.

Wenn du solche Arbeiten vorhast, kannst du dir von Nachbarn und Freunden möglichst große Verpackungen holen, die diese ohnehin loswerden wollen. Je weniger kleine Stücke zu hast, umso leichter ist es, große Areale abzudecken bzw. Beete unter der Kartonschicht neu anzulegen. Natürlich kannst du auch mehrere kleine Stücke stapeln oder überlappen lassen. Durch die offenen Stellen kommen dann aber wieder Kräuter, die sich gerne an den Nährstoffen deiner Pflanzen bedienen möchten.

Besonders die Kartons von neuen Möbeln eignen sich, da diese groß und meist wenig bedruckt sind. Hast du Lagerkapazitäten, wie beispielsweise einen Keller, solltest du beim Möbelkauf schon daran denken, dass du diese Pappen vielleicht im nächsten Jahr im Garten brauchen kannst. Dafür ist es auch nicht nachteilig, wenn sie über die Lagerzeit etwas feucht werden. Denn im Garten ist dies ja sogar gewünscht. Wenn die Pappe bereits ein wenig feucht und biegsam geworden ist, ist es leichter die Pflanzen auf dieser anzubringen. Die Pappe biegt sich dann leichter abwärts und du hast nicht das Gefühl, deine Pflanzen auf einem Holzbrett zu pflanzen.

Unkraut, welches unter einer Schicht aus Karton von Regen, Luft und Licht abgeschirmt wird, stirbt ab und wird zusammen mit der Pappe zu einem natürlichen Dünger. Der Karton an sich verrottet und wird so zu einem Nährstofflieferanten.

Die Verrottungswärme, die bei diesen Prozessen entsteht, ist gut für deine Pflanzen. Gerade an kälteren Tagen ist das Problem der Pflanzen primär der kalte Boden, nicht die kalte Luft. Wenn du im Nachhinein noch Kartonstücke findest, die du ohnehin nicht mehr brauchst, kannst du diese ein wenig anfeuchten und unter die Erde deiner Pflanzen stecken. Dort verrotten dann auch diese Stückchen.

Unter der Erdschicht wird die Pappe – ganz besonders über den Winter – einfach zersetzt. Je nach Zusammensetzung und Dicke braucht die Pappe etwa ein halbes bis ein Jahr, ehe sie vollständig zersetzt ist.

Karton ist gut für den Kompost

Wenn du die Pappe im Herbst auslegst, kann sie im Frühling zum Pflanzen problemlos zerstochen werden. Der große Vorteil ist, dass die Regenwürmer Pappe lieben und daher besonders gern in deinem Beet unterwegs sind, was für die Bodenverbesserung ideal ist. Aus dem gleichen Grund ist es übrigens prima für deinen Kompost, wenn du ab und zu ein Stück Pappe mit hineingibst.

Außerdem spart das enorme Kapazitäten in deiner Papiermülltonne. Anstatt dich dauernd zu ärgern, weil der Nachbar mal wieder ein 3 Meter langes Paket einfach in die Tonne gestopft hat, ohne es zu zerstückeln, bedienst du dich einfach an diesem.

Wer viel mit Kindern bastelt, kommt nicht umhin, Kartonagen zu verwenden. Die Kartons oder auch gekaufte Pappe werden für Schablonen etc. gebraucht. Alles, was hier abgeschnitten und zu Abfall wird, sollte nicht in den Papiercontainer wandern, oder, noch schlimmer, in den Restmüll, sondern auf den Kompost.

Das gilt natürlich nur für Pappe, die nicht vollständig eingefärbt ist oder anderweitig behandelt wurde! Wenn du dir unsicher bist, ob du diese Pappe verwenden solltest, sieh beim Hersteller nach. Manchmal findest du auch auf der Verpackung Hinweise, ob das Produkt vollständig biologisch abbaubar ist. Im Zweifelsfall raten wir dir dazu, lieber unbehandelte Kartons zu nutzen, die du beim Möbelkauf oder bei einer Bestellung im Internet bekommst.

Auch einige Verpackungen werden explizit als kompostierbar angepriesen, wie manche bislang aus Plastik hergestellten Getränke- oder Salatpackungen. Das alles kann nicht nur auf den Kompost wandern, es hilft diesem sogar, noch besser zu Erde zu werden. Allein durch das Anziehen der Regenwürmer und ähnlicher Tierchen, die Humus herstellen, sind die Zellulosefasern wichtig.

Du kannst bei diesen Verpackungen, vorausgesetzt der Inhalt ist biologisch abbaubar, den restlichen Inhalt einfach mit auf den Kompost werfen.

Ein neues Beet ohne Umgraben

Auch für die Neuanlage eines Beetes kann die Pappe hilfreich sein. Denn so wird auch hier das Unkraut gehemmt und die Regenwürmer werden von der feuchten Pappe angelockt. Willst du also ein Beet anlegen, wo Gras gewachsen ist, kannst du dir das Umgraben sparen, indem du Pappe ausbringst, die du gießt, damit sie sich gut ans Gelände anpasst. Dann kommt eine dicke Schicht Kompost darauf, oder auch Laub und Grasschnitt.

Wenn die Pflanzen, die du aussäst, sehr empfindlich gegenüber einer Staunässe sind, solltest du außerdem groben Gehölzschnitt verstreuen. Dieser fungiert als Drainage und sorgt dafür, dass deine Pflänzchen keine nassen Füße bekommen.

Im nächsten Frühling kannst du das Ganze auflockern und wirst prima pflanzen können, denn die Graspflanzen setzen sich nun nicht so schnell wieder durch, und Unkräuter bleiben ebenfalls erstmal fern. Denn du hast damit erreicht, dass die Graspflanzen unter der Pappe abgestorben sind und sich auch nicht so schnell wieder erholen.

In einem bereits vorhandenen Beet kannst du folgendermaßen vorgehen

Die Erde wird aufgelockert, dann verteilst du darauf eine Schicht Kartonagen. Darüber wird der Kompost verstreut bzw. eine Schicht Blumenerde gegeben. Schließlich trägst du Mulch auf, wobei diese Schicht durchaus die Dicke von etwa 10 cm haben kann, damit etwaige Unkräuter darunter keine Chance haben.

Pflanzt du an dieser Stelle erst im nächsten Frühling, ist die Pappe bereits so weit aufgeweicht bzw. zersetzt, dass du ohne Weiteres Pflanzlöcher graben kannst. Willst du aber doch jetzt schon ein Pflanzloch haben, kannst du dir behelfen, indem du mit einem Cuttermesser ein X in die Pappe schneidest, und sie so in vier Richtungen aufklappen kannst. So entsteht ein Loch, in welches du eine Pflanze setzen kannst.

Willst du säen, kannst du die Kartonschicht einfach ignorieren. Denn der Samen kommt einfach in die Erdschicht, die über dem Karton liegt, denn bis sich Wurzeln an den neuen Pflänzchen gebildet haben, ist der Karton so zersetzt, dass sie ihn durchstoßen können.

Das waren unsere Tipps für die Verwendung von Pappe im Garten. Dabei solltest du immer darauf achten, dass du nicht zu viel davon verwendest und natürlich auch, dass es möglichst unbedruckte Pappen sind, wie man sie von großen Verpackungen kennt. Denn sonst holst du dir damit Schadstoffe in den Garten, die niemand möchte. Aus diesem Grund ist auch Pappe für den Einsatz im Garten wesentlich besser geeignet als Zeitung, die viel Druckerschwärze enthält.

FAQ

Hier findest du in Kürze die am häufigsten gestellten Fragen zum Thema: Kann man Pappe im Garten einsetzen? Und wenn ja, wie?

Falls du weitere Fragen oder eine großartige Idee hast, darfst du uns selbstverständlich gerne kontaktieren. Schreibe dafür einfach ein Kommentar unter diesem Artikel – wir antworten so bald wie möglich!

Kann ich jede Art von Pappe verwenden?

Fast jede! Solange die Pappe biologisch vollständig abbaubar ist und wenig Farbe enthält, kannst du sie benutzen. Informationen über die Verpackungsmaterialien kannst du normalerweise beim Hersteller der einzelnen Produkte erfragen. In Deutschland kannst du, bei unbedrucktem Karton, aber auch schlichtweg davon ausgehen, dass dieser nahezu vollständig schadstofffrei ist.

Ist es schlimm, wenn die Pappe bereits alt und möglicherweise sogar nass ist?

Überhaupt nicht. Die Pappe zersetzt sich unter der Erde sowieso. Du kannst davon ausgehen, dass deine Pappe lediglich schneller zerfällt als ein frisches Stück, was logischerweise zu weniger Verrottungswärme führt.

Was passiert, wenn ich die Pappe vergesse?

Das ist völlig egal. Du musst die Pappe beim Umgraben nicht herausnehmen – sie wird weich und zersetzt sich in ihre einzelnen Stoffe. Diese können dann wieder von deinen Pflanzen verwertet werden.

Was kann ich noch mit Pappe im Garten machen?

Neben einer Unterlage für deine Pflanzen, kann dir die Pappe auch als Unkrautvernichter dienen. Zudem lockt sie kleine Insekten und Krabbler an, die deinen Boden für dich auflockern. Wenn du einen Komposthaufen hast, kannst du deine Pappe mit hineinwerfen. Dort sorgt sie für zusätzliche Verrottungswärme.

Und wenn ich nur einen Balkon habe? Was bringt mir Pappe im Balkongarten?

Eine ganze Menge! Sieh dich nach einem „Bokashi-Eimer“ um. In diesem kannst du in der Küche kompostieren, ohne dass dir übel wird, weil alles nach Biomüll riecht. Dort kannst du auch kleine Pappstücke entsorgen und die Verrottung im Inneren des Eimers ankurbeln. Zudem kannst du die Pappe auch in dein Hochbeet einbauen.


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