Permakultur im Garten

Permakultur im Garten

Derzeit in aller Munde sind die Permakultur-Gärten. Doch was steckt eigentlich dahinter? Was bedeutet diese Art des Gärtnerns, bei der ein Teil der Natur selbst überlassen wird und die Planungen des Hobbygärtners sich im Großen und Ganzen nur auf das erste Jahr beschränken?

Wir wollen genauer ansehen was dahinter steckt, was man tun muss, um einen solchen Garten zu bewirtschaften, und welche Vor-bzw. Nachteile die Permakultur bringt. Welche Maßnahmen müssen ergriffen werden, welche sind dagegen gar nicht gern gesehen und was kann man tun, um einen herkömmlichen Garten entsprechend umzugestalten.

  • Was bedeutet Permakultur im Garten?
  • Welche Vor- und Nachteile bringt das?
  • Wie kann man den Garten entsprechend umgestalten?

Was ist Permakultur im Garten?

Permakultur ist derzeit ein neuer Trend – und doch ist der eigentlich gar nicht neu. Denn es bedeutet nichts weiter, als dass der Garten einen geschlossenen Kreislauf bildet, der sich über lange Zeit selbst erhält und vom Gärtner verhältnismäßig wenig Pflege erfordert.

Eine gewisse freie Entfaltung wird damit propagiert, die der Natur viel Gutes bringen soll. Denn die Ökosysteme, wie sie von selbst funktionieren, sind belastbar und widerstandsfähig.

Der Begriff „Permakultur“ leitet sich vom englischen „permanent culture“ ab, was so viel bedeutet wie „Dauerhafte Landwirtschaft oder auch Kultur“. Als Vater dieser Gartenart wird der Australier Bill Mollison genannt, der auch den Begriff prägte. Ähnliches kam auch aus Japan von Masanobu Fukuoka.

Was steckt dahinter?

Prinzipiell geht es bei der Permakultur darum, ein eigenes Ökosystem mit entsprechendem Kreislauf zu etablieren. Dieses soll entsprechenden natürlichen Kreisläufen nachempfunden sein. Kernpunkt ist dabei, dass wertvolle Ressourcen gespart werden sollen, wie beispielsweise Wasser. Das ganzheitliche Prinzip bemüht sich um naturnahes Gärtnern und stellt bestimmte Grundsätze in den Mittelpunkt. Dazu gehört Die Sorge für unseren Planeten, die Menschen und das gerechte Teilen der Konsumgüter.

Tipp: Die Permakultur kann auf jedem Grundstück kultiviert und betrieben werden.

Das sind die Vorteile der Permakultur

Zu den herausragenden Vorteilen der Permakultur gehört die Nachhaltigkeit und die Schonung der Umwelt. Vor allem die Artenvielfalt wird dabei unterstrichen, im Fachbegriff: Biodiversität. Mit einer Mischkultur ist es möglich, Pflanzen so nebeneinander gedeihen zu lassen, dass sie davon profitieren. Die Ressource Wasser zu sparen kann bedeuten, dass klug geplant wird und beispielsweise durch das Ausbringen von Mulch weniger Wasser verdunstet.

Ein wichtiger Grundsatz bei der Permakultur ist, dass auf chemische Hilfsmittel verzichtet wird.

Ein Vorteil der Permakultur ist, dass wenig Arbeit anfällt, da das geschlossene Kreislaufsystem voneinander profitiert. Bodenbearbeitungen, Unkraut entfernen oder der Rückschnitt von Pflanzen wird auf ein Mindestmaß beschränkt.

Ein großer Vorteil ist der relativ hohe Ertrag auf kleiner Fläche. Gemüse und Obst wird angebaut, und zwar mitunter auf der gleichen Fläche in verschiedenen Höhen. Rankende Pflanzen bieten so unter sich noch Platz für Anderes.

Hinweis: Insektenfreundliches Gärtnern wird ebenfalls dazugerechnet.

Und das gehört dazu

Ein Punkt, der der Permakultur zuzurechnen ist: Der Boden wird nicht umgegraben, sondern lediglich aufgelockert. So werden wertvolle Mikroorganismen im Boden gehalten. Weiterhin wird angestrebt, dass Nützlinge wie Regewürmer oder Wildbienen im Garten wohnen. Dazu werden Totholz und Blumenwiesen oder auch ein Insektenhotel angebracht. In jeden Permakultur-Garten gehört ein Komposthaufen. Dieser wird dann für die Bodenverbesserung und Düngung genutzt.

Die Permakultur wird in fünf Zonen eingeteilt, die wir hier näher anschauen wollen:

Die Zone 0 Ist der Mensch mit seinem Haus oder seiner Wohnung. Daran im Anschluss gibt es einen Küchen- oder Kräutergarten, der pflegeintensiv ist und mehr Aufmerksamkeit bedarf. Dann folgt Zone 2. Hier gibt es einen Gemüsegarten, der unter Umständen mit einem Gewächshaus ergänzt wird. Auch Kleintierhaltung ist hier willkommen.

Kleintierhaltung und Kompostierung, zwei wichtige Bestandteile einer Permakultur im Garten
Kleintierhaltung und Kompostierung, zwei wichtige Bestandteile einer Permakultur im Garten

Zone 3 gehört der Landwirtschaft mit Obstbäumen und Tierhaltung. Zone 4 beinhaltet neben Weideland auch weitere Obstbäume oder die Versorgung mit Holz, an die sich Zone 5 anschließt. Hier darf die Natur frei wachsen, es gibt Lebens-und Ruheräume für Mensch und Tier, es gibt keine Pflege, sondern Wildwuchs.

Hinweis: Natürlich können die Zonen unterschiedlich ausgeprägt sein oder auch weggelassen werden. Es soll lediglich eine grobe Orientierung sein.

Wie kann ich eine Permakultur anlegen?

Ganz wichtig: Wer seinen Garten dahingehend umgestalten will, muss sich klar darüber sein, dass er sich mit den folgenden Maßnahmen für einen längeren Zeitraum festlegt und nicht jedes Jahr neu plant.

Zunächst muss der Garten ganz genau inspiziert werden, vor allem hinsichtlich der Gegebenheiten wie Sonne und Schatten, Bodenbeschaffenheit und Ähnlichem. Dann geht es an die Planung, die am besten mit einer maßstabsgerechten Skizze erfolgt.

Sehr wünschenswert für einen solchen Garten ist die Nutztierhaltung. Laufenten und Hühner sind wichtig, wenn es darum geht, Schädlinge zu vertilgen. Futterpflanzen und Unterschlupfe sind entsprechend mit einzuplanen.

Auch wichtig bei der Planung sind Dinge wie Teiche, Gewächshaus, Hochbeet, eine Kräuterspirale und Ähnliches. Außerdem muss beachtet werden, welche Pflanzen gute Nachbarn sind und ob bei der einen oder anderen Anpflanzung eine Fruchtfolge beachtet werden muss.

Tipp: Wenn man viel liest über bereits angelegte Permakulturen, kann das viele gute Anregungen und Hinweise liefern, die sich im eigenen Garten gut umsetzen lassen.

Fazit

Die Idee der Permakultur soll Lebensräume von Mensch und Tier vereinen und den Garten zu einem Spielplatz Beider werden lassen. Dazu kommen wilde und kultivierte Pflanzen, natürliche Bereiche und Angelegte, sowie jede Menge Fantasie. So entsteht immer wieder ein einmaliger Garten, der in seiner jeweiligen Form dann so bestehen bleibt, und nicht jährlich neu geplant werden muss. Auf diese Art und Weise ist auch der Pflegeaufwand gering und bei weitem kleiner als in einem klassischen Garten.

Auf Permakultur-Gärten vermeidet man größere Monokultur-Flächen
Auf Permakultur-Gärten vermeidet man größere Monokultur-Flächen

FAQ

Was ist eine Permakultur?

Bei der Permakultur wird das naturnahe Gärtnern in einen geschlossenen, ökologischen Kreislauf gebracht, der auf Chemie verzichtet und den Garten auch für kleinere Nutztiere öffnet.

Was darf dort wachsen?

Eigentlich alles. Am besten natürlich solche Pflanzen, die hier heimisch sind und auch die Winter gut überstehen. Der Garten sollte sich an den klimatischen und sonstigen Bedingungen orientieren und so dazu beitragen, dass der Gärtner wenig Arbeit mit der Pflege hat.

Gibt es in der Permakultur Sitzecken, Gewächshaus und Co?

Natürlich! Alles darf integriert werden. Verschiedene Sitzecken, ein Gewächshaus ein Hochbeet; alles, was zu den gewünschten Pflanzen passt und zu den Lebensräumen, die geschaffen werden, ist erlaubt. Außerdem muss niemand streng nach den Regeln einer Permakultur sein Grundstück umgestalten. Es können auch bestimmte Teile davon entsprechend natürlich und freiwachsend in einen klassischen Garten integriert werden.

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