Pflaumenmadenfalle

Pflaumenmadenfalle

Pflaumen sind eines der beliebtesten einheimischen Obstsorten, kein Wunder, ihre blaue, süße Frucht ist herrlich schmackhaft und gesund. Viele Hobbygärtner ziehen einen Pflaumenbaum im eigenen Garten groß, um Marmelade und leckere Kuchen zu erhalten. Und wie gerne nascht man die eine oder andere Frucht direkt vom Baum.

Leider finden viele Pflaumenbaumbesitzer eine tierische Überraschung in ihrer Ernte: die Pflaumenmade. Ein kleiner, rötlicher Wurm vermiest einem die Freude an der Nascherei und kann sogar die ganze Ernte zerstören.

Doch das muss der Hobbygärtner nicht einfach hinnehmen, es gibt einige Möglichkeiten die Schädlinge wieder los zu werden.

Im nachfolgenden Artikel klären wir, woher die Pflaumenmade kommt und wie man sie erfolgreich wieder los wird:

  • wer ist der Pflaumenwickler und wo kommt er her?
  • was kann man vor und nach der Ernte gegen den Pflaumenwickler tun?
  • wo und zu welchem Preis kann man Pflaumemadenfallen kaufen?

Wer ist der Pflaumenwickler und wo kommt er her?

Die Made in den Pflaumen kommt von dem Schmetterling „Pflaumenwickler“, oder auch Grapholita funebrana genannt, einer Nachtfalterart der Wickler. Grundsätzlich ist der Pflaumenwickler kein Schädling, unter Obstbauern wird er aber als solcher angesehen. Den Pflaumenwickler erkennst du an folgenden Merkmalen:

  • Spannweite ca. 12 bis 15 mm
  • dreieckige Vorderflügel, die graubraun sind
  • Saum der Flügel wird heller, aschgrau
  • der Vorderflügelrand ist mit Häckchen versehen, die immer größer werden
  • quer über den Flügel verlaufen zwei flache, breiter werdende, dunkle Linien
  • der Saum der Hinterflügel ist gelblich-braun mit schwarzen Punkten
  • wenn die Flügel nicht ausgebreitet sind, ähnelt der Pflaumenwickler einem spitzes Dreieck
  • kaum Unterschied zwischen Weibchen und Männchen


Die Pflaumenwickler sind Abend-und Nachtaktiv und leben von April bis September auf der gesamten Nordhalbkugel, außer Amerika. Der Pflaumenwickler überwintert eingepuppt in Gespinnsten an den Baumrinden, im Moos an den Baumstämmen, an abgefallenen Rindenstückchen oder herumliegenden Holzstückchen. Von dort aus schlüpfen die Falter ab April in der ersten Generation. Eine zweite Generation folgt ab August. Die Weibchen legen pro Frucht ein Ei an der Unterseite der heranreifenden Früchte ab. Die karminroten Maden schlüpfen nach ca. 2 Wochen und bohren sich in die Pflaume, von deren Inneren sie sich ernährt. Die Pflaume wird notreif, also braun und matschig und fällt verfrüht ab. Befallene Früchte erkennt man häufig an den farblosen Harztröpfchen, die vor den Bohrlöchern entstehen.

Die Maden gehen von den abgefallenen Früchten aus in ihre Verpuppungen oder seilen sich an Spinnfäden ab, falls die Pflaume nicht abfällt. So vermehren sie sich immer weiter. Die Pflaumenwickler befallen auch Zwetschgen, Mirabellen, Aprikosen, Sauerkirschen und Rosen.

Was kann man vor und nach der Ernte gegen den Pflaumenwickler tun?

Um die Maden ín den Pflaumen zu vermeiden, dürfen die weiblichen Pflaumenwickler keine befruchteten Eier auf der Pflaume ablegen. Um dies zu erreichen, zielen die Pflaumenmadenfallen aber auf die Männchen ab.

Diese reagieren nämlich stark auf Pheromone, den Sexualhormonen der Weibchen. Die Pflaumenmadenfallen sind Lockfallen, die genau den Duft der weiblichen Pheromone nachbilden. Die Männchen werden angelockt, bleiben in den Fallen kleben und verenden. So werden die Eier der Weibchen nicht befruchtet und die Maden bleiben aus.

Die Duftlockfalle ist eine umweltschonende Methode, um Pflaumenwicklern entgegenzuwirken
Die Duftlockfalle ist eine umweltschonende Methode, um Pflaumenwicklern entgegenzuwirken

Die Methode der Duftlockfallen ist weit verbreitet, vor allem da es keine speziellen Insektizide gibt, die gegen den Pflaumenwickler wirken. Die Duftstoffe in den Pflaumemadenfallen sind speziell auf diese Nachfalterart ausgerichtet, so dass Bienen und andere Nützlinge nichts zu befürchten haben.

Die Fallen werden vor dem Schlüpfen der ersten Generation, also Mitte April ausgehängt und sollten spätestens nach sechs Wochen, also zur zweiten Generation erneuert werden. Die Duftstoffe verlieren mit der Zeit an Intensität, daher sollten die Duftkapseln aufgefrischt werden. So werden möglichst viele Schädlinge in einem Jahr reduziert und die Ernte im nächsten Jahr ist gut geschützt.

Die Duftkapsel darf nicht berührt werden, um den Duft nicht zu überlagern
Die Duftkapsel darf nicht berührt werden, um den Duft nicht zu überlagern.

Um die überlebenden Maden an der Überwinterung zu hindern, sollten zudem auf jeden Fall alle befallenen Früchte entfernen, sobald man den Schädlingsbefall bemerkt. Das gilt für bereits abgefallene Früchte, als auch für die noch hängenden. Dies ist zwar recht mühsam, aber wenn man hier mit großer Sorgfalt vorgeht, kann der Bestand der Schädlinge drastisch reduziert werden.

Weiterhin können folgende Maßnahmen gegen die Pflaumenmaden unternommen werden:

  • die herabgefallenen Früchte möglichst einmal am Tag aufsammeln
  • den Boden um den Pflaumenbaum herum mit Vlies auslegen und täglich abfegen, um ein Verpuppen der Maden zu vermeiden
  • die Fallen nicht direkt in die Pflaumenbäume hängen, sondern besser in benachbarte Bäume oder Sträucher, damit die Tiere nicht an die Früchte gelockt werden
  • die Fallen in Windrichtung aufhängen, damit der Duftstoff sich gut verbreiten kann
  • Pflaumenmadenfallen können auch bei Mirabellen, Aprikosen, Rosen, Zwetschgen und Kirschen eingesetzt werden
  • umherliegende Rinden- oder Holzstücken entfernen, um den Maden möglichst wenig Möglichkeiten zur Verpuppung zu geben. Sichtbare Kokons auf den Baumstämmen sollten entfernt werden
  • die befallenen Früchte in der Biomülltonne entsorgen.
Pflaumenmadenfallen sind einfach in der Anwendung
Pflaumenmadenfallen sind einfach in der Anwendung.
Pflaumenmadenfalle wird im Baum aufgehängt
Pflaumenmadenfalle wird im Baum aufgehängt.

Hinweis: steht keine Biomülltonne zur Verfügung, kann der Madenmüll auch kompostiert werden. Um eine weitere Ausbreitung vom Kompost aus zu verhindern, müssen die Maden vorher abgetötet werden. Dazu den Abfall in eine dicht verschlossene Tüte geben und in die Sonne stellen. Die Maden sterben nach einigen Stunden durch die entstehende Wärme ab.

Eine weitere natürliche Möglichkeit gegen die Pflaumenwickler vorzugehen, ist es, einen Schwarm der Schlupfwespen (Trichogramma cacoeciae) anzusiedeln. Diese, wie auch Singvögel, sind die natürlichen Fressfeinde der Pflaumenmaden und halten den Schädlingsbefall weiter in Schach.

Tipp: ein Vogelhäuschen im Pflaumenbaum kann schon vorbeugend gegen die Pflaumenmaden wirkungsvoll sein. Und es ist auch noch nett anzuschauen.

Wo und zu welchem Preis kann man Pflaumenmadenfallen kaufen?

Pflaumenmadenfallen gehören schon eher zu den spezieller nachgefragten Gartenhelfern. In Supermärkten und Discounter wirst du sie wohl eher vergeblich suchen. In Garten- und Baumärkten wirst du aber fündig werden, ebenso in Fachhandlungen. In Onlineshops lässt es sich bequem eine Auswahl treffen.

Pflaumenmadenfallen sind recht teuer, die wirklich wirkungsvollen beginnen bei etwa 6,00 € pro Falle. Da aber pro Baum eine Falle meist ausreicht, sollte diese Investition getätigt werden.

Pflaumenmadenfallen im Test

Leider wurden diese speziellen Pflaumenmadenfallen bisher nicht von einem namhaften Institut wie etwa Stiftung Warentest oder Ökotest getestet. So liegen uns also keine Daten oder Testberichte vor, auf die wir hier eingehen könnten.

Aber wir haben uns die drei am häufigsten empfohlenen Produkte näher angeschaut und beschrieben:

COMPO BIO Pflaumenmaden-Fallen

Die Pflaumenmadenfallen von COMPO versprechen, entgegen der meisten anderen Produkte eine ganze Saison ohne Nachfüllen. So muss man im Laufe der Zeit nicht dran denken, die Lockfallen zu erneuern. Wir raten aber dazu, die Fallen regelmäßig zu kontollieren und sie doch zu erneuern, wenn sie schon gut gefüllt sind. Der Aufbau ist recht einfach und schnell erledigt. Die Beschreibung auf der Packung ist ausführlich und informativ. Die Klebefalle wirkt über den Lockduft und enthält keine Insektizide. Die Falle wirkt laut Hersteller in einem großen Umkreis. Eine Falle soll für bis zu fünf Bäume ausreichen, wobei hier natürlich die Größe der Bäume, der Abstand zueinander und das Ausmaß des Befalles entscheiden sind.

Angebot
COMPO BIO Pflaumenmaden-Fallen, inkl. Bindedrähte, Mit Lockstoff, Insektizid-frei, 2 Stück
  • Schützende Wirkung: Leimfalle mit Lockstoff gegen den Pflaumenwickler und…
  • Einfach und effektiv: Auffangen von Schädlingen ohne den Einsatz von…

Neudorff 33439 Neudomon Pflaumenmadenfalle 

Das System von Neudorff sieht einzeln zu kaufende Fallen und Nachfüllpacks vor, hier also beim Kauf darauf achten, was auf der Packung genau drauf steht. Die Fallen sind dauerhaft verwendbar, über die Nachfüllpacks erfrischt man die Duftstoffe. Neudorff emphielt die Fallen wöchentlich zu kontrollieren und spätestens nach acht Wochen aufzufrischen. Die Duftpäckchen sollten nicht mit blosen Händen angefasst werden, da der menschliche Duft den Lockstoff übertüncht. Daher bitte Handschuhe oder Taschentuch verwenden. Auch Neudorff gibt an, dass eine Falle ausreichend für bis zu fünf Bäume ist, wobei oben genannte Punkte dann ebenfalls zu beachten sind.

Neudorff 33439 Neudomon Pflaumenmadenfalle 1 Set
  • biotechnische Falle zur Minderung des Befalls bzw. zum Monitoring (Ermittlung…

Celaflor Naturen Pflaumenmaden-Falle

Auch Naturen setzt auf das Nachrüst-System. So gibt es dauerhaufte Fallen und Nachfüllpacks zu kaufen. Die Fallen sollten aber auch nach einer Saison getauscht werden, da sie sonst instabil werden. Der Lockstoff sollte auch hier nach ungefähr sechs bis acht Wochen aufgefrischt werden. Naturen kann für den ökologischen Anbau verwendet werden. Die Fallen sind gut geeignet um den Bestand deutlich zu reduzieren und zur Bestandskontrolle. Die Tragweite der Fallen wird für zwei bis fünf Bäume angegeben.

Celaflor Naturen Pflaumenmaden-Falle 1 Set+2 Nachf
  • Zum Abfangen beziehungsweise zur Befallskontrolle männlicher Pflaumenwickler
  • Lockwirkung durch Sexuallockstoff

Fazit

  1. Pflaumenmaden können eine ganze Ernte zerstören, in dem sie sich in die Früchte einbohren und das Innere fressen. Die Pflaume wird notreif, braun, matschig, ungenießbar und fällt verfrüht ab.
  2. Die Maden kommen von den Pflaumenwicklern, eine weitverbreitete Nachtfalterart.
  3. Die Weibchen legen in zwei Generationen ihre Eier auf den Früchten ab, eine Generation ab April, eine ab August
  4. die Maden verpuppen sich zur Überwinterung an der Baumrinde, im Moos oder auf Holzstückchen
  5. um den Schädlingsbefall zu verhindern, sollten mehrere Maßnahmen vorgenommen werden
  6. die befallenen Früchte erkennt man an Bohrlöchern mit farblosen Harztropfen,diese sollten möglichst alle entfernt werden, egal ob sie noch hängen oder schon abgefalllen sind
  7. abgefallene Früchte möglichst täglich aufsammeln
  8. den Abfall über die Biomülltonne entsorgen. Steht keine zur Verfügung, kann der Abfall kompostiert werden, dazu müssen die Maden vorher aber abgetötet werden
  9. Pflaumenmadenfallen sind einfach in der Anwendung und wirkungsvoll. Häufig reicht eine Falle für mehrere Bäume, möglichst die Falle aber in benachbarte Bäume aufhängen, um die Schmetterlinge nicht zu den Früchten zu locken
  10. Pflaumenmadenfallen locken die Männchen durch einen Sexuallockduft an, diese bleiben an den Klebefallen hängen und können die Eier nicht mehr befruchten. Der Bestand wird verringert.
  11. Der Pflaumenwickler befällt auch Zwetschgen, Kirschen, Aprikosen, Mirabellen und Rosen. Die Fallen wirken an diesen Pflanzen ebenso.

FAQ

Meine Pflaumen sind ungenießbar braun und matschig. Wieso?

Braune und matschige Pflaumen, häufig vom Kern ausgehend sind ein sicheres Zeichen für den Befall vom Pflaumenwickler. Diese Nachtfalterart legt ihre Eier auf den Früchten ab, die Maden bohren sich ins Innere und können so eine ganze Ernte zerstören. Die Früchte werden notreif und fallen ab. Findest du in deinen Pflaumen eine rote kleine Made hast du den Übeltäter entdeckt. Findest du keine Maden, ist es wahrscheinlich dennoch der Pflaumenwickler, denn die Maden lassen sich auch von den Früchten abfallen um eine zweite Generation Maden auszureifen. Die Vermehrung der Pflaumenmaden geschieht recht schnell und sollte frühzeitig entgegen gewirkt werden.

Was kann man gegen Maden in den Pflaumen tun?

Die Maden der Pflaumenwickler treten in zwei Generationen auf, eine ab April, eine ab August. Um die Schädlinge möglichst zahlreich und innerhalb einer Saison auszurotten, ist daher eine frühe Maßnahme, ab Mitte April von Nöten. Die am häufigsten, weil am besten funktionierende Methode ist dabei, das Aufhängen von Pflaumenmadenfallen. Diese Klebefallen verströmen einen Sexualduftstoff. Die Männchen werden angelockt und bleiben kleben, so können sie keine Eier befruchten und der Bestand wird reduziert. Die Falle sollte regelmäßig kontrolliert und spätestens nach acht Wochen aufgefrischt werden. Außerdem kann der Bestand deutlich reduziert werden, wenn die befallenen Früchte, egal ob noch hängend oder schon abgefallen, regelmäßig aufgesammelt und über die Biomülltonne entsorgt werden.

Sind die Pflaumenmadenfallen giftig?

Die Pflaumenmaden sind mit einem ganz speziellen Duftstoff ausgestattet, auf die nur die Männchen der Pflaumenwickler anspringen. Insektizide oder Pestizide werden nicht verwendet, die Fallen sind also ungiftig. Dennoch sollte man darauf achten, dass die Klebeflächen und Duftpäckchen möglichst wenig berührt werden, vor allem auch, weil der menschliche Duft die Lockdüfte übertüncht. Kleinkinder und Haustiere sind grundsätzlich von derartigen Gartenhelfern fernzuhalten, auch wenn keine große Gefahr besteht.

Wie werden Pflaumenmadenfallen angewendet?

Die meisten handelsüblichen Fallen sind recht einfach in der Anwednung. Die grünen Klebestreifen werden gefaltet und an den dafür vorgesehen Laschen zusammengebunden. Draht liegt in den meisten Sets bei. Die Fallen werden dann an äußeren Ästen des Baumes windstabil aufgehängt. Blätter und Triebe sollten die Fallen möglichst wenig berühren, zur Not einfach ein paar Blätter entfernen. Die Duftpäckchen sollten nicht mit blosen Händen berührt werden, damit der Duft nicht überdeckt wird. Eine Falle reicht häufig für mehrere Bäume, wobei natürlich entscheidend ist, wie groß und wie weit entfernt diese sind. Die Fallen sollten regelmäßig kontrolliert und gegebenfalls erneuert werden. Viele Anbieter bieten Nachfüllpacks an, so dass der Duftstoff aufgefrischt werden kann, ohne die ganze Falle tauschen zu müssen. Der Duftstoff sollte spätestens nach acht Wochen aufgefrischt werden. Die erste Falle sollte ab Mitte April aufgehängt werden und spätestsens Mitte August, zur nächsten Generation aufgefrischt werden.

Befällt der Pflaumenwickler auch andere Pflanzen?

Der Pflaumenwickler ist am häufigsten in Pflaumen zu finden, er befällt aber auch ebenso Zwetschgen, Kirschen, Aprikosen und Mirabellen. Selbst an Rosen wird er häufig beobachtet. Hier greift er zwar keine Ernte an, aber kann doch den Wuchs und vor allem die Blüte beeinflussen. Die Pflaumenmadenfallen wirken unabhängig davon, welche Pflanze befallen wurde, sie können überall aufgehängt werden.

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Letzte Aktualisierung am 24.09.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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