den rasen überdüngt

Rasen überdüngt – was tun?

Da möchte man seinem Rasen etwas Gutes tun, düngt ihn zum Frühlingsstart oder zur Wintervorbereitung und plötzlich geht was schief: der Rasen ist überdüngt! Das passiert leicht und schnell. Was nun?

Zu viel Dünger schadet dem Rasen und lässt ihn sogar ganz absterben. In diesem Artikel erklären wir, was bei einer Überdüngung passiert und was man tun kann, wenn es doch passiert ist.

  • Woran merke ich, dass der Rasen überdüngt ist?
  • Was ist so schlimm an einer Überdüngung?
  • Was kann ich gegen eine Überdüngung tun?

Woran merke ich, dass der Rasen überdüngt ist?

Achtung: es ist wesentlich einfacher, die Überdüngung von Anfang an zu vermeiden, anstatt sie hinterher zu retten.

Es passiert schnell einmal, dass man versehentlich zu viel Dünger ausbringt. Darum solltest du dringend folgende Tipps beachten:

  • Düngerwagen/Streuhilfen sollten stets auf befestigten Flächen wie Terrasse oder Hof befüllt werden. Geht etwas daneben, kann es einfach aufgefegt werden
  • wer mit Streuwägen düngt, sollte ganz genau darauf achten, dass sich die Bahnen nicht überlappen, ansonsten wird hier punktuell überdüngt. Dies zeigt sich häufig durch auffällige Streifen im Rasen. Besser die Bahnen mit etwas Abstand ziehen, der Dünger verteilt sich durch Wasser gleichmäßig im Boden, so dass dennoch alle Gräser etwas abbekommen
  • bitte beachte genau die Packungshinweise zur richtigen Dosierung
  • bei mineralischem Dünger sollte grundsätzlich etwas weniger verwendet werden, als angegeben. Es sei denn, man hat eine exakte Bodenprobe entnehmen lassen und stimmt die Düngergabe darauf ab.
  • Am besten sogar auf mineralischen Dünger verzichten. Dies ist besser für die Umwelt und auf unseren Böden häufig auch unnötig.
  • Organischer Dünger zersetzt sich langsam, gibt die Nährstoffe damit erst mit der Zeit ab und so wird eine Überdüngung von Anfang an vermieden
  • entweder nach dem Düngen den Rasen wässern oder vor einem angekündigtem Regentag düngen
Befülle deine Düngerhilfen stets auf befestigten Flächen, damit du verschütteten Dünger einfach auffegen kannst
Befülle deine Düngerhilfen stets auf befestigten Flächen, damit du verschütteten Dünger einfach auffegen kannst

Tipp: wie, wann und womit du dienen Rasen am besten düngst, kann du hier nachlesen!

Möchtest du für deinen Rasen einen Streuwagen oder Handstreuer verwenden, zeigen wir dir gerne unseren Praxistest.

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Bevor du loslegst, solltest du dich mit deinem Streuwagen beschäftigen, damit du die Funktionen und Einstellungen richtig nutzen kannst. Damit verhinderst du, dass du während der Düngung bemerkst, dass viel zu viel gestreut wird.

Häufig bemerkt man nicht, dass man zu viel Dünger verwendet hat und so werden die Schäden erst nach einigen Tagen oder Wochen sichtbar. In der Regel zeigen sich bei leichten Überdüngungen gelbe Flecken oder Streifen, dass Gras wird welk. Im schlimmsten Fall, wenn heftig überdüngt wurde, stirbt das Gras komplett ab und der Rasen zeigt schwarze Flecken.

Was ist so schlimm an einer Überdüngung?

Zunächst hört es sich gut an: man gibt dem Rasen reichlich Dünger, dann wird er kräftig und schön. Viele nehmen es mit den Mengenabgaben nicht so genau langen einfach kräftig zu.

Aber Achtung: eine Überdüngung ist fast schlimmer als gar nicht zu düngen! Viel hilft hier nicht viel sondern schadet viel!

Wird Rasen nicht gedüngt, fehlen ihm wichtige Nährstoffe, er wächst schwächer, wird nicht saftig grün und ist anfälliger für Unkraut, Krankheiten und letztlich Lücken. Darum wird empfohlen einen Rasen mindestens einmal, besser zwei bis drei mal, im Jahr zu düngen.

Wird Rasen aber überdüngt, nehmen die Wurzelzellen zu viel Nährstoffe auf. Diese Zellen können den Überschuss aber nicht verarbeiten und platzen, womit sie absterben. Wird reichlich überdüngt, stirbt damit die ganze Pflanze ab.

Eine schwache Überdüngung kann von den Pflanzen noch einigermaßen verarbeitet werden. Die Zellen verarbeiten dann den Überschuss zum Teil, können sich aber auf ihre eigentlichen Aufgaben nicht konzentrieren. Der Rasen wird gelb, fleischig und anfällig.

Überdüngung zeigt sich nach einigen Tagen oder Wochen durch gelbe Stellen
Überdüngung zeigt sich nach einigen Tagen oder Wochen durch gelbe Stellen

Eine starke Überdüngung führt aber zum Super-GAU: die Zellen platzen, die Fotosynthese kann nicht stattfinden und das Gras kann kein Wasser mehr aufnehmen. der Rasen wird zuerst weiß, dann schwarz und stirbt ab, bis irgendwann nur noch die blanke Erde übrig bleibt…

schwarze Flecken im Rasen
… oder gar schwarze Flecken!

Die betroffenen Stellen zu retten, ist dann nur noch möglich, indem die Erde ausgetauscht und der Rasen nachgesäet wird. Um diesen Aufwand zu vermeiden sollte also unbedingt darauf geachtet werden, den Rasendünger richtig zu dosieren!

Doch wie dosiert man Rasen denn nun richtig? Prinzipiell gilt, dass mineralischer Dünger wesentlich aggressiver ist und damit organischer stets bevorzugt werden sollte. Organischer Dünger besteht aus natürlichen Zutaten, die sich langsam zersetzen und die Nährstoffe langsam abgeben. Eine Überdünung ist somit kaum möglich.

Mineralischer Dünger wird bei starkem Nährstoffmangel verwendet und wenn schnell Nährstoffe ankommen sollen. Doch hier sollte man sich streng an die Dosierungsempfehlungen des Herstellers halten. Am besten wird die pro Quadratmeter benötigte Menge vorher abgemessen, damit man ein Gefühl dafür bekommt.

Tipp: meist reicht eine etwas niedriger dosierte Menge mineralischen Düngers völlig aus! Lieber nachdüngen als überdüngen!

Das der Rasen überdüngt wurde erkennst du an folgenden Anzeichen

Der Rasen wird:

  • gelb, weiß, hellbraun oder gar schwarz
  • fleischige oder mastige Halme
  • schießt kurzfristig in die Höhe, bleibt dann aber schwach
  • hat viele kleine, blanke Punkte
  • frost- und krankheitsanfälliger
  • wächst schwächer
offensichtlich überdüngter Rasen
Hier ist die Überdüngung deutlich zu erkennen

Diese Anzeichen, die für eine Überdünung sprechen, können allerdings auch andere Ursachen haben, wie etwa Nährstoffmangel, Wassermangel oder Hitzeschäden. Darum sollte man seinen Rasen gut beobachten und feinfühlig düngen.

Um genau zu wissen, ob der Boden zu viel oder zu wenig Nährstoffe hat, ist eine Bodenprobe aus dem Labor sinnvoll. Vor allem, wenn man neu einen Garten übernimmt, lohnt sich ein solcher Check, um zu wissen, wo man steht. Laborproben sind recht einfach zu machen und kosten meist weniger, als man denkt. Es lohnt sich aber, wenn man dafür den Dünger sparsam einsetzen kann. Der Garten belohnt dafür mit einem sattgrünen, gesunden Rasen.

Übrigens: nicht nur Dünger hat eine schädigende Wirkung auf Rasen. Auch (Tier-)Urin, Benzin, Motoröle und Putzmittel sollten von ihm ferngehalten werden.

Was kann man gegen eine Überdüngung tun?

Am besten kannst du den Schaden noch abwenden, wenn du innerhalb von etwa drei Stunden merkst, dass etwas schief gegangen ist:

  • der Düngesack ist umgekippt
  • beim Befüllen des Streuwagens ist viel daneben gegangen
  • der Streuwagen war nicht verriegelt
  • du hast die Bahnen aus dem Blick verloren
  • du stellst im Nachhinein fest, dass die Dosierung falsch war
Verschütteten Dünger solltest du so gut wie möglich auffegen
Verschütteten Dünger solltest du so gut wie möglich auffegen.

Kannst du schnell reagieren, versuche, die Überdüngung mit viel Wasser auszuwaschen. Durch einen Rasensprenger gelingt dies am einfachsten. Bewässere den Rasen ausgiebig und durchdringend, bis der Boden mindestens 5cm tief durchnässt ist. Der Dünger wird dadurch verdünnt und spült sich in die unteren Bodenregionen ab, wo das Gras nicht mehr ran kommt.

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Aber bedenke: diese Vorgehensweise bedeutet, dass du unnötig (chemischen) Dünger verschwendest und das Grundwasser belastet wird. Es sollte sich also um eine absolute Notfall-Maßnahme handeln.

Rasen wird nach der Düngung gut bewässert
Anschließend gut bewässern

Bemerkst du erst nach einigen Tagen, dass der Rasen Überdüngungsanzeichen hat, kannst du nur noch bedingt etwas dagegen tun. Je nach Ausmaß des Schadens bleibt dir nur noch, den Rasen zu reparieren.

Treten nur vereinzelt Punkte auf, kannst du diese Flecken mit Nachsaat-Rasen oder auch sogenannter Lücken-Rasen aussäen, um die Rasenfläche wieder dicht zu bekommen.

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ABER: du solltest die Nachsaat frühestens 4 Wochen nach der Düngung ausbringen und dabei die allgemeinen Tipps beim Rasen säen beachten.

Tipp: was es beim Rasen aussäen zu beachten gibt, haben wir hier für dich aufgeschrieben.

Ist beispielsweise der Düngesack umgekippt und es gibt eine größere Fläche, die stark überdüngt ist, solltest du diese Stelle ca. 5cm tief abtragen, um den „verseuchten“ Boden zu entfernen. Den Aushub solltest du auf eine Erddeponie bringen oder im Hausmüll entsorgen. Keinesfalls darf er kompostiert werden, um die dort lebenden Organismen nicht zu vergiften.

[[Bild]] bei großen, stark überdüngten Flächen hilft nur die Erde abzutragen

Das entstandene Loch lässt sich am besten mit Rasenerde füllen. Diese spezielle Erdmischung ist optimal auf die Bedürfnisse von Rasen angepasst. Um die weiteren Vorteile von Rasenerde kennenzulernen, kannst du hier weiter lesen.

[[Bild]] und mit Rasenerde wieder aufzufrischen

Anschließend kann die Stelle dann wie gewohnt nachgesäet werden. Ist der gesamte Rasen unschön, mit Unkraut überwuchert und lückenhaft, kannst du auch darüber nachdenken, ob es sich nicht lohnt, den Rasen komplett neu anzulegen. Dies bedeutet zwar zunächst mehr Aufwand, doch dafür erhältst du einen ebenmäßigen, dichten und frischen Rasen. Wie man eine komplette Rasenfläche ausbessert und neu anlegt, erfährst du hier.

letztlich hilft nur, die Flecken wieder neu einzusäen
Letztlich hilft nur, die Flecken wieder neu einzusäen.

Fazit

  1. Rasen sollte ein bis drei mal im Jahr gedüngt werden um Nährstoffe zuzuführen
  2. dabei ist eine Überdüngung aber dringend zu vermeiden
  3. eine Überdüngung lässt sich nur schwer wieder umkehren
  4. besser vorbeugen: Düngesack nur festen Flächen, Streuwagen richtig einstellen, Bahnen nicht überlappen
  5. mineralischer Dünger vorsichtig und weniger dosieren, als angegeben. Organischer Dünger zersetzt sich langsam, eine Überdüngung ist hier weniger möglich
  6. zu viel Dünger wenn möglich sofort sorgfältig auffegen und mit reichlich Wasser ausspülen
  7. Überdüngung zeigt sich nach einigen Tagen durch gelbe, weiße oder gar schwarze Stellen, die Erde wird kahl
  8. dann sollte bei großen Flächen die Erde 5cm tief abgetragen und mit Rasenerde aufgefüllt werden
  9. kleine Flecken können nach 4 Wochen mit Nachsaat-Rasen ausgebessert werden

FAQ

Rasen überdüngt – was tun?

Bemerkst du einige Tage nach dem Düngen, dass dein Rasen Flecken bekommt, hast du ihn wohl überdüngt. Zeigt das Gras schon solche Symptome, kann man nun leider nicht mehr viel tun. Flecken kannst du nach ca. 4 Wochen nachsäen, außerdem hilft viel Wasser und vorerst nicht mehr zu düngen. Sind große Stellen stark verbrannt, solltest du die Erde ca. 5 cm tief ausheben und mit frischer Rasenerde auffüllen.

Woran merke ich, dass der Rasen überdüngt ist?

Zeigen sich einige Tage nach der Düngung Veränderungen an deinem Rasen, ist er wohl überdüngt. Je nach Ausmaß zeigen sich unterschiedliche Symptome. Dies können gelbe Stellen sein oder dass der Rasen aussieht wie verbrannt. Auch kann es weiße oder gar schwarze Flecken geben. Manchmal schießt das Gras schnell in die Höhe, bleibt danach aber schwach, auch das ist ein Überdüngungsanzeichen. Außerdem ist der Rasen frost- und krankheitsanfälliger.

Der Düngesack ist umgekippt. Gibt es schnelle Hilfe?

Beim Hantieren mit Düngesäcken passiert es schnell mal, er fällt um. Oder beim Befüllen des Streuwagens geht etwas daneben. Solche Unfälle sind ärgerlich, aber man kann wenigstens schnell reagieren. Um deinen Rasen zu retten, solltest du den überschüssigen Dünger so gut wie möglich auffegen und anschließend durchdringend bewässern. So wird der Dünger verdünnt und wäscht sich aus und der Rasen bleibt verschont.

Wie kann ich eine Überdüngung vorbeugen?

Am einfachsten lässt sich eine Überdüngung behandeln, indem sie vermieden wird! Beachte dazu folgende Tipps: hantiere mit Düngesäcken stets auf befestigten Flächen wie Terrassen, so kannst du ihn einfach auffegen, wenn etwas daneben geht. Darum befülle deine Streuhilfe auch hier. Düngst du mit einem Streuwagen, achte unbedingt darauf, dass dieser richtig eingestellt ist. Ziehe deine Bahnen mit etwas Abstand, damit sie sich nicht überlappen. Vor allem bei mineralischem Dünger solltest du dich streng an die Dosierungsempfehlungen des Herstellers halten oder lieber etwas weniger verwenden.

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