Den Rasen Vertikutieren oder Lüften?

Den Rasen Vertikutieren oder Lüften?

Zur Rasenpflege gehört unter anderem das Vertikutieren und Lüften. Oft werden diese beiden Bezeichnungen synonym verwendet. Doch es gibt entscheidende Unterschiede zwischen diesen Behandlungsarten.

Unterschiede zwischen Rasen vertikutieren und lüften

Bei der Rasenpflege werden das Vertikutieren und Lüften häufig synonym verwendet. Es sind jedoch zwei unterschiedliche Möglichkeiten, den Rasen zu pflegen:

  • Die Bezeichnung „vertikutieren“ leitet sich aus dem englischen Sprachgebrauch ab, wobei hier die beiden Worte „vertical“ (für vertikal oder senkrecht) und to cut (für schneiden) benutzt wurden. Das Verfahren wurde im Jahre 1955 von Thomas Mascaro entwickelt.
  • Dieser erfand 1946 bereits das Verfahren des Aerifizierens, bei dem es sich um eine reine Belüftung des Bodens oder des Rasens handelt.
  • Beim Lüften des Rasens werden Nägel, sogenannte Spoons, in den Boden gestochen. Diese sorgen dafür, dass Sauerstoff und Wasser besser an die Wurzeln gelangen.
  • Das Vertikutieren sorgt ebenfalls für eine bessere Belüftung und Bewässerung des Bodens. Allerdings ritzen hierbei Klingen die Grasnarbe an. Dabei werden zusätzlich Moose und Verfilzungen aus dem Rasen geholt.

Der beste Zeitpunkt zum Rasen Vertikutieren

Das Vertikutieren ist eine große Belastung für den Rasen. Deswegen sollte der Rasen mindestens zwei Jahre alt und seine Wurzeln tief verfestigt haben, bevor er solch einer Belastung ausgesetzt wird.

  • Für gewöhnlich wird einmal im Jahr vertikutiert.
  • Sinnvoll ist es vor allem dann, wenn der Rasen bereits Verfilzungen aufweist oder sich Wasser nach einem Regen auf dem Rasen staut.
  • Die ideale Zeit zum Vertikutieren ist das Frühjahr. Zu dieser Zeit kann sich der Rasen am besten regenerieren.
  • Wenn der Rasen stark verfilzt ist, kann er auch ein weiteres Mal im Sommer vertikutiert werden. Es sollte jedoch mindestens drei Monate zwischen beiden Behandlungen liegen.

Womit der Rasen vertikutiert werden sollte

Zum Vertikutieren gibt es unterschiedliche Geräte:

  • Handvertikutierer haben mehrere Klingen und manchmal Räder, mit denen sie sich leichter über den Rasen bewegen lassen. Diese Vertikutierer sind eher für kleine Flächen, aber auch für enge Bereiche geeignet.
  • Elektrische Vertikutierer sind für Flächen bis zu 500 Quadratmetern geeignet. Es gibt sie kabelgebunden oder mit Akku.
  • Noch größere Flächen lassen sich mit einem Benzin-Vertikutierer bearbeiten. Sie sind besonders kraftvoll und können auch auf härteren Böden eingesetzt werden.

Oft kann man viel Geld sparen, wenn man sich einen Vertikutierer leiht. Ein weiterer Vorteil beim Mieten ist, dass man sich nicht um die Pflege kümmern muss, die gerade bei einem Benzin-betriebenen Vertikutierer aufwendig sein kann.

Handvertikutierer

Der Vertikutier-Boy von Gardena dringt millimetertief in den Rasen ein und entfernt dabei Moose und Rasenfilz. Durch die robusten Räder spart man sich bei der Arbeit Kraft. Der Vertikutierer gehört zum Gardena combisystem und kann damit an sämtliche Stiele dieses Stecksystems befestigt werden. Wer noch keinen Stiel von Gardena besitzt, muss ihn zusätzlich kaufen. Der Vertikutier-Boy besteht aus hochwertigen Qualitätsstahl, das mit Duroplast beschichtet ist. Die Zinken sind aus Federstahl.

Fast alle Käufer sind mit dem Gardena Vertikutier-Boy zufrieden. Sie berichten, dass sie damit viel Moos und Verfilzungen aus dem Rasen holen, auch wenn die Arbeit anstrengend sein kann.

Den Rasen richtig vertikutieren

Bevor der Rasen vertikutiert wird, sollte er gemäht werden. Ausnahmsweise sollte man sehr tief mähen. Zwei bis drei Millimeter sind ideal.

  • Wichtig ist, dass die Messer des Vertikutierers etwa einen Zentimeter tief eindringen. Dringen die Messer zu tief ein, wird die Grasnarbe zu sehr beschädigt. Sind die Klingen zu hoch eingestellt, wird nicht ausreichend Filz aus dem Rasen entfernt.
  • Der Vertikutierer wird in Bahnen über den Rasen geführt. Dabei ist es wichtig, dass die Vertikutierung sowohl längs als auch quer durchgeführt wird.

Zusätzliche Behandlungen nach dem Vertikutieren

Die verschiedenen Behandlungen nach dem Vertikutieren sind wichtig, damit sich der Rasen gut erholen kann:

  • Direkt nach dem Vertikutieren werden mit einem Rechen Filz- und Moosreste von der Oberfläche geholt.
  • Entstandene Lücken werden mit Rasenerde aufgefüllt und mit einer Nachsaat versehen. So bildet sich wieder eine gleichmäßige Rasendecke und unerwünschte Pflanzen können sich schlechter ausbreiten.
  • Dünger unterstützt die Gräser bei der Regeneration und im Wachstum.
  • Wenn du etwas Sand in den Boden einarbeitest, sorgst du dafür, dass der Boden nicht zu schnell wieder verdichtet. Besonders für lehmige Böden ist das regelmäßige Sanden sinnvoll.

Rasennachsaat mit Startdünger

Angebot

Der Vertikutiermix von Substral enthält Rasensamen, Langzeitdünger und Bodenaktivator. Die Rasensorten sind schnellkeimend und füllen, die durch die Vertikutierung entstandenen Lücken, schnell auf. Dabei sind die Samen grün gefärbt, sodass der Vogelfraß verringert wird. Der Dünger regt das Wurzelwachstum an und fördert, dass die Grasnarbe schnell und dicht heranwächst. Mithilfe des Bodenaktivators wird die Bodenstruktur verbessert und die Ansiedlung von Moosen erschwert.

Die meisten Kunden sind mit dem Substral Vertikutiermix zufrieden. Sie berichten, dass die Saat gut aufgegangen ist und die Lücken erfolgreich gefüllt wurden. Allerdings muss man geduldig sein. Nur bei den wenigsten ist die Saat nach zwei Wochen gekeimt. Häufig bildete sich jedoch nach vier Wochen eine grüne Rasendecke.

Der ideale Zeitpunkt zum Lüften des Rasens

Während das Vertikutieren für gewöhnlich nur ein- bis maximal zweimal im Jahr stattfindet, kann der Rasen alle vier bis sechs Wochen gelüftet werden. Ab Mai wird mit dem Aerifizieren begonnen.

Wurde der Rasen bereits vertikutiert, sollte dieser sich vollständig erholt haben, bevor mit dem Aerifizieren begonnen wird.

Womit man den Rasen lüftet

Für das Lüften des Rasens stehen unterschiedliche Hilfsmittel zur Verfügung:

  • Für kleinere Rasenflächen reicht es aus, diese mit einer Grabegabel zu belüften. Diese wird in regelmäßigen Abständen in den Boden gestochen, sodass viele kleine Löcher entstehen. Das Stechen mit der Grabegabel ist recht anstrengend und geht ganz schön in die Arme.
  • Es gibt auch spezielle Aerifizierungsgabeln. Diese haben für gewöhnlich Hohlspoons. Der Vorteil liegt darin, dass die Erde nicht verdichtet, sondern nach oben herausgedrückt wird. So bleibt später das Wasser nicht in den Löchern stehen, sondern sickert leicht in den Wurzelbereich ab.
  • Bei mittelgroßen Rasenflächen können sogenannte Nagelschuhe angewendet werden. Diese werden an den eigenen Füßen befestigt. Anschließend läuft man in möglichst gleichmäßigen Schritten über den Rasen. Auch wenn diese Art des Aerifizierens einfach klingt, kann sie in den Beinen auf Dauer anstrengend werden.
  • Etwas einfach geht es mit einer Rasenlüfterwalze. An dieser befinden sich die Spoons, meistens Vollspoons. Die Walze wird in gleichmäßigen Bahnen über die Rasenfläche bewegt, sodass gleichmäßige Löcher entstehen.
  • Mit einem elektrischen Rasenlüfter lassen sich leicht auch große Rasenflächen bearbeiten.
  • Praktisch sind elektrische Geräte, an denen man sowohl eine Lüfter- als auch eine Vertikutierwalze anbringen kann.

Rasenvertikutierer und -lüfter in einem

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Der Einhell Elektro-Vertikutierer-Lüfter GC-SA 1231 ist ein 3in1 Kombigerät mit einer Leistung von 1200 Watt. Er kann vertikutieren, aerifizieren und fängt aufgenommene Filz- und Moosreste im Fangkorb auf. Die Arbeitsstufe lässt sich in drei Tiefen einstellen. Vom Vertikutierer zum Lüfter oder umgekehrt lässt er sich schnell umrüsten, ohne dass man dafür ein Werkzeug benötigt. Die Kunststoffräder sind groß und rasenschonend. Der Fangkorb hat ein Fassungsvermögen von 28 Litern.

Die meisten Käufer sind mit dem Elektro-Vertikutierer-Lüfter GC-SA 1231 von Einhell zufrieden. Sie berichten, dass sich das Gerät leicht zusammensetzen lässt und auch die Bedienung einfach ist. Das Ergebnis ist zufriedenstellend, allerdings ist der Fangkorb beim Vertikutieren zu klein. Man kann das Gerät allerdings auch ohne Fangkorb verwenden und den Rasen am Ende abrechen.

Den Rasen richtig Aerifizieren

Wer mit einer Grabegabel den Boden lüftet, sticht diese in gleichmäßigen Abständen in den Boden und rüttelt die Löcher breiter. Mit einer Aerifiziergabel geht das etwas leichter, weil hier die Erde oben aus den Hohlspoons herausgedrückt wird. Versuche die Abstände möglichst gleichmäßig zu halten, damit der Rasen gut durchlüftet wird.

Bei der Verwendung einer Lüfterwalze oder eines elektrischen Aerifizierers wird der Rasen in Bahnen abgegangen.

Den Rasen nach dem Lüften behandeln

Damit sich die Löcher nicht gleich wieder verschließen, ist sinnvoll, den Rasen nach dem Lüften zu sanden. Vor allem bei schweren Böden ist das regelmäßige Sanden sinnvoll, um die Bodenstruktur dauerhaft aufzulockern.

Der Sand wird gleichmäßig auf dem Rasen verteilt. Anschließend ebnest du ihn mit der Rückseite eines Rechens ein. So kann der Regen oder die Bewässerung den Sand nach und nach in die Löcher spülen.

FAQ

Wann sollte man am besten vertikutieren?

Der ideale Zeitpunkt zum Vertikutieren ist das Frühjahr, etwa ab dem Mai. Vertikutiert werden vor allem Rasenflächen, die verfilzt sind, oder viel Moos enthalten. Bei einer starken Verfilzung ist eine zweite Vertikutierung im Sommer möglich. Zwischen den beiden Anwendungen sollten mindestens drei Monate liegen.

Wann macht Vertikutieren keinen Sinn mehr?

Hat der Rasen mehr Moos und Unkraut, als Gräser, ist das Vertikutieren nur noch wenig hilfreich. Hier ist es besser, den Rasen neu anzulegen.

Außerdem brauchen Grünflächen, die auf lockerem, sandigem Boden wachsen, nicht vertikutiert zu werden. Hier wachsen kaum Moose.

Kann ein Vertikutierer auch lüften?

Ein Vertikutierer ritzt mit seinen Klingen die Grasnarbe an, während beim Lüften Löcher in die Erde gestochen werden. Durch die unterschiedlichen Funktionen lässt sich somit nicht mit einem Vertikutierer lüften.Allerdings gibt es elektrische Vertikutierer, bei denen die Walze gegen eine Lüftungswalze ausgetauscht werden kann.

Wie tief sollte man den Rasen lüften?

Die Voll- oder Hohlspoons eines Aerifizierers kann maximal 100 Millimeter tief in die Erde dringen. Bei der Anwendung einer Grabegabel sollte man darauf achten, diese nicht zu tief in den Boden zu stechen.

Was macht man zuerst, vertikutieren oder lüften?

Wenn man sowohl vertikutieren als auch lüften möchte, sollte man den Rasen zuerst vertikutieren. Am besten wird diese Arbeit bereits im Frühjahr, etwa im Mai, erledigt. Erst wenn der Rasen sich von dieser Strapaze erholt hat, kann er aerifiziert werden.

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