Rhabarber ernten

Rhabarber ernten

Manche lieben ihn – manche mögen ihn gar nicht – den Rhabarber. Und dann kommt noch hinzu, dass es schwierig ist, wann und wie man ihn ernten darf, so die Meinung Vieler. Doch ist das wirklich ein Problem? Schauen wir uns das genauer an.

Der hierzulande übliche Gemüse-Rhabarber ist nicht nur eine dekorative Pflanze, sondern die Stiele der Blätter können zu Kompott und Saft verarbeitet werden, und auch der Kuchen ist sehr bekannt, und manche machen daraus – häufig im Zusammenhang mit Erdbeeren – auch gern Fruchtaufstriche.

Alte, unkomplizierte Gartenpflanze

Der Rhabarber wächst in unseren Gärten eigentlich recht unkompliziert, lediglich viel Wasser möchte er haben. Im zweiten Jahr nach der Pflanzung kann der Rhabarber zum ersten Mal geerntet werden. Hast du eine sehr kleine Pflanze erworben, tun ihr zwei Ruhejahre gut. Denn sie muss zunächst einmal ihr Rhizom und entsprechende Feinwurzeln ausbilden. Die Pflanze dankt es dir in den Folgejahren mit einem üppigen Ertrag. Dieser liegt je nach Sorte bei 3-5 Kilogramm.

So pflanzt du den Rhabarber richtig

Beim Pflanzen solltest du darauf achten, dass sie Rhabarberpflanze sonnig bis halbschattig steht und humosen, nährstoffreichen Boden hat. Sandigen Boden solltest du mit Humus, Wurmhumus bzw. reifem Kompost anfüllen. Der Rhabarber braucht zudem Feuchtigkeit, aber keine Staunässe. Fühlt sich die Pflanze dort, wo sie gesetzt wurde, unwohl, werden die Stangen dünn bleiben. Hast du aber den idealen Standort gefunden, wird die Staude immer größer und dankt es dir mit dicken Stangen.

Gepflanzt werden kann der Rhabarber im Herbst oder auch im zeitigen Frühling. Gibst du in die Erde dabei noch eine Handvoll Hornspäne, ist das ideal. Nach der Ernte solltest du übrigens noch einmal kräftig düngen, und zwar mit organischem Dünger, den du rund um die Pflanze in den Boden gibst.

Die Rhabarberpflanze ist eine winterharte Staude, die in jedem Frühjahr wieder verlässlich austreibt. Sie sollte etwa für acht Jahre am gleichen Standort verbleiben. Steht sie länger, wird der Ertrag geringer. Sie kann dann umgesetzt und /oder geteilt werden, oder man lässt sie dort blühen, und erntet sie nicht mehr ab, während an einem neuen Standort einfach eine neue, junge Pflanze gesetzt wird. Denn die alte Pflanze, die blühen darf, wird dich noch lange mit ihren besonderen Blüten erfreuen, auch wenn sie nicht mehr gegessen wird. Der Blütenstand kann bis zu zwei Metern hoch werden und hält sich trotz seines immensen Gewichtes einige Wochen.

Die Ernte des Rhabarbers

Die ersten Stängel können bereits ab April geerntet werden. Dabei sollten sie mindestens eine Länge von 25 cm haben. Die Stiele sind unterschiedlich dick, sie werden auch nicht dicker, wenn du mit der Ernte noch wartest.

Ernten kannst du die Rhabarberstangen am besten, wenn du die Stange ganz unten anfasst, und gegen den Uhrzeigersinn herausdrehst. Am besten lässt du dabei rund die Hälfte der Stangen stehen, und kannst dich dann nach ca. zwei Wochen über die nächste Ernte freuen. Hat die Pflanze eine Zeitlang keine Blätter, fehlen ihr diese für die Fotosynthese. Also immer ein paar stehen lassen. Niemals sollte eine Rhabarberstange abgeschnitten werden. Denn dies hat zur Folge, dass der Rest am Wurzelstock verfault, was der Pflanze gar nicht gefällt.

Wenn du siehst, dass dein Rhabarber Blüten ansetzt, solltest du diese unbedingt gleich entfernen, da die Prozedur des Blühens der Pflanze viel Kraft entzieht. Diese soll sie aber in die Produktion neuer Stängel stecken. Allerdings ist die Blüte so auffallend und groß, dass sie mancher auch stehen lässt, um sich an dem Rhabarber als einer Art Blühstaude zu erfreuen.

Rhabarber-Blüte
Zudem ist der Blütenstand des Rhabarbers ein Fest für Hummeln und Bienen und sollte daher in keinem naturnahen Garten fehlen.

Auch wenn die Blüte nicht für die Vermehrung genutzt wird, so ist sie doch für Insekten nötig und für die Gartenbesitzer ein gestalterisches Highlight. Wenn sie aber stört und wer auf eine gute Ernte aus ist, der sollte den Blütenstand gleich zu Beginn zu entfernen und darauf achten, dass sich keine neuen bilden. Denn sie schmälern den Ertrag, da die Pflanze ihre Kraft dafür benötigt.

Begrenzte Erntezeit

Nachdem du das Frühjahr über den Rhabarber etwa aller zwei Wochen geerntet hast, ist am 21. Juni damit Schluss. Wie beim Spargel auch, gibt es dieses Datum, um eine weitere Ernte, die durchaus möglich wäre, zu beenden, damit die Pflanze eine Erholungsphase bekommt.

Neue Kraftreserven für den Winter müssen bereits jetzt angesetzt werden. Allerdings würden nach diesem Zeitpunkt geerntete Stangen ohnehin nicht mehr so aromatisch schmecken. Zudem wird die Menge an Oxalsäure größer, die ohnehin als nicht gerade gesundheitsfördernd beim Rhabarber angesehen wird.

Inzwischen gibt es allerdings Sorten, die bis in den Herbst hinein geerntet werden können. Aber das sind Ausnahmen, die nicht für den üblichen Rhabarber gelten, der im Bauerngarten seit jeher seinen festen Stammplatz hat. Beim Kauf neuer Pflanzen solltest du also darauf achten, welche Sorte es ist und wie diese geerntet werden kann/muss. Darüber findest du in der Regel viel im Internet.

Nach der Ernte feucht abgewischte und in ein angefeuchtetes Tuch gewickelte Rhabarberstangen halten sich, wie beim Spargel auch, ca. 3 Tage im Kühlschrank frisch. Dabei sollte er noch nicht geschält sein. Geschälten und geschnittenen Rhabarber kannst du übrigens prima in der Gefriertruhe lagern, und das bedenkenlos bis zur nächsten Erntesaison.

Üblicherweise wird der Rhabarber nach der Ernte vor der Weiterverarbeitung geschält. Aber bei jungen Stangen ist dies nicht unbedingt nötig. Wer es mag, kann sich damit begnügen, die Stängel abzuwaschen und mit der Schale zu verarbeiten.

Im Oktober etwa beginnt die Pflanze, sich zurückzuziehen. Es beginnt ihre Ruhephase. Eine Pflege über den Winter oder auch einen Schutz braucht der Rhabarber nicht, da er extrem winterhart ist und alle Fröste mitmacht.

Nun kannst du also, mit unseren Tipps versorgt, dem Rhabarber in deinem Garten zu Leibe rücken, oder dir frische Pflanzen des pikanten, säuerlichen Gemüses zulegen, auch wenn dieses nur äußerst selten als Gemüse genutzt wird. Rhabarberwein ist übrigens eine leckere Alternative zu den üblichen Verarbeitungen, von denen Kuchen wohl die Häufigste sein dürfte.

Rate this post

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Scroll to Top