Rosen schneiden

Rosen schneiden

Bei vielen Hobbygärtnern haben Rosen den Ruf, ziemlich anspruchsvoll zu sein. Deshalb könnte man meinen, dass sich der Schnitt auch dementsprechend schwierig gestaltet. Dem ist jedoch überhaupt nicht so, denn mit den richtigen Tipps und Tricks, wird es zum Kinderspiel, Rosen richtig zu schneiden. Einen regelmäßigen Rückschnitt brauchen Rosen, damit ihr Wachstum angeregt und eine üppige Blüte gefördert wird. Darüber hinaus kommt das Schneiden auch der Gesundheit der Pflanzen zugute.

Wie man die Rosen schneidet, hängt von der jeweiligen Art und deren individuellem Wuchs- und Blühverhalten ab. Dabei muss man auch berücksichtigen, ob die Rosen nur einmal oder öfter im Jahr blühen. Egal um welche Rose und welche Schnitttechnik es sich handelt, am Ende soll ein lichter Kronenaufbau erhalten werden. Grundsätzlich kann man Rosen fast das ganze Jahr über schneiden. Im folgenden Artikel soll aber auch geklärt werden, wann der optimale Zeitpunkt dafür wäre.

Rosen schneiden im Frühjahr

Im Frühling schneidet man Rosen zurück, damit man sich im Sommer an einer herrlichen Blütenpracht erfreuen kann. Man darf die Rosen jedoch erst schneiden, wenn nicht mehr mit starken Frösten zu rechnen ist. Normalerweise kann man sich ganz gut an der Blüte der Forsythien orientieren. Stehen Rosen allerdings an einem schattigen Plätzchen, dann sollte man lieber etwas länger warten. Man muss die Rosen also immer beobachten, um den idealen Zeitpunkt abzupassen. Auf der sicheren Seite ist man, wenn die neuen Triebe eine Länge zwischen zwei und sieben Zentimetern erreicht haben.

Es ist unabdingbar, dass man eine scharfe Rosenschere verwendet, damit sich Verletzungen an den Pflanzen in Grenzen halten und die Schnittstellen schön glatt werden. Es ist darauf zu achten, dass man den Schnitt immer schräg ansetzt. Nur wenn man schräg schneidet, kann sich dort kein Wasser absetzen. Eine feuchte Stelle wäre nämlich der ideale Nährboden für allerhand Krankheitserreger.

Man unterteilt Rosen in verschiedene Gruppen, wie zum Beispiel Kletterrosen, Buschrosen, Zwergrosen oder Beetrosen. Es gibt ein paar wichtige Regeln, die es bei allen Arten bezüglich des Schnitts zu berücksichtigen gilt. Daneben gibt es aber bei jeder Sorte ein paar Eigenarten, die man beachten sollte. Blüht eine Rose mehrmals im Jahr, dann sollte man sie im Frühjahr kräftig zurückschneiden.

Nur dann hat sie nach der ersten Blüte noch ausreichend Kraft für eine weitere Blühphase. Rosensorten, die nur einmal jährlich blühen, werden im Frühjahr nicht geschnitten, denn aus den Trieben des letzten Jahres kommen die Blüten hervor. Es gibt Rosen, die schon recht kahl geworden sind und nur noch wenige starke Triebe haben. In diesem Fall könnte ein Rückschnitt dafür sorgen, dass sie wieder dichter wachsen.

Edel- und Beetrosen, die mehrmals im Jahr blühen, kürzt man auf etwa 20 cm ein. Es sollten am Ende zwischen drei und fünf Augen stehen bleiben. Möchte man eine Pflanze verjüngen, kappt man einen mehrjährigen Trieb einfach knapp über dem Erdboden. Falls man im Garten öfter blühende Strauchrosen hat, dann schneidet man die letztjährigen Triebe um etwa ein Drittel zurück. Alle kümmerlichen und über vier Jahre alten Triebe werden komplett entfernt. An den älteren Zweigen lässt man maximal fünf Augen stehen. Bei den mehrfach blühenden Kletterrosen schneidet man alle über vier Jahre alten Triebe ab und kürzt die restlichen leicht ein.

Im Frühling muss man auch kontrollieren, ob der Frost Schäden an den Rosen hinterlassen hat. Man erkennt sie daran, dass die einjährigen Triebe ein braunes Mark haben. Diese Triebe werden dann so weit zurück geschnitten, bis nur noch weißes Mark übrig ist. Am Wurzelhals kann man häufig so genannte Wildtriebe erkennen. Da diese der Pflanze unnötig Kraft rauben, sollte man sie auf jeden Fall so tief wie möglich herausreißen, damit sie nicht erneut austreiben. Es ist wichtig, dass man totes Holz immer eliminiert, denn es könnte möglicherweise zu einem Krankheitsherd werden.

Wenn man sich die Triebe genau anschaut, kann man den künftigen Wuchs recht genau vorhersagen. Die Augen zeigen nämlich immer in Wuchsrichtung. Aus diesem Grund sollte man beim Rückschnitt darauf achten, dass das letzte Auge immer nach außen gerichtet ist. Auf diese Weise kann man nicht nur eine schöne Wuchsform sicherstellen, sondern auch ausreichend Luft und Licht für alle Pflanzenteile.

Rosen schneiden im Sommer

Ob man seine Rosen im Sommer schneiden muss, das kann nicht allgemeingültig beantwortet werden. Definitiv sollte man öfter blühenden Sorten im Sommer einen Rückschnitt gönnen, denn das regt die Blütenbildung an. Bei Wild- und Edelrosen kann man alles Verblühte aber getrost stehen lassen.

Gerade bei Wildrosen macht dies Sinn, denn die bis zum Herbst ausgebildeten Hagebutten dienen Vögeln als Nahrung und sehen zudem noch hübsch aus. Der optimale Zeitpunkt für den Sommerschnitt ist direkt nach der ersten Blüte, lediglich moderne Beetrosen bilden hier eine Ausnahme. Der Sommerschnitt dient in erster Linie dazu, alle verblühten Triebe zu eliminieren.

Im Sommer kappt man die Triebe immer unterhalb der alten Blüten, knapp über dem nächsten Trieb mit fünf Blättern. Schwache Triebe kann man radikal kürzen, während man bei kräftigen Trieben eher zurückhaltend ist. Da Wildtriebe der Pflanze Kraft entziehen, sind diese immer komplett durch Herausreißen zu entfernen. Blüht eine Rose in Dolden, dann wird alles Verblühte herausgebrochen.

Mit dem Rückschnitt wartet man in diesem Fall bis zum Verblühen der kompletten Dolde. Im Sommer kann man Rosenpflanzen auch etwa in Form bringen, wenn zum Beispiel einige Triebe störend wirken, weil sie hinausschießen. Gekappt wird der Trieb dann etwa fünf Millimeter oberhalb eines Auges. In diesem Fall muss man aber davon ausgehen, dass die zweite Blütephase etwas später beginnt.

Rosen schneiden im Herbst

Nicht jeder Experte empfiehlt einen Rückschnitt im Herbst. Allerdings kommt es in der kalten Jahreszeit zum Erfrieren von Blättern und Knospen, weshalb vor dem Einsetzen der ersten Fröste einen Rosenschnitt vornehmen sollte. Wenn es kälter wird, werden die Stängel nicht selten von Fäulnis befallen. Würde man hier nicht eingreifen, müsste man unbedingt Pestizide einsetzen, um die Pflanzen vor Krankheiten zu schützen.

Somit kann man sagen, dass der Herbstschnitt deshalb notwendig ist, um Krankheiten vorzubeugen. Belässt man abgestorbene Pflanzenteile an den Rosen, können sich Pilze, Viren und Bakterien wunderbar vermehren und die Pflanzen schädigen oder gar vernichten.

Durch den Schnitt im Herbst soll also nicht das Wachstum angeregt werden, es handelt sich eher um eine Schutzmaßnahme. Verzichten kann man auf den Schnitt im Herbst, falls man während des Sommers schon alle schadhaften Blüten und Blätter ausgemerzt hat.

Bezüglich des optimalen Zeitpunktes gibt es kein festes Datum, denn er ist auch immer witterungsabhängig. In kälteren Gegenden ist die Saison oftmals schon Ende Oktober vorbei, während die Blüte in milderen Gefilden bis Anfang Dezember dauern kann. Ist der Herbst recht nass und kalt, sollte man etwas früher mit dem Rückschnitt beginnen. Zeigt sich das erste verfaulte Laub, sollte man nicht länger warten. Der Rückschnitt im Herbst wird immer an einem trockenen und möglichst milden Tag vorgenommen.

Im Herbst wird nicht so stark zurückgeschnitten, da es sich ja lediglich um eine Pflegemaßnahme handelt. Man lässt demnach mindestens fünf Augen an jedem Trieb stehen. Bei der Frage, wie hoch über einem Auge man mit dem Schnitt ansetzt, orientiert man sich an der Breite des Stängels.

Am besten kappt man alle Triebe ungefähr auf gleicher Höhe. Schwache Triebe werden entfernt, nur die stärkeren sollten stehen bleiben. Grundsätzlich werden die Pflanzen bis auf ein Drittel ihrer ursprünglichen Größe gekürzt. Ein Ausdünnen ist ebenfalls wichtig, damit die Pflanzen schön luftdurchlässig sind und Feuchtigkeit besser abtrocknet.

Rosen, die im Kübel kultiviert werden, schneidet man immer im Herbst zurück. Bevor sie ins Winterquartier gebracht werden, kann man sie dadurch etwas kompakter halten. Im Frühjahr würde man ohnehin einen stärkeren Rückschnitt vornehmen, also kann man dies auch gleich im Herbst erledigen. Bei Kübelpflanzen werden alle toten Triebe, Blätter und Blüten entfernt und die restlichen Triebe auf die gleiche Länge gekürzt.

Rosen schneiden im Winter

Rosen kann man theoretisch in jeder Jahreszeit schneiden, im Winter sollte man dies jedoch lieber unterlassen. Rosen gehen quasi in eine Winterpause, und in dieser Zeit sollte man sie auch in Ruhe lassen. Sollte man Rosenpflanzen im Winter schneiden, könnten Wunden bei Frost nicht richtig verheilen.

Eventuell wäre es sogar möglich, dass es an den Schnittstellen zu einem Aufplatzen kommen. Hat man den Pflegeschnitt im Herbst versäumt, dann sollte man den Rückschnitt keinesfalls im Winter nachholen.

Im Herbst wird ohnehin nur etwas Aufräumarbeit geleistet, der wichtigste Schnitt erfolgt im Frühjahr. Und bis dahin sollte man nun auch warten. Es ist nicht so wichtig, ob die Rosen im Herbst noch einmal ausgelichtet wurden.

Im Grunde entfernt man ja nur das, was dem Frost ohnehin zum Opfer fallen würde. Allerdings sollte man im kommenden Frühling seine Rosenpflanzen umso genauer kontrollieren, da eventuell das Risiko für Krankheiten etwas erhöht ist.

Der richtige Rosenschnitt oder wie schneidet man Rosen richtig!?

Zum Schneiden von Rosen benötigt man eine gute Rosenschere. Hier sollte man nicht am falschen Ende sparen, und mit mindestens 50 Euro rechnen. Doch nicht nur die Qualität ist wichtig, sie muss auch gut in der Hand liegen, damit effektives Arbeiten möglich ist. Im Fachhandel findet man übrigens auch Modell speziell für Linkshänder oder für Damen.

Achtung! Auf einen präzisen Schnitt kommt es an, denn durch Reißen oder Quetschen verletzt man die Pflanzen unnötig und leistet verschiedenen Krankheiten Vorschub. Aus diesem Grund muss man immer sicherstellen, dass die Rosenschere scharf genug ist.

Man kann bei Rosen nicht von dem einen perfekten Schnitt sprechen, denn je nach Rosenart gibt es doch einige Unterschiede. Zunächst muss man berücksichtigen ob es sich um Rosen mit einmaliger oder mit mehrfacher Blüte handelt. Auch der Geschmack des Gartenbesitzers ist nicht unerheblich, denn er kann bestimmen, wie hoch und dicht die Pflanze wachsen soll.

Grundsätzlich müssen aber bei jedem Rückschnitt tote und nach innen zeigende Triebe entfernt werden. Das gleiche gilt für eventuell vorhandene Wildtriebe, die der Pflanze ihre Energie rauben. Auch so genannte Rosengallen sind zu eliminieren, denn an diesen faserigen Stellen an den Trieben könnten sich sonst Gallwespen ansiedeln und der Rose schaden.

Rosen schneiden mit der richtigen Schere
Beim Rosen-Schneiden ist die Qualität der Schere sehr wichtig!

Einmal blühende Strauch- und Wildrosen

In diesem Fall muss man keinen großen Pflegeaufwand befürchten, denn es muss nicht jedes Jahr ein Rückschnitt erfolgen. Die alten Zweige sollte man an den Pflanzen belassen, denn nur aus dem mehrjährigen Holz gehen Blüten hervor. Lediglich alle zwei bis drei Jahre werden einige davon gekappt.

Beet- und Edelrosen

Besonders populär in heimischen Gärten sind diese beiden Arten. Um sie gesund zu erhalten, müssen sie korrekt geschnitten werden. Die Blüten werden am diesjährigen Holz gebildet. Die Stärke des Rückschnitts hängen davon ab, wie stark die Pflanzen wachsen. Ist der Wuchs stark, so belässt man sechs bis acht Augen an den Haupttrieben, bei schwachem Wuchs nur drei bis vier. Schneidet man diese Rosenarten regelmäßig zurück bleiben sie bei einer Höhe zwischen 50 und 120 cm. Bei Edelrosen werden nur kräftige Triebe stehen gelassen, die schwachen hingegen an der Basis abgeschnitten.

Strauch- und Kleinstrauchrosen

Englische Rosen mit Dauerblüte und Strauchrosen die mehrmals blühen kürzt man um etwa ein Drittel. Hier muss man ganz präzise vorgehen, um die Widerstandsfähigkeit und Gesundheit der Pflanzen zu erhalten. Aus diesem Grund, müssen auch alle alten und kümmerlichen Triebe gekappt werden.

Wenig Pflegeaufwand hat man auch mit den Kleinstrauchrosen, denn auch in diesem Fall ist ein Schnitt keine Pflicht. Es sollten nur die störenden Zweige entfernt werden, damit der Wuchs nicht zu dicht wird. Soll die Pflanze allerdings kompakt wachsen, muss man einmal jährlich an den Rückschnitt denken. Auch bei diesen Rosen dürfen die stark wachsenden Exemplare nicht zu radikal beschnitten werden, denn das fördert einen neuen Austrieb noch zusätzlich. Empfehlenswert ist ein ganz starker Rückschnitt etwa alle fünf Jahre.

Kletterrosen

Bei einmal blühenden Rosen dieser Art handelt es sich in der Regel um Rambler mit starkem Wuchs. Sie können enorme Höhen von bis zu 12 Metern erreichen. Natürlich gestaltet sich das Schneiden von solch hohen Rosen sehr umständlich. Grundsätzlich muss man diese Rosen auch gar nicht schneiden. Möchte man sie allerdings an einer Hauswand hochziehen, kommt man um den jährlichen Rückschnitt nicht herum. Diese Kletterrosen schneidet man auf Zapfen und nur zwei bis drei Augen stehen, um zu viele Triebe zu vermeiden. An der Basis werden lediglich alle paar Jahre ein paar alte Triebe geschnitten.

Öfter blühende Kletterrosen muss man hingegen jedes Jahr zurückschneiden. Bei dieser Gelegenheit werden alle Triebe entfernt, die man nicht gut kontrollieren kann, weil sie in die falsche Richtung zeigen. Damit die Blüte schön üppig ausfällt, werden die seitlichen Triebe auf drei bis fünf Augen gekürzt. Bei diesen Kletterrosen sollte man darauf achten, dass das Verhältnis zwischen alten und jungen Zweigen in etwas ausgeglichen ist.

Stammrosen

Bei einem Rosenstämmchen handelt es um die veredelte Variante von Beet-, Kletter- und Kleinstrauchrosen, wobei sich die Veredelungsstelle zwischen der Basis und der Krone befindet. Der Rückschnitt dient dazu, die Krone schön luftdurchlässig und leicht zu halten. Deshalb gleich der Schnitt dem der Beetrosen, es wird also bis auf drei oder vier Augen eingekürzt. Entfernt werden alle schwachen Zweige, und solche die nach innen wachsen. Damit die Krone eine schöne, gleichmäßige Form erhält, schneidet man immer auf ein Auge, welches nach außen zeigt.

Verblühte Rosen schneiden

Verblühte Rosen sollte man regelmäßig aus verschiedenen Gründen entfernen. Eine Rosenpflanze kann sich sehr gut uns schnell regenerieren, so dass ihr das Schneiden nicht schadet. Belässt man ds Verblühte hingegen am Stock, entzieht dies der Pflanze Kraft, die sie dann nicht mehr in neue Blüten stecken kann. Durch das stete Entfernen kann man also die Blühfreudigkeit und Gesundheit der Pflanzen fördern.

Werden die verblühten Teile nicht abgeschnitten, hat das unter Umständen einige unangenehme Folgen. Gerade im unteren Bereich bilden sich häufig keine frischen Triebe mehr aus, so dass die Pflanze im Lauf der Zeit immer kahler wird. Schwache Triebe kann man ruhig stärker kürzen, während man sich bei den starken etwas zurückhält.

Wird kein Rückschnitt vorgenommen, ist das Längenwachstum unverhältnismäßig groß. Zwar wird die Pflanze an sich voluminöser erscheinen, die Triebe sind jedoch eher kümmerlich. Werden die Triebe zu lang, werden sie bei stürmischer Witterung schnell abbrechen. Natürlich kommt es auch der Optik zugute, wenn man verblühte Pflanzenteile entfernt.

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