Rosen vermehren

Rosen vermehren

Rosen vermehren: Zu den populärsten Pflanzen im heimischen Garten zählen Rosen in allen möglichen Varianten. Wenn man eine besonders attraktive Rose sein eigen nennt, dann wünscht man sich eventuell, diese zu vermehren. Viele Rosenliebhaber betätigen sich auch gerne als Hobbyzüchter und haben große Freude an der Vermehrung von Rosen.

Was das Vermehren von Rosen angeht, gibt es verschiedene Methoden, oftmals auch abhängig von der jeweiligen Sorte. Die meisten kennen sicher die Vermehrung durch Veredelung oder Stecklinge. Doch es gibt auch exotischere Vorgehensweisen, die den meisten sicher gar nicht geläufig sind. So kann man Rosen zum Beispiel auf Kartoffeln veredeln, was garantiert ein sehr spannendes Experiment ist.

Achtung: Bei der Vermehrung von Rosen ist unbedingt zu berücksichtigen, dass es sich dabei nicht um geschützte Sorten handelt. In diesem Fall würde eine Verletzung des Urheberrechts vorliegen, was eine Strafverfolgung nach sich ziehen könnte!

Rosen vermehren mit Stecklingen

Am weitesten verbreitet ist die Vermehrung von Rosen durch Stecklinge, doch diese Variante ist längst nicht für alle Rosenarten gleichermaßen geeignet. Man sollte es am ehesten mit Strauchrosen, Bodendeckern, Kletterrosen und Ramblerrosen probieren, damit sind normalerweise gute Resultate zu erzielen.

Ideal für die Vermehrung mit Stecklingen ist der Monat August, denn dann hat bereits eine ordentliche Verholzung der einjährigen Triebe stattgefunden. Es ist auch möglich, schon Ende Juni nach dem Verblühen der Pflanze Erfolg haben. Dies hängt auch immer von den Wetterbedingungen ab, die von Jahr zu Jahr variieren können.

Von einem der Triebe schneidet man ein Stück in der Länge eines Bleistiftes ab, dieses muss über mindestens vier Augen verfügen. Etwas oberhalb eines Blattes wird dann die Blüte abgeschnitten. Am anderen Ende wird der Steckling etwas unterhalb eines Auges oder Blattes gekappt. Danach entfernt man die Blätter, bis auf das obere komplett. Dieses Blatt wird dann noch um die Hälfte eingekürzt.

Befinden sich Stacheln an dem Steckling, sollten diese unbedingt entfernt werden, damit später im Erdboden kein Luftloch entstehen kann. Werden die Stecklinge nicht gleich in die Erde eingebracht, dann sollte man sie in einem Behälter mit Wasser aufbewahren. Ein Blumentopf wird mit einer Mischung aus Gartenerde und Anzuchterde befüllt. Der Steckling wird so darin platziert, dass nur das obere Blattpaar herausschaut. Anschließend muss er sehr gut in der Erde angedrückt werden.

Am besten setzt man immer nur einen Steckling in einen Blumentopf. Hat man Steckling von verschiedenen Rosensorten, sollte man die Namen auf den Töpfen notieren, damit man sie später noch unterscheiden kann. Zum Schluss müssen die Stecklinge noch mit etwas Wasser versorgt und an einen schattigen und geschützten Platz gebracht werden.

Einige Hobbygärtner schwören darauf, ein Glas oder einen Kunststoffbehälter über die Töpfe zu stülpen, um eine Art Treibhauseffekt zu erzielen. Davon ist allerdings eher abzuraten, da die Stecklinge unter Umständen verschimmeln könnten.

Die Erde muss in den kommenden Wochen immer leicht feucht gehalten werden, ein Austrocknen ist unbedingt zu vermeiden. Wenn die Steckling nach rund vier bis sechs Wochen mit dem Austreiben beginnen, müssen sie für eine gute Verzweigung in regelmäßigen Abständen entspitzt werden. In der Regel verbleiben sie dann bis zum kommenden Frühling in den Blumentöpfen und können dann ab etwa Ende Mai in den Garten gepflanzt werden.

Wer sicher gehen möchte, dass sich tatsächlich genügend Wurzeln ausgebildet haben, der wartet damit lieber bis zum Spätsommer. Normalerweise machen die niedrigen Temperaturen im Winter den Stecklingen nichts aus. Lediglich wenn es sehr starken Frost hat, sollte man sie in die Garage oder einen Schuppen bringen.Bei Bodendeckern kann man auch versuchen, die Stecklinge direkt im Garten zu platzieren, denn diese Sorten sind relativ anspruchslos und können sich auch so prächtig entwickeln.

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Rosen kann man sehr gut mit Stecklingen vermehren!

Rosen vermehren mit Steckhölzern

Bei einem Steckholz handelt es sich um ein Stück eines verholzten Rosenzweiges aus dem aktuellen Jahr. Die Vermehrung mit Steckhölzern bietet sich vor allem bei Strauchrosen, Kletterrosen und Bodendeckern an und sollte am besten im späten Herbst vorgenommen werden. Man sucht sich dazu einen Tag aus, an dem die Temperaturen recht frisch sind und der Boden schön feucht ist. Für die Vermehrung sucht man sich starke und möglichst gerade Zweige aus. Idealerweise ist der Abstand zwischen den einzelnen Knospen relativ gering.

Zunächst entfernt man alle Blätter und kürzt den Zweig auf eine Länge zwischen 15 und 30 Zentimetern. Die Länge sollte so gewählt werden, dass möglichst fünf Augen stehenbleiben, zwei müssen es aber mindestens sein. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass sich sowohl am oberen als auch am unteren Ende jeweils ein Auge befindet. Oben muss ein neuer Trieb wachsen können, und unten müssen sich Wurzeln ausbilden können.

Am besten ist es, wenn man die Steckhölzer dann nach der Vorbereitung auch gleich in den Untergrund steckt. Dazu wird die Stelle mit dem Spaten leicht umgegraben und der Boden etwas aufgelockert. Anschließend werden mit einer Gartenkralle noch etwas Sand und Anzuchterde eingearbeitet.

Dann werden die Steckhölzer gerade und so weit in den Boden eingebracht, bis nur noch das oberste Auge herauslugt. Jetzt muss die Stelle zum Schutz noch mit etwas Reisig oder einem anderen Material ab. Je nachdem, wie das Wachstum voran schreitet, können die Steckhölzer dann nach rund 12 Monaten verpflanzt werden.

Rosen vermehren durch Absenken

Die Vermehrung von Rosen durch Absenkung ist nicht so weit verbreitet, da sie überwiegend bei Kletterrosen angewandt wird. Auch bei Strauch- und Ramblerrosen kann man diese Variante probieren. Wichtig ist in diesem Fall, dass sich die Triebe ganz leicht biegen lassen, ohne dass sie dabei abbrechen. Im Spätsommer sucht man sich zu diesem Zweck einen möglichst langen Trieb aus. Ist dieser verholzt, kann man ihn etwas einschneiden, um ein Brechen zu verhindern.

Unter der Pflanze wird eine etwa 20 Zentimeter tiefe Mulde ausgehoben und der Trieb dort hinein gelegt. Biegt sich der Trieb immer wieder hoch, kann man eine Astgabel im Untergrund platzieren und ihn damit an Ort und Stelle halten. Nun wird die ausgehobene Erde mit etwas Kompost versetzt und der mittlere Teil des Triebes damit bedeckt.

In der kommenden Zeit muss immer auf ausreichend Feuchtigkeit im Erdreich geachtet werden. Ab Herbst treiben dann an der Krümmung des Triebes Wurzeln aus. Bis zum kommenden Frühling sind diese stark genug, so dass man die neue Pflanze kappen und an ihren endgültigen Standort verbringen kann.

Rosen vermehren mit Kartoffeln

Es mag etwas ungewöhnlich klingen, aber unter den Hobbyzüchtern ist diese Methode sehr populär. Das Wachstum der Rosenstecklinge soll dadurch gefördert werden, dass die Bildung der Wurzeln vorangetrieben wird. Die Kartoffel kann den Stecklingen viele Nährstoffe zur Verfügung stellen und zudem stetig Feuchtigkeit abgeben.

Damit das Vorhaben auch gelingt, sollte man komplett grüne Triebe ohne vertrocknete Stellen auswählen. Idealerweise handelt es sich um junge Triebe von einer starken Pflanze. Sofern sich eine Knospe daran befindet, kappt man diese etwa drei Zentimeter unter dem Kopf der Rose. Der Trieb wird dann unten so abgeschnitten, dass er eine Länge von rund 10 Zentimetern hat. Das Ende des Stecklings wird dann schräg angeschnitten, so dass die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen gesteigert wird. Zu guter Letzt wird er noch von allen Blättern befreit.

Die Kartoffeln sollten relativ groß und sauber sein. In der Mitte einer langen Seite bohrt man bis zur Mitte ein Loch in der Dicke des Stecklings. Jetzt muss man sich entscheiden, ob man die Anzucht im Freiland oder im Blumentopf vornehmen möchte. Im Freiland kann man die Stecklinge nur im Frühjahr platzieren, denn bis zum Winter müssen die Wurzeln ausreichend stark sein. Es muss auf jeden Fall sichergestellt werden, dass es keinen Frost mehr gibt.

Im Freiland ist ein heller und geschützter Platz wichtig. Man hebt an dieser Stelle eine Vertiefung aus, die doppelt so groß wie die Kartoffel ist. Damit keine Staunässe entstehen kann, sollte man eine Schicht Quarzsand oder Kies einfüllen. Nachdem man die Kartoffel samt Steckling hineingelegt hat, sollte ein Drittel von ihm herausschauen. Nachdem man den Aushub mit etwas Anzuchterde oder Substrat vermischt hat, füllt man ihn wieder in das Pflanzloch.

Dann die Erde fest andrücken und den Steckling mit etwas Wasser versorgen. Um ein Klima wie in einem Treibhaus zu erzeugen, schneidet man den Boden einer Kunststoffflasche ab und stülpt sie dem Steckling über. In der Regel sollte man jeden zweiten Tag die Haube abnehmen und den Steckling gießen. Damit Sauerstoff ausgetauscht werden kann, lässt man für einige Zeit Luft an die Pflanze. Sobald erste Blätter hervorkommen, darf die Pflanze nicht mehr abgedeckt werden.

Entscheidet man sich für die Vermehrung in einem Blumentopf, kappt man die Triebe bis spätestens am Ende der Blütezeit von der Mutterpflanze. Es ist allerdings besser, wenn man dies schon während der Wachstumsphase macht, da sich die Wurzeln dann besser ausbilden. Die Töpfe können bis zum ersten Frost im Freien stehen. Im kommenden Frühling ist dann ein Umsetzen in den Garten möglich.

Das Einpflanzen in Töpfe unterscheidet sich nur in wenigen Punkten von der Kultur im Freiland. Wenn sich im Boden des Topfes ein Loch befindet, kann auf eine Drainage verzichtet werden. Für das Befüllen der Töpfe verwendet man Anzuchterde oder ein hochwertiges Substrat. Sobald die ersten Blätter sich zeigen, sollte man auf ein Substrat mit hohem Gehalt an Nährstoffen umsteigen.

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Rosen vermehren durch Samen

Nur wenige Rosenliebhaber nehmen eine Vermehrung durch Samen vor, weil dies echt als Herausforderung gilt und ein Gelingen auf keinen Fall garantiert ist. Um Hagebutten hervorbringen zu können, muss man die Blüten bis zum kompletten Verwelken am Strauch belassen werden. In jeder Hagebutte befinden sich 10 bis 30 kleine Nüsschen, die geerntet werden müssen. Die Hagebutten werden erst gesammelt, wenn sie ganz durchgefärbt sind, wobei man trockene und faltige Exemplare nicht verwendet. Es sollten eine möglichst hohe Anzahl an Hagebutten geerntet werden, da die Keimrate der Samen nicht sehr gut ist.

Die Früchte dürfen nicht trocknen, denn dann wären die Samen nicht mehr zu gebrauchen, deshalb sollte die Vermehrung umgehend  vorgenommen werden. Zunächst teilt man sie mit einem Messer und entnimmt die Samen mit dessen Spitze. Anschließend spült man sie in einem Sieb unter fließendem Wasser ab, damit sich das Fruchtfleisch restlos ablöst.

In einer Frucht befindliche Samen verfügen von Natur aus über eine so genannte Keimhemmung, um eine vorzeitige Keimung im Winter zu verhindern. Diesen Schutz muss man nun erst einmal brechen. Dazu gibt man zwei Tassen Wasser in eine Schale und löst drei Teelöffel Wasserstoffperoxid (3 %) darin auf. Nachdem man die Samen 20 Minuten darin eingeweicht hat, gibt man noch zwei Tassen Wasser hinzu und wartet 24 Stunden ab, bis die harten Schalen aufgeweicht sind.

Um die Samen zum Keimen zu bringen, benötigen sie noch einen Kältereiz, was auch Stratifizierung genannt wird. Um dies zu erreichen, füllt man feuchten Sand in eine Plastiktüte, gibt die Samen hinein und verschließt die Tüte gut. Dann wird sie für vier bis sechs Wochen im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahrt. Es ist essentiell, dass das Saatgut niemals austrocknet, deshalb muss man immer wieder kontrollieren. Die keimenden Samen können gleich entnommen und für die Aussaat verwendet werden.

Für die Aussaat bieten sich vor allem spezielle Anzuchttöpfchen an. Diese befüllt man mit Anzuchterde und feuchtet diese leicht an. Mit einem Pikierstab oder Stift drückt man Vertiefungen in die Erde und platziert in jeder einen Keimling. Die Töpfchen sollten später dann an einem hellen Ort stehen, aber nicht in der prallen Sonne, wobei Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad ideal sind.

Sobald sich die Wurzeln komplett in den Töpfen ausgebreitet haben und mindestens vier Blätter zu sehen sind, werden die Keimlinge in Rosenerde mit reichlich Nährstoffen umgetopft. Ab Mai können die ersten Pflanzen dann ins Beet versetzt werden, sofern sie bereits kräftig genug sind.

Rosen vermehren durch Veredelung

Zu den klassischen Methoden der Vermehrung von Rosen zählt auch die Veredelung. Dabei geht es in der Regel darum, dass man aus einer eher schwachen und anfälligen Edelrose eine widerstandsfähigere Variante entwickelt. Man verwendet also eine robustere Unterlage, um dann später dennoch von der Blütenpracht der Edelrose profitieren zu können. Diesen Vorgang bezeichnet man auch als Okulation. Auf diese Weise kommt man nicht nur zu kräftigeren Pflanzen, sondern auch zu Rosenbüschen, die schneller eine gewisse Größe erreichen.

Für die Veredelung braucht man außer einer attraktiven Edelrose und einer geeigneten Wildrose noch ein hochwertiges Okuliermesser. Wildrosen werden deswegen gerne als Unterlage genutzt, weil sie ein kräftiges Wurzelwerk ausbilden, unanfällig gegenüber Krankheiten sind und auch mit strengeren Wintern gut zurecht kommen. Wenn man solche Sorten noch nicht im Garten hat, sollte man sie im Spätherbst oder ganz zeitig im Frühjahr pflanzen. Der August ist dann der ideale Zeitpunkt für die Okulation.

Im ersten Schritt muss man einen Trieb der Edelrose abschneiden, wenn die Blüte daran verblüht ist. Der Blütenkopf, die Blätter und die Stacheln werden entfernt, lediglich der Blattstiel verbleibt am Trieb, denn darunter liegen die wichtigen Augen. Nachdem das Messer gründlich desinfiziert wurde, kann man es nutzen, ohne dass eventuelle Keime an der Schnittstelle eindringen können.

Der letzte Blattstiel wird nun ganz behutsam abgebrochen. Um die Augen herauszuschneiden, setzt man das Messer etwas über dem Auge an und macht dann einen Schnitt nach unten. Dann wird das Stück umgeklappt und vorsichtig entfernt. Jetzt hat man ein grünes Auge, das man in der Unterlage verwenden kann. Um diese zu säubern, wird deren Wurzelhals freigelegt, gereinigt und desinfiziert.

Danach wird ein Schnitt in Form eines „T“ gemacht und die Enden umgeklappt. Auf diese Weise ist eine Art Tasche entstanden, in welche man das Auge hinein schieben kann.´Es muss unbedingt richtig eingesetzt werden, damit die Triebe sich in die korrekte Richtung ausbilden. Nachdem die Enden wieder zugeklappt wurden, wickelt man noch ein Rosengummiband um die Stelle.

Im nächsten Frühling sollte man sicherstellen, dass Triebe nur aus der Veredelungsstelle wachsen und nicht aus der Unterlage. Eventuelle Triebe der Wildrose schneidet man jedoch nicht ab, sie werden abgebrochen, um nicht unnötig erneutes Wachstum zu fördern.

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