Stammrosen

Stammrosen

Klassische Rosenbüsche findet man in zahlreichen Gärten, denn mit ihrer Blütenpracht und Farbvielfalt sind sie ein echter Hingucker auf jedem Grundstück. Seit einiger Zeit sind jedoch Stammrosen immer mehr auf dem Vormarsch, denn sie können mit einigen Vorzügen punkten. Früher pflanzte man sie vor allem in Form von Spalieren als Einfassung für Rasenflächen und Beete.

Heutzutage werden sie auch gerne als Solitärpflanzen kultiviert, denn aufgrund ihrer Höhe heben sie sich schön von der restlichen Bepflanzung ab. Sie stechen bereits aus der Ferne ins Auge und werden somit zum Blickfang im heimischen Garten. Stammrosen gibt es in einer ungeheuren Vielfalt an Farben und Formen, so dass man ganz nach dem persönlichen Geschmack auswählen kann. Während Rosenstöcke vor allem in großen Gärten wirken, machen sich einzelne Stammrosen auch auf kleinen Grundstücken sehr gut.

Was sind Stammrosen?

Im Prinzip bilden die Stammrosen, die häufig auch als Rosenstämmchen oder Hochstammrosen bezeichnet werden, keine eigene Klasse. Grundsätzlich kann man für die Zucht alle möglichen Sorten verwenden, wenn eine Veredelung auf einen Wildrosenstamm erfolgt.

Die Stammrosen unterteilt man je nach Höhe in verschiedene Unterkategorien. Zwergstammrosen erreichen eine Höhe von 40 bis 50 cm während Halbstammrosen etwa 60 bis 80 cm hoch werden. Diese Halbstämme sind ideal für die Kultur im Kübel, da sich die Krone etwa auf Augenhöhe befindet. Mit einer optimalen Höhe zwischen 90 und 110 cm sind die Hochstammrosen die Klassiker unter dem Stammrosen. Die so genannten Kaskaden- oder Hängerosen werden 130 bis 150 cm hoch..

Die Aufzucht von Stammrosen mit entsprechenden Pflegemaßnahmen erstreckt sich über einen Zeitraum von etwa vier bis fünf Jahren. Im ersten Jahr werden die Stammbildner in Baumschulen ausgesät. Aus diesen Wildrosen gehen zunächst die Wurzeln und der Stamm der Pflanze hervor. Im darauffolgenden Jahr werden die jungen Pflanzen dann in einer Reihe platziert, was man auch als Aufschulen bezeichnet. Die Wildlinge werden bis auf die kräftigen Grundtriebe zurückgeschnitten, so dass sich daraus ein Stamm bilden kann.

Im nächsten Herbst werden die Wildrosen dann gerodet, wobei man nur den aufrechtesten und stärksten Trieb stehen lässt. Den Winter verbringen die Stämmchen dann im Kühlhaus. Im kommenden Frühjahr werden sie ins Freiland verbracht, so dass dann in den Sommermonaten die Veredelung, die so genannte Okulation, erfolgen kann. Damit sich eine schöne Krone ausbilden kann, nimmt man die Veredelung an vier Stellen vor. Um eine optimal verzweigte Krone zu erhalten, kürzt man die Austriebe im fünften Standjahr, bevor die Stammrosen dann in den Handel gelangen.

Stammrosen pflanzen

Wenn man Stammrosen im Garten pflanzen möchte, muss man zunächst einen geeigneten Standort finden. Stammrosen bevorzugen einen durchlässigen, aufgelockerten Untergrund, so dass sich die Wurzeln ungehindert ausbreiten können und ausreichend Nährstoffe finden. Da die meisten Rosenarten Tiefwurzler sind, muss man diese Bedürfnisse bei der Pflanzung unbedingt berücksichtigen. Nur dann werden die Pflanzen problemlos anwachsen und den Garten viele Jahre verschönern. Handelt es sich um einen eher sandigen Boden, sollte dieser mit etwas Kompost versetzt werden. Ist das Erdreich hingegen lehmig und fest, kann eine Aufbesserung mittels Kies erfolgen und für eine Drainage gesorgt werden.

Stammrosen lieben und brauchen Sonne, denn nur dann verzaubern sie mit einer wahren Blütenpracht. In den Sommermonaten müssen sie mindestens vier bis sechs Stunden Sonne haben, ansonsten kann es zu einem kümmerlichen Wuchs kommen. Ist nur ein Bereich im Halbschatten vorhanden, sollte man nur auf Sorten zurückgreifen, die sich auch an solchen Stellen wohlfühlen. Die Stammrosen sollte auch nicht ständig dem Wind ausgesetzt sein. Die Krone der Pflanzen ist relativ schwer, so dass sie bei Sturm oder stetem Wind abbrechen könnte. Eventuell kann man Ziergräser oder Stauden als Windschutz daneben pflanzen, dabei aber unbedingt auf genügend Abstand achten.

Idealer Zeitpunkt für das Pflanzen von Stammrosen ist der Herbst, denn dann können sich bis zum Winter noch kräftige Wurzeln ausbilden und ein optimales Anwachsen ist gewährleistet. In der Regel bekommt man Stammrosen als Containerware, wobei man beim Kauf auf eine ordentliche Durchwurzelung achten sollte. Das Pflanzloch wird etwas größer als normal ausgehoben und sollte eine Größe von etwa 50 x 50 cm haben. Das ist wichtig, weil man auch den Stützpfahl mit im Erdreich versenken muss. Muss der Boden gleichzeitig noch verbessert werden, rechnet man eher mit 70 x 70 cm und entnimmt die Erde bis zu einer Tiefe von einem Meter. Wahlweise wird der Aushub dann mit Kompost oder auflockerndem Material versetzt, bevor man einen Teil davon wieder in das Loch schaufelt.

Die Rose sollte so tief im Loch stehen, wie sie es zuvor im Topf tat. Damit die Stammrose ausreichend Halt hat, wird der Stützstab vorher mindestens 20 cm tief in den Untergrund eingebracht. Die Rosenpflanze wird später zweifach daran festgebunden. Das Wurzelwerk wird auf Schäden hin untersucht und die betroffenen Stellen entfernt. Am besten kürzt man alle Wurzeln leicht ein, eine Länge von 25 cm sollte allerdings nicht unterschritten werden.

Beim Pflanzen ist es wichtig, dass die so genannte Zapfenschnittstelle über der Erdoberfläche bleibt. Möchte man die Stammrose im Liegen überwintern, richtet man bereits in die entsprechende Richtung aus. Jetzt wird der Aushub wieder in die Grube gefüllt und das Erdreich eingeschlämmt. Nach ein paar Stunden ist die Erde nach unten gesackt, so dass man noch einmal etwas Erde in das Pflanzloch geben kann. Zuletzt bindet man den Rosenstamm oben und mittig an der Stützhilfe an, am besten mit Kokosband.

Stammrosen pflegen

Gießen

Stammrosen sind sehr anfällig, was Trockenheit angeht, dann werfen sie unter Umständen Blüten, Blätter und Knospen ab. In der warmen Jahreszeit muss man deshalb jeden Morgen die Feuchtigkeit im Untergrund überprüfen. Dazu drückt man die Fingerspitzen etwa zwei Zentimeter ins Erdreich und tastet nach Feuchtigkeit. Ist der Boden in diesem Bereich trocken, müssen die Rosen bewässert werden. Das Wasser sollte dabei nur an die Wurzeln gelangen, denn Feuchtigkeit auf Blättern leisten Pilzerkrankungen Vorschub. Bei Stammrosen im Kübel wird so lange gegossen, bis unten etwas Wasser austritt. Bei Rosenstämmchen ist es besser, sie lieber seltener und ausgiebig zu gießen, als sie häufig mit einer kleinen Menge Wasser zu versorgen.

Düngen

Grundsätzlich sind zum Düngen organische Präparate zu bevorzugen. Durch die Anwendung von Pferdemist, Rindenhumus oder Kompost lassen sich Nährstoffmängel ausgleichen und eine Überdüngung verhindern. Zu viel Stickstoff dürfen Stammrosen nicht erhalten, denn das schadet ihrer Gesundheit und mindert die Blühfreudigkeit. Für Kübelpflanzen gibt es spezielle Rosen-Dünger, die sich meistens aus organischen und mineralischen Komponenten zusammensetzen. Hat man Stammrosen frisch gepflanzt, versorgt man sie zum ersten Mal Ende Juni mit einem Dünger. In den folgenden Jahren dann einmal im Monat von März bis Juli. Im Beet arbeitet man den Dünger oberflächlich ein und gießt dann ausgiebig. Beim Düngen von Kübelpflanzen hält man sich an die Anweisungen des jeweiligen Herstellers und verabreicht ihn über das Gießwasser. Nach Juli sollte man auf keinen Fall mehr düngen, damit alle Triebe noch vor den ersten Frösten reif werden. Im Juli kann man etwas mehr Kalium verabreichen, dann werden die Pflanzen optimal auf den Winter vorbereitet.

Krankheiten und Schädlinge

Auch Stammrosen bleiben von Schädlingsbefall und Krankheiten nicht verschont. Pilzinfektionen kann man vorbeugen, indem man viel Wert auf Pflege legt und somit eine gute Basis für die Gesunderhaltung der Pflanzen schafft.

Der Rosenrost zeigt sich durch orangefarbene Pusteln auf den Unterseiten der Blätter, während man auf der Oberseite bräunliche Punkte erkennen kann. Die meisten Rosen werden vom hartnäckigen Sternrußtau befallen. Die Pilzinfektion ist an schwarzen Flecken auf dem Laub zu erkennen. Nach einer Ausbreitung der Flecken kommt es zum Vergilben der Blätter und deren Abwurf. Bei beiden Krankheiten muss das befallene Laub komplett entfernt werden. Im frühen Stadium könnte ein Besprühen mit Schachtelhalmbrühe ausreichen, bei fortgeschrittener Erkrankung sollte man es mit einem Fungizid versuchen.

Zu den häufigsten Erkrankungen bei Stammrosen zählt auch der Echte Mehltau, den man an einem mehligen Belag erkennt. Die betroffenen Teile werden bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten. Dann gibt man ¼ Liter Milch auf ein Liter abgekochtes Wasser und sprüht die Krone alle drei Tage damit ein.

Stammrosen vermehren

Leider ist es nicht möglich, Stammrosen selbst zu vermehren. Das liegt daran, dass es sich bei diesen Pflanzen um die Kombination von zwei Rosen und eine spezielle Veredelung handelt, welche nur von Experten durchgeführt werden kann. Somit hat man mit jeder Stammrose ein echtes Unikat im Garten, das so nicht reproduzierbar ist. Wenn man entsprechende Pflegemaßnahmen einhält, hat man jedoch viele Jahre Freude an den attraktiven Pflanzen.

Stammrosen schneiden

Alle Rosen sollten regelmäßig geschnitten werden, idealerweise im Frühjahr, denn dann können sich die Schnittstellen bis zum Herbst noch schließen. Bei Stammrosen setzt man in der Regel auf eine Krone in Form einer Kugel. Grundsätzlich kürzt man alle Triebe etwas ein, wobei man die Haupttriebe ruhig radikal zurückschneiden kann, da sie wieder neue Äste hervorbringen werden. Darüber hinaus entfernt man auch die Triebe, die nach innen wachsen, sowie abgestorbene, schwache, dünne und kranke Äste. Unten an der Pflanze muss man unbedingt die Wildtriebe entfernen. Diese stammen nämlich von der Wildrose, die als Unterlage diente, und rauben dem Stämmchen Nährstoffe und Wasser.

Im Prinzip hängt der Schnitt auch immer davon ab, welche Sorte veredelt wurde. Handelt es sich um eine Strauchrose, so muss man eventuell mehrmals im Jahr zur Schere greifen. Wurde eine Edelrose verwendet, dann wird man im Frühling mit vielen schwächeren Trieben konfrontiert, die man entfernen sollte, damit die Pflanze kräftig bleibt. Während man andere Rosenarten im Herbst normalerweise nicht mehr schneidet, ist dies bei Stammrosen anders. Diese Maßnahme ist meistens deshalb notwendig, um die Abdeckung für den Winter über die Krone zu bekommen. Aus diesem Grund stutzt man im Herbst die Triebe der Krone auf eine Länge von etwa 30 cm. Lediglich im Jahr der Pflanzung sollte man Stammrosen nicht zu sehr zurückschneiden. Wurde die Stammrose im Herbst gepflanzt, sollte man mit dem Schnitt bis zum kommenden Frühjahr warten.

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Stammrosen überwintern

Bei der Überwinterung von Stammrosen gibt es so einiges zu beachten, auch wenn es sich um eine winterharte Sorte eignet. Häufig hört man die Empfehlung, den Stamm nach unten zu biegen, die Krone in der Erde zu fixieren und dann eine Abdeckung vorzunehmen. Manchmal kann es aber passieren, dass die Pflanze dabei abbricht, weshalb andere Methoden zu bevorzugen sind. Es ist auf jeden Fall enorm wichtig, dass die Veredelungsstellen vor Frost geschützt werden.

Wächst die Krone sehr stark, sollte man sie vor dem Einpacken in einen Jutesack oder ein Vlies noch einmal einkürzen. Idealerweise haben die Triebe danach eine Länge von etwa 30 cm. Damit die Pflanze auch bei sehr starkem Schneefall Halt hat, wird im Herbst am besten noch eine zweite Stütze angebracht. Damit auch der Wurzelbereich vor Frost sicher ist, häufelt man den Boden etwas an. Die Krone der Stammrosen darf nur locker eingepackt werden, so dass die Luftzirkulation gewährleistet ist.

Lediglich bei jungen Pflanzen mit biegsamen und noch nicht verholzten Stämmen, kann man ein „Umlegen“ zum Winterschutz in Betracht ziehen. Nach dem Umbiegen und Befestigen wird die Krone mit Erde und Reisig bedeckt. Komplett frosthart sind übrigens wurzelechte Rosen, die man manchmal auch als Stammrose bekommt. Sollte es in diesem Fall zu einem Erfrieren kommen, kommen aus der eigenen Wurzel wieder neue Triebe hervor.

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