überdüngte Tomaten

Tomaten-Überdüngung, was dann passiert

Es ist vollkommen richtig, dass Tomaten eigentlich recht genügsame Kandidaten im Beet sind. Allerdings benötigen sie ausreichend Wasser und Nährstoffe bekommen. Das bedeutet also, dass du in regelmäßigen Abständen die Tomaten düngen musst. Doch solltest du dies mit großer Sorgfalt tun, denn man kann durchaus auch zu viel Dünger ausbringen. Dies allerdings bekommt den Tomaten überhaupt nicht gut. Für dich ist es wichtig zu wissen, wie sich eine Überdüngung bei den Tomaten bemerkbar macht und wie man ihr entgegenwirken kann. Es ist gut zu wissen, dass mit einer Überdüngung der Tomaten noch nicht alles verloren ist. Dennoch ist ein zügiges Vorgehen sinnvoll.

Der Grund, warum Tomaten gedüngt werden müssen

Vollkommen richtig – nicht alle Nutzpflanzen müssen gedüngt werden. Auch ist es nicht unbedingt notwendig, dass sie viel Dünger erhalten. Aus diesem Grund werden sie in Schwachzehrer, Normalzehrer und Starkzehrer eingeteilt. Die Schwachzehrer kommen mit einem nährstoffarmen Boden problemlos zurecht. Die Normalzehrer brauchen hin und wieder ein wenig Unterstützung in Form von Brennnesseljauche oder einem ähnlich leichten Dünger. In diesem sind ausreichend Nährstoffe enthalten, dass ein optimales Wachstum der Pflanzen gewährleistet ist.

Und dann haben wir es letztlich auch noch mit den Starkzehrern zu tun. Sie haben einen sehr großen Bedarf an Nährstoffen. Deshalb müssen sie an einen nährstoffreichen Platz gesetzt werden. Zudem kann es notwendig werden, dass sie im Laufe der Wachstumsphase noch ein- oder mehrmals gedüngt werden. Nur so kann ihr hoher Bedarf auch tatsächlich gedeckt werden. Die Tomaten, über die wir heute sprechen, gehören zu den Starkzehrern.

Wie werden Tomaten optimal mit Dünger versorgt?

Eine pauschale Empfehlung kann es nicht geben, denn die optimale Düngung ist stets vom Standort der Tomate abhängig. Je nahrhafter der Boden ist, in den du die Tomate pflanzt, desto länger kannst du dir mit der ersten Düngergabe Zeit lassen. Doch solltest du, bevor du einen Dünger kaufst, bedenken, dass die Tomate in dieser Hinsicht doch Ansprüche stellt. Denn in jeder Wachstumsphase, die sie im Laufe des Sommers durchläuft, weist sie einen anderen Nährstoffbedarf auf. Die Wachstumsphase der Tomate wird in vier Abschnitte eingeteilt.

Vom Samenkorn zum Setzling

Die Keimlinge bedienen sich an den Nährstoffen, die im Saatgut vorhanden ist. Bis zum Pikieren kannst du dich also getrost auf die Kräfte der Natur verlassen. Die Tomaten düngen ist in dieser Phase absolut nicht notwendig. Es sollte, damit es nicht zu einer Überreaktion der Keimlinge kommt, eine nährstoffarme Anzuchterde eingesetzt werden. In ihr müssen die Keimlinge auf das vorhandene Potenzial zurückgreifen. Ein niedriger Salzgehalt in der speziellen Anzuchterde für Tomaten sorgt zudem für ein leichtes Keimen des Saatguts.

Die Jungpflanze

Bevor diese im April oder Mai in Freilandbeet oder in den Kübel umgepflanzt wird, sollte sie eine oder zwei kleine Düngergaben erhalten. Diese können deshalb recht gering gehalten werden, weil die Jungpflanze in eine nährstoffreiche Pflanzerde umgesetzt wird. Am besten ist hierfür eine spezielle Tomaten-Pflanzerde geeignet. Diese ist im Fachhandelt erhältlich.

Da die Jungpflanze noch einige Wochen in diesem Topf ausharren muss, sollte dennoch ein, vielleicht auch zwei Mal gedüngt werden. Nutze hierfür einen Dünger, der auf diese Wachstumsphase ausgerichtet ist. Es wird ein Flüssigdünger empfohlen, der organisch ist und daher schonend wirkt. Dieser wird über das Gießwasser ausgebracht und somit optimal dosiert. Achte auf einen ausreichenden Stickstoffanteil. Dieser unterstützt das Wachstum in puncto Stärke und kräftiges, grünes Laub.

Ab ins Freilandbeet

Sobald die Tomatenpflanze ins Freilandbeet / Gewächshaus umgesetzt wird, ist die erste große Düngung angesagt. Es empfiehlt sich, einen Langzeitdünger direkt beim Einsetzen in das Pflanzloch einzubringen. Dieser speziell konzipierte Dünger gibt seine Nährstoffe Stück für Stück ab, sodass du in den ersten Wochen nicht mehr ans Düngen denken musst. Der Langzeitdünger ist schonend, sowohl für die Wurzeln der Pflanze als auch den Boden an sich. Das Granulat kann auch später noch in den Boden eingearbeitet werden. Alternativ kann Flüssigdünger eingesetzt werden. Alternativ zum Langzeitdünger kann reifer Kompost eingesetzt werden. Solltest du im Topf gepflanzt haben, ist zunächst ein Langzeitgranulat und später unbedingt Flüssigdünger angesagt. Denn im Topf kann später kein weiteres Granulat in den Boden eingearbeitet werden, da die Wurzelbildung dies nicht mehr erlaubt.

Dennoch solltest du nach einigen Wochen noch einmal düngen, damit auch die zweite und vielleicht dritte Blütenpracht zu einer guten Ernte führen kann.

Achtung – wenn du zu viel gießt oder der Boden aufgrund langanhaltender Regenfälle sehr nass ist, kann es bei Langzeitgranulat tatsächlich passieren, dass die Nährstoffe ausgewaschen werden. In diesem Fall müsstest du nachbessern.

Kann man auch zu viel Dünger ausbringen?

Auch ein Überdüngen der Tomaten ist möglich. Es kommt hierbei zu einem hohen Maß an Nährstoffen im Boden. Für gewöhnlich kommt es zu einer Überdüngung, wenn ein Mineraldünger zum Einsatz kam, der schnelllösend ist. So werden zu viele Nährstoffe auf einmal freigesetzt, die die Pflanzen nicht ordnungsgemäß verarbeiten können.

Die Folgen einer Überdüngung kannst du schnell ausmachen:

  • Verbrannte Wurzeln
  • Überschießendes Blatt- und Triebwachstum
  • Kümmerwuchs
  • Wachstumsstörungen
  • In Folge kann es allgemein bei diesen Tomatenpflanzen zu einer erhöhten Krankheitsanfälligkeit kommen.
  • Die Fruchtqualität kann ebenfalls unter einer Überdüngung leiden.
Tomaten-Pflanze mit eingerollten Blättern
Eingerollte Blätter sind oft ein Zeichen von Überdüngung bei Tomaten

Folgende Komponenten des Düngers können zu unterschiedlichen Störungen führen:

Kaliumüberschuss

Einerseits führt er zu Schäden an den Blätternder Pflanze, andererseits aber auch zu Wachstumshemmungen (Kümmerwuchs). Außerdem kann ein übermäßiges Angebot an Kalium dazu führen, dass weitere Nährstoff, wie Magnesium oder Calcium, nicht in ausreichender Menge aufgenommen werden können. Sie werden gewissermaßen blockiert. Als Folge wächst die Pflanze noch schlechter als bisher. Ein Kaliumüberschuss wird allerdings nur sehr selten verzeichnet. Denn die Tomatenpflanze nimmt diesen Nährstoff sehr schnell und zudem in großen Mengen auf. Kalium beeinflusst den Geschmack und die Lagerfähigkeit im positiven Sinne.

Stickstoffüberschuss

Handelt es sich um einen Überschuss von Stickstoff, wirst du an deiner Tomatenpflanze viele neue Blätter bemerken können. Diese sind übermäßig weich, verblasst und eingerollt. Die Triebe erweisen sich als nicht sonderlich stabil. Sie lassen sich als schwammig bezeichnen. Die Folgen sind eine hohe Anfälligkeit für Schädlingsbefall und Pilzinfektionen. Ebenso kann sich eine erhöhte Frostempfindlichkeit einstellen, was sich im Herbst bemerkbar macht. Grundsätzlich ist Stickstoff für die Photosynthese, das Blattgrün sowie die Bildung von Hormonen und Proteinen zuständig.

Magnesiumüberschuss

Auch er sorgt für eine Wachstumsstörung sowie eine Schädigung der Wurzeln. Oftmals ist eine Blütenendfäule zu verzeichnen. Denn Magnesium stört die Aufnahme von Calcium, welcher für die Verhinderung dieser Symptome verantwortlich wäre. Grundsätzlich ist Magnesium zur Unterstützung einige anderer Nährstoffe zuständig, weshalb bei einer Überversorgung diese Probleme entwickeln.

Phosphorüberschuss

Grundsätzlich ist Phosphor an vielen Vorgängen in der Tomatenpflanze beteiligt. Erhält die Pflanze zu viel Phosphor, so wird die Aufnahme von Kupfer und Eisen vermindert. Dies führt in Folge zu verschiedenen Wachstumsstörungen.

Calciumüberschuss

Calcium ist für die Festigkeit der gesamten Pflanze zuständig. Wird Calcium in zu großer Menge zugeführt, wird die Aufnahme anderer Nährstoffe behindert. Hierzu gehören Kalium, Magnesium und Eisen. Es führt zur Grünkragigkeit und einem begrenzten Wachstum.

Was kann man bei einer Überdüngung machen, um die Pflanzen und damit die Ernte zu retten?

Handelt es sich um einen akuten Fall von Überdüngung, ist es am sinnvollsten, wenn man die Pflanzen in ein anderes, ungedüngtes Beet umsetzt. Die Pflanzen sollten sich in der frischen Erde schnell wieder erholen und das normale Wachstum wieder aufnehmen.

Auch kannst du versuchen, den überschüssigen Dünger auszuschwemmen. Einerseits kannst du dazu das Beet stark wässern. Mit viel Glück regnet es stark, sodass das überschüssige Wasser auch die überschüssigen Nährstoffe mit sich nimmt.

Soll der überschüssige Stickstoff, der nun im Boden vorhanden ist, gebunden werden, empfiehlt sich der Einsatz von Mulchmaterialien, die sich nur schwer zersetzen. Hierzu gehört zum Beispiel Rindenmulch oder auch Stroh. Beides ist leicht und schnell zu besorgen, sodass du die „Bodenrettung“ schnell in Gang bringen kannst.

Wie lässt sich ein Überdüngen vermeiden?

Auch wenn viele Gärtner es mit den Herstellerangaben von Dünger nicht immer ganz genau nehmen, zeigt sich in diesem Fall, dass man sich doch daran halten sollte. Denn es wäre doch schade, eine ganze Tomatenernte aufs Spiel zu setzen, nur weil man sich nicht an die bewährten Mengenangaben halten möchte. Die Hersteller haben in ihren eigenen Gewächshäusern alles genau ausgetestet. Du kannst ihren Angaben also ruhig vertrauen.

Eine Bodenanalyse BEVOR du die Tomaten ins Freilandbeet setzt, ist die beste Variante, um den optimalen Dünger zu finden.

FAQ

Wie sehen Überdüngte Tomaten aus?

Die Pflanze schießt förmlich in die Höhe. Zudem bildet sie sehr viele Blätter und zusätzliche Triebe. Jedoch sind diese eher weich und instabil. Die Blätter rollen sich gerne auf. Blüten und später Früchte lassen sich aber nur in geringer Zahl oder gar nicht an diesen Pflanzen finden.

Was passiert, wenn man Tomaten zu viel düngt?

Die Aufnahme der anderen Nährstoffe wird gestört. Als Folge zeigen sich Wachstumsstörungen unterschiedlicher Art, eventuell ein unkontrolliertes Wachstum und das Ausbleiben von Blüten und Früchten.

Was tun, wenn Tomaten überdüngt sind?

Wenn möglich sollten diese Pflanzen aus dem überdüngten Beet genommen werden und in ein frisches Beet verpflanzt werden. Ist dies nicht möglich, kann man versuchen, den überschüssigen Dünger mit viel Wasser auszuwaschen. Handelt es sich um einen Stickstoffüberschuss, kann das richtige Mulchmaterial (Holzschnitzel oder Stroh) den Stickstoff aufnehmen. Dies bedarf aber seiner Zeit.

Wie erkennt man eine Überdüngung?

Für gewöhnlich sind es die eingerollten Blätter oder die Wachstumsstörungen, die zu dieser Verdachtsdiagnose führen. Auch das Ausbleiben der Blüten ist ein dringendes Symptome, dass diese Pflanze zu viel Dünger erhalten hat.

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