Traumgarten trotz Rollstuhl - so kann der Garten barrierefrei gestaltet werden

Traumgarten trotz Rollstuhl – so kann der Garten barrierefrei gestaltet werden

Tätigkeiten im Garten bringen Kopf und Körper in Bewegung. Auch Menschen, die auf einen Rollstuhl oder eine Gehilfe angewiesen sind, finden Vergnügen an diesen Abwechslungen und möchten nicht darauf verzichten.

Damit sie die anfallenden Herausforderungen selbstständig bewerkstelligen können und sich in ihrer Oase auch wohlfühlen, brauchen sie stille Helfer an ihrer Seite. Zu ihnen gehören barrierefreie Zonen, besonders gestaltete Wege sowie andere spezielle Einrichtungen und Gegenstände.

Den Garten barrierefrei gestalten

Damit sich der Gartenfreund mit einer mobilen Einschränkung ungehindert und sicher in seiner Oase fortbewegen kann, benötigt er breite und barrierefreie Wege. Diese Voraussetzungen sind so zu gestalten, dass sich der Rollstuhl oder der Rollator mühelos fortbewegen und wenden lässt.

Gleichsam muss der Untergrund eben und rutschfest sein. Diese Sicherheitsvorkehrungen werden durch das Anbringen von beispielsweise wasserdurchlässige Dränsteine oder raue Oberflächen erreicht. Eine ordentliche Verlegung der Materialien sorgt für ein gleichmäßige, geschlossene Fläche, in der sich kein Rad, kein Stock und keine Prothese verkeilen kann und Sturzfallen ausbleiben.

Damit sich der Gartenfreund mit einer mobilen Einschränkung ungehindert und sicher in seiner Oase fortbewegen kann, benötigt er breite und barrierefreie Wege.
Damit sich der Gartenfreund mit einer mobilen Einschränkung ungehindert und sicher in seiner Oase fortbewegen kann, benötigt er breite und barrierefreie Wege.

Die Wege müssen eine bestimmte Breite von mindestens etwa 150 Zentimeter messen. Wichtig ist auch das Einhalten eines durchgängigen Breitenmaßes. Dabei dürfen Kurven und Abzweigungen kein Problem beherbergen und sollten leicht zu bewerkstelligen sein. Außerdem darf die Steigung oder das Gefälle nur 2 bis 3 bis maximal 6 Prozent betragen.

Damit die Wege auch dauerhaft befahrbar und sicher bleiben, ist auf Sauberkeit zu achten. Im Frühjahr und Sommer sind wildwachsende Kräuter, Gras und Moosen sowie hervorstehende Wurzeln oder auch Steine zu entfernen. Im Herbst und Winter hat keinerlei Schnee und Eis auf den Wegen zu liegen.

Hindernisse im Garten überwinden

Eine weitere Grundvoraussetzung für eine Oase zum Wohlfühlen ist die Überwindung von Hindernissen und die Erreichbarkeit aller Bereiche. Anlagen wie Treppen, hohe Steigungen und Gefällen müssen auch mit einer Gehhilfe leicht überwindet werden können. Als stabiler Helfer zum Überwinden von stärkeren Höhenunterschieden dient eine breite Rollstuhlrampe (wie hier bei barrierefrei.de). Allerdings sollte auch diese eine nur geringe Steigung von 3 bis maximal 6 Prozent besitzen.

Handelt es sich bei dem Hindernis um eine längere oder große Steigung wie beispielsweise eine steile Treppe kann ausschließlich ein spezieller Treppenlifte den Weg barrierefrei machen. Für die Nutzung mit einem Rollstuhl oder einer Gehilfe stehen zwei unterschiedliche Modelle zur Auswahl:

  • Der Außenplattformlift: Dieser Lift befördert den Betreiber eines Rollstuhles auf Schienen in den oberen oder unteren Bereich. Dabei verläuft der Lift entlang der Treppe. Handelt es sich um die Verlegung von geraden Schienen, misst die richtige Breite etwa 80 Zentimeter. Handelt es sich stattdessen, um eine kurvig verlaufende Strecke, ist auf eine Breite von etwa 95 Zentimeter zu achten. Allerdings sollte die Strecke bereits vor der ersten Stufe barrierefrei sein. In diesem Fall beträgt die Größe der freien Fläche etwa 120 Zentimeter.
  • Der Hublift: Dieser Lift ist für eine Barriere mit einem geringen Höhenunterschied von bis zu 135 Zentimeter geeignet. Das Transportgerät kann ohne Treppe befestigt werden und dient als prima Modell zum Ersatz für große Rollstuhlrampen. Er funktioniert vertikal und besitzt eine gute Tragfähigkeit von bis zu 350 Kilogramm. Die erforderliche Fläche zum Montieren sollte etwa 90 zu 120 Zentimeter betragen.

Den Garten gut beleuchten

Damit die Gartenwege, Rampen und Lifte auch bei Dunkelheit sicher genutzt werden können, ist die richtige Beleuchtung notwendig. Das Licht muss die Flächen gut ausleuchten, ohne viele Schatten zu werfen oder den Nutzer zu blenden. Geeignet ist beispielsweise eine abgeschirmte Lampe, die ein diffuses Licht erzeugt.

Besonders zu empfehlen sind energiesparende Solarlampen mit einem Bewegungsmelder. Diese schalten sich bei einer Nutzung bzw. einer Nichtnutzung automatisch ein und aus.
Besonders zu empfehlen sind energiesparende Solarlampen mit einem Bewegungsmelder. Diese schalten sich bei einer Nutzung bzw. einer Nichtnutzung automatisch ein und aus.

Barrierefreie Beete anlegen

In der Regel handelt es sich bei den Gartenbeeten für den Anbau von Gemüse, Salate und Blumen um Flachbeete. Die Lage befindet sich auf dem Boden und ist nur durch Bücken, Biegen und oder auch Niederknien zu bewerkstelligen. Solche Herausforderungen sind schon für gesunde Menschen anstrengend und für Menschen mit mobiler Einschränkung nur schwer oder gar nicht zu leisten.

Die Alternativen zum Bodenbeet heißen: Hochbeet bzw. Kräuterhochbeet, Tischbeet oder vertikale Beete. Dabei handelt es sich um eine erhöhte Anlage, die vom Hobbygärtner ungehindert mit dem Rollstuhl angefahren und bearbeitet werden kann. Angepasst an die Höhe des Rollstuhles können sie auch ohne anstrengendes Verbiegen des Körpers und sogar im Sitzen bearbeitet werden. Die Beete werden entweder aus Holz, Paletten, Metall oder Stein gebaut.

  • Hochbeet: Es lässt sich mit dem Rollstuhl seitlich befahren. Die Bearbeitung findet seitlich satt. Voraussetzung ist, dass der Körper des Gartenfreundes noch eine gewisse Flexibilität zulässt.
  • Tischbeet: Bei dieser Anlage kann der Mensch mit dem Rollstuhl wie bei einem Tische unter das Beet fahren. Dort kann er die Fläche leicht bearbeiten und dabei sogar die Arme auflegen.
  • Vertikales Beet: Diese Variante gilt als die praktischste. Die Arbeitsfläche ist sehr gut überschaubar und lässt sich an allen Stellen bearbeiten. In der Regel besteht die Ausführung aus Holzplatten bzw. Holzpaletten. Durch die platzsparende Anordnung der einzelnen Anbau- Stufen ist das Beet überall gut auszunutzen.

Außerdem findet es auch in kleineren Gärten, auf eine Terrasse oder auf dem Balkon einen Platz. Besonders zu empfehlen ist die Kultivierung von Kräutern, Gemüse und Blumen.

Bewässerungssysteme zum Gießen einsetzen

Zur richtigen Pflege von Pflanzen gehört das richtige Bewässern einfach dazu. Vor allem Menschen mit einer körperlichen Einschränkung kann das Schleppen von Gießkannen oder das Auslegen von Gartenschläuchen nicht mehr zugemutet werden.Stattdessen übernehmen Tropfschläuche oder Sprinkleranlagen die Tätigkeit.

Einmal richtig angebracht, verteilen die Systeme das kostbare Nass je nach Bedarf an die richtigen Stellen.
Einmal richtig angebracht, verteilen die Systeme das kostbare Nass je nach Bedarf an die richtigen Stellen.

Wer sich gar keine Arbeit mit der Bewässerung machen will, greift zur vollautomatischen Variante. Diese Anlagen versorgen die Pflanzen auch bei Abwesenheit des Gärtners genau nach Anweisung und nach Bedarf mit Wasser. Zu verwenden ist eine Zeitschaltuhr, welche die Bewässerung nach eingestellter Zeit startet und beendet. Eine noch modernere Methode ist das Gießen mit einem computergesteuerten Bewässerungssystem.

Gartengeräte als Helfer nutzen

Ohne Gartengeräte lässt sich ein Garten nicht richtig bearbeiten. Für Menschen mit Funktionseinschränkungen an Armen, Händen und/oder Fingern bietet der Handel spezielle Helfer an. Sogar mit Armprothesen ist eine entspannte Tätigkeit in der grünen Oase erlaubt. Dafür sorgen spezielle Herstellungen von Werkzeugen sowie verschiedene Adapter und Prothesen.

Die Gartenwerkzeuge sind auf Menschen mit körperlicher Behinderung zugeschnitten. Sie unterstützen oder ersetzen die Kraft in den Armen und Händen. Dazu sind sie mit verlängerten und besonders geformten Griffen versehen und leicht einzustellen, zu halten und anzuwenden. Sie erleichtern solche mühevollen Tätigkeiten wie: umgraben, harken, rechen, auflockern, setzen und säen von Pflanzen sowie das Jäten von Unkraut. Außerdem dienen rutschfeste Schaufeln, Harken und Gabeln der Sicherheit im Garten.

Als Beispiel lassen sich Teleskopstangen je nach Bedarf verstellen und mit wenig Bewegungsfreiheit wie das beim Sitzen im Rollstuhl der Fall ist, verwenden. Besitzt die Garten- und Heckenschere bzw. die Heckenschere mit Verlängerung mit ein ergonomisches Design, liegen sie besonders gut in der Hand und ersetzen sogar die eingeschränkte Funktion.

Auch der Transport sowie das Ent- oder Ausladen von Abfällen ist mit einem leicht beweglichen Zieh- oder Schiebewagen zu leisten. Das Ausschütten des Inhaltes klappt mit einer verstellbaren Wanne fast von selbst.

Die richtigen Pflanzen kultivieren

Handelt es sich bei den Gewächsen um weniger pflegeintensive und niedrig wachsende Sorten, klappt der Anbau fast spielend. Obstbäume, die an einem Gerüst (Spalier) gezogen werden, beanspruchen nicht nur wenig Platz und lassen sich auch mit Bewegungseinschränkung vernünftig pflegen.

Für eine ausgewogene Gartengestaltung und einer barrierefreien Fortbewegung können verschiedene integrierte Rasenflächen die Lösung darstellen. So fordern robuste Rasensorten weniger Pflege. Außerdem können diese mit einem fest installierten Bewässerungssystem gegossen werden. Der Rasenschnitt ist mit einem Aufsitzrasenmäher oder einem vollautomatischen Mähroboter (eventuell ohne Begrenzungsdraht) bequem zu leisten.

Kleine Unterstützer erleichtern die Gartenarbeit

Manche Arbeiten dauern ihre Zeit und erfordern etwas mehr Muskelkraft. Spezielle Stützkissen helfen den Menschen mit Behinderung, indem sie den Rücken und die Gelenke stützen und schonen.

Wer trotz seiner Behinderung auf dem Boden arbeiten möchte, kann sich mit einem fahrbaren Gartensitz freier bewegen. Dieser ist mit Rollen versehen und lässt sich daher leicht verschieben. Beim Schneiden von Ästen an hochgewachsenen Bäumen oder Büschen helfen ausgeklügelte Unterstützermodelle. Sie bringen die Arme und in die richtige Position, helfen beim Halten und entlasten die längere Haltung.

Gartenmöbel zum Ausruhen und Wohlfühlen

Die Arbeit im Garten bringt Kopf und Körper in Bewegung. Nicht nur für körperlich behinderte Menschen stellen die Tätigkeiten eine besondere Herausforderung dar und eine regelmäßige Entspannung ist angesagt.

Wer aufgrund einer körperlichen Behinderung in der Mobilität eingeschränkt ist, benötigt spezielle Gartenmöbel zum Ausruhen. Wichtig ist die selbstständige Nutzung und die Modelle müssen in der Höhe des sitzenden Menschen angepasst und flexibel sein. Außerdem brauchen sie sehr Stabilität, damit alleinige Aus- und Einsteigen gewährleistet wird.

Fazit

Ein Garten ist nicht nur eine Anbaufläche, sondern auch ein kreativer Raum und Rückzugsort. Er ist für zahlreiche Menschen mit und ohne körperliche Einschränkung eine Oase zum Wohlfühlen. Verschiedene Ruhezonen an verschiedenen Orten mit unterschiedlichen Gestaltungsformen und Sitzgelegenheiten bieten Abwechslung und laden zum Nutzen ein. Stille Helfer sorgen für ein selbstständiges Arbeiten, ohne große Mühe. Wichtig ist, dass die Bereiche mit dem Rollstuhl oder der Gehilfe bequem zugänglich sind.

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