Vogelknöterich bekämpfen

Vogelknöterich bekämpfen

Zu den Knöterichgewächsen, von denen der bekannteste Vertreter der Schlingknöterich ist, gehört auch der sogenannte Vogelknöterich. Das einjährige Kraut, auch „Wegtritt“ genannt, ist ein Unkraut, welches Wurzeln bis in 80 cm Tiefe ausbilden kann. Die kriechenden Stängel sind bis zu 60 cm lang und blühen bis in den Oktober hinein.

Wir wollen in diesem Beitrag zeigen, wie dieses weit verbreitete Unkraut bekämpft werden kann und ob man trotz seiner Hartnäckigkeit etwas dagegen tun kann.

  • Was genau ist der Vogelknöterich?
  • Wo breitet er sich aus?
  • Wie kann er bekämpft werden?
  • Wie vermeidet man, dass er zurückkommt?

Der Vogelknöterich – das Unkraut

So häufig auch diverse Gräser und Kräuter als Unkraut beschimpft werden, so nützlich sind manche von ihnen. Aber der Vogelknöterich wird wohl kaum irgendwo gern gesehen werden. Das andauernde Gewächs entzieht nämlich den angebauten Nutz-und Zierpflanzen die lebenswichtigen Nährstoffe. Aus diesem Grund ist es unumgänglich, den Vogelknöterich zu bekämpfen, und zwar möglichst so, dass er sich nicht weiter ausbreitet.

Erkennen kann man das Kraut durch seine blaugrünen Blätter, die flach auf dem Boden entlangwachsen und weit austreiben. Die Wurzeln sind spiralförmig; die Blüten weiß, und werden bis zu drei Millimeter groß. Bei manchen Arten sie diese auch rötlich und blühen den ganzen Sommer lang.

Das auch Ferkelkraut oder Hühnergras bzw. Huhnscharre genannte Gras wächst auf stickstoffreichen Böden, sogar auf dem Kompost. Mauerritzen und Gehwegplatten bzw. deren Fugen werden ebenso bevölkert, wie es in der Landwirtschaft auf großen Flächen Probleme machen kann.

Tipp: Die Anfänge des Vogelknöterichs sollten unbedingt bekämpft werden, da sich die Dolden und Blätterranken weit und schnell ausdehnen können.

Der Vogelknöterich ist eine Heilpflanze
Der Vogelknöterich ist eine Heilpflanze

So kann man den Vogelknöterich bekämpfen

Leider ist der Vogelknöterich sehr widerstandsfähig. Grundsätzlich wird dazu geraten es mechanisch zu versuchen, also mit Jäten bzw. dem Herauskratzen aus Fugen. Das sollte möglichst vor der Blüte passieren, damit ein Ausbreiten verhindert wird.

Der Vogelknöterich wird auch als Samenunkraut bezeichnet, da er sich in Sommergetreide und Kartoffelanbaufeldern breitmacht, und dort Schaden anrichtet.

Bodendecker zu pflanzen hilft ebenso, den Vogelknöterich in Schach zu halten. Denn sie nehmen dem Knöterich den Lebensraum weg. Diese müssen aber schnellwachsende Sorten sein. Schließlich gibt es noch verschiedene Unkrautvernichtungsmittel, die auf chemischer Basis funktionieren und dem Vogelknöterich den Garaus machen.

Hinweis: Der Vogelknöterich ist auch als Heilkraut bekannt. Man kann ihn also regelrecht ernten und die Wurzeln herausziehen. So kann er zur Behandlung von Erkältungen eingesetzt werden und zur Durchspülung der Harnwege bei entsprechenden Infektionen. Allerdings ist dies heutzutage kaum mehr üblich, da es wirksamere Heilkräuter gibt.

Wirkungsvoll gegen Vogelknöterich

Recht nachhaltig und vor allem wirkungsvoll kann man gegen den Vogelknöterich vorgehen, indem man zwischen Mai und August mit entsprechenden chemischen Präparaten arbeitet. Dafür steht eine ganze Reihe von Herbiziden zur Verfügung. Die meisten davon funktionieren auf der Basis von Dichlorprop-P, Sulfuronen oder ähnlichen Wirkstoffen. Vor allem in der Landwirtschaft werden diese eingesetzt, um die Ernte nicht zu gefährden, von Rüben und Kartoffeln zum Beispiel.

In den Sommermonaten bis etwa August kann man im heimischen Rasen ebenfalls etwas tun: Ein Kombipräparat aus MCPA und Dicamba bringt gute Erfolge. Ein Beispiel für einen Handelsnamen ist „Rasen-Utox“. Erhältlich sind die Mittel in Bau-und Gartenmärkten sowie im Fachhandel und natürlich im Internet.

Mit Hausmitteln gegen den Vogelknöterich

Auch Hausmittel können eventuell helfen, wie zum Beispiel Salz. Wenn man eine Lösung herstellt aus einem Teil Salz und fünf Teilen heißem Wasser, und gießt diese über das Unkraut, entzieht das Salz dem Unkraut die Flüssigkeit und es vertrocknet und stirbt ab. Auch Essig kann helfen. Eine Mischung aus 15 Teilen Wasser und einem Teil Essig auf die Unkräuter gesprüht, hilft ähnlich gut. Auch handelsüblichen Essigreiniger, der meist lediglich aus verdünntem Essig besteht, kann man verwenden. Diese Behandlung hilft gegen jede Art von Unkraut, nicht nur den Vogelknöterich.

So effektiv solche Hausmittel sind, so vorsichtig muss man sein. Denn sie gelten gesetzlich als Pflanzenex und dürfen nicht auf gärtnerisch genutzten oder versiegelten Flächen angewendet werden. Gegen Unkräuter jeder Art und nicht verboten ist Kartoffelwasser. Dies ist gesalzen und hat eine beachtliche Menge an Stärke zu bieten. Das heiße Wasser wird über die Pflanzen gegeben und die Stärke verstopft die Poren in den Pflanzen, was sie absterben lässt. Natürlich kann man auch Wasser mit Kartoffelstärke ansetzen und für die Unkrautbekämpfung kochen.

Ein ebenfalls altes Hausmittel ist die Brennnesseljauche. Daraus lässt sich ein wirksames Spritzmittel gegen Blattläuse und auch gegen verschiedene Unkräuter herstellen, und das ganz einfach: Man nimmt ca. ein Kilogramm frische Brennnesseln (Handschuhe anziehen!), zerkleinert diese grob und gibt sie in ein Gefäß, wo sie mit 10 Litern Wasser übergossen werden.

Der Behälter wird abgedeckt und das Ganze an einen sonnigen Platz gestellt. Allerdings muss die Brühe dort zwei Wochen gären, wobei ein beißender, unangenehmer Geruch entsteht. Rührt man 500 Gramm Urgesteinsmehl unter, wird dieser erträglicher. Einmal täglich muss umgerührt werden. Die Jauche verwendet man am besten unverdünnt.

Tipp: Ist der Vogelknöterich zwischen Pflastersteinen oder Gehwegplatten gewachsen, kann man ihn auch Abflammen mit einem Gasbrenner.

Fazit

Vogelknöterich ist eines der Unkräuter, welches in vielen Gärten wächst, und Hobbygärtnern Kummer macht. Denn es breitet sich in Windeseile aus und kann Beete und Rasenflächen überwuchern. Es ist nicht einfach zu bekämpfen, aber gleich zu Beginn, also im Frühling, gibt es noch gute Chancen, die genutzt werden sollten.

FAQ

Muss der Vogelknöterich bekämpft werden?

Man kann ihn natürlich dort wachsen lassen, wo man möchte. Aber im Prinzip stört er im Garten und breitet sich rasend schnell aus. Da er den angebauten Zier-und Nutzpflanzen wichtige Nährstoffe entzieht, wird er von wohl allen Gärtnern bekämpft.

Warum funktioniert Jäten so schlecht?

Der Vogelknöterich bildet extrem lange Wurzeln aus, sodass man diese niemals ganz erwischt. Aus diesem Grund ist es schwierig, die Pflanze wirklich komplett zu entfernen, und sie wächst immer wieder neu.

Welche Hausmittel gibt es?

Neben Salz und Essig, was leider vielerorts verboten ist, kommt noch heißes Stärkewasser in Betracht. Auch Brennnesseljauche kann helfen und das Abflammen mit einem Gasbrenner.

Wie breitet sich Vogelknöterich aus?

Er kann sich über die langen Wurzeln ausbreiten, aber auch über den Samen, der ausfällt und vom Wind weitergetragen wird, wenn er blüht. Deshalb sollte die Blüte unbedingt verhindert werden.

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