Wespenarten

Wespenarten

Während Bienen eine der wichtigsten Insekten hierzulande sind, sind die ihnen ähnlich sehenden Wespen eher ein Schädling, vor dem viele Menschen Angst haben. Doch es gibt viel Wissenswertes über die gelb-braunen Tiere, die im Sommer zu regelrechten Plagegeistern werden können.

Wir zeigen dir in diesem Artikel, welchen Wespen man lieber aus dem Weg gehen sollte, und warum sie unter Naturschutz stehen, sowie viele weitere Details.

  • Wie sieht man, um welche Wespenarten es sich handelt?
  • Sind alle gefährlich und hinterlassen schmerzhafte Stiche?
  • Was sind „Echte Wespen“?
  • Was tut man bei einem Stich; was müssen Allergiker beachten?

Wespenarten in Deutschland

In Deutschland bzw. ganz Mitteleuropa gibt es drei Gattungen, die jeweils wieder mit Unterarten vertreten sind. Dazu zählen die

  • Hornisse (Gattung Vespa)
  • Die Langkopfwespen (Gattung Dolichovespula) und
  • Die Kurzkopfwespen (Gattung Vespula)

Bei den Langkopfwespen gibt es unter anderem die Waldwespe und die Mittlere Wespe, die Sächsische Wespe und die Norwegische Wespe. Bei der Gattung der Kurzkopfwespen sind es Rote Wespe und Deutsche Wespe, die häufig vertreten sind.

Dass Wespen den Ruf haben, Schädlinge und gefährlich zu sein, dafür sind ausschließlich die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe verantwortlich. Sie bilden große Völker mit mehreren tausend Arbeiterinnen, und stürzen sich mitunter auf Menschen und deren Lebensmittel, vor allem, wenn sie im Spätsommer keine Nahrung mehr finden. Mehr dazu auf Wespen im Garten.

Trivia: Besonders im Spätsommer, wenn sich die Völker auflösen, sind einige Tiere einzeln unterwegs und dann besonders stechfreudig.

Hornisse

Wespenarten bestimmen

Um die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe zu erkennen, vor denen man sich wirklich hüten sollte, bedarf es eines genauen Hinschauens. Vor allem, wenn du ein Nest am Haus vermutest, lohnt es sich aber, die Wespe zu bestimmen.

Beide Arten sind von April bis November in Deutschland aktiv. Die Hornissen (die ebenso lange fliegen) und die anderen heimischen Arten, die eine kürzere Lebensdauer haben, gelten als ungefährlich.

Die Gemeine Wespe kommt hierzulande am häufigsten vor. Das Kopfschild ist schwarz mit einem Längsstreifen nach unten. Die Arbeiterinnen sind etwa 11-14 mm lang. Sie bilden ihre Nester in einem Erdloch ebenso, wie in einem Rollladen oder in einer Teppichrolle. Sie können sich sehr gut anpassen.

Die Nestfarbe ist beige bis hellbraun strukturiert mit muschelartigen Zeichnungen. Im Nest können bis zu 7.000 Tiere leben. Die Gemeine Wespe hat einen guten Ruf als „Gesundheitspolizei“ in der Natur, da sie viele Insekten vernichtet.

Ebenfalls sehr häufig ist die Deutsche Wespe. Sie hat auf dem gelben Stirnschild drei schwarze Punkte. Die Nester sehen eher grau aus.

Hornissen sind nicht nur an ihrer auffälligen Größe zu erkennen, sondern auch an der rötlichen Färbung. Sie haben immer einen höheren roten Farbanteil am Körper als andere Wespenarten.

  • Bei häufigem Auftreten der Wespen lohnt sich eine Bestimmung, um die Gefährlichkeit einzustufen
  • Gemeine Wespe und Deutsche Wespe sind sehr häufig hierzulande
  • Bauen große Nester an den unterschiedlichsten Stellen
  • Stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen, zum Beispiel, wenn nach ihnen geschlagen wird

Tipp: Wer in der Nähe eines Nestes angegriffen wird, sollte es vermeiden, mit der gleichen Kleidung wieder in Nestnähe „erwischt“ zu werden, da sich dann die Wespen sofort in Alarmbereitschaft begeben.

FAQ

Warum gelten Wespen als Nützlinge?

Wespen tragen zur Bestäubung von Obstbäumen bei. Außerdem stehen viele Insekten auf ihrem Speiseplan. Pro Tag, so haben Experten ermittelt, frisst ein kleines Wespenvolk ca. 3.000 Kleintiere. Sie sind also sowohl bei Gärtnern als auch in der Landwirtschaft sehr nützlich.

Wie leben Wespen?

Die hier üblichen Wespen bilden Staaten. Die Jungköniginnen beginnen im Frühling, das Nest zu errichten. Dies besteht aus einer kleinen Wabe mit sechseckigen Zellen. Dorthinein legt sie jeweils ein Ei und zieht diese Larven groß. Der erste Nachwuchs, der Ende April bis Anfang Mai geschlüpft ist, wird dann zu den ersten Arbeiterinnen, die weitere Brut großziehen und Nahrung beschaffen. Sie sind zunächst geschlechtslos und entwickeln sich bis Ende des Sommers zu Weibchen und Männchen. Sie fliegen aus und paaren sich. Die männlichen Drohnen sterben bald darauf, und die neuen Jungköniginnen suchen sich einen Unterschlupf zum Überwintern, bevor sie im Frühjahr den Kreislauf von Neuem beginnen. Das alte Wespenvolk samt Königin stirbt im Herbst und das Nest zerfällt, da es nicht wiederverwendet wird.

Stehen Wespen im Zusammenhang mit dem Wetter?

Ja, es gibt in der letzten Zeit immer mehr ideale Wespenjahre, denn wenn der Frühling warm und ohne lange Frostphasen ausfällt, können die Königinnen leichter ihre Nester bauen. Aus diesem Grund gibt es in warmen Jahren besonders viele Wespenvölker. Allerdings finden die Insekten zum Ende des Sommers immer weniger Nahrung, weil wegen der Trockenheit weniger Blüten zu finden sind. Deshalb versuchen sie, bei den Menschen an Nahrung zu kommen.

Warum stechen die Wespen?

Die Eigenschaft stechen zu können, ist ihr Schutzmechanismus. Sie benutzen ihn, wenn die Königin oder das Nest angegriffen werden. Auch wenn sich eine einzelne Wespe bedroht fühlt, sticht sie zu. Im Gegensatz zu den Bienen können Wespen ihren Stachel mehrfach verwenden – schließlich jagen sie so ihre Beute, indem sie den Insekten Gift spritzen.

Welche Wespenarten stehen unter Naturschutz?

Tatsächlich stehen Wespen unter Naturschutz. Das kollidiert im Verständnis der Bevölkerung stark mit der Angst vor diesen Insekten. Entsprechend Bundesnaturschutzgesetz, § 39 Absatz 1 Nr. 1 sind alle Wespenarten in Deutschland und Mitteleuropa geschützt. Deshalb gilt:

  • Wespen dürfen nicht mit Absicht gestört, verletzt oder getötet werden
  • Die Nester dürfen nicht beschädigt oder ohne Genehmigung umgesetzt werden
  • Dafür müssen Fachleute der Naturschutzbehörde oder Schädlingsbekämpfungsunternehmen beauftragt werden
  • Nester dürfen von dir selbst nur im Winter entfernt werden, da die Tiere ohnehin im Frühjahr ein Neues bauen
  • Hornissen sind besonders geschützt – sie dürfen nur von der Naturschutzbehörde umgesiedelt werden; und das nur, wenn Allergiker in direkter Nähe wohnen oder Bausubstanzen gefährdet werden

Tipp: In Abhängigkeit von Bundesland und Vergehen können für das Töten von Wespen zwischen 5.000 und 65.000 Euro Bußgeld anfallen. Daher also lieber keine Nester zerstören oder ganze Völker „ausräuchern“.

Welches Wespenarten stechen bzw. sind gefährlich?

Alle Wespen können stechen, wobei die weiblichen Tiere die eigentlich Gefährlichen sind. Allerdings stechen Wespen und auch Hornissen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Sie reagieren aggressiv, wenn sie das Nest in Gefahr sehen oder weggewedelt werden, nach ihnen geschlagen wird oder sie den Angstschweiß von Menschen wahrnehmen.

Der Stich einer Wespe ist im Allgemeinen nicht gefährlich, wenngleich sehr schmerzhaft. Experten gehen davon aus, dass ein gesunder Mensch pro Kilogramm Körpergewicht bis zu 100 Stiche ohne Probleme verkraften kann. Gefährlicher ist es natürlich, wenn Kinder gestochen werden oder Allergiker. In diesen Fällen wird meist ein Krankenwagen geordert, und bis zum Eintreffen sollten die Beine hochgelagert werden.

Ansonsten gilt bei einem Stich: ruhige bleiben und eine halbe Zwiebel auf die Einstichstelle drücken. Sind Mund- oder Rachenraum betroffen, unbedingt Kaltes trinken oder Eis lutschen, bis ein Notarzt kommt, um so die Schwellung zu unterdrücken, die das Atmen unter Umständen unmöglich machen würde.

  • Stiche sind bei gesunden Menschen meist nicht gefährlich
  • Dennoch sehr schmerzhaft und unangenehm
  • Bei Kinder und Allergikern empfiehlt sich ein Arztbesuch
  • Wespen stechen nur, wenn sie sich in Gefahr wähnen oder ihr Nest
  • Deshalb möglichst ruhig bleiben und nicht nach ihnen schlagen

Tipp: Wenn Wespen dort umherfliegen, wo man sich im Sommer aufhalten oder sogar essen will, hilft ein Ablenkungsmanöver: ein paar Meter entfernt ein paar überreife Weintrauben – und schon wollen die Wespen nichts mehr vom Tisch haben.

Wie viele Wespenarten gibt es?

Momentan sind weltweit etwa 60 Wespenarten bekannt. Davon sind circa 16 auch in Deutschland unterwegs. Die derzeit Größte, die hier anzutreffen ist, ist die Hornisse. Sie kann bis zu 30 mm groß sein, die Königin des Volkes sogar noch etwas darüber.

Alle bekannten Wespenarten sind relativ friedlich im Zusammenleben mit Menschen. Sie suchen nicht deren Nähe und bekämpfen eine Reihe von Schädlingen.

Durch die Globalisierung können allerdings immer mehr fremde Wespenarten eingeschleppt werden. So tritt in den letzten Jahren eine neuartige Hornissenart in unseren Breiten auf, die „Asiatische Hornisse“, die bis dahin in Europa nicht bekannt war.

Besonderheiten sind einige Wespenarten, die eigentlich gar nicht zu den Wespen gehören, aber deren Namen tragen und auch ähnlich aussehen. So die Erdwespen, die im Boden nisten. Oder die sogenannte „Schwarze Hornisse“, die eigentlich eine Holzbiene ist. Auch Schlupfwespen sind keine Wespen im eigentlichen Sinne, auch wenn sie deren Namen haben. Diese führen eine parasitäre Lebensweise und sind rot-schwarz im Aussehen, sind kleiner als die hier üblichen Wespen und leben meist in feuchten Wiesengebieten.

  • Neben der „Deutschen Wespe“ und der „Gemeinen Wespe“ sind noch viele weitere Arten bekannt
  • Sie alle stechen nicht grundlos, sondern werden aggressiv durch die Handlungen der Menschen
  • Einige Wespen sind eigentlich keine Wespen, sondern tragen nur deren Namen

Tipp: Allen Wespen ist gemein, dass sie auf Abwehrversuche nur umso aggressiver reagieren. Deshalb sollte man stets besonnen bleiben, wenn eine Wespe im Anmarsch ist.

Fazit

  1. Wespen sind nur gefährlich, wenn sie sich bedroht fühlen
  2. Es gibt verschiedene Arten, die aber nicht alle hierzulande anzutreffen sind
  3. Unterscheiden kann man sie auch an der Art ihrer Nester
  4. Wespen stehen unter Naturschutz und dürfen deshalb nicht mutwillig getötet werden
  5. Im Zweifelsfall kann man sich an die Naturschutzbehörde oder einen Schädlingsbekämpfer wenden.
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