Wespennest

Das Wespennest

Für viele Haus-und Gartenbesitzer wohl ein großer Schreck: die Entdeckung eines Wespennestes. Viele Fragen treten dann auf – handelt es sich wirklich um ein Wespennest oder gibt es andere Bewohner? Ist es noch aktiv, oder ist es schon älter, vielleicht vom Vorjahr?

Wie wollen dir hier viel Wissenswertes über ein Wespennest zeigen, was es zu beachten gibt, wenn man ein Solches findet oder wie man es umsiedelt.

  • Wie erkennt man ein Wespennest?
  • Muss es an dieser Stelle weichen?
  • Was kann man tun, um es zu beseitigen?
  • Darf man es zerstören?

Ein Wespennest erkennen

Ein Wespennest wird meist an seiner typischen Wabenstruktur erkannt. Um welche Wespenart es sich handelt, kann ebenfalls am Nest erkannt werden. Dieses ist zum Ende des Sommers hin recht groß, und besitzt halbkreisförmige Lufttaschen. Weniger gefährliche Wespenarten bauen kleinere Nester, die quergestreift anmuten, da die Lufttaschen eine andere Form haben. Die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe bauen Nester im Dunkeln, während andere Arten auch im Hellen, beispielsweise im Garten in einer Hecke oder einem Baum ihre Nester errichten. Ein Hornissennest lässt sich meist daran erkennen, dass sich das Einflugloch unten im Nest befindet.

  • Nester der gefährlichen Wespenarten befinden sich im Dunkeln
  • Sind meist recht groß
  • Haben halbkreisförmige Lufttaschen

Tipp: Wird ein solches Nest entdeckt, muss überlegt werden, ob eine Entfernung nötig ist oder man sich mit dem Nest arrangieren kann. Das hängt von der Lage ab und dem Zeitpunkt des Entdeckens. Im Spätsommer lohnt es meist nicht mehr, da das Nest dann verlassen wird.

Die Bauzeit

Die Königin baut sich ihr Nest in faszinierender Art und Weise, und auch in rasender Geschwindigkeit. Wann die Bauzeit beginnt, hängt von den Wetterverhältnissen ab. Für die ersten Eier sucht sie sich einen dunklen, geschützten Raum. Das kann ein Rollladenkasten sein oder auch ein Dachkasten. Das Nest wird dann den gesamten Sommer über anwachsen. Die Wabenstruktur weist auf die Konstruktion hin – der Baustoff der Nester ist Holz. Die Königin und später auch die Arbeiterinnen sammeln dafür kleine Holzteile, die sie zerkauen. Der Holzbrei, der dabei entsteht, wird für den Nestbau verwendet.

Die Wabenstruktur ermöglicht das Ablegen der Eier in den „Fächern“, aber bringt auch eine enorme Haltbarkeit zustande. Der Beginn im Frühling sind 10 bis 20 solcher Waben. Geometrisch gleichförmig ist nur der innerste Bestand dieser Waben. Später gleicht sich das Nest der Umgebung an und füllt selbst unregelmäßigste Hohlräume.

Die Bauzeit beträgt etwa sechs Monate. Ist die Umgebung des Nestes relativ schlecht gewählt, es gibt also wenig Nahrung, wächst das Volk weniger und braucht auch ein nicht so großes Nest.

  • Nestbau beginnt im Frühling
  • Wächst schnell an – mit der Größe des Volkes
  • Wird aus Holzbrei gebaut, welchen die Bienen selbst aus Holz herstellen
  • Wabenstruktur erzeugt Haltbarkeit der Konstruktion

Tipp: Bereits im Frühjahr achtsam sein, ob sich irgendwo in der Nähe von Terrasse oder Balkon ein Wespennest bildet. Je früher man es entdeckt, umso einfacher lässt es sich noch entfernen

Wie lange bleiben Wespen in diesem Nest wohnen?

Gibt es mehrjährige Wespennester? Was passiert mit dem Nest im Winter? Diese Fragen beschäftigen wohl jeden, der ein Wespennest in seiner Nähe findet.

Wespen nutzen niemals ein Nest aus dem Vorjahr. Jedes Volk wird im Frühjahr von der Königin neu gegründet. Einige Königinnen bleiben zwar in der Nähe ihrer Überwinterung, aber ein Wespennest ist nach dem Herbst auf alle Fälle unbewohnt und kann dann auch entfernt werden. Denn als Überwinterung wird ein solches Nest nicht benutzt.

Die Wespennester zerfallen mit der Zeit durch Feuchtigkeit. Sie sind auf alle Fälle nur einjährig bewohnt.

  • Wespennester sind auf alle Fälle einjährig
  • Zerfallen über den Winter oder in den Folgejahren, je nachdem, wie sie der Witterung ausgesetzt sind
  • Werden auf keinen Fall wiederverwendet

Tipp: Ein Wespennest, welches im Winter entdeckt wird, kann problemlos entfernt werden, da es sich um ein altes Nest handelt

Verlassenes Wespennest im Winter
Verlassenes Wespennest im Winter

Die Gefahren vom Wespennest

Das unangenehme Gefühl, welches dich beschleicht, wenn du ein Wespennest entdeckst, kommt meist nicht wegen des Nestes an sich, sondern wegen der Tiere, die aufgrund der Entdeckung zu befürchten sind. Die Gefahr ist nicht von der Hand zu weißen, auch wenn Naturschützer immer wieder betonen, dass nur wenige Tiere überhaupt aggressiv sind und außerdem ein Wespenstich für einen Nicht-Allergiker auch keine große Gefahr ist.

Da die Wespen unter Naturschutz stehen, sollte auf alle Fälle ein Umsetzen des Nestes ist Erwägung gezogen werden, da es nicht zerstört werden darf. Am besten holt man sich dafür einen Fachmann ins Haus.

  • Wo ein Wespennest entsteht, sind auch Schwärme von Tieren nicht weit
  • Überlegen, ob das Nest nicht für einen Sommer bleiben darf
  • Zerstören ist verboten!

Tipp: Ist das entdeckte Nest in einer entlegenen Stelle im Garten angesiedelt, in der man nicht unmittelbar sitzen möchte, sollte man die Tiere gewähren lassen. Die Plage hält nur einen Sommer an.

Wespennester verhindern

Eine wirklich wirksame Methode, ein Wespennest zu verhindern, gibt es nicht. Aber du kannst zumindest versuchen, alle Hohlräume, die sich für den Nestbau eignen am Haus, in der Nähe der Terrasse oder auf dem Balkon zu verschließen. Sind Fenster dauerhaft angekippt oder geöffnet, beispielsweise in Keller- oder Schuppenräumen, sollte ein Insektengitter schützen.

  • Wespennester können nicht verhindert werden
  • Bau kannst du erschweren, indem alle Hohlräume geschlossen werden
  • Im Garten Wespennester möglichst dort lassen, wo sie sich angesiedelt haben

Tipp: Bereits im Herbst solltest du am Haus nachsehen, ob es irgendwelche Schlupflöcher in Richtung Dachkasten und Co gibt. Denn heißt es, diese rechtzeitig zu verschließen, beispielsweise mit Bauschaum.

Wespennester entfernen – darf man das überhaupt?

Auch wenn es häufig auf Unverständnis stößt: Wespennester dürfen nicht entfernt werden. Denn die Tierchen stehen unter Naturschutz. Muss die Entfernung sein, so braucht es dafür eine Genehmigung. Allerdings sollte auch dann für die Entfernung professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden. Die Kosten liegen ca. bei 120 Euro. Günstige Alternative ist das Umsiedeln des Nestes, welches ebenfalls von einer Firma übernommen wird.

Um eine solche Genehmigung zu erhalten, musst du einen Antrag bei der Naturschutzbehörde stellen, nähere Auskünfte dazu geben das Landratsamt oder die Stadtverwaltung. Wer sich nicht daran hält, muss je nach Bundeland mit empfindlichen Bußgeldern rechnen, die zwischen 5.000 und 50.000 Euro liegen.

Genehmigt wird die Entfernung in aller Regel bei Allergikern oder wenn der Alltag zu sehr eingeschränkt wird. Am einfachsten ist die Entfernung im Frühling, wenn der Nestbau erst begonnen hat. Die Kosten muss in einer Mietwohnung der Vermieter tragen.

  • Ungenehmigte Entfernung ist strafbar
  • Antrag bei Naturschutzbehörde stellen
  • Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen

Tipp: Sobald das kleine Nest im Frühling entdeckt ist, solltest du sofort handeln. Denn je kleiner das Nest, umso eher gibt es eine Genehmigung, und die Entfernung wird auch nicht so teuer.

FAQ

Warum stehen Wespen und ihre Nester unter Naturschutz?

Wespen sind Nützlinge, da sie viele Blüten bestäuben und Insekten bzw. Schädlinge an ihren Nachwuchs verfüttern.

Wann vermehrt sich das Wespenvolk?

Im Frühjahr gründet die überwinterte Königin das Volk, indem sie wenige Eier legt und ausbrütet. Diese Tiere bilden dann den Beginn des neuen Volkes, welches sich über den Sommer beständig vermehrt.

Wie lange leben die Wespen im Nest?

Die Wespen sterben nach ca. drei Wochen, aber das Volk an sich überlebt im Nest für den ganzen Sommer. Erst im Herbst, mit den ersten Frösten, sterben sie aus, wobei nur die neuen Königinnen sich ein Winterquartier suchen und dort überleben. Sie gründen im Frühling das neue Volk.

Sind Wespen nachts im Nest oder auf Jagd anzutreffen?

Das kommt auf die Sorte an. Üblicherweise sind Wespen tagaktiv, und nachts im Nest. Aber Hornissen beispielsweise jagen auch nachts.

Bringen Wespennester Vorteile?

Wespen sind nützlich – deshalb stehen sie unter Naturschutz. Denn Wespen im Garten bekämpfen so manchen Schädling und bestäuben einige Blütenpflanzen. Der Nachwuchs wird mit Insekten gefüttert, was dafür sorgt, dass diese sich nicht unkontrolliert vermehren. Doch das sind auch schon alle Vorteile, und daher möchte man das Wespennest möglichst nicht in der Nähe des Hauses oder des Sitzplatzes haben. In einer entlegenen Stelle im Garten ist es dagegen durchaus wünschenswert.

  • Wespen sind durchaus nützlich
  • Nester sollten deshalb möglichst nicht entfernt werden
  • Vorteile sind aber vor allem im Garten zu finden

Tipp: Um die Vorteile der Wespen zu nutzen, aber ihre Gefahr nicht unbeachtet zu lassen, sind Nester vor allem im Garten an entlegenen Stellen durchaus erwünscht.

Stellen Wespennester eine Gefahr dar?

Die Nester an sich sind keine Gefahr, allerdings bedeuten diese auch eine große Ansammlung von Tieren. Deshalb ist Vorsicht geboten, wie im Beitrag oben bereits beschrieben.

Wo bauen die Wespen in der Regel gern ihre Nester?

Wespen, vor allem die gefährlichen Arten „Gemeine Wespe“ und „Deutsche Wespe“ bauen gern in Hohlräumen, in denen es dunkel ist. Deshalb ist bei einem Wespennest an einer lichten Stelle, wie beispielsweise einer Hecke davon auszugehen, dass es sich um die ungefährlichen Schwestern einer anderen Art handelt.

Fazit

  1. Wespennester werden nur ein Jahr lang benutzt, können also im Winter bedenkenlos entfernt werden
  2. Der Bau der gefährlichen Sorten erfolgt in dunklen Hohlräumen – deshalb sollten solche Möglichkeiten am Haus möglichst geschlossen werden
  3. Das Entfernen von Wespennestern ohne vorherige Genehmigung ist verboten
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1 Kommentar zu „Das Wespennest“

  1. Katherine Fischer

    Ich bin echt dankbar, dass ich diesen Beitrag zum Thema Wespen gefunden habe. Mit meiner Nachbarin habe ich mich schon viel darüber unterhalten. Ich denke, den Beitrag werde ich ihr mal schicken. Das ist gut zu wissen, dass man mit einer Firma arbeiten kann, um das Nest umzusiedeln.

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