Winterheckenzwiebeln

Winterheckenzwiebel: Von der Aussaat bis zur Ernte – Tipps und Tricks für den Anbau

Die Winterheckenzwiebel ist eine vitaminreiche Gewürzpflanze, die robust und vielseitig ist. Während der kalten Jahreszeit versorgt sie uns mit frischem und gesundem Grün und ist darüber hinaus auch noch ein tolles Gewürz, das so manches Gericht aufpeppt. Die Winterheckenzwiebel ist allerdings nicht nur für den Winter geeignet, obwohl der Name schnell darauf schließen lässt. Du kannst die Gewürzpflanze fast das ganze Jahr über anbauen. Wie dir das am besten gelingt und was die aromatische Zwiebelpflanze sonst noch ausmacht, erfährst du in folgendem Beitrag.

Was sind Winterheckenzwiebeln?

Die Winterheckenzwiebel wird auch als Frühlings-, Röhren-, Winter- oder Schnittzwiebel bezeichnet. Man findet sie auch unter dem Namen Zwiebellauch oder Schlotte. Diese Gewürz- und Gemüsepflanze gehört zur Familie der Lauchgewächse (Alliaceae). Sie ist eine mehrjährige, winterharte Pflanze, die viel nahrhaftes Blattgrün trägt. Sie bildet längliche weiße oder rosafarbene Zwiebeln aus. Die Hauptzwiebel dient zur Bildung weiterer Zwiebeln, die für die Vermehrung der Pflanze zuständig sind.

Optisch erinnert die Winterheckenzwiebel an Schnittlauch, da sie runde Blätter bildet, die von innen hohl sind. Wenn die Pflanze abgeerntet wurde, kannst du die Winterheckenzwiebel über den Winter einfach in Ruhe lassen. Im Frühling treiben die Blätter wieder aus. Die Blattstiele sind so lang, wie die Blätter selbst. Die Blüten verbergen sich in hübschen Kugeln, die als Dolden bezeichnet werden. Die Blüten können bis zu 10 cm groß werden. Die Blätter sind lanzettlich geformt. Die braunen Kapseln enthalten schwarze Samen, die etwa 2 bis 3 mm lang sind.

Herkunft der Winterheckenzwiebel

Die Winterheckenzwiebel (Allium fistulosum) gehört zu den Zwiebeln. Es wird vermutet, dass die beliebte Gemüse- und Gewürzpflanze über China, nach Russland und von dort aus nach Mitteleuropa gelangte. Im Mittelalter wurde die Pflanze überwiegend in Klostergärten angepflanzt. Später fand man sie auch in vielen Gärten von Bauern.

Aussehen der Winterheckenzwiebel

Die Winterheckenzwiebel bildet sogenannte Schlotten. Dabei handelt es sich um röhrenförmige Blätter, die bis zu 80 cm hoch werden. Optisch erinnern sie an Schnittlauch. Die Blätter sind in Stöcken angeordnet. Sie stehen dicht nebeneinander. Die Blätter der leckeren Gewürzpflanze kannst du fast das ganze Jahr über ernten. Am unteren Ende der Blätter befindet sich eine Zwiebel, die in der Erde steckt. Sie besitzt ein dichtes Wurzelwerk, über das sich die Pflanze die Energie aus dem Boden zieht, um gut gedeihen zu können. Die Blüten der Winterheckenzwiebel sind sehr hübsch, sodass man glauben könnte, dass es sich um Zierlauch handelt. Diese Pflanze ist außerdem bei Bienen und Hummeln sehr beliebt.

Blüte der Winterheckenzwiebel
Die Winterheckenzwiebel bildet im Frühling wunderschöne Blütenstände aus.

Standort der Winterheckenzwiebel

Die Winterheckenzwiebel ist eine robuste Pflanze, die in vielen verschiedenen Klimazonen gedeihen kann. Damit dir der Anbau dieser leckeren Gewürz- und Gemüsepflanze gelingt, solltest du möglichst einen sonnigen Standort auswählen. Die Winterheckenzwiebel wächst zwar auch gut im Halbschatten, je mehr Sonne sie bekommt, desto besser wächst sie jedoch und desto reicher wird deine Ernte.

Die Pflanze bevorzugt einen gut durchlässigen, humosen Boden. Der Boden sollte neutral bis leicht sauer sein. Halte den Boden gleichmäßig feucht und vermeide Staunässe. Für deine Winterheckenzwiebel solltest du einen Standort wählen, der windgeschützt ist. Die Pflanze wächst schließlich bis zu 80 cm hoch und kann bei starkem Wind umknicken und abbrechen.

Anbau der Winterheckenzwiebel

Du kannst die Winterheckenzwiebel auch als Mischkultur anbauen. Dies ist durchaus empfehlenswert, weil manche Pflanzen sich einen gegenseitigen Schutz bieten. Du kannst die Winterheckenzwiebel zum Beispiel gemeinsame mit Kräutern wie Dill oder Kamille zusammen anbauen oder mit Möhren, Gurken, Zucchini, Zwiebeln, Tomaten, Erdbeeren, Rote Bete, Feldsalat oder anderen Salaten.

Die Pflanzen schützen sich in diesem Fall gegenseitig vor Schädlingen und können sich sogar in ihrem Wachstum unterstützen. Winterheckenzwiebeln lieben übrigens den Boden, in dem vorher Kartoffeln angebaut wurden. Mit Hülsenfrüchten wie Erbsen und Bohnen solltest du sie nicht zusammenbringen und auch nicht mit Kohl. Diese Pflanzen vertragen sich leider nicht. Du kannst die Winterheckenzwiebel anbauen, indem du die Samen aussäst oder aber indem du Steckzwiebeln pflanzt.

Die Aussaat von Winterheckenzwiebeln

Wenn du die Gemüsepflanze mit Hilfe von Samen heranzüchten möchtest, ist die Zeit von März bis Mai dafür ideal. Säe die Samen in einem Abstand von 10 cm aus. Wenn du sie in Reihen säst, halte immer jeweils 25 cm Abstand zu der nächsten Reihe. Die Samen werden in einer Bodentiefe von 2 cm ausgesät. Halte die Erde stets feucht und vermeide Staunässe. Bei warmen Temperaturen keimen die Samen binnen weniger Tage. Bei Temperaturen von etwa nur 5 Grad musst du dich etwa 3 Wochen gedulden. Im Sommer solltest du darauf verzichten, die Winterheckenzwiebel auszusäen, weil die Pflanzen dann zu schnell blühen oder die Samen überhaupt nicht zu keimen beginnen. Du kannst die Samen im Freiland aussäen oder aber deine Pflanzen auch in einem Topf heranziehen.

Winterheckenzwiebeln Pflanzen mit Steckzwiebeln und vermehren

Falls du Steckzwiebeln gekauft hast, kannst du sie im Zeitraum zwischen April und Oktober einpflanzen. Damit die Pflanzen gut gedeihen können, solltest du den Boden zuvor mit Kompost anreichern. Pflanze die Steckzwiebeln in einem Abstand von etwa 10 cm. Wenn du deine Wintersteckzwiebeln vermehren möchtest, kannst du den Wurzelstock einfach im März oder April teilen und diese Teile wieder einpflanzen. Winterheckenzwiebeln kannst du auch im Hochbeet anpflanzen.

Pflege der Winterheckenzwiebel

Die Winterheckenzwiebel liebt Wasser. Du solltest sie regelmäßig gießen. Die Erde sollte stets feucht sein. Achte jedoch darauf, dass es nicht zu Staunässe kommt, sonst fangen die Wurzeln schnell an zu faulen. Im Frühling und Anfang Herbst solltest du Kompost in den Boden einarbeiten oder die Pflanzen mit einem organischen Dünger versorgen. Wenn die Pflanze heranwächst, darf sie nicht gedüngt werden. Die Winterheckenzwiebel benötigt viel Kalium. Sollte dein Boden sehr nährstoffarm sein, mische ihm Gesteinsmehl bei.

Winterheckenzwiebeln überwintern

Sobald es friert, ziehen sich die Winterheckenzwiebeln zurück. Im März treiben sie dann wieder erneut aus und bilden ihre schönen langen Schlotten. Nicht zuletzt aus diesem Grund bevorzugt die Pflanze einen sonnigen Platz. Je wärmer der Boden ist, desto schneller entwickelt sich die Pflanze wieder zur vollen Pracht, sodass du schon bald wieder von ihr ernten kannst. Wenn du möchtest, dass die Pflanzen nach dem Frost schnell wieder austreiben, lohnt es sich, wenn du sie mit Reisig abdeckst.

Arten von Winterheckenzwiebeln

Es gibt verschiedene Sorten von der Winterheckenzwiebel. Wenn du robuste Pflanzen möchtest, die du mehrere Jahre an einem Standort belassen kannst, empfehlen sich die „Braunschalige“ und die „Reinweiße“. Diese winterharten Sorten sind schon sehr alt. Zu den jüngeren Sorten zählen „Freddy“ und „Kaigaro“. Diese Sorten zeichnen sich dadurch aus, dass sie kaum Krankheiten entwickeln. In der Küche sind vor allem die Sorten „Hikari Bunching“ und „Ishikura Long White“ sehr beliebt.

Verwendung der Winterheckenzwiebel

Die jungen Blätter der Winterheckenzwiebel lassen sich wie Schnittlauch verwenden. Sie werden tief an der Pflanze über dem Boden abgeschnitten. Sie schmecken sehr gut auf dem Butterbrot oder als Gewürz für Salate und Suppen. Sie eignen sich außerdem als Zutat für Quark, Dips, Eiergerichte oder Pellkartoffeln. Falls du die Winterheckenzwiebel zum Kochen verwenden möchtest, streue das Gewürz erst zum Ende der Garzeit in das Gericht und koche es nicht mit. Ältere Blätter sind ideal, um sie zu braten oder dünsten. Sie schmecken hervorragend in asiatischen Gerichten, Kartoffelgratins und Gemüseaufläufen.

Winterheckenzwiebeln für die Verwendung in der Küche
Die Winterheckenzwiebel wird in der Küche gerne als aromatische Zutat verwendet, um Suppen, Salate und andere Gerichte mit ihrem milden Zwiebelgeschmack aufzupeppen.

In der traditionellen chinesischen Medizin, kurz TCM wird die Winterheckenzwiebel als Heilpflanze eingesetzt. In der TCM ist sie auch als „Cong Bai“ oder „Grüne Zwiebel“ bekannt, die viele gesundheitliche Vorteile mit sich bringt. So soll sie bei Durchblutungsstörungen helfen und den Körper erwärmen. Sie hilft außerdem gegen Blähungen, Bauchschmerzen, Verdauungsschwäche und Durchfall. Überdies soll sie eine entzündungshemmende Wirkung besitzen und Beschwerden wie Arthritis und andere entzündliche Erkrankungen lindern können. Die verschiedenen Nährstoffe und Antioxidantien können das Immunsystem stärken. Aber auch bei Husten, Erkältungskrankheiten, Halsschmerzen und Atemwegsbeschwerden soll die Winterheckenzwiebel laut der TCM Linderung versprechen.

Krankheiten und Schädlinge

Die Winterheckenzwiebel ist im Allgemeinen eine robuste Pflanze, dennoch kann auch sie von Schädlingen oder Krankheiten befallen werden wie den Folgenden:

  • Falscher Mehltau: Falscher Mehltau ist eine Pilzkrankheit, die meistens auftaucht, wenn die Luftfeuchtigkeit dauerhaft zu hoch ist. Sie äußert sich in Form von weißem, pulverigem Belag auf den Blättern. Um dies zu vermeiden, solltest du für eine gute Belüftung sorgen und darauf achten, die Pflanzen nicht übermäßig zu bewässern.
  • Rost: Rost ist eine weitere Pilzkrankheit. Sie verursacht orangefarbene Flecken auf den Blättern und entsteht vor allem bei feuchtem Wetter. Entferne die betroffenen Blätter und gieße deine Pflanzen so, dass du das Wasser nicht über die Blätter gießt.
  • Zwiebelfliegen: Zwiebelfliegen legen ihre Eier unten an den Pflanzen ab. Die Larven fressen die Zwiebeln und die Wurzeln. Einen Befall kannst du am besten vermeiden, indem du deine Pflanzen mit engmaschigen Netzen oder Abdeckungen abdeckst. Überprüfe deine Winterheckenzwiebeln außerdem regelmäßig auf Schädlingsbefall. Zu häufiges Düngen kann die Zwiebelfliegen ebenfalls anlocken.
  • Blattläuse: Blattläuse können an den Blättern der Winterheckenzwiebel saugen und das Wachstum beeinträchtigen. Du kannst die Pflanzen mit einem Wasserstrahl abspülen, um sie die Schädlinge loszuwerden. Achte darauf, dass die Gemüsepflanzen im Anschluss gut abtrocknen können. Du kannst sie außerdem mit Neemöl behandeln.
  • Thripse: Thripse sind kleine Insekten, die sich vom Saft der Pflanze ernähren. Sie können silberne Flecken auf den Blättern hinterlassen und das Wachstum deiner Pflanzen verhindern. Entferne regelmäßig Unkraut und schaffe in deinem Garten eine Umgebung, die andere nützliche Insekten anzieht, um die Ausbreitung der Thripse zu verhindern bzw. unter Kontrolle zu halten.

FAQ

Im folgenden Abschnitt werden wir dir die häufigsten gestellten Fragen zur Winterheckenzwiebel beantworten.

Sind Winterheckenzwiebeln mehrjährig?

Winterheckenzwiebeln zählen zu den mehrjährigen Pflanzen. Herkömmliche Zwiebeln hingegen sind einjährige Pflanzen. Winterheckenzwiebeln bleiben auch im Winter Grün. Sie stellen zu diesem Zeitpunkt jedoch das Wachstum ein. Im Frühjahr, sobald der Frost vorbei ist, treiben sie wieder aus.

Wann sät man Winterheckenzwiebeln?

Winterheckenzwiebeln kannst du im Frühjahr oder Herbst aussäen. Wenn du dich für die Frühjahresaussaat entscheidest, kannst du die Gemüsepflanze bereits im März oder April ins Freiland aussäen und sie bereits im frühen Sommer ernten. Wenn du sie im Herbst aussäst, kannst du sie im Spätsommer oder frühen Herbst im September oder Oktober aussäen. Du kannst sie dann bereits im Frühjahr ernten.

Wie verwendet man Winterheckenzwiebeln?

Winterheckenzwiebeln sind vielseitig verwendbar und können auf verschiedene Weisen in der Küche verwendet werden. Du kannst sie wie Schnittlauch verwenden und deine Gerichte damit aufpeppen, wie Eierspeisen, Gratins, Dressings, Dips, Quark und Pellkartoffeln. Beliebt ist das Gewürz auch in asiatischen Gerichten, Reisgerichten und Suppen. Du kannst die älteren Blätter auch dünsten, kochen oder braten. Wenn du sie für die spätere Verwendung konservieren möchtest, kannst du sie gehackt einfrieren oder in Öl einlegen. Am besten schmecken Winterheckenzwiebeln jedoch roh oder wenn sie vor dem Servieren gekochter Speisen auf das Gericht gestreut werden.

Wie schmeckt Winterheckenzwiebel?

Winterheckenzwiebeln haben einen milden, angenehmen Zwiebelgeschmack. Der Geschmack ähnelt dem von Frühlingszwiebeln oder Schnittlauch, ist jedoch etwas intensiver und würziger. Im Vergleich zu gewöhnlichen Zwiebeln ist der Geschmack der Winterheckenzwiebeln weniger scharf und weniger dominant. Die milde Würze macht sie vielseitig einsetzbar. Der Geschmack anderer Zutaten wird nicht überdeckt, sondern man erhält für seine Gerichte eine milde, zwiebelige Note. Besonders gut passt die Gewürzpflanze zu Kräuterdips, Quark, asiatischen Gerichten, Reis- und Eigerichten sowie Pellkartoffeln. Beim Einsatz der Winterheckenzwiebeln ist der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Das Gewürz passt zu allen Gerichten, zu denen auch Schnittlauch oder Zwiebeln passen.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen