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Kräuteröl selber machen

Kräuteröl selber machen: Egal, ob als Geschenk, für die eigene Zubereitung von Speisen oder als Pflegemittel für die Haut, Kräuteröle kannst du selbst herstellen. Dabei haben die verschiedenen Kräuter in der Anwendung unterschiedliche Wirkungsweisen und können bei der Ernährung die Speisen geschmacklich aufwerten.

Welche Öle sind geeignet?

Generell sind alle Speiseöle als Basis für Kräuteröle geeignet.

Öle, die in der Küche verwendet werden, sollten jedoch geschmacksneutral sein. Zu empfehlen sind deshalb: Sonnenblumenöl, Diestelöl, Maiskeimöl, Rapsöl und Traubenkernöl. Kaltgepresstes Olivenöl und Walnussöl sind zwar geschmacksintensiv, eignen sich dennoch für selbstgemachte Kräuteröle.

Für Massageöle sind generell alle Öle geeignet, da der Geschmack nicht entscheidend ist. Besonders gut für die Haut sind Avocadoöl, Mandelöl, Kokosöl und Sesamöl.

Frische oder getrocknete Kräuter – was eignet sich besser?

Für das Kräuteröl können sowohl frische, als auch getrocknete Kräuter verwendet werden. Bei manchen Kräutern ist jedoch die eine oder andere Variante zu bevorzugen:

  • Kräuter, die nicht lange haltbar sind oder die durch die Trocknung an Geschmack verlieren sollten besser frisch verwendet werden. Dazu zählen: Borretsch, Pfefferminze und Melisse.
  • Manche Kräuter werden durch eine Trocknung erst richtig geschmacksintensiv. Bei diesen ist es ideal, wenn du sie getrocknet in das Öl gibst. Zu diesen Kräutern gehören: Oregano, Thymian, Majoran und Rosmarin.
Kräuteröl kann man durchaus selber machen!

Kräuteröl selber machen durch kalte Extraktion

Im kalten Extraktionsverfahren werden nur weiche, also nicht verholzende, Kräuter beziehungsweise Blüten verwendet. Gut eignen sich zum Beispiel Ringelblumen- und Lindenblüten und Brennnesseln.

  1. Gib die Kräuter in ein Schraubglas. Es kann ruhig bis obenhin gefüllt sein.
  2. Anschließend wird das Glas mit Öl befüllt.
  3. Verschließe das Glas und stelle es an einen dunklen und kühlen Ort.
  4. Zwischendurch sollte das Glas immer wieder geschüttelt werden, damit alles gut durchgemischt wird.
  5. Nach maximal sechs Wochen wird das Öl durch ein sauberes Leinentuch gegossen und anschließend in eine dunkle Flasche gefüllt.

Kräuteröl selber machen durch Heiße Extraktion

Für das heiße Extraktionsverfahren werden vor allem verholzende Kräuter oder Wurzelextrakte verwendet. Auch sehr feuchte, ganz frische Kräuter eignen sich für dieses Verfahren:

  1. Zuerst wird ein Topf mit Wasser erhitzt.
  2. Währenddessen wird eine Glasschüssel mit den Kräutern befüllt und mit Öl übergossen.
  3. Die Schüssel wird für circa drei Stunden in das heiße Wasser gestellt und dabei auf niedriger Temperatur gekocht. Wichtig ist, dass dabei kein Kochwasser in das Öl gerät.
  4. Zum Schluss muss das Kräuteröl abkühlen, bevor es durch ein Leinentuch und anschließend in eine dunkle Flasche gegossen wird.

Kräuteröl im Thermomix® herstellen

Wer einen Thermomix ® besitzt, kann ihn unter anderem für die Herstellung von Kräuterölen verwenden. So kann man mit dem Thermomix ® Kräuteröl selber machen:

  1. Gib die Kräuter und das Öl in den Mixtopf.
  2. Auf Stufe 6 wird das Gemisch für zehn Minuten zerkleinert und dann mit dem Spatel nach unten geschoben.
  3. Wer mag, kann nun etwas Salz hinzufügen.
  4. Alles zusammen wird für drei Minuten bei 60 °C auf Stufe 1 erhitzt und anschließend für 15 Sekunden auf Stufe 6 püriert.
  5. Das Öl in ein verschließbares Gefäß umfüllen und für zwei Stunden ruhen lassen.
  6. Anschließend die Flüssigkeit durch ein Leinentuch abgießen und in eine Flasche füllen.

Kräuteröle in der Küche

In der Küche finden Kräuteröle viele Anwendungsmöglichkeiten. Dabei werden unterschiedliche Kräuteröle zu verschiedenen Speisen gereicht:

  • Für Salat eignen sich Öle aus Knoblauch, Basilikum oder Rosmarin. Es reicht oft, einen Esslöffel Kräuteröl über den Salat zugeben. Die Fette helfen dabei dem Körper, die Vitamine des Salates besser aufzunehmen.
  • Wenn du Gemüse im Ofen oder auf dem Grill rösten möchtest, bietet es sich an, dieses vorher in mediterranem Kräuteröl zu schwenken. Dieses würzt das Gemüse und hilft gleichzeitig zu einem intensivem Röstaroma.
  • Rosmarinkartoffeln sind eine besondere Köstlichkeit. Diese können gegart werden, in dem geschälte Kartoffeln mit Rosmarinöl übergossen und im Ofen gebacken werden. Im Anschluss kann noch etwas Rosmarin darüber gestreut werden.
  • Kräuteröle sind gut geeignet, um Fleisch zu marinieren. Einfach das Fleisch in das Öl einlegen, einige Stunden kühl stellen und dann kann es zum Beispiel zum Grillen verwendet werden.
  • Viele Kräuter passen auch zu Fisch. Diesen kann man in dem Kräuteröl marinieren, in Folie wickeln und dann auf den Grill oder in den Ofen legen.

Kräuteröl selber machen für die Haut

Verschiedene Kräuteröle können auf der Haut angewendet werden. Die unterschiedlichen Wirkungsweisen hängen dabei mit den ätherischen Ölen der Kräuter zusammen. Die direkte Anwendung der ätherischen Öle wirkt dabei stärker, als die selbst angesetzten Öle:

  • Basilikumöl hat viele Wirkungsweisen und kann entkrampfen, entspannen, Entzündungen hemmen, Schmerzen lindern, Wehen fördern und Insekten vertreiben.
  • Arnikaöl wird aus den Blüten der Arnikapflanze hergestellt. Es kann auf die Haut aufgetragen werden zum Beispiel bei Prellungen, Verstauchungen und Blutergüssen und hilft dabei gegen die Schwellungen und die Schmerzen. Wird das Arnikaöl zur Massage verwendet, fördert es die Durchblutung. Achtung! Arnikaöl darf nicht getrunken werden, da es sonst zu Atemnot führen kann.
  • Gegen Neurodermitis kann Borretschöl helfen. Wird bei der Herstellung Mandelöl als Basis genommen, unterstützt das die Heilung zusätzlich. Aber auch ohne Neurodermitis hilft das Borretschöl bei trockener und rissiger Haut.
  • Für gesundes Haar hilft es, sich Knoblauchöl einzumassieren. Es repariert das Haar und stärkt die Wurzeln. Auf die Haut aufgetragen hilft Knoblauchöl gegen Akne und gereizter Haut.
  • Das Thymianöl wirkt antibakteriell und antiseptisch und kann bei Herpes im Anfangsstadium angewendet werden. Zusätzlich hilft es bei Hautunreinheiten und schlecht heilenden Wunden.

Rezept für Rosmarinöl

Rosmarinöl kann auf der Haut angewendet, schwitzen vermindern, Haarausfall verringern, rheumatische Schmerzen linder und gegen Kopfschmerzen helfen. Wird das Rosmarinöl eingenommen, kann es Magen-Darm-Beschwerden lindern. Ein intensives Rosmarinöl ist zwar leicht hergestellt, benötigt jedoch viel Zeit:

  1. Nimm etwa vier kräftige Zweige und binde sie zu einem Bündel zusammen. Dann lässt du sie bei warmem Wetter im Schatten trocknen.
  2. Sobald die Zweige sich nicht mehr biegen lassen, werden sie abgenommen, in ein Glas gelegt und mit etwa 750 Millilitern Öl übergossen. Die Zweige sollten komplett mit Öl bedeckt sein.
  3. Das Glas wird luftdicht verschlossen und für etwa drei bis vier Wochen dunkel und kühl gelagert.
  4. Anschließend gießt du das Öl durch ein Leinentuch und füllst es in eine blaue oder braune Flasche.

Basilikumöl selber machen

Das Basilikumöl ist ein guter Begleiter für Tomatengerichte oder für einen Tomatensalat. Zusätzlich wirkt ätherisches Basilikumöl entkrampfend und kann somit bei Magen- oder Menstruationsbeschwerden eingenommen werden. Die Zubereitung des Öls ist recht unkompliziert:

  1. Benötigt werden etwa 70 Gramm Basilikum, das nicht gewaschen werden braucht und einige Pfefferkörner. Beides zusammen wird in eine Schraubglas gegeben.
  2. Das Glas wird dann mit etwa 750 Millilitern Öl aufgegossen, sodass alle Blätter bedeckt sind.
  3. Den Ansatz lagerst du für etwa vier Wochen an einem dunklen, kühlen Platz.
  4. Zum Schluss wird das Öl durch ein Leinentuch abgegossen und in eine braune oder blaue Flasche gefüllt.

Knoblauchöl-Rezept

Wenn du den Knoblauchgeschmack liebst, doch keine Stücken im Essen haben möchtest, ist Knoblauchöl ideal. Die Zubereitung des Öls ist sehr einfach:

  1. Etwa sechs Zehen Knoblauch werden geschält, in Scheiben geschnitten und in ein Schraubglas gegeben.
  2. Das Glas wird anschließend mit 750 Milliliter Öl aufgefüllt und verschlossen.
  3. Nach etwa drei Wochen Lagerzeit in einem dunklen und kühlen Raum kann das Knoblauchöl durch ein frisches Leinentuch gegossen werden.
  4. Anschließend wird das Öl in eine dunkle Flasche gefüllt.

Chiliöl selbst herstellen

Das Chiliöl gibt jedem Essen die richtige Schärfe, kann jedoch auch in Salben auf der Haut angewendet werden. Dort unterstützt es die Durchblutung, hilft gegen Verspannungen und Schmerzen. Die Herstellung des Chiliöls ist besonders leicht:

  1. Gibt etwa zehn kleine Chilischoten in ein verschließbares Glas und übergieße sie mit 750 Millilitern Öl.
  2. Das Glas wird nun für mindestens zwei Wochen dunkel und kühl gelagert. Je länger das Öl reift, umso schärfer wird es.
  3. Nach der Reifung wird das Öl durch ein Leinentuch abgegossen und in eine Flasche gefüllt.

Kräuteröl selber machen mit Zitrone

Zitronenöl wirkt im Sommer erfrischend und hilft im Winter bei Erkältungen:

  1. Lege einen Zweig Zitronenmelisse in ein Schraubglas.
  2. Schäle mit einem Sparschäler die oberste Schalenschicht einer ungespritzten Zitrone ab und lege diese mit in das Glas. Je nachdem, wie intensiv der Geschmack sein soll, kannst du bis zu sechs Zitronen schälen.
  3. Fülle das Glas mit Öl auf, sodass alles bedeckt ist.
  4. Nun stellst du das Glas in einen dunklen Raum und lässt das Öl für etwa drei Wochen wirken.
  5. Gieße das Kräuteröl durch ein Leinentuch und fülle es in eine Flasche.

Rezept für mediterranes Kräuteröl

Besonders lecker für mediterrane Gerichte, Salate, Fisch und als Basis für Marinaden ist das mediterrane Kräuteröl. Es wird aus verschiedenen Zutaten hergestellt:

  • Für das Öl werden vier Zweige Thymian und drei Zweige Rosmarin in Glas gelegt.
  • Zwei Knoblauchzehen werden geschält und entweder im Ganzen oder in Scheiben geschnitten dazugegeben.
  • Zusätzlich werden noch zwei kleine getrocknete Chilischoten und ein Teelöffel schwarze Pfefferkörner und das Glas gefüllt.
  • Anschließend gießt du etwa 250 Milliliter Öl darüber, bis alles bedeckt ist.
  • Das Glas wird verschlossen und für etwa zwei Wochen dunkel gelagert.
  • Wenn das Öl richtig durchgezogen ist, kann es durch ein Tuch abgegossen und in eine Flasche gefüllt werden.
Mediterranes Kräuteröl selber machen? Aber sicher!

Kräuteröl selber machen zum Verschenken

Selbstgemachtes Kräuteröl ist eine ideale Geschenkidee, die zudem schnell vorbereitet ist. Für ein Geschenk sollte das Kräuteröl nicht nur gut schmecken, sondern auch schön aussehen:

  • Als Behälter sind verschließbare Glasflaschen Voraussetzung. Am besten ist es, wenn der Hals so breit ist, dass sich die Kräuter herausnehmen lassen.
  • Verwende am besten ganze Kräuterstängel, wie Rosmarin, Bohnenkraut oder Oregano. Auch kleine Chilischoten sehen in einem Glas schön aus.
  • Pfefferkörner und grobes Salz sorgen zusätzlich für Geschmack und Aussehen.
  • Wichtig ist, dass alle Zutaten komplett mit dem Öl bedeckt sind, damit nichts schimmelt.
  • Wenn es die Zeit zulässt, sollte das Öl drei Wochen im Dunkeln gelagert werden.
  • Bei frisch angesetztem Kräuteröl, informiere den Beschenkten über die Lagerzeit. Hierfür eignet sich ein kleines Schildchen am Flaschenhals. Auf diesem können außerdem die Zutaten stehen und der Hinweis, dass vor Verwendung des Öls die Kräuter entfernt werden sollten.

Wie sollte Kräuteröl aufbewahrt werden?

Am längsten hält das selbstgemachte Kräuteröl, wenn es in einer dunklen Flasche, am besten blau oder braun, aufbewahrt wird. Zudem sollte der Verschluss so gut schließen, dass keine Luft an das Öl gelangt.

Zusätzlich wird die Flasche dunkel und kühl gelagert. So bleiben Vitamine länger erhalten.

Schimmel auf dem Kräuteröl vermeiden

Durch bestimmte Umstände kann Schimmel auf dem Kräuteröl entstehen. Besser ist es, das Öl dann nicht mehr zu verwenden. Um Schimmel zu vermeiden, sollte man folgendes beachten:

  • Die verwendeten Kräuter sollten auf jeden Fall trocken sein. Für gewöhnlich brauchen sie vor der Verwendung nicht gewaschen zu werden. Solltest du sie doch nass gesäubert haben, lasse sie gut trocknen oder lege sie für einige Minuten bei 80 °C in den Backofen.
  • Die verwendeten Flaschen und Gläser müssen sauber sein. Wer sich unsicher ist, kann sie für etwa 10 Minuten in einem Topf mit Wasser abkochen.
  • Die Kräuter müssen immer vollständig mit Öl bedeckt sein. Oft fangen sie an zu schimmeln, wenn sie ein kleines Stück herausschauen.
  • Die Gläser und Flaschen mit dem Kräuteröl sollten luftdicht verschlossen sein, um die Schimmelbildung zu vermeiden.

Wie lange sind Kräuteröle haltbar?

Kräuteröle können bis zu drei Jahre haltbar sein. Das hängt auch stark davon ab, welche Inhaltsstoffe enthalten sind. Knoblauch zum Beispiel hat von Natur aus konservierende Inhaltsstoffe, die die Haltbarkeit eines Öles verlängern.

Bei richtiger Lagerung ist jedes Kräuteröl jedoch mindestens ein halbes Jahr haltbar.

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