Brennnesseln – so werdet ihr die lästigen Pflanzen los

Die Brennnessel ist sicher die ungeliebteste Pflanze  in deutschen Gärten. Schon eine flüchtige Berührung reicht und die feinen Nesselhaare an den Blättern brechen und bohren sich in die Haut, in die sie ähnlich einer Injektionsnadel ihr ameisensäurehaltiges Gift hinein spritzen. Jeder kennt die schmerzenden, juckenden Quaddeln, die sich sofort danach auf der Haut bilden. Eigentlich will sich die Brennnessel damit vor Fressfeinden schützen, doch allzu oft erwischt es auch spielende Kinder, Spaziergänger oder Hobbygärtner.
Die Brennnessel ist allerdings nicht nur eine besonders wehrhafte Pflanze, sie ist auch ein sehr hartnäckiges Gewächs, das sich sehr schnell ausbreitet.

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angieconscious / pixelio.de

Mit diesen Mitteln könnt ihr die Brennnesseln bekämpfen

Am besten handelt ihr sofort, wenn ihr eine Brennnessel in eurem Garten seht. Reisst die Pflanze aus und entfernt sie mitsamt der Wurzel. Bei einzelnen Pflanzen leistet ein Löwenzahnstecher hier gute Dienste. Wichtig ist, dass ihr die ganze Wurzel entfernt, denn die Brennnesseln vermehren sich unterirdisch und können in kürzester Zeit große Flächen bewachsen und dort alle anderen Pflanzen verdrängen. Ist das bereits der Fall, solltet ihr die Brennnesseln mit einer Motorsense abmähen und danach das gesamte Wurzelwerk ausgraben.
Alternativ könnt ihr die Nesseln auch regelmäßig abmähen und sehr kurz halten, irgendwann sterben die Pflanzen dadurch ab, aber das kann bis zu zwei Jahre dauern. Allerdings spart ihr euch so bei wirklich großen Flächen das sehr anstrengende Ausgraben des Wurzelwerks, das sehr weit verzweigt und teilweise auch sehr tief im Boden ist. Entscheidet ihr euch dennoch für das Ausgraben, solltet ihr einen feuchten und nicht zu heißen Tag wählen. Der Boden ist dann meist etwas lockerer und das Graben geht leichter von der Hand.
Ganz wichtig ist die richtig Arbeitskleidung. Ihr solltet auf jeden Fall lange Hosen und ein langärmeliges Oberteil tragen, beides sollte aus festem, dicken Stoff sein, da die Brennhaare auch dünne Stoffe durchdringen können. Das gilt auch für die Wahl der unbedingt erforderlichen Gartenhandschuhe: durch einfache dünne Handschuhe dringen die Brennnesseln problemlos durch und eure Hände werden in kurzer Zeit mit schmerzenden Blasen übersät sein.

Geht es nicht auch einfacher mit Gift?

Im Handel gibt es einige Unkrautvernichter, die auch gegen Brennnesseln wirken. Dabei solltet ihr aber immer darauf achten, dass das Gift nicht auf benachbarte Zier-oder gar Nutzpflanzen verteilt wird. Für die Umwelt, die die Brennnessel im Gegensatz zu uns nicht als schädliches Unkraut ansieht, ist die manuelle Entfernung auf jeden Fall wesentlich schonender und wer Kinder oder Haustiere hat, die sich im Garten aufhalten, sollte sowieso auf den Einsatz von Giften verzichten.

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Dr. Stephan Barth / pixelio.de

Die Brennnessel hat auch gute Seiten

Auch wenn die Brennnessel unbestrittenerweise durch ihre schnelle und hartnäckige Verbreitung und die lästigen und schmerzhaften Brennhaare eher negativ auffällt, so hat sie doch auch viele gute Seiten. Junge Brennnesselblätter, die noch kein Nesselgift enthalten, sind ein sehr gesundes Gemüse, das zu einem schmackhaften Salat zubereitet werden kann. Auch Brennnesseltee, der ebenfalls aus jungen Blättern hergestellt wird, ist sehr gesund und enthält viele Vitamine.
Außerdem könnt ihr aus Brennnesseln einen hochwertigen Dünger herstellen und Brennnesseljauche ist ein wirksames, biologisches Pflanzenschutzmittel. Nicht zuletzt hat die Brennnessel eine durchaus große und wichtige Bedeutung im Ökosystem, mehr als 100 heimische Tierarten, darunter die Raupen vieler Schmetterlinge, brauchen die Brennnessel zum Überleben. Wenn ihr ein Eckchen im Garten habt, wo ihr die Brennnesseln wachsen lassen könnt, tut ihr der Umwelt und eurer Gesundheit also durchaus einen Gefallen, allerdings müsst ihr aufpassen, dass sie sich nicht zu sehr vermehren.

 

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