schwarze Johannisbeeren schneiden

Schwarze Johannisbeeren schneiden

Schwarze Johannisbeeren schneiden: Als Hobbygärtner ist dir sicherlich bekannt, dass schwarze Johannisbeeren eigentlich pflegeleicht sind. Trotzdem gibt es einige Aspekte, die du beachten solltest. Besonders beim Schneiden der Johannisbeeren Sträucher können einige Fehler unterlaufen, die dazu führen, dass der Ertrag der Pflanze deutlich schlechter ausfällt.

Um das zu vermeiden, haben wir im Folgenden die besten Tipps für dich. Wir zeigen dir, wann und wie du Johannisbeersträucher schneiden solltest, welche Schnittarten es gibt und welche Fehler man beim Schneiden unbedingt vermeiden sollte! Und nicht vergessen: schwarze Johannisbeerern muss man anders als die roten Johannisbeeren schneiden!

Schwarze Johannisbeeren schneiden: die Vorteile

Nun stellt sich erstmal die Frage, welche Vorteile es mit sich bringt, wenn man die Sträucher schneidet – schließlich gedeihen sie auch so von ganz allein. Das ist zwar richtig, jedoch wird die Ernte ohne einen professionellen Rückschnitt deutlich schlechter ausfallen.

Die meisten Beeren wachsen an den jungen einjährigen Seitentrieben des Strauches. Die älteren Triebe müssen geschnitten werden, um Platz zu schaffen. Geschieht das nicht, so wird der Strauch zwar größer werden, aber nur wenige Früchte tragen, schnell altern und ungepflegt aussehen.

Außerdem schützt ein Schnitt vor einer Ausbreitung von verschiedenen Erkrankungen der schwarzen Johannisbeere. Solltest du Symptome einer Krankheit feststellen (z.B. Verfärbungen oder Belag auf den Blättern), dann ist es wichtig die betroffenen Triebe so schnell wie möglich zu entfernen.

Der richtige Zeitpunkt

Es ist sehr wichtig, die Pflanze zum richtigen Zeitpunkt im Jahr zu schneiden. Ein falscher Zeitpunkt ist ein erheblicher Schnittfehler, der Folgen mit sich zieht. Grundsätzlich ist es wichtig, die schwarze Johannisbeere einmal im Jahr zu schneiden (der Rückschnitt).

Für jede Schnittart ist ein bestimmter Zeitpunkt vorgesehen – dazu aber später mehr. Der jährliche Schnitt des Strauches sollte im besten Fall nicht erst im nächsten Frühling, sondern direkt nach der Ernte im August erfolgen. Somit hat die schwarze Johannisbeere ausreichend Zeit, um bis zum nächsten Jahr Kraft zu tanken, sich zu regenerieren und neue Verzweigungen für die Beeren zu bilden.

Achtung: Der schlechteste Zeitpunkt für das Schneiden der schwarzen Johannisbeere ist der Herbst. Hierdurch können Frostschäden am Fruchtholz entstehen. Solltest du den Schnitt nach der Ernte im August versäumt haben, so bietet sich der kommende Frühling auch noch an. Allerdings solltest du dir dann sicher sein, dass keine frostigen Temperaturen mehr herrschen. Neben der Temperatur sollte man im Frühling auch noch beachten, dass der Schnitt noch vor dem Austrieb des Laubes vorgenommen wird.

Schwarze Johannisbeeren schneiden: das nötige Zubehör

Neben dem richtigen Zeitpunkt zum Schneiden, ist es auch wichtig, das nötige Zubehör zu besitzen. Das Wichtigste ist ein gutes Werkzeug. Je nach Dicke der Triebe und Verzweigungen deiner Pflanze, brauchst du eine passende Ast-, Hecken oder Gartenschere.

Wie lang die Messer bzw. Klingen oder die Griffe der Schere sind, spielt keine Rolle. Am besten wählt man eine Schere, die relativ robust, langlebig und qualitativ hochwertig ist. Geschmiedete Klingen sind oftmals robuster als gestanzte Klingen. Bei den Griffen achtet man darauf, dass das Werkzeug gut in der Hand liegt – schließlich soll man möglichst lange Spaß an der Gartenarbeit haben.

Eine gute Ast- oder Gartenschere sollte außerdem scharf sein, da sonst ausgefranste Schnittstellen entstehen. Das führt dazu, dass die schwarze Johannisbeere anfälliger für Krankheiten (z.B. Viren, Bakterien oder Pilze) wird. Ansonsten sollte man darauf achten, dass die Schere sauber und gereinigt ist, da sonst ebenfalls Krankheiten übertragen werden können.

Außerdem benötigst du beim Schneiden der Pflanze noch folgende Dinge:

  • Ein Paar gut sitzende Arbeitshandschuhe
  • Ein Behältnis für das Schnittgut

Unser Tipp: Lass dich bezüglich des Werkzeugs in dem Baumarkt deines Vertrauens beraten. Falls du dir den Weg in den Baumarkt ersparen willst und lieber online einkaufst, solltest du dir die Bewertungen anderer Kunden durchlesen. Spar nicht an der Qualität der Schere – deine Pflanze wird es dir danken!

Die verschiedenen Schnittarten – Schritt für Schritt Anleitungen

Wie bereits erwähnt, gibt es verschiedene Schnittarten für die schwarze Johannisbeere. Was diese Schnittarten ausmachen, wie du sie ganz einfach durchführen kannst und wann die besten Zeitpunkte dafür sind, zeigen wir dir nun.

Pflanz- und Erziehungsschnitt

Der erste richtige Schnitt, den die schwarze Johannisbeere erhalten sollte, ist der Pflanz- und Erziehungsschnitt. Dieser sollte im 1. Bis zum 3. Standjahr der Pflanze erfolgen – am besten eignet sich dafür der Februar oder der März.

Sobald die schwarze Johannisbeere ab dem Herbst im Beet steht, sollte sie das erste Mal geschnitten werden. Hierbei sollten jedoch nur beschädigte Triebspitzen geschnitten werden, da die Pflanze noch jung und besonders anfällig für Frostschäden ist.

Im darauffolgenden Frühling sollten die Triebe mindestens um ein Drittel gekürzt werden – hierbei handelt es sich um den Pflanzschnitt. Dieser sorgt dafür, dass das Wachstum des jungen Strauches angeregt wird.

Danach beginnt man mit dem Erziehungsschnitt. Das Ziel dieser Schnittart ist es, einen verzweigten Gerüstaufbau der Pflanze zu erhalten. Das Gerüst sollte nach dem dritten Jahr im Optimalfall maximal 12 Bodentriebe besitzen.

Unsere Tipps für einen guten Erziehungsschnitt:

  • Jeden Frühling werden die vorjährigen Zuwächse um ein Drittel gekürzt.
  • Man schneidet kurz über einem hellbraunen Seitentrieb ab.
  • Überzählige Bodentriebe werden am Ansatz weggeschnitten.

Erhaltungsschnitt

Im 4. Standjahr des Johannisbeeren-Strauches folgt der sogenannte Erhaltungsschnitt. Der Erhaltungsschnitt erfolgt – so wie der Pflanz- und Erziehungsschnitt – am besten im Februar oder März. Er sorgt dafür, dass das Wachstum des Fruchtholzes gefördert wird.

Mit dem Erhaltungsschnitt versucht man, den Ästen mehr Licht zu bieten. Wenige Äste, die viel Licht erhalten, tragen mehr Früchte als Äste, die im Schatten stehen. Außerdem werden alte Triebe, die sowieso nicht mehr viele Früchte bringen werden, entfernt – so wird Platz für die einjährigen Triebe geschaffen, die noch am Boden sind und Licht benötigen.

Mit diesen Anweisungen gelingt der Erhaltungsschnitt garantiert:

  • Langtriebe, die abgepflückt wurden, werden auf ca. 2cm gekürzt. Die Kurztriebe der Pflanze schneidet man auf Astring ab. „Auf Astring“ bedeutet, dass man mit dem Werkzeug direkt am Astring ansetzt und den Trieb dann leicht schräg abschneidet.
  • Nun zu den Bodentrieben der Pflanze: hierbei ist zu beachten, dass überflüssige oder schwache Bodentriebe entfernt werden sollten. Junge Bodentriebe dürfen stehen bleiben und werden nicht geschnitten.
  • Außerdem werden ca. ein Drittel der alten Hauptäste bodeneben geschnitten. Die restlichen Hauptäste sollte man bis zum 2. Langtrieb zurückschneiden.

Unser Tipp: Damit keine falschen Triebe abgeschnitten werden, ist es wichtig zu erkennen, welche Triebe jung oder alt sind. Das ist relativ einfach – du erkennst das Alter der Triebe an deren Farbe. Junge Triebe haben meist eine helle Farbe, alte Triebe sind hingegen dunkel.

Verjüngungsschnitt

Der Verjüngungsschnitt erfolgt jedes Jahr nach dem Erhaltungsschnitt – am besten im Spätwinter, spätestens jedoch Anfang März im nächsten Jahr. Durch den Erhaltungsschnitt wird die schwarze Johannisbeere gekräftigt. Ansonsten würde die Ernte ab dem 4. Standjahr deutlich geringer ausfallen.

Beim Verjüngungsschnitt geht es vor allem darum, alte Gerüstäste, die nicht mehr viele Früchte bringen werden, zu entfernen. Der Schnitt hat – wie der Name bereits verrät – einen verjüngenden Effekt auf den Strauch. Dazu werden alte (dunkle) Gerüstäste ohne junge Seitentriebe bodeneben abgeschnitten.

Nach dem Verjüngungsschnitt sollte der Johannisbeeren Strauch aus alten Gerüstästen mit jungen Seitentrieben bestehen. Die Seitentriebe werden außerdem gekürzt. Im besten Fall hat die Pflanze zusätzlich junge Bodentriebe. Diese sollten ebenfalls erhalten bleiben.

Schwarze-Johannisbeeren-Hochstamm schneiden

Ein schwarzer Johannisbeeren-Hochstamm ist bei den meisten Hobbygärtnern beliebter als ein Strauch. Das liegt wohl daran, dass er ansehnlicher ist und dass die Ernte einfacher, schneller und rückenschonender ist. Die Beeren wachsen auf einer Höhe von ca. 80cm und sind somit sehr gut zu erblicken. Zudem benötigt ein schwarzer Johannisbeeren-Hochstamm deutlich weniger Platz als ein Strauch.

Nun weißt du, wie man einen Johannisbeeren-Strauch schneidet. Doch wie steht es um einen Johannisbeeren-Hochstamm? Welche Besonderheiten du beim Schneiden des Hochstammes beachten musst, zeigen wir dir nun.

Im Prinzip handelt es sich bei einem Johannisbeeren-Hochstamm um einen Stamm, der als Krone einen Johannisbeeren-Strauch besitzt. Dieser Strauch muss geschnitten werden. Dies erfolgt im Idealfall entweder im Frühjahr oder direkt nach der Ernte im August.

Das Vorgehen ist im Prinzip das gleiche, wie beim Schneiden eines gewöhnlichen Johannisbeeren-Strauch:

  1. Man schneidet alte Triebe ab – und das möglichst nah an der Mitter der Krone.
  2. Beim Schnitt sollte immer ein kleiner Stummel über bleiben.
  3. Die jungen Triebe bleiben dran.
  4. Zu lange Triebe werden auf 2 bis 4 Augen gekürzt. Zu lange Triebe könnten durch zu viele Früchte schwer werden und abbrechen.
  5. Triebe am Stamm werden entfernt.

Faustregel: Sowohl beim Strauch als auch beim Hochstamm gilt, dass beim jährlichen Schnitt ca. ein Viertel der (alten) Triebe entfernt werden sollte.

Ein großer Fehler, von dem dringend abzuraten ist, ist den Hochstamm einfach gedeihen zu lassen. Denn auch, wenn die Krone des Johannisbeeren-Hochstamms voluminös wirkt, besteht sie dann größtenteils aus alten Trieben, welche kaum noch Früchte tragen werden.

Folgende Fehler sollte man vermeiden!

Auf einige Fehler beim Schneiden der schwarzen Johannisbeere haben wir dich bereits aufmerksam gemacht, hier haben wir nun nochmal alle erheblichen Fehler beim Schnitt der Pflanze zusammengefasst:

Keine Pflege nach dem Schnitt

Wichtig ist, dass die schwarze Johannisbeere nach dem Schneiden gepflegt wird – vor allem, wenn Verletzungen entstanden sind. Ausgefranste Enden, die beispielsweise durch unscharfes Werkzeug entstanden sind, sollten mit einem Messer glatt geschnitten werden.

Eine offene Stelle an der Pflanze führt dazu, dass Pilze, Bakterien oder andere Erkrankungen und Schädlinge leichter eindringen können. Das wird die Ernte im darauffolgenden Jahr beeinträchtigen und könnte die Pflanze sogar zerstören.

Unser Tipp: Zusätzlich sollte die Verletzung mit einem speziellen Produkt behandelt werden. Es gibt es zahlreiche Produkte, wie zum Beispiel Wund-Balsame, die zu einer schnelleren Heilung verhelfen und die Pflanze vor Krankheiten schützt.

Schneiden zum falschen Zeitpunkt

Das Schneiden zum falschen Zeitpunkt kann ebenfalls zu großen Schäden an der schwarzen Johannisbeere führen. Wird die Pflanze nämlich zu spät, also im Herbst geschnitten, so ist sie besonders anfällig für Frostschäden.

Der richtige Zeitpunkt: die besten Zeitpunkte sind direkt nach der Ernte und im Frühling. Im Frühling sollte man sich jedoch sicher sein, dass die frostigen Tage vorbei sind.

Schwarze Johannisbeere gar nicht schneiden

Auch das Nicht-Schneiden der Pflanze kann dazu führen, dass die Ernte schlecht ausfällt. Alte Triebe werden kaum Früchte tragen und die jungen Triebe beim Wachsen behindern. Deshalb sollte man unbedingt an das jährliche Schneiden denken, alte Triebe entfernen und somit Platz für die jungen Triebe schaffen.

Unsauberes Werkzeug

Ein oft begangener Fehler ist, dass man das Werkzeug, mit welchem man die schwarze Johannisbeere schneidet, nicht ausreichend reinigt. Es reicht nicht aus, die Schere mit bloßem Wasser zu reinigen – schließlich könnten darauf Bakterien oder Pilze haften. Für die Reinigung sollte man entweder ein spezielles oder ein alkoholhaltiges Produkt verwenden.

Achtung: Viele vergessen, dass man die Schere nach jedem geschnittenen Johannisbeeren-Strauch oder Hochstamm reinigen sollte. Schließlich könnte nur eine der Pflanze unbemerkt krank sein. Durch die Benutzung der verunreinigten Schere könnten dann auch andere Pflanzen angesteckt werden.

Die schwarze Johannisbeere nach dem Schneiden umpflanzen

Oft kommt man beim Schneiden der Pflanze auf die Idee, diese gleich umzupflanzen. Bei jungen schwarzen Johannisbeeren ist dies grundsätzlich kein Problem. Bei älteren Sträuchern und Hochstämmen kann das Umsetzen dazu führen, dass die Ernte im darauffolgenden Jahr deutlich schlechter ausfällt. Alte Pflanzen brauchen in der Regel lange Zeit, um sich wieder zu regenerieren.

Unsere Tipps:

  • Setze möglichst nur junge Pflanzen um. Diese kommen mit dem Umsetzen besser zurecht als ältere schwarze Johannisbeeren Sträucher oder Hochstämme.
  • Der ideale Zeitpunkt dafür ist – wie beim Schnitt – direkt nach der Ernte.
  • Nach dem Umsetzen sollten alle Triebe – bis auf die Jungen – abgeschnitten werden.

Fazit

Obwohl die schwarze Johannisbeere unkompliziert und umgänglich ist, sollte man das Schneiden nicht vernachlässigen. Das Fruchtholz der Pflanze altert sehr schnell und ist dann nicht mehr ertragreich. Um möglichst schöne Sträucher bzw. Hochstämme, viele Beeren und eine gesunde Pflanze zu erhalten, haben wir hier deshalb nochmal die wichtigsten Punkte für dich zusammengefasst:

  1. Mit dem Schnitt wird die schwarze Johannisbeere quasi verjüngt. Auch, wenn der Strauch ertragreicher wirkt, wenn er voluminöser wirkt, ist dem nicht so. Ein paar junge Triebe bringen mehr Früchte als viele alte Triebe.
  2. Vergiss niemals das jährliche Schneiden! Wenn du das Schneiden nach der Ernte vernachlässigt hast, dann hol es nach dem Winter – sobald keine frostigen Temperaturen herrschen – nach!
  3. Beachte die Schnittfehler (unsauberes Werkzeug, falscher Zeitpunkt, Schneiden in Kombination mit dem Umsetzen) und versuche sie möglichst zu vermeiden! Jeder dieser Fehler wird deine Ernte beeinträchtigen.

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