Tigerschnegel

Der Tigerschnegel

Wenn ein Hobbygärtner Schnecken im Garten entdeckt, dann macht sich schnell ein ungutes Gefühl breit. Doch nicht alle Schnecken sind Schädlinge und machen sich über Obst und Gemüse in den Beeten her. Allerdings läuten beim Anblick von Nacktschnecken immer die Alarmglocken. Grundsätzlich muss man bei Nacktschnecken von äußerst gefräßigen Biestern ausgehen, die schnell zur Plage werden können.

Bevor man in Panik gerät, sollte man sich aber vergewissern, dass man es in seinem Garten nicht mit dem Tigerschnegel zu tun hat. Dieser ist überhaupt nicht schädlich, sondern darf sogar zu den Nützlingen gezählt werden. Sollte im Garten also eine große Nacktschnecke im Raubtier-Look herum kriechen, dann handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um den Tigerschnegel (Limax maximus). Diesen sollte man auf keinen Fall vertreiben, denn er kann sogar hilfreich im Kampf gegen seine Artgenossen sein.

Die Merkmale des Tigerschnegel

Diese Bezeichnung ist ja eigentlich nicht ganz korrekt, wenn man sich die Musterung der Tiere anschaut. Der Tigerschnegel ist keinesfalls gestreift wie ein Tiger. Der gelbe, braune oder graue Körper ist mit dunklen, länglichen Flecken durchzogen, was eher einem Leoparden ähnelt. Ein Streifenmuster ist lediglich am Körperende zu erkennen. Die Flecken sind im Bereich des Mantelschilds eher unregelmäßig, während sie auf dem Körper fast schon in Reihen angeordnet sind. Die Anzahl der Flecken kann stark variieren, und es gibt auch Exemplare komplett ohne Flecken oder Albinos.

Die Fußsohle ist bei allen Tigerschnegel cremefarben. Diese Schneckenart sondert einen transparenten und sehr zähen Schleim ab. Sehr auffällig ist auch die Länge des Tieres, denn es kann bis zu 20 Zentimeter lang werden. Durchschnittlich sind die Tigerschnegel jedoch 13 Zentimeter lang. Wie alle anderen Schnegel, zählen auch Tigerschnegel zu den Zwittern. Das Geschlechtsorgan ist auffallend groß und nimmt knapp ein Drittel der Körperlänge ein. Im August/September und dann wieder im Juni/Juli werden zwischen 100 und 200 Eier abgelegt. Die Jungtiere schlüpfen daraus etwa drei bis sechs Wochen. Ein Tigerschnegel kann zwei bis drei Jahre alt werden.

Hinweis: Wenn man im Garten einer auffällig großen Schnecke mit Flecken begegnet, hat man es eindeutig mit dem Tigerschnegel zu tun.

Verbreitung und Lebensraum des Tigerschnegel

Tigerschnegel sind keine sehr häufigen Gäste im Garten, sondern stellen eher die Ausnahme dar. Wenn, dann kann man einzelne Tiere antreffen, größere Populationen sind nahezu ausgeschlossen. Die nachtaktiven Tiere wird man eh kaum zu Gesicht bekommen. Tagsüber verstecken sie sich im Schutz von Pflanzen, Holz oder Steinen und genießen den Schatten und die Kühle. Der Große Tigerschnegel ist sehr wärmeliebend und stammt ursprünglich wahrscheinlich aus dem Süden Europas. Mittlerweile ist er in ganz Mitteleuropa beheimatet. Dort hält er sich nicht nur in heimischen Gärten auf, sondern auch in Parkanlagen und Wäldern. Unter Umständen kann man sie auch in einem feuchten Keller finden.

Die Nahrung des Tigerschnegel

Der Tigerschnegel vergreift sich ausnahmslos an abgestorbenen, faulen Pflanzenteilen. Man muss deshalb keine Befürchtungen haben, dass er sich über das Gemüse in den Beeten hermacht. Nur in ganz seltenen Fällen kann die Schnecke nicht widerstehen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn das Nahrungsangebot zu knapp ist. In der Regel sind diese Pflanzen dann aber bereits von anderen Nacktschnecken angefressen worden. Oftmals folgen Tigerschnegel der Schleimspur und werden so zu den beschädigten Pflanzen gelockt. Auf dem Speiseplan des Tigerschnegel stehen ansonsten noch Pilze, Blätter, Moos oder Algen. Aber das wichtigste ist, dass sie auch tote und lebendige Nacktschnecken verspeisen. Sollten sie verletzte Tiere ihrer Art finden, dann werden auch diese gefressen. An Gemüse bevorzugt der Tigerschnegel Gurken, Kartoffeln, Karotten, Tomaten, Zucchini, Auberginen, Kohlrabi und Salat. Jungpflanzen lassen diese Schnecken allerdings in Ruhe.   

Lebensraum für den Tigerschnegel schaffen

Wie man sieht, sollte man den Tigerschnegel auf keinen Fall vom Grundstück vertreiben. Ganz im Gegenteil. Es macht sogar Sinn, ihm einen optimalen Lebensraum zu bieten. Mit Hilfe des Tigerschnegel kann man immerhin andere schädliche Nacktschnecken bekämpfen. Wenn sich die Schnecken irgendwo heimisch fühlen, dann bleiben sie gerne an diesem Standort. Außerdem bilden sie mit der Zeit durchaus ganze Kolonien, die es anderen Schnecken dann schwer machen.

Damit dies passiert, brauchen Tigerschnegel viele geeignete Verstecke und Unterschlüpfe. Da es sich um nachtaktive Tiere handelt, verbringen sie die Tage an feuchten, schattigen Plätzen. Diese Stellen finden sie unter Gehölzen, aufgeschichteten Ziegeln oder Holzbrettern. Die Tigerschnegel bewegen sich dann in einem Umkreis von bis zu zehn Metern um ihren Unterschlupf herum. Es kann also durchaus sinnvoll sein, wenn man einen solchen Unterschlupf an geeigneter Stelle einrichtet. Damit sich die Tigerschnegel möglichst schnell vermehren, sollte man anfangs etwas eiweißhaltige Zusatznahrung anbieten. So könnte man rund um das Quartier zum Beispiel ein paar Scheiben Champignons verteilen.

Tipp: Ein Stapel Holzbretter mit etwas Reisig bedeckt ist ein idealer Unterschlupf für den Tigerschnegel

Unbedingt auf Schneckenkorn verzichten

Wenn Nacktschnecken im Garten auftauchen, greifen viele Hobbygärtner leider viel zu schnell zum Schneckenkorn. Natürlich ist Schneckenkorn eine äußerst effektive und zuverlässige Möglichkeit der Schneckenbekämpfung. Man muss jedoch bedenken, dass diese giftige Substanz nicht nur die verhassten Nacktschnecken vernichtet. Auch jede Menge Nützlinge können daran verenden.

Darüber hinaus stellt Schneckenkorn im Garten natürlich auch eine Gefahr für Haustiere und Kleinkinder dar. Aus diesem Grund sollte man lieber darauf verzichten. Für viele Lebewesen kann die Gefahr gebannt werden, wenn man das Schneckenkorn in eine Schneckenfalle gibt. Das gilt jedoch nicht für den Tigerschnegel, denn auch dieser würde sich in die Falle verirren und nach dem Genuss des Schneckenkorns sterben. Möchte man also Tigerschnegel im heimischen Garten ansiedeln, dann darf unter keinen Umständen Schneckenkorn zum Einsatz kommen.

Achtung! Schneckenkorn tötet auch den Tigerschnegel – besser darauf verzichten!

Mit Hilfe des Tigerschnegel schädliche Nacktschnecken bekämpfen

Oftmals wissen Gartenbesitzer gar nicht, was sie an einem Tigerschnegel haben. Ein Tigerschnegel im Garten ist schlichtweg ein Segen. Doch es ist einfach in den Köpfen drin, dass Nacktschnecken sich über Obst- und Gemüsebeete hermachen. Das ist auch richtig, lediglich der Tigerschnegel bildet da eine Ausnahme. Vielmehr sollte man sich über dessen Anwesenheit freuen und ihn zum Bleiben bewegen. Auch wenn sie selbst zur Familie der Nacktschnecken zählen, wollen sie von Salat & Co. eigentlich nichts wissen. Die ausgewachsenen Tiere mit einer Länge von bis zu 20 Zentimetern heften sich an die Schleimspur anderer Nacktschnecken und mach sich dann über sie her. Nicht immer werden lebende Nacktschnecken verspeist, aber zumindest deren Eigelage sind für den Tigerschnegel eine wahre Delikatesse. Auf diese Weise lassen sich andere Schneckenarten Stück für Stück ausrotten.

Da Tigerschnegel eher selten von Natur aus im Garten vorkommen, kann man Exemplare jeden Alters im Internet bestellen. In diesem Fall sollte die Anschaffung möglichst im Winter erfolgen, denn dann haben die Tiere ausreichend Zeit für die Suche nach einem Winterquartier. Zeitig im Frühling können sie dann ausschwärmen und gleich die erste Generation anderer Nacktschnecken vernichten. Somit kann man einer Übernahme des Gartens durch schädliche Schnecken gezielt vorbeugen.

Der Tigerschnegel: ein Nützling für unseren Garten, den viele gern anlocken möchten
Der Tigerschnegel: ein Nützling für unseren Garten, den viele gern anlocken möchten!

Fazit

  • Tigerschnegel sind die einzigen nützlichen Nacktschnecken
  • an den typischen Flecken zu erkennen
  • Körperlänge von bis zu 20 cm
  • lassen sich im Garten ansiedeln
  • Tiere können im Internet bestellt werden
  • fressen Eigelage anderer Nacktschnecken
  • Schneckenkorn ist tabu

FAQ

Woran kann man den Tigerschnegel erkennen?

Der Tigerschnegel fällt zunächst durch seine Länge von bis zu 20 cm auf. Damit ist er wesentlich größer als alle anderen Nacktschnecken. Auf dem gelblichen, gräulichen oder bräunlichen Körper veteilen sich mehrere längliche Flecken. Diese erinnern an die Musterung eines Leoparden.

Welcher ist der natürliche Lebensraum des Tigerschnegel?

Der Tigerschnegel ist heutzutage in ganz Mitteleuropa anzutreffen. Er bevorzugt eine feuchte und dunkle Umgebung, so dass er sich manchmal auch in Kellern aufhält. In der Regel findet man sie in der Nähe von menschlichen Behausungen in Gärten, Gewächshäusern oder Parkanlagen.

Was frisst der Tigerschnegel?

Der Tigerschnegel ernährt sich überwiegend von toten oder faulen Pflanzenmaterialien. Nur selten vergreift er sich an lebenden Pflanzen, vor allem Jungpflanzen bleiben verschont. Darüber hinaus frisst er auch Pilze, Moose, Algenbewuchs, andere Nacktschnecken oder Aas.

Ist der Tigerschnegel giftig?

Nein, der Tigerschnegel ist auf keinen Fall giftig.

Wie kann man den Tigerschnegel im Garten ansiedeln?

Indem man für ihn geeignete Unterschlüpfe schafft und ihm einen optimalen Lebensraum bietet. Mögliche Verstecke könnten Holzstapel oder -bretter sein. Außerdem hält er sich gerne im Schutz von Gehölzen auf.

Wie lässt sich die Population vergrößern?

Die Vermehrung der Nacktschnecken kann man fördern, indem man ihnen eiweißreiche Nahrung zusätzlich anbietet. Dies können frische Champignons sein, die man um den Unterschlupf herum verteilt.

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