Himbeeren schneiden

Himbeeren schneiden

Schon auf Kinder übt die rote Beere eine besondere Faszination aus, und ist wohl in fast jedem Garten des Landes zu finden: die Himbeere. Sie wächst relativ problemlos, und wo sie einmal gesetzt wurde, wächst sie auch immer wieder fleißig nach. Doch das Beschneiden der Himbeeren führt alljährlich zu der Frage, was stehengelassen und was abgeschnitten werden muss, und viele Hobbygärtner sind sich hierbei unsicher.

Daher wollen wir mit diesem Beitrag dafür sorgen, dass deine Himbeeren wieder gut wachsen und üppig tragen, indem du sie richtig beschneidest und damit für gesundes Wachstum sorgst.

  • Wann muss die Himbeere geschnitten werden?
  • Was solltest du dabei beachten?
  • Kann man das Schneiden der Himbeersträucher auch ein Jahr weglassen?

Die Himbeere

Botanisch gesehen gehört sie zu den Rosengewächsen, was man daran spürt, dass es sehr unangenehm sein kann, sich an den feinen Stacheln der Büsche die Finger zu stechen. Besonders bei wildwachsenden Sorten im Wald ist Vorsicht geboten, sie stacheln ganz besonders.

Doch die meisten von uns werden die veredelten, großen Früchte aus dem Garten bevorzugen. Sie sind leichter zu ernten und gelten als Vitamin C-Lieferanten. Die Kultivierung der Himbeere für den Garten fällt Experten zufolge schon ins Mittelalter, als sie in Klöstern heimisch wurde, da sie sogar als Heilpflanze zur Stärkung der Abwehrkräfte eingesetzt wurde sowie zur Wundheilung.

Dankenswerter Weise gibt es seither auch nicht mehr „nur“ die Sorten, die im Sommer tragen, sondern remontierende Himbeeren, also Sträucher, die mehrmals jährlich blühen und Früchte hervorbringen, bis in den späten Herbst hinein.

Wie stark der Busch wächst hängt vor allem von der Sorte ab. So gibt es beispielsweise die Schweizer Züchtung „Himbotop“, die große Früchte hervorbringt, bei der aber auch die Büsche stark wachsen. Andere, ebenfalls bekannte Sorten, treiben weniger aus oder machen sogar bei den neuen Trieben immer wieder Probleme, wie beispielsweise „Tulameen“.

Hinweis: Wenn du neue Himbeer-Büsche kaufst, kannst du im Fachgeschäft danach fragen, wie stark wüchsig der Busch ist, und wie es sich mit dem Beschneiden verhält.

Warum muss man Himbeeren schneiden?

Himbeeren werden häufig als eine Art Hecke gesetzt, selten steht ein Busch allein. Dabei macht man sich zu Nutze, dass die Triebe immer wieder von unten frisch nachwachsen. Doch werden sie nicht regelmäßig geschnitten, entsteht in relativ kurzer Zeit ein regelrechtes Geflecht, dem niemand mehr Herr wird, und an dem auch kaum noch geerntet werden kann.

Wann der Zeitpunkt für den Schnitt gekommen ist, hängt davon ab, ob du die sogenannten Sommer- oder Herbsthimbeeren besitzt.

Bei den Sommer-Himbeeren verhält es sich so, dass sie junge Triebe bilden, die aber erst im Folgejahr Früchte tragen. Nach der Ernte kann dann der Schnitt erfolgen, und zwar werden die Ruten, die alt sind, abgeschnitten, und die, die nun neu kommen, an Rankhilfen gestützt, damit sie dem Winter gut trotzen können.

Bei den Herbst-Himbeeren schneidet man einfach nach der Ernte den Bestand komplett ab, und wartet auf den Neuaustrieb im nächsten Frühling.

Tipp: Deshalb ist es ratsam, auch bei mehreren Sorten nicht Sommer-und Herbstbeeren durcheinander zu pflanzen.

Erziehung der jungen Ruten

Damit eine gute Ernte ins Haus steht, müssen die jungen Ruten gut erzogen werden. Ansonsten entsteht ein bunter Wirrwarr, der sich schlecht beernten lässt.

Möglich ist dies am besten dadurch, dass du aller zwei Meter einen Holzpfahl in den Boden setzt. Zwischen den Pfählen können dann Drähte gespannt werden.

Treiben die Himbeeren neu aus, werden pro Meter nur etwa 10 bis 12 Ruten stehengelassen, die sich gut auf die Strecke verteilen lassen. Alle anderen kannst du direkt am Boden abschneiden. Die Ruten, die stehenbleiben, werden dann – immer, wenn sie ein Stück gewachsen sind – an dem nächsthöheren Draht fixiert. Bei den Herbsthimbeeren können etwa doppelt so viele Ruten stehenbleiben.

Tipp: Wenn dir das zu aufwändig ist, kannst du auch eine Baustahlmatte waagerecht anbringen, und die Ruten hindurchwachsen lassen.

Der eigentliche Schnitt

Gerade bei den Sommerhimbeeren muss man sehr aufpassen, um welche Ruten es sich handelt. Denn man hat zwei Sorten Ruten am Spalier: die fruchtenden, die bereits im Vorjahr gewachsen sind, und die neuen, die die Frucht für das nächste Jahr bringen sollen.

Deshalb ist es ratsam, die alten Ruten direkt nach der Ernte im Spätsommer unmittelbar über dem Boden abzuschneiden. So kann man nicht versehentlich die jungen Ruten mit der Schere erwischen, und andererseits haben die neuen Triebe am Spalier mehr Platz.

Einfacher ist das bei den Herbsthimbeeren. Diese werden einfach alle im Herbst nach der Ente abgeschnitten. Damit die kurzgeschnittenen Triebe und die Wurzeln ein wenig vor dem Winter geschützt werden, wird eine Schicht Herbstlaub aufgebracht.

Tipp: Gibst du darauf noch eine dünne Schicht Kompost, sind die Himbeeren optimal versorgt, da sie aus diesem Nährstoffe ziehen können. Im Frühling treiben wieder neue, junge Triebe aus.

Besonderheiten

Üblicherweise hast du die Himbeeren im Garten nicht, um möglichst hohe Erträge zu erzielen, sondern um immer mal wieder die leckeren Früchte zu naschen. Daher können die zweimaltragenden Sorten durchaus interessant sein, da sie die Erntezeit wesentlich verlängern.

Inzwischen werden im Handel sogenannte Two-Timer-Himbeeren angeboten. Dabei handelt es sich um Herbst-Himbeeren, also solche, die mehrmals blühen und tragen.

Wenn du sie nicht gleich nach der Ernte abschneidest, werden sie dich noch viele Wochen mit wenigen, aber leckeren Früchten erfreuen, und das bis in den Herbst hinein.

Hinweis: Hast du keinen weiteren Platz im Garten, kannst du eine solche Neuzüchtung zwischen die anderen Herbst-Himbeeren setzen, da sie zur gleichen Zeit beschnitten werden.

Weitere Tipps rund um das Schneiden von Himbeeren

Die abgeschnittenen Himbeerruten werden üblicherweise gehäckselt oder auch so auf den Kompost verbracht. Aber du kannst ruhig einen Teil davon bis zum nächsten Frühling bei den Himbeersträuchern liegen lassen. Denn für viele Nützlinge in deinem Garten bieten sie ein willkommenes Winterquartier. Manche von ihnen, wie die Raubmilben, siedeln von dort aus auf die neuen Triebe der Himbeeren über, und verspeisen im Frühling dort die ersten Blattläuse, Spinnmilben und andere Schädlinge. Es lohnt sich also, ihnen eine gute Zeit zu verschaffen.

Gibt es an den Himbeeren Schädlinge, wie etwa den Himbeerkäfer, müssen diese Ruten sofort heruntergeschnitten werden, um den ganzen Bestand zu schützen. Auch Ruten die sich gegenseitig behindern, kannst du lieber wegschneiden. Solche Pflegeschnitte sind das ganze Jahr über möglich.

Fazit

Je nach Art der Himbeersorte werden die abgetragenen Triebe direkt nach der Sommerernte oder kurz vor dem Winter abgeschnitten. So ist Platz für neue Stängel, die wieder für neuen Ertrag sorgen. Der Schnitt ist wichtig und sollte nicht ausgelassen werden, da sonst ein Dickicht entsteht, das weder gut zu abzuernten ist, noch ausreichend Früchte hervorbringt.

Weitere Tipps zum Thema Schnitt von Pflanzen auf:

FAQ

Was muss ich wissen, damit die Himbeeren zur rechten Zeit geschnitten werden?

Es ist wichtig, zwischen Sommer-und Herbsthimbeeren zu unterscheiden. Denn sie werden entweder direkt nach der Ente oder erst im späten Herbst zurückgeschnitten. Der Schnitt erfolgt aber immer kurz über dem Boden, damit neue Triebe Platz haben.

Wie werden Himbeeren geschnitten?

Die Ruten können einfach knapp über dem Boden weggeschnitten werden und die Triebe werden entweder kompostiert, oder über den Winter unter den Büschen liegengelassen. Dort sind sie ein hilfreiches Quartier für Nützlinge.

Steht der Schnitt im Verhältnis zum Ertrag?

Der Schnitt ist nötig, damit immer wieder neue Triebe Platz haben. Ältere Triebe tragen nicht mehr bzw. verholzen. Die ständige Erneuerung, die das Besondere an Himbeeren sind, wird für einen guten Ertrag benötigt.

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